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Sonntagsgedanken: Wie der Glaube zerbröselt


Ochs‘ und Esel sind zwei Tiere, die in der Weihnachtsgeschichte nach Lukas nicht erwähnt sind. Trotzdem sind sie eiserner Bestandteil von Krippe und Weihnachtsgeschichten. Wenn man diesen Widerspruch irgendwann einmal in seinem Leben bemerkt, ist das der erste Glaubensverlust, den viele nach der Kindheit erfahren müssen.
Und später lesen wir, dass es sich um einen Übersetzungsfehler handelt, wenn Jesus nach
unserem Evangelium in einem Stall geboren worden sein soll. Laut Experten müsste die richtige Übersetzung statt „Stall“ „Zuhaus“ lauten.
M
it den Augen der modernen Theologie betrachtet stimmt sowieso der ganze Anfang des Lukasevangeliums nicht. Er sei zwar nicht gelogen, sondern eine zulässige Form der Ausschmückung, mit der die Juden zum Christentum bekehrt werden sollten, indem ihnen Jesus als der angekündigte Messias aus dem Stamme Davids präsentiert wurde.
Als Jesus geboren wurde, war Herodes schon tot. Und es kann auch nicht sein, dass der angebliche Kindermord von Bethlehem wirklich geschehen ist, ohne dass er in der Geschichtsschreibung irgendwo erwähnt worden wäre, zumal sich auch gerade der
römische Geschichtsschreiber Josephus besonders mit Herodes befasst hat, wobei er sogar über seine Ehe berichtet hat. Da kann er nicht den angeblichen Kindermord vergessen haben.
In den anderen Evangelien wird daher auch erst über Jesus von dem Zeitpunkt an geschrieben, als er sich von Johannes taufen ließ.
So tauchen also im Lichte der modernen Wissenschaft gesehen Zweifel am Wahrheitsgehalt der Bibel auf.
Aus der heutigen Sicht ist die Bibel sowieso teilweise rassistisch, gewalttätig und homophob: Lev 18,22. Und auch Jesus ist nicht nur der friedliche Prediger der Bergpredigt: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“
Und dementsprechend ist die Kirchengeschichte weitgehend eine Kriminalgeschichte,
wie man bei Drewermann nachlesen kann: Hexenverbrennungen, Bartholomäusnacht, Kreuzzüge, Ausrottung der Katharer, Sklaverei …

Und nun kommen in neuester Zeit die vielen Missbrauchsfälle dazu. Und das im Bereich der Heiligkeit! Hat man beispielsweise je Vergleichbares über die Richterschaft gehört?
Die Kirche ist scheinheilig: Sie gibt sich den Anstrich, etwas für die Bedürftigen zu tun, investiert aber das zu diesem Zweck gesammelte Geld lieber in Immobilien:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/29/muss-der-papst-in-den-knast/
Und so etwas hat es auch noch nicht gegeben, was wir nun erfahren: einen Kardinal, der am Glauben zweifelt und sagt, es gäbe keinen Glauben ohne Zweifel:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/zum-sonntag-unglaubliches-von-kardinal-marx/
Das ist etwa so, als wenn ein Autoverkäufer sagen würde, er habe Zweifel, ob das angebotene Fahrzeug sicher sei.
Und so beobachten wir, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten.
Die Kirche verfehlt ihre wichtigsten Ziele: Frieden und Nächstenliebe.
Zum Thema Frieden verweise ich auf den Irakkrieg, den Bush mit erlogenen Argumenten begonnen hat. Ich habe vor Beginn des Krieges an den Papst geschrieben, er solle die Christenheit zu einer Friedenswallfahrt in den Irak auffordern, um ein Blutvergießen und die Destabilisierung der ganzen Region zu vermeiden. Aber ich habe nicht einmal von der päpstlichen Administration eine Antwort erhalten, obwohl ich eine beachtliche Kirchensteuer zahle.
Und was die Nächstenliebe angeht: Wie schön wäre es, wenn die Kirche hier mit leuchtendem Beispiel voran gegangen wäre, anstatt auf ihrem unermesslichen Vermögen sitzen zu bleiben.

Lesen Sie weiter:
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/

Zum Sonntag: Die Alten und die Religion

Verbotene Zone

Man sollte sich öfter die „Gretchenfrage“ stellen.

Als ich jung war, dachte ich, dass die Menschen mit zunehmendem Alter immer frömmer werden. Wenn man heutzutage in die Kirchen schaut, gewinnt man den Eindruck, dass es tatsächlich auch so ist: Es sind hauptsächlich die Alten, die eine Sonntagsmesse besuchen. Aber es werden ständig weniger, wie die Statistik ausweist. Damit es nicht so auffällt, legt die Katholische Kirche immer mehr Pfarrgemeinden zusammen und schiebt die Schuld dem Priestermangel zu. Vielleicht mangelt es ja an beiden: den Priestern und den Gottesdienstbesuchern.
Was mir aber auffällt ist die Tatsache, dass die Alten sich mit zunehmendem Alter immer mehr von der Religion abwenden. Und zwar sind das nicht nur die oberflächlichen Christen, die so handeln, sondern auch Menschen, die eher zu der Kategorie Frömmler gehörten. Was ist mit diesen Menschen los, habe ich mich gefragt.
Nun weiß ich es. Die Menschen waren religiös geprägt gewesen durch Taufe, Elternhaus, Religionsunterricht usw. Sie hatten meistens auch nie die Zeit, über Grundfragen des Lebens nachzudenken. Sie haben sich daher einfach darauf verlassen, dass der Glaube schon richtig sein wird, der Jahrhunderte lang bestanden hat und von Generation zu Generation weiter gegeben wurde. Und irgendwann mit zunehmendem Alter fiel das, was in sie hinein getrichtert wurde, einfach ab und sie suchten ihren eigenen Standpunkt.
Stellen Sie sich einmal die Frage: Würden Sie es hinnehmen, dass die Kanzlerin bestimmt, welche Religion Sie anzunehmen haben? Absurde Frage – werden Sie finden. Aber die meisten Menschen nehmen es hin, dass vor Jahrhunderten ein Landesfürst über ihre Religion entschieden hat, die dann von Ihren Vorfahren an Sie weiter gegeben wurde. Und mit dem Christentum selbst war es ähnlich. Machen Sie sich frei von allem, was in Sie hinein getrichtert wurde und denken Sie darüber nach, was für Sie der richtige Weg ist.
Ich habe das auch getan und dabei ist dieses Buch heraus gekommen: „“Verbotene Zone“

Interessant war für mich, was mir ein alter Priester erzählte, der zahlreiche Sterbende auf ihrem letzten Stück des Lebenswegs begleitet hat. Er wunderte sich, dass diejenigen, die am schwersten starben, seine Kollegen waren, die plötzlich auf dem Sterbebett von Zweifeln erfasst wurden und sich nach dem Sinn dessen, was sie getan hatten, fragten. Man sollte ein bisschen eher damit anfangen.
Was die Zweifel angeht: Viele Heilige haben sie gehabt, beispielsweise Mutter Teresa oder der Heilige Franziskus. Und wenn Sie über diese Heiligen erhaben sind und nie Zweifel gehabt haben, liegt das vielleicht daran, dass Sie zu wenig nachgedacht haben.

Fragen, Fragen, Fragen…

Bibelganz

Was Gott und die Religion anbetrifft, gibt es drei Arten von Menschen: Die einen glauben bedingungslos. Ihnen hat Raymond Cartier diesen Ausspruch gewidmet: „Das wichtigste Zeichen auf der Welt ist das Fragezeichen.“
Andere interessieren sich überhaupt nicht für Glaubensfragen. Das ist die dumpfe Masse, die immer mehr zu werden scheint.
Schließlich gibt es die Zweifler, die nachdenken und Fragen stellen wie diese:
Warum kam Jesus erst vor 2000 Jahren und nicht schon früher, beispielsweise vor der Sintflut?
Warum kam er nur in ein ca. 20 qkm großes Gebiet, nämlich nach Palästina, und nicht auch in die restliche Welt?
Warum haben nur wenige Menschen Erscheinungen und nicht alle?
Was ist an den Erscheinungen Besonderes? Beispielsweise erscheint auch Elvis Presley seinen Fans.
Warum lässt Gott Pilgerzüge verunglücken und Allah einen Kran in Mekka umstürzen?
Wie kann so etwas sein: Ein Gott lässt seinen Sohn ermorden, um damit Sünden der Menschheit zu tilgen, die er auch ganz einfach so hätte vergeben können.
Gott müsste doch alle positiven Eigenschaften besitzen, also auch gerecht sein. Warum sind dann einige Menschen krank und andere gesund? Warum sind die einen reich und die anderen arm? Warum sterben die einen früh, die anderen erst als Alte?
Warum erhört Gott das Gebet von den einen, nicht aber von den anderen?
Warum schuf Gott die Welt so, dass sich ihre Entstehung mit der Evolutionstheorie erklären lässt?
Warum soll Gott sich für die Welt so interessieren, obwohl sie doch nur wie ein Sandkorn in der Wüste ist, nämlich ein Stern unter Milliarden in unserer Galaxie, die auch wiederum nur eine von Milliarden ist?
Warum musste Gott seinen Sohn für die Sünden der Menschheit opfern, nachdem er doch früher die Menschheit mit der Sintflut weggespült hat?
Warum musste Gott den Judas schuldig werden lassen, indem er ihn als Werkzeug für die Opferung seines Sohnes benutzte? Hätte er den Römern nicht auch ohne den Verrat des Judas zeigen können, wo sich Jesus aufhielt? Hätte Jesus nicht auch selbst sagen können: „Hier bin ich, den ihr sucht?“ Wieso waren die römischen Soldaten überhaupt auf einen Verrat angewiesen, um Jesus gefangen zu nehmen? Jesus war doch offenbar so populär, dass Zachäus sogar auf einen Baum steigen musste, um ihn zu sehen.
Es gibt Spontanheilungen: Wieso spricht man dann in der Kirche von Wundern?
Wie kann eine Religion gut sein, die sich früher einmal brutal wie der IS durchgesetzt hat? Gilt für sie nicht der Ausspruch Jesu: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen?“

Wer stellt sich auch solche Fragen? Und wer weiß eine Antwort?

Gedanken zum Sonntag: Wer kann mir das erklären?

In Mekka gab es zwei ganz schwere Unglücke. Das letzte forderte, wie wir nun erfahren, 1800 Menschenleben. Wie kann das sein? Wie kann ein Gott das zulassen, dass so viele fromme Pilger gerade bei der Ausübung ihres Glaubens ums Leben kommen? Nun können freilich christliche Frömmler sagen, dass für sie Allah nicht Gott ist. Aber sie haben dasselbe Problem, erklären zu müssen, wie es sein kann, dass Pilgerzüge nach Lourdes verunglücken oder bei einem Erdbeben in Italien eine Schule einstürzt und viele unschuldige Kinder ums Leben kommen. Und wenn man all das nicht erklären kann, muss man sich doch vielleicht auch die Frage stellen, ob es überhaupt einen Gott gibt.

Wenn Sie sich auch solche Gedanken machen, lesen Sie doch mal „Verbotene Zone“.

Verboten neu

Unfromme Fragen

Gott müsste doch alle positiven Eigenschaften besitzen, also auch gerecht sein. Warum sind dann einige Menschen krank und andere gesund? Warum sind die einen reich und die anderen arm? Warum sterben die einen früh, die anderen erst als Alte?
Warum schuf Gott die Welt so, dass sich ihre Entstehung mit der Evolutionstheorie erklären lässt?
Warum soll Gott sich für die Welt so interessieren, obwohl sie doch nur wie ein Sandkorn in der Wüste ist, nämlich ein Stern unter Milliarden in unserer Galaxie, die auch wiederum nur eine von Milliarden ist?
Warum musste Gott seinen Sohn für die Sünden der Menschheit opfern, nachdem er doch früher die Menschheit mit der Sintflut weggespült hat?
Warum musste Gott den Judas schuldig werden lassen, indem er ihn als Werkzeug für die Opferung seines Sohnes benutzte? Hätte er den Römern nicht auch ohne den Verrat des Judas zeigen können, wo sich Jesus aufhielt? Hätte Jesus nicht selbst sagen können: „Hier bin ich, den ihr sucht?“
Es gibt Spontanheilungen: Wieso spricht man dann in der Kirche von Wundern?
Wie kann eine Religion gut sein, die sich früher einmal brutal wie der IS durchgesetzt hat? Gilt für sie nicht der Ausspruch Jesu: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen?“
Warum kam Jesus erst vor 2000 Jahren und nicht schon früher, beispielsweise vor der Sintflut?
Warum kam er nur in ein ca. 20 qkm großes Gebiet in Palästina und nicht auch in die restliche Welt?
Warum haben nur wenige Menschen Erscheinungen und nicht alle?
Wenn Sie auch solche Fragen bewegen, lesen Sie doch bitte dieses Buch, das zeigt, dass auch Geschichten, die sich um die Religion drehen, sehr unterhaltsam sein können:
Verbotene Zone
Das Buch gibt es auch als eBook:http://www.neobooks.com/werk/37110-verbotene-zone.html

Der Glaube nimmt immer mehr ab

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Als mein katholischer Vater meine protestantische Mutter heiratete, brauchte er eine bischöfliche Erlaubnis. Die war nicht so einfach zu bekommen, so dass man sich erkundigen musste, an wen man sich wenden musste. So fuhren meine Eltern eigens nach München zum Pater Prior der Benediktiner, weil der als großzügig bekannt war. Und heute?
Einer der sich erdreistete, damals in unserer Kleinstadt ein Präservativ zu kaufen, erregte Aufsehen. Er erzählte mir, dass das ganze Apothekenpersonal ihm nach seinem Einkauf nachgeschaut habe. Und heute gibt es die Präservative am Automaten und auch Katholiken kaufen sie, obwohl die Kirche es ihnen verbietet.
Mein Vater brauchte als Richter eine Dispens, um in Scheidungssachen mitwirken zu dürfen und musste dem Bischof ausdrücklich versichern, dass er in erster Linie versuchen werde, die Ehe zu retten. Heute würde kein katholischer Richter überhaupt nur auf die Idee kommen, einen Bischof zu fragen. Im übrigen sind die oberen Kirchenmänner heutzutage viel zu abgehoben, um sich noch mit so etwas zu befassen.
Und ich brauchte als Schüler eine Dispens, um Bücher zu lesen, die auf dem Index standen. Heute wissen die Schüler gar nicht mehr, was ein Index ist.
Für Katholiken ist der sonntägliche Gottesdienstbesuch ein Gebot. Wie wenig sich die Katholiken um solche Gebote der Kirche kümmern, sieht man am Gottesdienstbesuch: Während in den 50-er Jahren 12 Millionen Gläubige einen Gottesdienst besuchten, sind es jetzt 2,6 Millionen (ca. 13 %)
Was die Dogmen der Kirche anbetrifft, sieht es traurig aus bei den Katholiken: Die meisten haben eine Freidenkermentalität entwickelt: Nur wenige glauben an die Unfehlbarkeit des Papstes oder die leibliche Himmelfahrt Mariens.
Und die Trumpfkarte der Religion, nämlich das Leben nach dem Tod, sticht auch nicht mehr recht. Nur 49 % der Katholiken glauben daran.
Beim Sexualleben lassen sich die Katholiken überhaupt nicht mehr von der Kirche drein reden und die Kirche traut sich auch nicht, deshalb in den Sonntagspredigten ein Donnerwetter auf die Gläubigen loszulassen.
Und das Fasten gerät immer mehr in Vergessenheit: Wir mussten als Kinder nüchtern zur Kommunion gehen und lernten, wie es zu beurteilen war, wenn wir beim Zähneputzen etwas Wasser hinunter geschluckt hatten. Am Freitag durfte man kein Fleisch essen und im Advent sowie ab Aschermittwoch musste man fasten. Wenn die Leute heute fasten, machen sie höchstens eine Diät gegen ihr Übergewicht.
In meiner Jugend gewannen Gläubige einen Ablass für sich oder für Verstorbene. Heute meinen die meisten Katholiken, der Ablass sei seit Luther überwunden. Jedenfalls machen sie keinen Gebrauch davon und die Kirche propagiert ihn auch nicht mehr an den Kirchentüren – aus guten Gründen.
Wenn das so weiter geht, wird bald nichts mehr übrig bleiben vom Glauben.
Die Vatikanbank, die sich hochtrabend Istituto per le Opere di Religione nennt, ist unter den sowieso in Verruf geratenen Geldinstituten das allerletzte, das manche sogar mit Mord in Verbindung bringen. Gerade sind wieder Unterschlagungen aufgedeckt worden.
Auch sonst ist der Umgang der Kirche mit dem Geld nicht so, wie es einer Nachfolgerin von Jesus anstehen würde. Man denke nur an die Skandale um die Bischofssitze.
Ein Zeichen für den abnehmenden Glauben sind auch die Missbrauchsfälle, die ja nur geschehen konnten, wenn dem Glauben die Kraft fehlt. Und die Aufarbeitung durch die Katholische Kirche wird ständig weiter hinausgeschoben. Nach dem Streit über die kriminologische Aufklärung der Vorgänge hat man nun nach Jahr und Tag immerhin „schon“ ein neues Konsortium mit der Aufarbeitung beauftragt. Das kann dauern…, bis die Leute vergessen haben, was einmal geschehen ist.
Man könnte noch lange fortfahren, Indizien aufzuzählen, die anzeigen, dass es mit der Kirche bergab geht. Der Verlust des Glaubens schreitet voran. Wo bleibt das Feuer des Glaubens? Die Folge davon ist, dass die Kirche für junge Leute immer weniger attraktiv ist und sich manche Jugendliche dem IS zuwenden.

Wunder und Heiligsprechung

Papst Johannes Paul II wurde heilig gesprochen. Vorher war es zu der erforderlichen Wunderheilung gekommen. Die ist zwar umstritten, wurde jedoch akzeptiert. Nun lesen wir allerdings auch, dass Helene Fischer durch ihren Gesang bei einem Buben die Schmerzen gelindert haben soll. Wird jetzt jemand die Heiligsprechung von Helene Fischer fordern? Doch mancher kritische Mensch wird nachdenklich: Es gibt in der Medizin anerkannte Spontanheilungen. Warum soll es also ein Wunder sein, wenn ein sehr gläubiger Mensch durch intensive Anrufung eines Verstorbenen die Selbstheilungskräfte seines Körpers so sehr aktiviert, dass er gesund wird?
Ähnlich verhält es sich mit den Wundern der Wallfahrtsorte der katholischen Kirche: Wenn Kindern die Gottesmutter Maria erscheint, wird das geglaubt, wenn aber den versammelten Fans von Elvis Presley der Sänger erscheint, so gilt das als Selbsthypnose. Müsste man nicht beides mit gleichem Maß messen?
Wenn Sie sich Gedanken über Religion und Kirche machen wollen und darüber unterhaltsame Kurzgeschichten lesen wollen, schauen Sie mal hier herein. Sie denken, das wäre langweilig? Na, da würden Sie sich wundern.
Verbotene Zone

Zum Sonntag: Ein Enkel der nicht glauben will

Ein Bekannter ist Arzt und er hat eine Eigenschaft, die ich bei ihm nie vermutet hätte: Er ist sehr fromm. Am Sonntag teilt er bei der Messe neben dem Pfarrer die Kommunion aus. Natürlich hat er seine Kinder auch fromm erzogen und diese haben es bei seinen Enkeln genau so gehalten.
Neulich traf ich ihn, und er erzählte mir ganz erschüttert, sein kleiner Enkel wolle nicht zur Erstkommunion gehen mit der Begründung: „Den Weihnachtsmann gibt’s nicht, den Osterhasen gibt’s nicht, den Klapperstorch gibt’s nicht und Jesus gibt’s auch nicht.“ Irgendwie hat mein Bekannter dann doch seinen Enkel bewundert, dass der nicht einfach alles glaubt, was man ihm so erzählt. Trotzdem war mein Bekannter zuversichtlich, dass sein Enkel doch noch auf den rechten Glaubensweg gebracht werden könne.
Ich meinte, es wäre ja auch kein Unglück, wenn er erst später als erwachsener Mensch frei entscheiden würde, was er glauben will. Meinem Bekannten aber wäre es aber doch lieber, wenn sein Enkel in der Sturm- und Drangzeit der Jugend einen festen Halt im Glauben finden würde.
In diesem Zusammenhang ein Hinweis: Lesen Sie doch mal das Buch:
Verbotene Zone

Glauben Sie eigentlich noch?

Wenn man älter wird, kommt bei Unterhaltungen mit Gleichaltrigen häufig die Frage: „Glauben Sie eigentlich noch?“ Und diese Frage klingt ein bisschen so, als wäre derjenige, der die Frage bejaht, ein wenig rückständig und noch bei seinem Kinderglauben geblieben. Ich habe mich ja schon einmal mit diesem Thema befasst:

https://autorenseite.wordpress.com/2013/11/17/sonntag-alten-schauen-himmelwaerts-16927352/

Was mich wundert, ist die Tatsache, dass sich auch gerade Menschen, die in der Kirche sehr aktiv waren, im Alter von der Kirche distanzieren. Und ich habe mich gefragt, was die Ursache sein könnte. Und da bin ich auf diese Erklärung gekommen, zu der ich bemerken muss, dass ich weder Hirnforscher noch Psychologe bin: Der Mensch durchlebt in jungen Jahren eine Prägungsphase, die sich die Kirchen zunutze machen. Die Kinder werden getauft und haben später Erstkommunion und Firmung. Da sie gefühlsmäßig in dieser Zeit noch sehr offen sind, brennt sich all dies tief in ihre Seele ein. Erst viel später stellen sie sich kritische Fragen und dann erst werden sie wirklich erwachsen, nämlich frei von alledem, was in sie hineingetrichtert wurde.

Oh Gott!

Klapperstorch und Osterhase,
Krampusse und Nikolase –
Alle sind sie nur erfunden,
Sind mit der Kindheit mir entschwunden.
Und Lieber Gott, was ist mit dir?
Bist du noch da? Dann zeig es mir!

Buddha hat es so ausgedrückt:

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
Glaube nichts, weil alle es glauben.
Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Zum Nachdenken lesen Sie vieleicht doch einmal die „Verbotene Zone„!

Wie der Glaube schwindet

Es gab einmal eine Zeit, in der die Kirche sogar das gesamte Sexualleben ihrer Gläubigen im Beichtstuhl unter Kontrolle hielt: Der Beischlaf war nur in der Ehe und nur zur Kinderzeugung erlaubt. Er war ganz verboten in der Fastenzeit und an den Gedenktagen von Märtyrern. Kakao durfte man nicht trinken, weil der angeblich sinnlich machen sollte. Und Frauen durften keine Liebesäpfel (Tomaten) essen… Es soll hier gar nicht alles aufgezählt werden, was schon einmal alles verboten war. Und heute?
Die Gläubigen haben sich von der Morallehre ihrer Kirche immer mehr emanzipiert. Das Zusammenleben Unverheirateter ist zur Regel geworden und die Kirche traut sich nicht, dies von der Kanzel herunter zu verdammen.
Die Kirche bestimmte früher auch bis ins einzelne gehend, was ihre Gläubigen lesen durften: Im Index standen die Bücher, die verboten waren. Und an den Pfarrämtern hingen Schaukästen mit Film- und Theaterkritiken, aus denen die Gläubigen ersehen konnten, was gut und was sündhaft war.
Oder nehmen wir ein anderes Beispiel: Kardinal Faulhaber sagte einmal in einer Messe diesen Satz: „Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben des Führers.“ Welcher Kardinal käme heute auf die Idee, ein Vaterunser für die Kanzlerin beten zu lassen?
Und noch etwas ist zu beobachten: Früher hatten die Menschen Angst vor der Hölle. Diese Angst scheint völlig abhanden gekommen zu sein. Die Hölle ist in den Augen vieler Menschen ins Märchenreich umquartiert worden. Und damit fehlt der Kirche ihr wichtigstes Drohmittel. Sie ist dadurch ziemlich machtlos geworden. Die Gläubigen trauen sich sogar etwas, was sie früher nie gewagt hätten: Sie treten massenweise aus der Kirche aus.
Manche Bräuche hat man zwar nicht offiziell abgeschafft, aber man wagt es nicht mehr, sie öffentlich zu machen. In meiner Jugend las ich an den Eingängen vieler Kirchen, welchen Ablass man gewinnen konnte, wenn man gewisse Bedingungen erfüllte. Ich erinnere mich heute noch an zwei Kirchen: In der einen konnte man mit einem Vaterunser 100 Tage Ablass gewinnen, in einer anderen dagegen wurde ein vollkommener Ablass angeboten, wenn man zur Kommunion ging und ein Gebet nach Meinung der Heiligen Vaters verrichtete. Und ich fragte mich immer, wer sich denn wohl mit den 100 Tagen zufrieden gibt, wenn er auch einen vollkommenen Ablass haben konnte. Ich kenne heute keine Kirche mehr, die im Eingangsbereich dazu einlädt, einen Ablass zu erbeten.
Früher war es eine Sünde, am Sonntag nicht in die Kirche zu gehen, am Freitag Fleisch zu essen, nicht zu fasten…
Und heute? Aus dem Fasten scheint eine Art von Brigitte-Diät geworden zu sein.
Aber man braucht nicht zu fürchten, dass den Kirchen das Schicksal der alten Burgen und Schlösser zuteil wird, dass sie also Relikte einer vergangenen Zeit würden. Wenn schon der Aberglaube nicht auszumerzen ist, wird jedenfalls auch der Glaube bestehen bleiben. Der kann selbst von der Kirche nicht kaputt gemacht werden, weder durch Hexenverbrennungen noch durch Missbrauchsfälle und ähnliche Verbrechen. Jesus hat zwar gesagt: „An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.“ Aber die Gläubigen legen diesen Maßstab nicht an ihre Kirche an. Es bleibt so, wie es in den Galgenliedern heißt:
„„Doch Sankt Antōn, gerufen eilig,
sprach nichts als »Heilig! Heilig! Heilig!«“
Übrigens Ergänzendes erfahren Sie hier.:
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/
oder hier:
https://www.youtube.com/watch?v=XU6AB8z-iOM
Der Film ist spannender als jeder Krimi!