Archiv der Kategorie: Kirche

Muss Wölki in den Knast?

Der Umgang der Kirche mit ihrem unermesslichen Vermögen ist immer wieder erschreckend. Man denke nur an die Vorgänge bei der Vatikanbank.
Hier habe ich vor einiger Zeit kritisiert, dass der Vatikan den Peterspfennig, den er für die Armen gesammelt hat, in britische Immobilien investiert hat:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/07/30/die-roemisch-katholische-skandalkirche/
Und nun sehen wir, dass Kardinal Wölki Spielschulden eines Priesters aus einem Sozialfonds bezahlt hat, aus dem die Missbrauchsopfer entschädigt werden. Zunächst einmal interessiert die Öffentlichkeit, warum er überhaupt diese Schulden bezahlt hat, denn im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es in § 762:
„Durch Spiel oder durch Wette wird eine Verbindlichkeit nicht begründet.“

Man weiß ja nicht, wie der Sozialfonds, aus dem Wölki das Geld genommen hat, organisiert ist: Ist es eine Börse des Kardinals, aus der er nach Gutdünken entscheiden kann, was er als Sozialfall ansieht? Oder ist es ein Konto, über dessen Verwendung feste Regeln existieren? Je nach dem stellt sich durchaus die Frage, ob ein Fall der strafwürdigen Untreue vorliegt.
Die Staatsanwaltschaft wird dies von sich aus nicht prüfen, sondern wie bei den Missbrauchsfällen der Kirche die Aufklärung überlassen.

Papst Benedikt wird 95 – Er spaltet die Gläubigen

 

Ich bekenne, dass mir Papst Benedikt nie sympathisch war. Ich mag keine Hundertprozentigen, weil sich dann meistens heraus stellt, dass irgend etwas faul ist: „Es irrt der Mensch, so lang er strebt.“
Wie stolz waren die Traunsteiner, als einer der Ihren Papst wurde:
Er wurde Ehrenbürger und man hat ihm schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Auch ein Platz wurde nach ihm benannt und den Ehrenring hat er auch noch bekommen. Zu viel der Ehre?
Nun rumort es plötzlich in der Kreisstadt. Die  »Grüne Jugend Traunstein« versammelte sich vor dem Denkmal und forderte eine kritische Auseinandersetzung der Stadt mit ihrem Ehrenbürger und dem Träger ihres Traunsteiner Ehrenrings. Die Kommunen und der Landkreis Traunstein wollen eine Kommission einsetzen, die sich mit dem Thema aus historischer, juristischer und theologischer Sicht befassen wird. So verläuft wohl alles im Sande bis zum Tode des Papstes und dann wird es heißen: De mortuis nil nise bene.

Typisch für Papst Benedikt ist, dass er auch ein dunkles Kapitel seines Lebens schön färben ließ:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
Und später kam es knüppeldick für ihn. Fest steht, dass er die Unwahrheit gesagt hat. Obwohl damit nicht sicher erwiesen ist, dass dass er vorsätzlich gehandelt hat, wurde er von einem Teil der Medien der Lüge bezichtigt, während andere Medien nur dezent berichteten, er habe seine Aussage korrigieren müssen.
Übel war nun allerdings, dass der Papst durch seinen Privatsekretär Gänswein verlautbaren ließt, es habe sich um ein „technisches Versehen“ gehandelt. Übel daran ist, dass der Papst sich nicht selbst äußerte, sondern seinen Privatsekretär vor schickte. Damit hielt er sich immer noch die Ausrede offen, er habe so etwas nicht selbst gesagt, sondern sein Sekretär sei schuld. Und übel ist auch, dass kein Wort der Entschuldigung von ihm zu hören ist, sondern nur von einem absurden „technischen Versehen“ die Rede ist.
Das wollte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, so nicht mehr hinnehmen Er hat von dem emeritierten Papst Benedikt eine Entschuldigung für sein Verhalten im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche gefordert. Der Papst müsse sagen: “ ‚Ich habe Schuld auf mich geladen, ich habe Fehler gemacht, ich bitte die Betroffenen um Verzeihung.‘ Anders geht das nicht“.
Es geht anders:  Wahrscheinlich wird der Rest Schweigen sein. Der Papst hat zwar um Entschuldigung gebeten, aber nicht für ein eigenes Fehlverhalten, sondern nur allgemein für den Missbrauch.

Interessant ist nun, wie man in der Christenheit den Papst beurteilt. Da tut sich ein Spalt auf: Während er sonst in der Welt trotz allem noch ein hohes Ansehen genießt, ist er bei uns deutschen Gutmenschen auf einer Stufe mit Wölki (bei dem gerade zu allem Übel noch aufgekommen ist, dass er für die Spielschulden eines Priesters rund eine Million bezahlt hat). 

 

Wie Gott sich verändert hat

Der Titel ist natürlich falsch: Nicht Gott hat sich verändert, sondern das Bild, das die Kirche den Menschen eingeredet hat. Osho hatte schon recht, als er sagte, die Religionen würden sich des Sexuallebens bemächtigen, um die Menschen beherrschen zu können:

Als ich ein junger Katholik war, hatte ich einen Beichtspiegel zur Erstkommunion erhalten, den ich bei der alljährlich notwendigen Osterbeichte „abzuarbeiten“ hatte. (Das Wort Osterbeichte kennt mein heutiges Rechtschreibprogramm gar nicht mehr.)  Da wurden die einzelnen Gebote aufgeführt und erläutert. Nehmen wir als Beispiel das 6. Gebot. Da hieß es:
„Du sollst nicht Ehe brechen!
Was ist das? Warst du unkeusch in Gedanken, Worten und Werken? …“
Da hatte man als normaler Heranwachsender sicherlich allen Grund, sich als schäbiger Sünder zu fühlen.
Dabei kam hinzu, was die Kirche zum Thema Todsünde dozierte. Mit so einer Sünde kam man in die Hölle. Eine Todsünde war ein Verstoß gegen die 10 Gebote in bewusster Abkehr von Gott. Wer also nur ein „unkeusches“ Bild ansah im Bewusstsein dessen, dass Gott dies angeblich verboten hat, gehörte schon dem Satan.

Inzwischen hat die Pille auch die Sexualmoral der Kirche revolutioniert. Die Menschen machen von der gewonnenen Freiheit Gebrauch und kein Priester wagt es mehr, gegen vorehelichen Sex von der Kanzel zu wettern.
Und Gott als Sündenzähler wurde abgelöst vom „Lieben Gott„.

 

Katholische Kirche: Schlimmer als der Missbrauch

Die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche sind schlimm genug. Aber es geht noch schlimmer. In Kanada wurden 1000 Gräber indigener Kinder entdeckt:
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-graeberfund-101.html
Es handelt sich dabei um Kinder, die der indigenen Bevölkerung weg genommen worden waren, um sie auf die westlich-christliche Kultur um zu erziehen. Welch schlimmes Schicksal diese Kinder hatten, lesen Sie in dem verlinkten Beitrag.
Dazu wäre endlich mal ein Wort des Papstes erforderlich.

Was haben Prinz Andrew und die Katholische Kirche gemein?


Ganz einfach: Beide haben mit Missbrauch zu tun. Aber völlig unterschiedlich ist, wie die Medien damit umgehen:
Prinz Andrew soll sich mit 14 Millionen Euro von den Missbrauchsvorwürfen frei gekauft haben. Er hat nicht so viel Geld. Er besitzt mit seiner Frau ein Chalet in der Schweiz, das allerdings mit 6,6 Millionen Pfund (7,9 Millionen Euro) belastet ist. (Da kann man nur den Kopf schütteln über diesen großkotzigen Lebensstil.) Das Objekt wird er verkaufen müssen, aber der Erlös langt bei weitem nicht, um die Vergleichssumme aus dem Prozess zu bezahlen. Also wird die Queen einspringen müssen. Und die Presse ist wie ein Bluthund dahinter her, woher die Queen das Geld nimmt. Es darf auf keinen Fall aus Steuermitteln stammen. Die Queen ist zwar reich, aber es wird jetzt schon darauf geachtet, dass sie das Geld, das sie aus ihrem privaten Vermögen an Prinz Andrew bezahlt, nicht wieder mit Steuergeldern auffüllt.

So eine Diskussion findet in unserer Medienlandschaft bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nicht statt. Die Kirche behauptet zwar, dass die Zahlungen für die Missbrauchsopfer aus ihrem Vermögen stammen. Das wird wohl auch stimmen, denn das Vermögen der Katholischen Kirche ist unermesslich. Aber es wäre vielleicht doch nicht schlecht, wenn die Medien da mal ein wenig hinein stochern. Das wäre vielleicht eine Topstory.

Katholische Kirche auf dem Weg zur Sekte


Man sollte es kaum glauben können, was man hier liest: Ein Drittel der Katholiken erwägt zumindest, aus der Kirche aus zu treten:
https://web.de/magazine/panorama/missbrauchsskandale-zweithaeufigster-grund-kirchenaustritt-36571446
Und so viele Katholiken verwirklichen diesen Schritt, dass die Standesämter mit der Bearbeitung der Kirchenaustritte kaum nach kommen.
Interessant ist bei der zitierten Erhebung, dass die Kirchensteuer als Austrittsgrund vor den Missbrauchsfällen rangiert. Ja, die Menschen müssen sparen und streichen daher Ausgaben, die sie für nicht notwendig halten nach dem Motto: Was soll ich für eine Kirche bezahlen, in die ich sowieso nie hinein gehe?
Mit der Kirchensteuer ist das so eine Sache. Der Staat und die Kirche wollen sie abschaffen, aber daraus wird ewig nichts, weil sich die beiden nicht über die Ablösesumme einigen können. Ob dabei auch ein für die Kirche peinliches Thema zur Sprache kommt? Ein Teil ihres unermesslichen Vermögens wurde durch Betrug erworben. So wurde beispielsweise wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Unterschriften Karls des Großen auf den Urkunden über seine noblen Schenkungen gefälscht wurden.
Wussten Sie eigentlich, dass die Kirchensteuer eigentlich nach dem Kanonischen Recht verboten ist? Und wussten Sie, dass die unermesslich reiche Katholische Kirche gar nicht auf die Kirchensteuer angewiesen ist?
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/

Der unwürdige Eiertanz von Papst Benedikt XVI

Wir sind es gewohnt, dass Papst Benedikt auch ein dunkles Kapitel seines Lebens schön färben lässt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
Nun allerdings kommt es knüppeldick für ihn. Fest steht, dass er die Unwahrheit gesagt hat. Obwohl damit nicht sicher erwiesen ist dass dass er vorsätzlich gehandelt hat, wird er von einem Teil der Medien der Lüge bezichtigt, während andere Medien nur dezent berichten, er habe seine Aussage korrigieren müssen.
Übel ist nun allerdings, dass der Papst durch seinen Privatsekretär Gänswein verlautbaren lässt, es habe sich um ein „technisches Versehen“ gehandelt. Übel daran ist, dass der Papst sich nicht selbst äußert, sondern seinen Privatsekretär vor schickt. Damit hält er sich immer noch die Ausrede offen, er habe so etwas nicht selbst gesagt, sondern sein Sekretär sei schuld. Und übel ist auch, dass kein Wort der Entschuldigung von ihm zu hören ist, sondern von einem absurden „technischen Versehen“ die Rede ist.
Das will der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, so nicht mehr hinnehmen Er hat von dem emeritierten Papst Benedikt eine Entschuldigung für sein Verhalten im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche gefordert. Der Papst müsse sagen: “ ‚Ich habe Schuld auf mich geladen, ich habe Fehler gemacht, ich bitte die Betroffenen um Verzeihung.‘ Anders geht das nicht“.
Was nun, Papst Benedikt? Wahrscheinlich wird der Rest Schweigen sein.

Laut wird es allerdings in der Heimatstadt des Papstes: Traunstein. Dort ist er Ehrenbürger und man hat ihm schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Auch ein Platz wurde nach ihm benannt und den Ehrenring hat er auch noch bekommen. Zu viel der Ehre?
Nun rumort es plötzlich in der Kreisstadt. Die  »Grüne Jugend Traunstein« versammelt sich heute vor dem Denkmal und fordert eine kritische Auseinandersetzung der Stadt mit ihrem Ehrenbürger und dem Träger ihres Traunsteiner Ehrenrings. Die Kommunen und der Landkreis Traunstein wollen eine Kommission einsetzen, die sich mit dem Thema aus historischer, juristischer und theologischer Sicht befassen wird. Man darf gespannt sein.

 

Katholisch Kirche: Nun seid doch mal ehrlich!

In der Katholischen Kirche läuft zur Zeit ein „Prozess zur pastoralen Neugestaltung“ unter dem Namen „Wo Glauben Raum gewinnt“. Er soll „zu einer spirituellen Stärkung der Gemeinden führen“. Der Grundgedanke der Reform ist laut Erzbistum kein finanzieller, sondern ein geistlicher. Hinter diesen hohlen Phrasen soll verborgen werden, dass die Gläubigen so massenhaft aus der Kirche austreten, dass die Standesämter Sonderschichten einlegen müssen.
Bei uns wurden vier Pfarreien zu einer einzigen zusammen gelegt. Erst musste der Priestermangel als Erklärung herhalten, was ich nicht verstehen kann. Schon vor 10 Jahren habe ich beschrieben, dass das Priesteramt ein lukrativer Beruf ist, bei dem man sich einfach nicht an das Zölibat hält, wenn einem das nicht gefällt:
https://autorenseite.wordpress.com/2012/07/28/zoelibat-praxis-14278988/
Und die Pfarrangehörigen finden es ganz vernünftig, wenn ihr Pfarrer eine Freundin hat. Und wenn es ein Freund ist, hat heutzutage auch keiner mehr etwas dagegen. Die Gläubigen sind also fortschrittlicher als ihre Kirche. Die muss sich nun völlig neu orientieren in ihrer zukünftigen Rolle als Sekte, die keinen Raum gewinnt, sondern immer mehr an Bedeutung verliert.
Übrigens sagte die Ex-Kanzlerin als junge Politikerin etwas, was sie vielleicht heute nicht mehr wahrhaben will: Auf Frage, ob die CDU am „C“ festhalten werde, antwortete sie, sie könne sich vorstellen, das das geändert würde, wenn die Mehrheit des Volkes nicht mehr christlich sei. An sich wäre es nun so weit.

 

 

Keine Heiligsprechung für Papst Benedikt XVI

Ich bin kein Freund von Papst Benedikt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
Sein schön gefärbter Lebenslauf hätte ihm vielleicht ermöglicht, das zu erreichen, was vielen seiner Vorgänger zuteil wurde: die Heiligsprechung.
Nun allerdings wird er durch etwas belastet, was sich je nach Framing so anhört:
„Papst korrigiert Aussage“ bzw. „Falschaussage des Papstes“.
Die erste Überschrift klingt nach einer harmlosen Versehen, die zweite rückt den Papst in den Verdacht der Lüge. Man sieht: Je nach Formulierung sieht derselbe Sachverhalt entweder so oder völlig anders aus.
Mir tut der Mann leid, weil er am Ende seines Lebens in so eine Situation gekommen ist.

Die Heiligen Drei Könige und der Rassismus

Nun haben sie wieder überall gesammelt: die Sternsinger, die als Heilige Drei Könige daher kommen. Aber auf einmal hat die Kirche ein Problem damit. Manche halten es für Rassismus. wenn einer davon schwarz ist. Angeblich verletze es die Empfindungen von Schwarzen, wenn sich Weiße schwarz anmalen. Wieso eigentlich? Sollte man den Schwarzen nicht erklären, warum einer der Hl. Drei Könige schwarz ist? Damit soll symbolisiert werden, dass die Könige aus den damals bekannten Erdteilen kamen, also auch aus Afrika.
Aber in voraus eilendem Gehorsam, der uns Deutschen zu eigen ist, empfahl die Kirche, auf das Anmalen eines Königs zu verzichten:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/region/landkreis-traunstein_artikel,-nachgefragt-wieso-kaum-ein-sternsinger-schwarz-geschminkt-war-_arid,675894.html
Um möglichst wenig Anstoß zu erregen, fügt die Kirche hinzu: Schminken sei nicht mehr in.

Nun ist es aber so, dass die Hl. Drei Könige gar keine Könige waren, sondern Weise aus dem Morgenland. Müsste man dann nicht auch aus Gründen der Ehrlichkeit die Kronen weg lassen?