Archiv der Kategorie: Kirche

Woelki: Wo bleibt der Staatsanwalt?

 

Woelki soll 820.000 Euro an Berater bezahlt haben, um sein Überleben im Amt zu sichern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies keine strafbare Handlung ist, die eigentlich den Staatsanwalt auf den Plan rufen müsste. Aber der tut normalerweise leider nichts von sich aus, sondern nur auf eine Anzeige hin. Er will sich ja nicht unnötig selbst Arbeit aufhalsen, bei der er sich womöglich in die Nesseln setzen könnte.
Die erste Frage, die sich stellt, ist diese: Woher stammt das Geld? Meistens hören wir in solchen Fällen, dass keine Kirchensteuergelder in Anspruch genommen wurden, sondern dass der Kardinal dies aus seinem eigenen Portefeuille bezahlt habe.
Freilich hat jede Diözese auch eigenes Vermögen und der Bischof kann darüber verfügen. Aber er darf das Geld nicht einsetzen, um damit eigene Interessen zu verfolgen. Das wäre Untreue, die strafbar wäre.
Jedenfalls muss das Ganze genau aufgeklärt werden. So oder so: Auf jeden Fall ist es verwerflich, in einer Zeit der Nöte so viel Geld für PR auszugeben. Schon das ist ein Grund, den Mann endlich in die Wüste zu schicken.

Die Kirchen missachten das Beispiel Jesu

Forschungen haben ergeben: Der Mensch ist normalerweise in seiner religiösen Entwicklung im Alter von sieben Jahren stehen geblieben; sonst könnte es ja auch nicht sein, dass ein gebildeter Mensch in Europa normalerweise Christ ist, in Japan dagegen Buddhist und im Orient Moslem.
Die Kirchen nutzen dies aus, indem sie nicht dem Beispiel Jesu folgen, der sich erst als vernünftiger Erwachsener taufen ließ. Nein, sie bemächtigen sich schon der Kinder und indoktrinieren sie, so dass sie dem aufgezwungenen Glauben treu bleiben, mögen sie auch später ein distanziertes Verhältnis zu ihm haben.
Eigentlich sollte der Staat die Kinder vor solchen Praktiken schützen, aber er würde es nie wagen, sich mit einer so mächtigen Organisation anzulegen. Schließlich ist es ja auch Sache der Eltern, wie sie sich zur Taufe stellen.

Papst: Späte Entschuldigung

Der Papst hat sich nach Jahren aufgerafft und ist nach Kanada geflogen, um sich für die Rolle der Kirche bei Verbrechen gegen die indigenen Einwohner Kanadas zu entschuldigen. Er nennt das eine Bußreise, wobei zu fragen ist, ob eine Entschuldigung eine Buße ist. Für den Vatikan vielleicht schon. Aber mir ist das zu wenig. Ich hätte gerade auch gerade bei den Missbrauchsfällen echte spektakuläre Bußübungen von der Kirche erwartet, etwa eine symbolische Wiederaufnahme des Flagellantentums. Bloße Entschädigungszahlungen reichen da nicht aus.

Der Papst könnte übrigens gleich weiter fliegen nach Island, wo 9000 Kinder in Heimen für uneheliche Geburten den Tod fanden.

Und bei alledem fällt mir ein Wort Jesu ein:
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte.…“

Die Kirche erlebt einen Boom

Sie lesen schon richtig: Mitten in der Austrittswelle, von der beide Kirchen betroffen sind, wird jedenfalls eine Kirche einen Boom erleben, nämlich die, in der Lindner geheiratet hat. Zwei Gründe wären an sich seiner kirchlichen Trauung im Wege gestanden: Lindner hat ja sein altes Modell Frau gegen ein neues ausgetauscht, sprich: er ist geschieden. Schlimmer aber ist aus der Sicht der Kirche, dass sowohl er wie auch seine Zweitfrau aus der Kirche ausgetreten sind. In den Augen des Pfarrers, der die Trauung vorgenommen hat, war dies jedoch kein Grund, den beiden den Segen zu verweigern.

Da werden nun viele Geschiedene hellhörig geworden sein und sich auf den Weg nach Sylt machen, um ihre neue Ehe dort segnen zu lassen. Vielleicht könnte es sogar einen regelrechten Boom geben.

Mich erinnert das Ganze an die Ehe meiner Eltern. Meine Mutter war Protestantin und mein Vater Katholik. Solche Mischehen waren damals von der Katholischen Kirche strengstens verboten, was für viele ein großes Unglück war. Mein Vater fand jedoch auf Grund eines Geheimtipps eine Möglichkeit, sich dennoch kirchlich trauen zu lassen: Der Prior von Sankt Benno in München hatte Verständnis für die Liebenden und hat kraft seines Amtes eine Dispens von dem Verbot erteilt und meine Eltern dennoch getraut.

Muss Wölki in den Knast?

Der Umgang der Kirche mit ihrem unermesslichen Vermögen ist immer wieder erschreckend. Man denke nur an die Vorgänge bei der Vatikanbank.
Hier habe ich vor einiger Zeit kritisiert, dass der Vatikan den Peterspfennig, den er für die Armen gesammelt hat, in britische Immobilien investiert hat:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/07/30/die-roemisch-katholische-skandalkirche/
Und nun sehen wir, dass Kardinal Wölki Spielschulden eines Priesters aus einem Sozialfonds bezahlt hat, aus dem die Missbrauchsopfer entschädigt werden. Zunächst einmal interessiert die Öffentlichkeit, warum er überhaupt diese Schulden bezahlt hat, denn im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es in § 762:
„Durch Spiel oder durch Wette wird eine Verbindlichkeit nicht begründet.“

Man weiß ja nicht, wie der Sozialfonds, aus dem Wölki das Geld genommen hat, organisiert ist: Ist es eine Börse des Kardinals, aus der er nach Gutdünken entscheiden kann, was er als Sozialfall ansieht? Oder ist es ein Konto, über dessen Verwendung feste Regeln existieren? Je nach dem stellt sich durchaus die Frage, ob ein Fall der strafwürdigen Untreue vorliegt.
Die Staatsanwaltschaft wird dies von sich aus nicht prüfen, sondern wie bei den Missbrauchsfällen der Kirche die Aufklärung überlassen.

Papst Benedikt wird 95 – Er spaltet die Gläubigen

 

Ich bekenne, dass mir Papst Benedikt nie sympathisch war. Ich mag keine Hundertprozentigen, weil sich dann meistens heraus stellt, dass irgend etwas faul ist: „Es irrt der Mensch, so lang er strebt.“
Wie stolz waren die Traunsteiner, als einer der Ihren Papst wurde:
Er wurde Ehrenbürger und man hat ihm schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Auch ein Platz wurde nach ihm benannt und den Ehrenring hat er auch noch bekommen. Zu viel der Ehre?
Nun rumort es plötzlich in der Kreisstadt. Die  »Grüne Jugend Traunstein« versammelte sich vor dem Denkmal und forderte eine kritische Auseinandersetzung der Stadt mit ihrem Ehrenbürger und dem Träger ihres Traunsteiner Ehrenrings. Die Kommunen und der Landkreis Traunstein wollen eine Kommission einsetzen, die sich mit dem Thema aus historischer, juristischer und theologischer Sicht befassen wird. So verläuft wohl alles im Sande bis zum Tode des Papstes und dann wird es heißen: De mortuis nil nise bene.

Typisch für Papst Benedikt ist, dass er auch ein dunkles Kapitel seines Lebens schön färben ließ:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
Und später kam es knüppeldick für ihn. Fest steht, dass er die Unwahrheit gesagt hat. Obwohl damit nicht sicher erwiesen ist, dass dass er vorsätzlich gehandelt hat, wurde er von einem Teil der Medien der Lüge bezichtigt, während andere Medien nur dezent berichteten, er habe seine Aussage korrigieren müssen.
Übel war nun allerdings, dass der Papst durch seinen Privatsekretär Gänswein verlautbaren ließt, es habe sich um ein „technisches Versehen“ gehandelt. Übel daran ist, dass der Papst sich nicht selbst äußerte, sondern seinen Privatsekretär vor schickte. Damit hielt er sich immer noch die Ausrede offen, er habe so etwas nicht selbst gesagt, sondern sein Sekretär sei schuld. Und übel ist auch, dass kein Wort der Entschuldigung von ihm zu hören ist, sondern nur von einem absurden „technischen Versehen“ die Rede ist.
Das wollte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, so nicht mehr hinnehmen Er hat von dem emeritierten Papst Benedikt eine Entschuldigung für sein Verhalten im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche gefordert. Der Papst müsse sagen: “ ‚Ich habe Schuld auf mich geladen, ich habe Fehler gemacht, ich bitte die Betroffenen um Verzeihung.‘ Anders geht das nicht“.
Es geht anders:  Wahrscheinlich wird der Rest Schweigen sein. Der Papst hat zwar um Entschuldigung gebeten, aber nicht für ein eigenes Fehlverhalten, sondern nur allgemein für den Missbrauch.

Interessant ist nun, wie man in der Christenheit den Papst beurteilt. Da tut sich ein Spalt auf: Während er sonst in der Welt trotz allem noch ein hohes Ansehen genießt, ist er bei uns deutschen Gutmenschen auf einer Stufe mit Wölki (bei dem gerade zu allem Übel noch aufgekommen ist, dass er für die Spielschulden eines Priesters rund eine Million bezahlt hat). 

 

Wie Gott sich verändert hat

Der Titel ist natürlich falsch: Nicht Gott hat sich verändert, sondern das Bild, das die Kirche den Menschen eingeredet hat. Osho hatte schon recht, als er sagte, die Religionen würden sich des Sexuallebens bemächtigen, um die Menschen beherrschen zu können:

Als ich ein junger Katholik war, hatte ich einen Beichtspiegel zur Erstkommunion erhalten, den ich bei der alljährlich notwendigen Osterbeichte „abzuarbeiten“ hatte. (Das Wort Osterbeichte kennt mein heutiges Rechtschreibprogramm gar nicht mehr.)  Da wurden die einzelnen Gebote aufgeführt und erläutert. Nehmen wir als Beispiel das 6. Gebot. Da hieß es:
„Du sollst nicht Ehe brechen!
Was ist das? Warst du unkeusch in Gedanken, Worten und Werken? …“
Da hatte man als normaler Heranwachsender sicherlich allen Grund, sich als schäbiger Sünder zu fühlen.
Dabei kam hinzu, was die Kirche zum Thema Todsünde dozierte. Mit so einer Sünde kam man in die Hölle. Eine Todsünde war ein Verstoß gegen die 10 Gebote in bewusster Abkehr von Gott. Wer also nur ein „unkeusches“ Bild ansah im Bewusstsein dessen, dass Gott dies angeblich verboten hat, gehörte schon dem Satan.

Inzwischen hat die Pille auch die Sexualmoral der Kirche revolutioniert. Die Menschen machen von der gewonnenen Freiheit Gebrauch und kein Priester wagt es mehr, gegen vorehelichen Sex von der Kanzel zu wettern.
Und Gott als Sündenzähler wurde abgelöst vom „Lieben Gott„.

 

Katholische Kirche: Schlimmer als der Missbrauch

Die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche sind schlimm genug. Aber es geht noch schlimmer. In Kanada wurden 1000 Gräber indigener Kinder entdeckt:
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-graeberfund-101.html
Es handelt sich dabei um Kinder, die der indigenen Bevölkerung weg genommen worden waren, um sie auf die westlich-christliche Kultur um zu erziehen. Welch schlimmes Schicksal diese Kinder hatten, lesen Sie in dem verlinkten Beitrag.
Dazu wäre endlich mal ein Wort des Papstes erforderlich.

Was haben Prinz Andrew und die Katholische Kirche gemein?


Ganz einfach: Beide haben mit Missbrauch zu tun. Aber völlig unterschiedlich ist, wie die Medien damit umgehen:
Prinz Andrew soll sich mit 14 Millionen Euro von den Missbrauchsvorwürfen frei gekauft haben. Er hat nicht so viel Geld. Er besitzt mit seiner Frau ein Chalet in der Schweiz, das allerdings mit 6,6 Millionen Pfund (7,9 Millionen Euro) belastet ist. (Da kann man nur den Kopf schütteln über diesen großkotzigen Lebensstil.) Das Objekt wird er verkaufen müssen, aber der Erlös langt bei weitem nicht, um die Vergleichssumme aus dem Prozess zu bezahlen. Also wird die Queen einspringen müssen. Und die Presse ist wie ein Bluthund dahinter her, woher die Queen das Geld nimmt. Es darf auf keinen Fall aus Steuermitteln stammen. Die Queen ist zwar reich, aber es wird jetzt schon darauf geachtet, dass sie das Geld, das sie aus ihrem privaten Vermögen an Prinz Andrew bezahlt, nicht wieder mit Steuergeldern auffüllt.

So eine Diskussion findet in unserer Medienlandschaft bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nicht statt. Die Kirche behauptet zwar, dass die Zahlungen für die Missbrauchsopfer aus ihrem Vermögen stammen. Das wird wohl auch stimmen, denn das Vermögen der Katholischen Kirche ist unermesslich. Aber es wäre vielleicht doch nicht schlecht, wenn die Medien da mal ein wenig hinein stochern. Das wäre vielleicht eine Topstory.

Katholische Kirche auf dem Weg zur Sekte


Man sollte es kaum glauben können, was man hier liest: Ein Drittel der Katholiken erwägt zumindest, aus der Kirche aus zu treten:
https://web.de/magazine/panorama/missbrauchsskandale-zweithaeufigster-grund-kirchenaustritt-36571446
Und so viele Katholiken verwirklichen diesen Schritt, dass die Standesämter mit der Bearbeitung der Kirchenaustritte kaum nach kommen.
Interessant ist bei der zitierten Erhebung, dass die Kirchensteuer als Austrittsgrund vor den Missbrauchsfällen rangiert. Ja, die Menschen müssen sparen und streichen daher Ausgaben, die sie für nicht notwendig halten nach dem Motto: Was soll ich für eine Kirche bezahlen, in die ich sowieso nie hinein gehe?
Mit der Kirchensteuer ist das so eine Sache. Der Staat und die Kirche wollen sie abschaffen, aber daraus wird ewig nichts, weil sich die beiden nicht über die Ablösesumme einigen können. Ob dabei auch ein für die Kirche peinliches Thema zur Sprache kommt? Ein Teil ihres unermesslichen Vermögens wurde durch Betrug erworben. So wurde beispielsweise wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Unterschriften Karls des Großen auf den Urkunden über seine noblen Schenkungen gefälscht wurden.
Wussten Sie eigentlich, dass die Kirchensteuer eigentlich nach dem Kanonischen Recht verboten ist? Und wussten Sie, dass die unermesslich reiche Katholische Kirche gar nicht auf die Kirchensteuer angewiesen ist?
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/