Archiv der Kategorie: Gedanken

Der Untergang der Kultur


„Kultur“ bedeutet nach dem Duden: „Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung“. Unsere Zeit hat sogar eine eigene Form der Kultur entdeckt: die Leitkultur. Nur fragt man sich, was diese Kultur heute noch wert ist, wenn sie so wenig geschätzt wird: Als ich vor mehr als einem halben Jahrhundert mein Abitur machte, bestand unsere Abiturreise darin, dass wir mit dem Rad durch die Backsteingotik fuhren und jeder für die Sehenswürdigkeiten einen kleinen Vortrag ausgearbeitet hatte. Heute fliegen sogar die Realschüler zum Schulabschluss zum Baden in die Türkei.
„Nix Kultura!“
Wie wenig wir unsere Kultur schätzen, wurde mir bewusst, als ich zu einem Treffen ins Allgäu fuhr: Ich benutzte die Gelegenheit, um mich mal wieder im Pfaffenwinkel umzusehen und u.a. auch wieder die Wieskirche anzuschauen. Dort wimmelte es von Chinesen und Japanern. Anschließend bei dem erwähnten Treffen schwärmten etliche Teilnehmer von ihrer Reise nach China. Und als ich erwähnte, dass umgekehrt die Chinesen sich für deutsche Sehenswürdigkeiten interessieren, stellte sich heraus, dass keiner die nahe Wieskirche besichtigt hatte. Unsere Kultur ist also in den Augen der modernen Menschen nicht mehr viel wert. Sie wollen das Andere, das Fremde.
So muss man sich auch nicht wundern, wenn das Wort „Kultur“ immer mehr missbraucht wird. Kürzlich las ich irgendwo von einer „Kultur des Schweigens“, womit ausgedrückt werden sollte, dass man bei uns verschiedene Dinge nicht sagen darf.
Den Gipfel des Missbrauchs des Worts „Kultur“ las ich hier:
„Ein Blick in die Statistik des Bundeskriminalamts zeigt, dass im Jahr 2007 noch 189 Straftaten mit Stichwaffen angezeigt wurden. Im Jahr 2016 waren es bereits 743 und die Zahl ist weiter steigend. Warum das so ist? … Zum anderen kämen viele der Angreifer aus Kriegsgebieten und seien bereits dort mit Gewalt groß geworden. Das Messer gehöre zur Kultur.“


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Schlimme Nachrichten


Es vergeht eigentlich kaum ein Tag, ohne dass wir erschreckende Nachrichten lesen müssen: Hier die „Auslese“ von gestern:

Die Salafisten-Szene in Deutschland wächst weiter an. Laut „Tagesspiegel“ hat sich die Zahl der gefährlichsten Islamisten innerhalb von fünf Jahren auf 11.000 verdoppelt.

Die Zahl der Messerstechereien nimmt ständig zu. Allein in Berlin gibt es pro Tag 7!

Jeder vierte Jugendliche bricht seine Lehre ab.

Da kann man nur frei nach Heine sagen:

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.
Ständig geht es hier bergab:
Wir graben unser eig‘nes Grab.

Gedanken zum Tag

Arbeit

So weit ist es nun gekommen: Bei Web.de lese ich die Schlagzeile:
„Dieser Po macht Politik“
http://web.de/magazine/unterhaltung/musik/jennifer-lopez-unterstuetzt-hillary-clinton-po-politik-31988030http://web.de/magazine/unterhaltung/musik/jennifer-lopez-unterstuetzt-hillary-clinton-po-politik-31988030
Ja, manchmal hat man schon den Eindruck, als ob derjenige die Wahl gewinnt, der die bessere Show abzieht und nicht davor zurück schreckt, auch einen Hintern einzusetzen. Was können schon Argumente dagegen ausrichten?
Und manchmal fürchte ich auch, dass derjenige die Wahl verliert, der am übelsten beleidigt wird. Was wäre, wenn die sexisten Vorwürfe gegen Trump nur erfunden wären und wenn das, was das FBI in letzter Minute gegen Hilary hervorgekramt haben will, nur ein paar harmlose Mails wären?

Gedanken zum Tag

Arbeit

Haben Sie mal darüber nachgedacht, wie fremdbestimmt Sie sind, d. h.: wie viele Entscheidungen über Ihr Leben von anderen getroffen wurden?
Nehmen wir ein Beispiel: Wenn die Kanzlerin vorschreiben würde, welcher Religion Sie angehören müssen, würden Sie sich das mit Sicherheit nicht gefallen lassen. Aber Sie finden nichts dabei, dass einmal ein Landesfürst nach dem Augsburger Religionsfrieden vor einigen hundert Jahren nach dem Grundsatz „Cuius regio, eius religio“ darüber entschieden hat, welche Religion ihre Untertanen haben müssen. Und ist es nicht so, dass diese Entscheidung bis heute nachwirkt – auch für Sie?
Glauben Sie nicht auch, dass die Europäer überzeugte Moslems geworden wären, wenn seinerzeit Prinz Eugen die Schlacht gegen die Türken verloren hätte?
Wenn Sie kein Mitläufer sind und sich auch mal an Hand von heiteren Geschichten Gedanken über die Religion und die Bibel machen wollen, lesen Sie doch das Buch „Verbotene Zone„, das es auch als eBook für 1,99 Euro gibt:

Verbotene Zone

Fragen an die Studenten

frage

Eigentlich müsste ich ja „Studierende“ sagen, denn die Studenten von früher waren völlig anders. Man hat als Außenstehender den Eindruck, als wäret Ihr heute in einen verschulten Universitätsbetrieb eingespannt, der Euch keine Zeit lässt, Euch einmal umzuschauen, was Eure Universität zu bieten hat. Früher hat es einmal ein „studium generale“ gegeben: Man hat sich entweder ein ganzes Semester lang auf der Uni umgesehen, was es dort so alles gibt, um sich vielleicht auch zu orientieren, was man studieren möchte. Oder man hat jedenfalls das „studium generale“ nebenbei betrieben: An bestimmten Wochentagen lasen nachmittags im Auditorium Maximum die Kapazitäten der Wissenschaft, die auf der Uni dozierten: Ich hörte in meiner Studienzeit Hans Sedlmayr („Verlust der Mitte“), Romano Guardini u.a.
Und nun würde ich gerne wissen: Wisst Ihr überhaupt, welche Kapazitäten der Wissenschaft an Eurer Uni dozieren? Habt Ihr überhaupt Zeit habt, diese zu hören?

Gedanken zum Tag

Titellulu
Das Sehen muss man lernen: Das gilt zunächst einmal für die Augen. Aber das haben viele verlernt und daher haben wir immer mehr Brillenträger:
http://die-andere-seite.blog.de/2015/09/16/dumm-20736089/
Komplizierter ist es beim geistigen Sehen. Da behindern mehr oder weniger große Scheuklappen die Fähigkeit zur Wahrnehmung: Die Mainstream-Medien bombardieren uns unisono mit Meldungen in bestimmter Ausrichtung. Und sogar Bilder können lügen:
https://autorenseite.wordpress.com/2015/09/17/wie-bilder-luegen/
Wohl dem. der einen kühlen Kopf bewahrt und sich bemüht, die Dinge so zu sehen, wie sie sind.

Manchmal habe ich schon seltsame Ideen

Wenn ich die vielen Flüchtlinge sehe, besonders die verzweifelten Mütter mit ihren Babys auf dem Arm, dann denke ich plötzlich, wie es wäre, wenn Jesus nicht vor 2000 Jahren auf die Welt gekommen wäre, sondern jetzt als Kind einer syrischen Maria. Und ich sehe vor meinem inneren Auge Maria auf der Suche nach einer Herberge: Sie klopft auch bei diesem Kloster an:

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Dort erfährt sie, man habe keinen Platz für sie, denn es würden gerade Qigongkurse stattfinden und Lehrgänge für ayurvedisches Kochen: Vgl. den Beitrag unten.
Und weil ich schon öfter darüber nachdenke, wie es wäre, wenn Jesus heute gekommen wäre, habe ich darüber ein Theaterstück geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/theaterstuck/

Gedanken zum Sonntag

„Glauben heißt: nicht wissen. Wer trotzdem von der Richtigkeit dessen überzeugt ist, was er nur glaubt, ist beschränkt. Seine Beschränktheit besteht darin, dass er Zweifel nicht zulässt.“

Oder wie Buddha es ausgedrückt hat:

„Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
Glaube nichts, weil alle es glauben.
Glaube nichts, weil es geschrieben steht.
Glaube nichts, weil es als heilig gilt.
Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt.
Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.“

Gedanken zum Sonntag: Papst – ein Sch…job?

Hunderttausende konservative Katholiken haben in einer Petition an den Papst Franziskus gefordert, homosexuelle Partnerschaften zu verurteilen und keine kirchliche Trauung von Geschiedenen zuzulassen. Bisher haben schon rund eine halbe Million Menschen die „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus über die Zukunft der Familie“ unterzeichnet, darunter mehr als hundert hohe Geistliche.
Was die Scheidungen anbetrifft, hat die Katholische Kirche offensichtlich eine Lösung gefunden, wie ich zu meinem Erstaunen lernen musste. Ich hatte zufällig einmal um mich herum lauter geschiedene Katholiken, die über die angebliche Unauflöslichkeit der katholischen Ehe nur lachen konnten. Die Praxis sieht nämlich ganz anders aus:
http://die-andere-seite.blog.de/2014/11/29/endlich-klammheimlich-scheidung-katholisch-19774364/
Insoweit könnte der Papst also an der bisherigen Regelung festhalten und sagen, das Kirchenrecht biete angemessene Möglichkeiten.
Schwieriger wird es beim Thema Homosexualität. Die großen Religionen sind ja in der Wüste entstanden, wo der Kampf ums Überleben hart war. Da brauchte man natürlich jeden Mann, also immer auch genügend Nachwuchs, und man musste deshalb verhindern, dass sich Menschen homosexuell befriedigten. Später übernahm das Militär die ablehnende Haltung gegenüber der Homosexualität, weil man eine Verweichlichung der Truppe befürchtete. Doch diese Auffassungen sind heute überholt und haben einer liberalen Einstellung Platz gemacht. Die Kirche kann allerdings diese Öffnung gegenüber der sexuellen Andersartigkeit nicht mit machen. Dazu gibt es zu viele Erzkonservative in ihren Reihen. Selbst wenn also der Papst zu der Auffassung kommen sollte, Gott habe einige Menschen homosexuell gemacht und das sollte man akzeptieren, wird er dies nicht durchsetzen können. Die Gefahr einer Spaltung der Kirche wäre zu groß. Abschreckendes Beispiel ist ja immer noch, dass sich die Anglikanische Kirche wegen eines Streits über die Scheidung abgespalten hat.
Das Beste, was der Papst tun kann, ist also zu schweigen. Und das ist doch traurig, wenn man eine Führungsposition inne hat und dazu verdammt ist, den Mund zu halten.

Gedanken eines alten Mannes

Vielleicht interessiert es Sie ja, was man manchmal so denkt, wenn man sehr alt ist:
Gerade habe ich eine Frau getroffen, von der ich mir nicht sicher war, ob ich sie kenne. Und so fragte ich mich, ob sie vielleicht so gealtert war, dass ich sie anders in Erinnerung hatte. Oder war es vielleicht eine andere Frau als die, die ich kannte, und sah diese nun in etwa so aus wie die andere damals?
Was also tun? Ich grüßte vorsichtshalber. Und sie grüßte mit einem Lächeln zurück. Und an dem Lächeln erkannte ich: sie war’s also doch, die „Ding…“ Ja, wie hieß sie doch gleich? Das wird mir schon noch einfallen … wenn ich Glück habe. Jetzt weiß ich jedenfalls wieder: Wir haben im selben Amt gearbeitet vor 20 Jahren.
Kinder – wie die Zeit vergeht!