Archiv der Kategorie: Religion

Zum Sonntag: Gottes größter Fehler ist der Mensch

In meinen Aphorismen habe ich geschrieben:

Als Gott erst die Welt und dann den Menschen schuf, handelte er so widersinnig wie ein Gärtner, der erst eine Edelrose pflanzt und dann Blattläuse darauf setzt.

Gott hat nach der Bibel die herrliche Welt erschaffen und der Mensch macht sie kaputt. Welchen Sinn soll so etwas haben?
Was aber schlimmer ist: Gott hat die Menschen so geschaffen, dass sie sündigen können. Warum hat er sich damit solchen Ärger bereitet? Zweimal musste er in seinem Zorn die Menschheit vernichten durch die Sintflut und in Sodom un Gomorrah. Dann aber hat er es sich anders überlegt und seinen Sohn geopfert. Wie kann jemand, der als Gott über einen Blick in die Zukunft verfügt, so wankelmütig sein und so widersinnig handeln?
Der Mensch ist auch biologisch betrachtet eine völlige Fehlkonstruktion: Er baut sich ca. 18 Jahre bis zu seiner Reproduktionsreife auf und dann folgt ein Jahrzehnte langer Abbau. Und einen Haufen Sollbruchstellen hat der Mensch auch, nämlich Krankheiten. Müsste man  nicht von einem liebenden Gott ein perfekteres Menschenmodell erwarten können?

Ich fürchte, mit solchen Gedanken bewegt man sich in einer verbotenen Zone.

Osterbotschaft: Menschen, die die Preise im Himmel verderben

Mein Vater war ein sehr frommer Mann. Und wenn ihm auffiel, dass jemand etwas Gutes tat, dann pflegte er zu sagen: “ Das ist mal wieder einer, der die Preise im Himmel verdirbt.“ Damit wollte er ausdrücken, dass solche Menschen die Messlatte für den Eintritt in den Himmel hoch legen.
Ein Beispiel von solchen Menschen berichtete mir gerade ein ehemaliger Klassenkamerad, der ja nun auch schon 86 Jahre alt ist. Bei ihm erschien ein junges Ehepaar und warnte ihn im Hinblick auf die Corona-Krise, zum Einkaufen zu gehen. Und so besorgen die beiden jungen Leute ihm nun alles, was mein Schulfreund und seine Frau benötigen. Da würde mein Vater wieder seinen Spruch angebracht haben.
Er selbst pflegte allerdings immer strenge Maßstäbe anzulegen, wenn es um gute Taten ging. In der Adventszeit wollte er ja immer nach Möglichkeit jeden Tag etwas Gutes tun. Daher stellte er schon in dieser Zeit die Krippe von Weihnachten auf ein legte für jede gute Tat einen Strohhalm hinein. Mit den guten Taten war es jedoch nicht so einfach, denn er sagte: „Oma über die Straße führen oder Zehnerl in den Opferstock: So etwas zählt da nicht.“ Und wenn dann Weihnachten kam, stellte er immer bedauernd fest, dass sein Christkind recht hart lag.
Wenn Sie nun als Christ Ostern feiern und bei der Messe bekennen, „… dass ich Gutes unterlassen… habe“, dann bietet gerade die Corona-Krise Gelegenheit dafür, dass Sie nicht allzu viele Unterlassungssünden zu bekennen haben.
À propos bekennen: Ich fragte einmal einen Pfarrer, ob bei ihm jemand schon gebeichtet habe, dass er Gutes unterlassen habe. Da hat er mich sehr erstaunt angeschaut. Schade!

Gedanken zum Karfreitag: Hier irrte Jesus

Das Neue Testament berichtet, dass Jesus zum ungläubigen Thomas sagte: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Ich fürchte, dass Jesus hier vielleicht einem Irrtum unterlegen ist. Womöglich hat er ja seinen Satz nur im Hinblick auf die damalige besondere Situation gesagt und nicht allgemein auf den künftigen Glauben gemünzt.
Stellen Sie sich einmal vor, Jesus wäre nicht vor 2000 Jahren auf einem Esel in Jerusalem eingeritten, sondern heutzutage mit einem Trabbi in Berlin eingefahren. Wie würde es ihm wohl dabei ergangen sein?
Das lesen Sie in dem Buch „Verbotene Zone„.  Aber Vorsicht! Das Buch ist nur für nachdenkliche, nicht allzu fromme Menschen geeignet, also etwa für Typen wie Kardinal Marx, der gesagt hat, einen Glauben ohne Zweifel gäbe es nicht:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/zum-sonntag-unglaubliches-von-kardinal-marx/
À propos nachdenklich: Geht es Ihnen auch so, dass die Religion mehr Fragen aufwirft, als dass sie Antworten gibt? Warum schickt Gott die Corona-Gippe? Und wenn er sich dazu entschlossen hat, ist es dann sinnvoll, dagegen zu beten?
Warum kam Jesus erst vor 2000 Jahren? Wäre es nicht besser gewesen, wenn er anstatt der Sintflut schon seinerzeit gekommen wäre?
Spezielle Fragen zum Karfreitag: Warum soll ein Mord ein Zeichen für Gottes Liebe sein? Hätte Gott den Menschen ihre Sünden nicht einfach so vergeben können? Warum lässt Gott den Judas schuldig werden, anstatt dass er die Soldaten von sich aus Jesus finden ließ? …
Je älter ich werden, umso mehr Fragen habe ich.

Zum Sonntag: Corona und der Liebe Gott


Wenn etwas Schlimmes passiert wie ein Tsunami, Erdbeben, Entgleisung eines Pilgerzugs oder nun der Ausbruch der Corona-Grippe, dann fragen sich die gläubigen Christen: Wie kann Gott so etwas zulassen? Und da erhalten sie von den Predigern verschiedene Antworten. Am ehrlichsten ist es wohl, wenn ein Pfarrer sagt, das sei eben „Gottes unerforschlicher Ratschluss“.
Andere sehen in solchen Ereignissen eine Strafe für menschliche Sünden. Aber kann das sein, wo doch Gott seinen eigenen Sohn geopfert haben soll, um diese Sünden zu sühnen?
Wieder andere schreiben Katastrophen dem Teufel zu. Aber auch da stellt sich die Frage, warum Gott, der ja allmächtig sein soll, zulässt, dass der Teufel so etwas tut. Weil es still geworden ist bezüglich des Wirkens des Teufels, fragte einmal jemand Papst Benedikt XVI, ob es denn den Teufel überhaupt gäbe. Und er antwortete, natürlich gebe es den Satan und er habe manchmal den Eindruck, der sei stärker als Gott. Und so ließe sich Corona einfach erklären
Aber am allereinfachsten haben es die Atheisten bei der Erklärung von Katastrophen: Die seien eben ein Beweis dafür, dass es keinen Gott gebe, denn der würde so etwas nie tun.

Und wenn Sie auch über solche Fragen nachdenken, bewegen Sie sich vielleicht in einer aus der Sicht Ihrer Kirche oder Sekte im Bereich einer „Verbotenen Zone„.

 

 

Zum Sonntag: Unglaubliches von Kardinal Marx

In einem Interview mit dem Stern gestand der Kardinal, dass auch er Zweifel am Glauben habe und er bat, dass man für die Verfestigung seines Glaubens beten möge. Er erklärte, dass es Glauben ohne Zweifel nicht geben könne. Ob er mein Zitat dazu gelesen hat?
Es wäre ja mal ganz interessant, wenn man die Pfarrer fragen würde, wie viele fest glauben, wie viele zweifeln und wie viele nicht mehr glauben, aber dennoch im Interesse der Gläubigen weiter ihren Dienst leisten.
Mit dem Glauben verhält es sich ja so, dass er durch Taufe, Erziehung, Religionsunterricht und Kommunion fest in die Menschen eingeprägt wird. Wirklich erwachsen wird ein Mensch erst, wenn er sich von solchen Prägungen frei macht und selbst entscheidet, was er für richtig oder falsch hält. Viele Menschen werden – so gesehen – nie richtig erwachsen.
Was den Glauben anbetrifft, fällt mir ein Erlebnis ein, das ich in meiner Dienstzeit als Richter hatte:

Ein Angeklagter brachte zu seiner Verteidigung eine Geschichte vor, die sich als erlogen herausstellte. Als ich ihn fragte, warum er denn gelogen hatte, sagte er: Was sich wirklich ereignet habe, würde als so unglaubhaft erscheinen, dass er nicht gewagt habe, es zu schildern. Dann begann er mit seinem Geständnis und ich sagte dazu:
„Tatsächlich, das ist so unglaubhaft, dass es schon wieder glaubhaft ist, wenn Sie es so erzählen.“

Wenn man den christlichen Glauben objektiv betrachtet, so ist das doch auch eine völlig unglaubhafte Geschichte:
Da erschafft Gott eine herrliche Welt mit einem Paradies und dann setzt er die Menschen hinein, die nur Ärger machen. Das ist so ähnlich, als wenn jemand Rosen pflanzt und Blattläuse darauf setzt. Kann ein Gott so sein, dass er nicht recht weiß, was er will? Erst spült er die sündige Menschheit mit der Sintflut weg und dann opfert er seinen Sohn
wegen dieser Sünden. Warum vergibt er den Menschen nicht einfach so? Warum versteckt sich Jesus vor den Häschern und muss erst von Judas verraten werden, anstatt dass er sich stellt? Warum lässt er erst den Judas schuldig werden?
Warum lässt Gott so viel Leid auf der Welt zu? Warum lassen Erdbeben Schulen einstürzen, so dass unschuldige Kinder sterben?
Fragen über Fragen, die sich der gläubige Christ stellen sollte. Vielleicht geht es ihm aber am Ende so, wie dem Juden in diesem Witz:

Ein Jude erscheint bei einem katholischen Pfarrer und sagt, dass er gerne zum katholischen Glauben konvertieren möchte. Der Pfarrer fragt ihn, was ihn zu diesem Schritt veranlasst hat. Darauf antwortet der Jude:
„Eine Kirche, die all das übersteht, was die Katholische Kirche hinter sich hat, muss vom wahren Gott erhalten worden sein.“

Und noch eine Anekdote:

Ein Christ fragt einen Atheisten: „Sie glauben also, dass es keinen Gott gibt?“
„Ich glaube nicht einmal das.“

Unfromme Gedanken zum Sonntag: Das traurige Frauenbild der Bibel

  

Im katholischen Katechismus lesen wir: „In den Heiligen Büchern kommt nämlich der Vater, der in den Himmeln ist, seinen Kindern liebevoll entgegen und hält mit ihnen Zwiesprache.“ Und was lesen wir da in der „liebevollen Zwiesprache“? Kann das sein, dass ein Gott so etwas gesagt hat oder verbreiten ließ und dass er damit den Grundstein dafür gelegt hat, dass die Frauen Jahrhunderte lang unterdrückt wurden und ihnen sogar die Seele abgesprochen wurde?

„Die Frau aber ist des Mannes Abglanz.“
(1. Kor. 11,7)
Dazu kann ich nur sagen: „Also nee!“ Schauen Sie selbst:

„Der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.“
(1. Kor. 11,9)

„Wie aus den Kleidern Motten kommen, so kommt von Frauen viel Schlechtigkeit.“
(Sirach 42,13)

„Die Frau schweige in der Gemeinde.“
(Hl. Paulus)

„Eine Frau, die schweigen kann, ist eine Gabe Gottes.“
(Sirach 26,17)

Also, Männer, mal ehrlich: Da können wir doch allenfalls manchmal in gewissen Situationen dem letzten Ausspruch zustimmen oder? Und allenfalls anlässlich einer Scheidung würden Männer so entgleisen wie ein Papst:

„Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!“
(Papst Pius II)

Unorthodoxe Gedanken zum Sonntag

Der Dalai Lama hat eine lesenswerte Botschaft an die Welt gerichtet. In ihr stellt er die Ethik über die Religion.
Dazu sei hier ein weiterer Aspekt beleuchtet: Ein Gebot der Ethik ist es, die Menschenwürde zu achten. So steht es nicht nur im Grundgesetz, sondern auch die Religionen würden wohl dieses Gebot nicht bestreiten. Für meine Begriffe verstoßen aber die Religionen gegen die Menschenwürde, wenn sie sich schon der kleinsten Kinder bemächtigen durch die Taufe oder durch die Beschneidung der Wehrlosen. Warum können sie nicht warten, bis sie einen mündigen Menschen befragen können, für was er sich entscheidet? Die Frage ist einfach zu beantworten: Die Religionen wollen die Menschen schon früh prägen (Das ist etwas anderes als erziehen). Und wenn sie sich so im Gehirn festgesetzt haben, so ist das, wie ein Psychiater einmal in einem Gutachten über einen religiösen Wahn erklärte, nur ganz schwer wieder heraus zu bekommen. Auf diese Weise nehmen die Religionen ihren kleinen Mitgliedern die Freiheit und unterwerfen sie so schlimmen Ritualen wie der Beschneidung. Es ist traurig, dass so etwas in der Bundesrepublik unter dem Stichwort „Religionsfreiheit“ zugelassen wird.
Aber auch die christliche Taufe ist in ihrer derzeitigen Praxis ein Verstoß gegen die Menschenwürde:
Man macht schon die Kleinsten zu Mitgliedern einer Kirche und die Erfahrung lehrt, dass man damit für ihr späteres Leben eine Entscheidung trifft, bei der die meisten durch ihre Prägung nicht mehr die Freiheit besitzen, aus dieser Gemeinschaft auszutreten. Erst in letzter Zeit,
in der der Glaube immer mehr an Bedeutung verliert, haben viele  ihre Kirche verlassen.
Die Kirche rechtfertigt die frühe Taufe mit dem Ausspruch Jesu: „Lasset die Kindlein zu mir kommen…“ Aber damit hat er nicht gemeint, dass die Kinder gleich nach ihrer Geburt getauft werden sollen. Er selbst hat sich ja erst mit etwa 25 Jahren von Johannes dem Täufer taufen lassen und das sollte doch wohl auch in der Kirche als Vorbild gelten.
Nichts gegen die Religionen, wohl aber etwas gegen die Praxis, dass sie sich schon der Kleinsten bemächtigen und sie zu Opfern ihrer Prägung machen.
Es wird sich aber wohl kein Politiker finden, der sich so etwas zu sagen traut.

Deutschland entchristianisiert sich

Heute am Buß- und Bettag merkt man es wieder: Deutschland entchristianisiert sich. Wer weiß denn heute noch, dass dieser Tag eine Aufforderung an ihn richten soll? Wer weiß auch noch überhaupt, dass es diesen Tag gibt? Und wer büßt und betet wirklich?
Ähnlich verhält es sich mit dem Allerheiligenfest der Katholiken: Es wird mehr und mehr zum Halloween.
Wie anders war das alles noch in meiner Jugend! Zur Erstkommunion erhielt ich ein Gebetbuch mit einem Bild des Papstes Pius XII. Darauf war er beim Beten abgebildet – mit einem Heiligenschein! Und wenn er im Petersdom eine Messe las, ließ er sich in einer Sänfte hinein tragen. Ja, das waren noch Zeiten! Niemand hätte damals geahnt, was noch alles auf diese Kirche zukommen würde. Erst konnte die Kirche ja noch die Missbrauchsfälle und all die sonstigen Verfehlungen unter der Decke halten. Wer traute sich schon, gegen einen Priester schmutzige Vorwürfe zu erheben? Wenn man so etwas gemacht hätte, hätte man ja befürchten müssen, wegen Verleumdung bestraft zu werden oder schlimmer: von der Gemeinde geächtet zu werden. Aber dann brach der Schmutz überall hervor, denn die Kirche hatte missachtet, was in der Bibel steht:
„Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werde, auch nichts Heimliches, das nicht kund werde und an den Tag komme.“ (Lukas 8,17) Und noch deutlicher konnte die Kirche bei Hiob 12,22 nachlesen: „Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.“
Dadurch hat die Kirche viel an ihrer Autorität verloren und ihre Mitglieder treten in Massen aus. Das hätte früher kaum einer gewagt aus Angst vor der Hölle, aber an die oder den Teufel glauben nur noch die Erzkonservativen.
Was sich doch alles seit meiner Kindheit geändert hat: Früher gab es eine echte Fastenzeit. Heute hält man höchstens eine Diät ein. Und die Abstinenz am Freitag ist auch sanft entschlafen.
Man musste damals nüchtern zur Kommunion gehen und im Religionsunterricht lernten wir, ob man nach einem versehentlichen Wasserschlucken beim Zähneputzen noch nüchtern war.
Man hatte ein Kreuz im Esszimmer und man betete vor und nach dem Essen.
Und man hatte ein kleines Weihwasserbecken im Haus, mit dem man sich segnete, bevor man es verließ.
Natürlich ging man am Sonntag in die Messe. Sogar in der oben abgebildeten kleinen Kirche von Bernhaupten, einem Ortsteil des Dorfes Bergen, wurden gut besuchte Messen gelesen. Solche Filialkirchen gibt es nicht mehr und immer mehr Kirchengemeinden werden zu einer einzigen zusammengefasst. Oft wird aus vier ehemaligen eine einzige neue Gemeinde – angeblich wegen Priestermangel, aber wirklich wohl eher wegen Mangels an Kirchgängern.
So gibt es vieles, was darauf hin deutet, dass wir im Zeitalter der Entschristianisierung leben. Umso eifriger scheinen uns die Moslems zu sein, bis auch für sie die Einkaufstempel der Stadt zu den neuen Moscheen werden.

Das passt wie „wie die Faust aufs Auge“

Heute ist ja an sich der Buß- und Bettag.
Aber in einem Verzeichnis der Feiertage finde ich ein Kontrastprogramm für heute:

In diesem Sinne: Machen Sie sich einen schönen Tag und machen Sie keinen Unsinn oder jedenfalls nicht zu viel davon.
Übrigens: Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass wir in einem Zeitalter der „Entchristianisierung“ leben?