Archiv der Kategorie: Bayern

So schön ist’s zur Zeit am Berg

Das ist das Bergsteigerdorf Ramsau mit seiner viel fotografierten Kirche. Von dort ging’s über den Kunterbergweg zum Wartstein. Überraschend steht mitten im Wald eine herrliche Kirche:

Und auch das Innere ist von erstaunlicher Qualität. Wie haben die das früher nur fertig gebracht – und das da oben im Wald!

Und am Weg sieht man Zeichen der einstigen Frömmigkeit:

Auf  dem Weg, auf dem man früher die Tiere getrieben hat, soll es gespukt haben. Daher waren Gebete angebracht.

Der Wartstein ist ein herrlicher Aussichtsberg über dem Hintersee. Aber schauen Sie selbst!

Tourismus: Der Fluch des Internets

In den Bergen ist es schön, besonders bei uns. Nicht umsonst heißt es ja: „Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land.“ Leider kommen nicht nur die angeblich von Gott hierher geleiteten Menschen, sondern das Internet bestimmt, wo bei uns die Hotspots sind. Und da fallen die Touristen ein wie die Heuschrecken:
Wo wir einst in einer versteckten blauen Gumpe mit herrlicher Aussicht einsam badeten, kam es durch das Internet zu einem Massenansturm, so dass der Zugang gesperrt werden musste:
https://www.faz.net/aktuell/stil/trends-nischen/gumpe-am-koenigsbach-nach-problemen-mit-selfie-touristen-gesperrt-17413643.html

Und als ich kürzlich über den Königssee fuhr und zur Fischunkelalm wanderte, war ich überrascht, dass es vorbei war mit der Bergeinsamkeit: Es ging dort zu wie im Englischen Garten in München. Sogar Japaner und Chinesen waren offenbar durchs Internet auf die Wanderung aufmerksam gemacht worden. Immerhin beschränkt die Kapazität der Königsseeschifffahrt den Zustrom auf ein verträgliches Maß.
Auch ist es hier im Großen und Ganzen noch wesentlich besser als im Garmischer Raum:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/startseite_artikel,-immer-mehr-touristen-erobern-die-berge-bezirksalmbauer-in-anderen-regionen-ist-es-schlimmer-_arid,742551.html

Immerhin ist der Fluch des Internets gleichzeitig ein Segen: Da, wo ich frühmorgens unterwegs bin, begegne ich nur selten einem Menschen.

 

 

Ein tolles Urlaubserlebnis!


Ich war gerade zu einem Kurzurlaub im Allgäu: Es war ganz herrlich: Die schöne Landschaft, das sehenswerte Füssen…
Und dann war ich dort im Festspielhaus, wo das Musical „Ludwig“ aufgeführt wurde.  Das Haus liegt herrlich am See mit einem schönen Park, von dem aus man das Schloss Neuschwanstein sieht.
Ehrlich gesagt habe ich mir nicht viel von der Aufführung versprochen, nicht nur, weil ich  eher ein Opernliebhaber bin und weil das Festspielhaus nach meiner Erinnerung früher auch negative Schlagzeilen produziert hatte. Ich meinte, dass ich nur unter wenigen Zuschauern im Theater sitzen würde. Irrtum! Es war voll bis auf den letzten Platz. Ich saß zwischen zwei Frauen. Die eine konnte nicht an sich halten vor lauter Vorfreude. Sie erzählte, dass sie das Musical zum 5. Mal anschaue, weil es so toll sei. Da lachte meine Nachbarin zur Rechten und gestand, dass sie ebenfalls zum 5. Mal dabei sei, was bei dem Preis in Höhe von 99 € für die vierte Reihe schon beachtlich ist.
Ja, es stimmt: Das Musical ist großartig und man hat etwas versäumt, wenn man es nicht gesehen hat.
Am Schluss gab es natürlich lange „standing Ovations“.
Also, liebe Leser: Nix wie hin!

Bayern, Bier und der Liebe Gott

Der Bayer hat sein eigenes Verhältnis zum Lieben Gott:
Das zeigt sich auch beim Lieblingsgetränk der Bayern, dem Bier: Früher hat man streng gefastet. Aber um die Fastenzeit erträglicher zu machen, haben die Mönche das Starkbier erfunden. Heute ist davon nur die Starkbierzeit im Frühjahr übrig geblieben.
Und auch die traurige Karwoche haben sich die Bayern „entschärft“, indem sie im Gasthaus neben der Kirche das „Graberlbier“ getrunken haben. Man kann sagen, dass diese Bayern ihren Glauben richtig verstanden haben: Der Segen aus der Kirche kann auch Wände durchdringen.
Übrigens gibt es in Bayern „fromme“ Biere, Gerade habe ich das Mariahilferbier getrunken und kann sagen, es hat mir in meiner schweren Zeit als plötzlicher Witwer tatsächlich geholfen.

Tierschutz extrem – Morddrohungen inbegriffen

Schön ist es nicht, was wir mit den Tieren treiben: Manche stehen ein Leben lang in einem dunklen Stall, wo ihnen das Futter vorgeworfen wird:

Der Tierschutz nimmt sich dieser Tiere an und fordert überhaupt völlige Veränderungen:
Verbot der Haltung von Wildtieren in Zoos und Zirkussen,
Abschaffung der Kuhglocken,
Verbot von Pferdekutschen,
Verbot von Almabtrieben

Manchmal schießen die Tierschützer aber übers Ziel hinaus: Die feierlichen Almabtriebe haben eine lange Tradition und sind ein Highlight im Fremdenverkehr. Wenn die Tierschützer meinen, der Abtrieb erschöpfe die Tiere und manche würden sich ein Bein brechen, so denke ich an die Bergsteiger. Auch sie sind beim Abstieg oft erschöpft und es kommt zu Beinbrüchen. Aber kein Menschenschutzverein ist da, um das Bergsteigen zu verbieten.
Schrecklich finde ich, dass auch der Streit über den Almabtrieb genauso entartet wie andere Auseinandersetzungen im Internet: Es kommt sogar zu Morddrohungen, denen schon einige Almabtriebe zum Opfer gefallen sind.

Das Traurige an unserem Land ist, dass sachliche Diskussionen immer weniger möglich sind. Der Kanzler wird gerade nieder geschrien. Ein kurzes Aus-buhen zur Begrüßung sollte genügen, um dann miteinander zu diskutieren. Zum Alltag gehört inzwischen auch, dass man den Gegner mit Mord bedroht, so auch nun im Tierschutz.
Auch ich bin öfter mit Mord bedroht worden. Lesen Sie dazu die Kurzgeschichte: „Ein ganz normaler Tag in der Leseecke.

Danke, dass Ihr weg fliegt

https://autorenseite.files.wordpress.com/2020/09/loedensee.jpg

Schaut Euch das an: so schön ist’s bei uns und so leer. Man teilt diesen See bei Ruhpolding nur mit den Kühen und ein paar Kennern. Und wenn ich dann sehe, was andere aus ihrem Urlaub machen, dann frag ich mich, ob das Erholung sein soll: Stundenlanges Anstehen am Flugplatz und dann am Urlaubsort Menschenmassen im pi-warmem Wasser:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/nachrichten_artikel,-meer-vor-dem-ballermann-wird-zur-warmen-bruehe-_arid,719432.html
Da kann ich diesen Leute nur sagen: Danke, dass Ihr weg fliegt und dass Ihr uns unsere Ferienidylle lasst.