Eigentlich sollte alles anders sein

Eigentlich sollten alle an einem wirtschaftlichen Aufschwung teilnehmen. Bei uns aber haben die Arbeitnehmer in vielen Jahren nichts davon gehabt.
Eigentlich sollten die Reichen nicht besser gestellt werden als die Arbeitnehmer. Aber ihr Einkommen stieg unverhältnismäßig viel mehr, so dass ihnen irgendwann der ganze Staat gehört.
Eigentlich sollten die Reichen mehr Steuern zahlen, um die Schulden des Staates abzubauen. Stattdessen wurden sie steuerlich entlastet.
Eigentlich sollten die starken Unternehmen den Staat zum größten Teil finanzieren. Das war einmal. Nun sind es die Arbeitnehmer, die dafür bluten müssen, und die Unternehmen streichen Milliarden an Subventionen ein.
Eigentlich sollten die Maschinen uns Arbeit abnehmen, so dass wir weniger arbeiten müssten. Bei uns dagegen wurde statt dessen die Lebensarbeitszeit verlängert.
Eigentlich sollten die Maschinen uns die Arbeit erleichtern. Stattdessen erhöhen sie das Arbeitstempo, so dass das Burned-out-Syndrom immer mehr um sich greift.
Eigentlich sollte man nur das Geld ausgeben, das man hat. Wir aber haben schon das Geld unserer Kinder und Enkel ausgegeben.
Eigentlich sollten wir in einer Zeit der wirtschaftlichen Prosperität Schulden zurück zahlen. Wir dagegen bringen nur dadurch eine schwarze Null zu Wege, indem wir notwendige Investitionen unterlassen.
Eigentlich sollte man in Zeiten der wirtschaftlichen Prosperität Rücklagen bilden, wie wir es früher einmal mit dem „Juliusturm“ gemacht haben. Wir hingegen haben immense Schulden gemacht und dazu noch unser „Tafelsilber“ verscherbelt: Post, Telefon, Versicherungen, Grundstücke, Krankenhäuser, Kasernen…
Eigentlich sollte man Vereinbarungen einhalten. Wir dagegen haben weder unsere Klimaverpflichtungen eingehalten noch den zugesagten Verteidigungsbeitrag an die NATO bezahlt.
Eigentlich sollten Politiker den Willen des Volkes umsetzen: Das Volk will ein kleineres Parlament  oder auch ein Einheitsabitur…
Eigentlich sollte man mindestens die Verfassung achten und beachten. Aber die Regierung wird ständig vom Bundesverfassungsgericht wegen Verstößen gegen das Grundgesetzes gerügt. Wir aber haben unseren Staat zu einer Lobbykratie verkommen lassen.
Eigentlich sollte jeder, der pleite ist, auch pleite gehen können. Wir aber haben den Slogan erfunden:
„To big to die!“
Eigentlich sollte man eine Revolution machen, aber das Volk sitzt lieber vor dem Fernseher.
Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich gelegentlich zustimmende Äußerungen bekomme…

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