Archiv der Kategorie: Alpen

Schlimm sieht’s aus in unseren Wäldern

Über dieses Thema habe ich ja schon berichtet: Schlimm sieht’s aus in unseren Wäldern

Und jetzt, wo das Pfingstfest naht, ist man in Inzell noch nicht einmal dazu gekommen, die beliebtesten Wanderwege frei zu bekommen:

So sieht ein beliebter Zugang zu den Almen aus: gesperrt.
Und am Inzeller Kienberg sind turnerische Fähigkeiten gefragt – kein Weg für Normaltouristen.

Und schauen Sie auch hier;
https://www.pnp.de/lokales/berchtesgadener_land/3291026_Gefahr-an-beiden-Hausbergen.html

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Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Extra Bavariam non est vita, et si est vita, non est ita.
(Schon die alten Römer sagten: Außerhalb von Bayern gibt es kein Leben, und wenn es doch Leben gibt, ist es kein solches,)

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

Drama am Chiemsee


Am Samstag brach ein Unwetter über dem Chiemsee los und Wasserwacht und Wasserschutzpolizei hatten alle Hände voll zu tun, um Segler, Schwimmer und Paddler zu retten:
https://www.suedost-news.de/startseite_artikel,-grosseinsatz-fuer-die-wasserrettungsdienste-am-chiemsee-_arid,427062.html
Wir im 6 km entfernten Bergen haben allerdings nichts davon gemerkt.
Es gibt zwar rund um den See rote Warnleuchten, aber die Menschen glauben bei dem schönen Wetter nicht, dass sich das ganz plötzlich ändern kann. Sie bleiben also verbotenerweise auf oder im Wasser, aber ganz plötzlich schlägt dann das Unwetter zu.
Wie gefährlich das sein kann, hat meine Tante anschaulich geschildert.
Sie berichtete, dass sie sich einmal auf dem Chiemsee bei einem Unwetter in höchster Lebensgefahr befunden habe. Als jemand dies nicht recht glauben wollte, erzählte sie:
„Unser Vater hatte ein Ruderboot gemietet und ist mit uns auf den See hinaus gerudert, als der Sturm losbrach. Die Wellen wurden höher und höher und schwappten schließlich sogar ins Boot. Unser Vater ruderte wie ein Wahnsinniger, so dass wir doch endlich heil, aber durchnässt das Ufer erreichten. Am nächsten Tag brachte ich sein durchgeschwitztes Hemd in die Wäscherei. Als ich es wieder abholte, reklamierte ich, dass es noch Schweißflecken hatte. Die Wäschereibesitzerin schaute kurz hin und sagte: ‚Das geht nicht weg. Das ist Todesschweiß!‛“
https://autorenseite.wordpress.com/anekdoten/

Wandern Sie mit!

So schön ist’s auf dem Toten Mann. Man steigt 1 1/4 std auf oder fährt mit der Hirscheck-Sesselbahn nach oben. Dann genießt man den Blick auf Watzmann und Hochkalter
Und in Berchtsgaden liegt noch in aller Früh der Nebel vom Königsee:


Blick auf Hohen Göll.
Vom Toten Mann kann man zum Gasthaus Söldenköpfl absteigen und auf dem „Balkon Gottes“ zurück zum Parkplatz wandern. Der Weg hat wirklich seinen Namen verdient.

Für Bergsteiger: der Gramminger Wiggerl


(aus: https://autorenseite.wordpress.com/anekdoten/)

Heute möchte ich hier an einen der großartigsten Bergsteiger erinnern. Weltberühmt wurde er, als er die Rettung eines Bergsteigers aus der Eigernordwand durchführte.

Als junger Student war ich Mitglied der Bergwacht, und weil ich viel Zeit hatte, half ich gelegentlich dem bekannten Wiggerl Gramminger beim Bau und der Reparatur von Akias, die er ja erfunden hatte. Dabei gab es nur ein Problem: Als ich aufs Klo musste, fragte ich den Wiggerl, wo diese Lokalität sei. Er antwortete
„Hier muass‘t halt in d‘ Hosen machen!“ So verstand ich ihn und hielt das für einen Scherz.
Tatsächlich aber hatte er gemeint: „Hier musst du in Dosen machen.“
Der Wiggerl klärte mich auf, was zu tun sei: „In der Garage steh’n alte leere Konservendosen, da machst ’nei. Pass aber auf, dass nix daneben geht. Beim großen Geschäft musst’d abwechselnd vorn und hinten zu machen. Das ist nicht einfach und des muass ma üben. Am Anfang muasst a Zeitung drunter legen.“
Tatsächlich gelang es mir beim ersten Mal, alles zielgenau in eine Dose zu bekommen.
„Und was jetzt?“ fragte ich ihn.
„Jetzt kommt der Hauptspaß. Nun wickelst’d das Ganze in Packpapier und klemmst es in den Gepäckständer von dein’m Radl. Und dann wart’st, bis dir des Zeug g’stohl’n wird. Mir san hier nämlich im Glasscherbenviertel von München.“
„Aber wohin damit, wenn das Packerl nicht gestohlen wird?“ wollte ich noch wissen.
„Des gibt’s net! Aber in dem Fall muasst d’as halt abends mit heim nehmen.“
Ich war gespannt. Kaum hatte ich mein Packerl auf dem Rad vor dem Haus untergebracht, war es schon weg. Der Wiggerl freute sich ganz diebisch darüber, dass seine Prognose zugetroffen hatte.

♣♣♣


Und noch eine Geschichte vom Gramminger Wiggerl sei hier berichtet. Wir übten an der senkrechten Wand des Taubensteins den Einsatz des Stahlseilgeräts. Als ein „Retter“ mit einem „Verletzten“ die Wand hinuntergelassen wurde, wurde die Kurbel des Stahlseilgeräts von einem jungen Bergwachtmann bedient, der verschwiegen hatte, dass er Epileptiker war. Er erlitt prompt bei der Übung einen Anfall und stürzte kopfüber hinunter. Ich konnte ihn gerade noch an seinem Bein festhalten.
Währenddessen lief die Trommel des Stahlseilgerät mit so hoher Geschwindigkeit, dass die Kurbel wie ein Propeller surrte. Wenn man hingelangt hätte, hätte es einem die Hand abgeschlagen. Der Wiggerl hatte die richtige Geistesgegenwart: Er stürzte zum Stahlseilgerät und klemmte seinen Stiefel neben die Trommel, dass der Gummi der Sohle nur so qualmte. So konnte er die Trommel immerhin soweit abbremsen, dass die zwei Bergwachtmänner unten am Seil nicht direkt frei fielen, sondern etwas unsanft unten im Geröll aufschlugen. Der eine, der keine Ahnung von der Gefahr hatte, der er soeben entronnen war, schrie laut nach oben:
„Ihr seid vielleicht Arschlöcher!“

♣♣♣


Beim Arbeitseinsatz auf der Hochalm-Bergwachthütte wurde abends gekocht. Alles half zusammen. Frau Gramminger hatte das Heft in der Hand und teilte mir die Aufgabe zu, den Salat zu waschen und anzumachen. Wie ich es meiner Mutter abgeschaut habe, gab ich nicht nur Essig, Öl und Salz dazu, sondern auch ein wenig Zucker. Der Gramminger Wiggerl war begeistert und lobte mich in den höchsten Tönen: „Der beste Salat meines Lebens!“
Seine Frau probierte ein wenig und bemerkte dann giftig: „Des hätt’st ja nur sagen müssen, dass d’an preußischen Salat möcht’st!“ 

♣♣♣

Ja, sie war eigentlich schon eine tolle und begeisterte Köchin, die Frau vom Wiggerl Gramminger. Wenn wir jungen Bergwachtmänner unsere Freundinnen mit auf die Hütte brachten, beäugte sie kritisch, was diese trieben und besonders, was sie kochten. Es war sozusagen ein Ehe-TÜV, den die jungen Frauen zu absolvieren hatten. Als meine Freundin eine Grießnockerl-Suppe kochte, konnte Wiggerls Frau einfach nicht mehr zuschauen: „Madel so geht’s net. Die wer’n dir hart.“
Dem Wiggerl war es nicht recht, dass seine Frau sich einmischte, und er sagte: „Lass’s doch! Vielleicht schmeckt’s dem Peter ja  so! Weißt du, was für Grießnockerl die Preiß’n essen?“
Wie es der Zufall wollte, kochte auch Frau Gramminger eine Grießnockerl-Suppe. Als dann beide Suppen auf den Tisch kamen, herrschte große Verwunderung: Diejenige meiner Freundin war perfekt, aber die vom Wiggerl seiner Frau hatte steinharte Knollen in der Brühe. Der Wiggerl konnte kaum essen vor lauter Lachen und war begeistert, dass unsere Nockerl den richtigen Biss hatten.
Ich bin eigentlich nie den Verdacht los geworden, dass der Wiggerl die beiden Suppen heimlich vertauscht hatte.
(Aber vielleicht lag es auch daran, dass meine Freundin den damals neu aufgekommenen Nockerl-Grieß verwendet hatte und Frau Gramminger vor lauter Topfgucken die ihren verpatzt hatte.)

♣♣♣


Der Gramminger Wiggerl hatte Humor, und so freute er sich immer auf die Abschlussprüfung der jungen Bergwacht-Neulinge. Er hatte gleich den „Ernstfall“ vorbereitet: Im Filmstudio in Geiselgassteig hatte er sich Theaterblut besorgt und beim Metzger Gehirn. Auf meine Frage, warum er nicht auch gleich das Blut vom Metzger mitgenommen habe, meinte er: „Das Blut von den Filmleuten ist viel roter und dramatischer!“ Er lieh sich dann den Jeep vom Hüttenwirt des Schachenhauses aus und wir legten ihn am Wegesrand so auf die Seite, als wenn er umgekippt wäre. Daneben wurden vier „blutverschmierte“ alte Bergwachtmänner gelegt, die den Prüflingen nicht bekannt waren. Neben dem Kopf von einem wurde das Gehirn gelegt. Die vier „Schauspieler“ konnten sich wegen der übertrieben Dramatik das Lachen kaum verbeißen.
„Wehe, wenn einer nachher lacht!“ drohte der Wiggerl.
Und dann kam auch schon der Bergwachtbus mit den Neulingen. Sie machten sich eifrig ans Werk. Nur einer wurde ohnmächtig, als er die Szenerie sah.
Am Schluss erschien der Wiggerl und klärte die jungen Leute auf, dass alles nur eine Übung war. Er sparte nicht mit Lob und fand dann noch:
„Aber wir war’n auch heut wieder so gut, dass es einen umgehauen hat. Das soll’n die uns erst mal in Geiselgassteig nachmachen!“

♣♣♣

Wandern Sie mit!

Heute war ich wieder mal auf dem Inzeller Kienbergl, weil es nicht weit dorthin ist und weil ich rechtzeitig wieder zu Hause sein kann. Bei Sonnenaufgang ging’s los. Rechts steht der Zwiesel und der Gamsknogl bei Inzell:20170409_070736~1

Auf der anderen Seite stehen der Inzeller Kinberg und der Rauschberg schon im ersten Sonnenlicht:
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In der Bildmitte sieht man eine Schneerinne. Das sind die letzten Reste der sehr steilen Skiabfahrt vom Rauschberg durch die Rossgasse – nur etwas für Könner!

Am Wegesrand blühen viele Erikapolster:20170409_082558~2

Und aus den Felsritzen sprießt es:
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Vom Gipfel des Inzeller Kienbergls sieht das Inzeller Eisstadion aus wie ein gelandetes UFO:
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Wandern Sie mit!

Wandern Sie mit aufs Inzeller Kienbergl, den kleineren Bruder des großen Kienbergs, der schon in aller Früh in der Sonne steht:
001~1Der Aufstieg zweigt hier rechts in den Wald ab. Und dann geht es 1 1/4 Std. bergauf:20161028_0936121

Auf diesem Weg haben immer die deutschen Eisläufer trainiert. Das Inzeller Eisstadion liegt ja gleich unten. Aber zur Zeit bin ich immer allein unterwegs.
Oben wartet das Gipfelkreuz:
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Die Aussicht ist herrlich.: Unten liegt Inzell. Vis-à-vis steht der Teisenberg:
Inzell

Und in der anderen Richtung sieht man Ruhpolding mit dem Hochfelln:
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Da kann man nur mit Ganghofer sagen: „Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land.“

 

Wandern Sie mit!

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Bei Sonnenaufgang geht’s los. Wir fahren zum Flairhotel Adersberg oberhalb von Rottau:019~1

Und nun spazieren wir in einer halben Stunde zur LIndl-Alm:
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Sie bietet einen herrlichen Ausblick auf den Chiemsee mit seinen drei Inseln:
011~1Über uns sehen wir die zackige Kampenwand:
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„Wenn i mit meiner Wampen kannt
Aufi auf die Kampenwand“, heißt es in einem Lied.

Und am Weg sieht man etwas, was es nur noch selten gibt: „Kuhgangerl“, also Stufen, die von den Rindern getreten wurden:
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Im Tal unten liegt das Moor, wo früher Torf abgebaut wurde, so dass das Grundwasser zu Tage getreten ist. Heute steht das Gebiet unterNaturschutz und der der ehemalige Bahnhof ist heute ein Museumsstück:
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