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Warum lasst ihr euch das gefallen?

Manchmal habe ich nicht das Gefühl, in Deutschland zu leben, sondern in einem Irrenhaus. Wie oft habe ich hier schon geschrieben: Deutschland erwache, aber es hat nichts genützt: Der deutsche Michel schläft weiter und so stürzt Deutschland ab.

Warum lasst ihr euch als Steuerzahler das gefallen, dass mit eurem Geld der Kauf von E-Autos mit bis zu 9.000 Euro subventioniert wird? Sogar das arme alte Mütterchen, das von Hartz-IV lebt, zahlt beim Einkauf über die Mehrwertsteuer ihren Anteil an der Subvention. Wieso eigentlich? Wäre es nicht besser, anstatt die E-Autos zu subventionieren den Kauf von Benzinern und Dieseln mit einer gleich hohen Strafsteuer zu belegen oder die steuerliche Belastung von solchen Fahrzeugen Jahr für Jahr zu erhöhen, anstatt uns als Steuerzahler zur Kasse zu bitten?

Die Subventionitis ist eine Krankheit unserer Zeit. Sogar umweltschädliche Unternehmungen werden mit 57 Milliarden unterstützt. Einer unserer führenden Wissenschaftler hatte einmal nachgewiesen, dass Subventionen größtenteils sinnlos oder sogar kontraproduktiv sind. Er wollte nur die Zuwendungen an die Landwirtschaft aufrecht erhalten. Ähnliches hörten wir auch schon einmal vor langer Zeit von Herrn Lindner, aber nun anscheinend nicht mehr, denn das Streichen von Subventionen kostet Wählerstimmen. Die Politiker sehen sich halt zu gern in der Rolle der noblen Spender. 

Nun sehen wir gerade, wie die Atomindustrie als „nachhaltig“ eingestuft werden soll. Das bedeutet, dass sie Subventionen erhalten soll. Wieso eigentlich? Warum können nicht diejenigen, die ein Atomkraftwerk betreiben wollen, ihr Unternehmen selbst bezahlen, wie es ja auch jeder einzelne Geschäftsinhaber tut? Es erweist sich wieder einmal als weitsichtig, was ein Professor beim Streit um die Schutzmaßnahmen für Venedig sagte: „Es wird nicht das Vernünftigste gemacht, sondern das, wo das meiste Geld dahinter steht,“ °Geld regiert die Welt“, sagt ja auch ein Sprichwort, und so wird uns auch die Atomindustrie abkassieren. Solche Praktiken führen dazu, dass sich immer weniger Staaten und Menschen wohl in Europa fühlen: Neben Polen und Ungarn sind beispielsweise in Frankreich ein Drittel der Menschen gegen die EU. Wann kommt der nächste Exit?

Wir sehen, dass wir unseren eigenen Staat in der EU zu sehr aufgegeben haben, wenn wir nun mit unserem Geld wahrscheinlich Atomkraftwerke unterstützen müssen, die uns womöglich direkt an die Grenze gebaut werden. 

Warum gehen die Bürger nur wegen Corona oder wegen dem Klima auf die Straße? Warum nicht auch gegen ihre unverschämte Ausbeutung?

Eigentlich sollte alles anders sein

Eigentlich sollten alle an einem wirtschaftlichen Aufschwung teilnehmen. Bei uns aber haben die Arbeitnehmer in vielen Jahren nichts davon gehabt.
Eigentlich sollten die Reichen nicht besser gestellt werden als die Arbeitnehmer. Aber ihr Einkommen stieg unverhältnismäßig viel mehr, so dass ihnen irgendwann der ganze Staat gehört.
Eigentlich sollten die Reichen mehr Steuern zahlen, um die Schulden des Staates abzubauen. Stattdessen wurden sie steuerlich entlastet.
Eigentlich sollten die starken Unternehmen den Staat zum größten Teil finanzieren. Das war einmal. Nun sind es die Arbeitnehmer, die dafür bluten müssen, und die Unternehmen streichen Milliarden an Subventionen ein.
Eigentlich sollten die Maschinen uns Arbeit abnehmen, so dass wir weniger arbeiten müssten. Bei uns dagegen wurde statt dessen die Lebensarbeitszeit verlängert.
Eigentlich sollten die Maschinen uns die Arbeit erleichtern. Stattdessen erhöhen sie das Arbeitstempo, so dass das Burned-out-Syndrom immer mehr um sich greift.
Eigentlich sollte man nur das Geld ausgeben, das man hat. Wir aber haben schon das Geld unserer Kinder und Enkel ausgegeben.
Eigentlich sollten wir in einer Zeit der wirtschaftlichen Prosperität Schulden zurück zahlen. Wir dagegen bringen nur dadurch eine schwarze Null zu Wege, indem wir notwendige Investitionen unterlassen.
Eigentlich sollte man in Zeiten der wirtschaftlichen Prosperität Rücklagen bilden, wie wir es früher einmal mit dem „Juliusturm“ gemacht haben. Wir hingegen haben immense Schulden gemacht und dazu noch unser „Tafelsilber“ verscherbelt: Post, Telefon, Versicherungen, Grundstücke, Krankenhäuser, Kasernen…
Eigentlich sollte man Vereinbarungen einhalten. Wir dagegen haben weder unsere Klimaverpflichtungen eingehalten noch den zugesagten Verteidigungsbeitrag an die NATO bezahlt.
Eigentlich sollten Politiker den Willen des Volkes umsetzen: Das Volk will ein kleineres Parlament  oder auch ein Einheitsabitur…
Eigentlich sollte man mindestens die Verfassung achten und beachten. Aber die Regierung wird ständig vom Bundesverfassungsgericht wegen Verstößen gegen das Grundgesetzes gerügt. Wir aber haben unseren Staat zu einer Lobbykratie verkommen lassen.
Eigentlich sollte jeder, der pleite ist, auch pleite gehen können. Wir aber haben den Slogan erfunden:
„To big to die!“
Eigentlich sollte man eine Revolution machen, aber das Volk sitzt lieber vor dem Fernseher.
Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich gelegentlich zustimmende Äußerungen bekomme…

Ein ganz trauriges Dokument


Heute erhielt ich von meiner Bank einen Brief mit 70 Cent Porto, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich für meine Ersparnisse einen Jahreszins von sage und schreibe 11 Cent erhalte. Gleichzeitig wurden diese Ersparnisse durch die Inflation um 360 Euro entwertet. Uns wird ja immer erzählt, diese Inflationsrate müsse sein, damit die Wirtschaft läuft. Ich glaube das genauso wenig wie die Behauptung, dass die Privatisierung uns voran bringt:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/12/01/privatisierung-ich-bin-entsetzt/
Für mich ist ist die Null-Zins-Politik ganz einfach Diebstahl. Nicht nur das macht mich böse, sondern insbesondere das, was mit meinem Geld gemacht wird. Am schlimmsten ist für mich die dauernde Subvention der Autoindustrie. Dadurch hat sich dieser Industriezweig zu einer Sumpfblüte unseres Wirtschaftslebens entwickelt. Obwohl er Milliardengewinne macht, erhält er Subventionen für Forschungsprojekte. Der Absatz wird durch Prämien fürs Abwracken oder den Kauf eines E-Autos unterstützt. Sogar die armen Affen, die Dieselabgasen ausgesetzt werden, muss ich mit bezahlen.
Mir graust vor dieser unmoralischen Politik.

Übrigens sagte einer unserer führenden Wirtschaftswissenschaftler einmal, alle Subventionen seien überflüssig und teilweise sogar kontraproduktiv bis auf die für die Bauern. Ein Politiker, der daraufhin gefragt wurde, ob er nicht jedenfalls die kontraproduktiven Subventionen abstellen wolle, antwortete, das ginge nicht: „Probieren Sie das mal: eine Subvention streichen!“ Auch die FDP, die einmal früher stolz mit dem Sloganangetreten ist: „Alle Subventionen streichen!“, lässt hierzu nichts mehr hören.

Das war ein eindrucksvolles Experiment

Versicherungen und Finanzämter haben einen schlechten Ruf. Und weil dies so ist, finden die Bürger es ganz in Ordnung, wenn man denen gegenüber mogelt.
Um solchen Mogeleien Einhalt zu gebieten, verschickte eine Versicherung an ihre Kunden, die dort ihr Auto versichert hatten, das übliche jährliche Befragungsformblatt mit einem eindringlichen Appell, man möge doch bitte ehrlich sein. Der Erfolg war durchschlagend: Die Kunden gaben im Vergleich zu vorher um 15% mehr gefahrene Kilometer an. Ein eindrucksvolles Experiment!
Man könnte dieses System auch auf den Staat übertragen. Ich glaube, kein Bürger ist davon überzeugt, dass es bei der Steuer gerecht zugeht und dass der Staat mit den Steuergeldern sparsam wirtschaftet. Weil dies so ist, finden es wohl wenige Menschen moralisch verwerflich, wenn sie ihr Geld in die Schweiz transferieren, zumal sie dieses Geld ja schon einmal versteuert haben, als sie es verdienten, und weil sie auch nicht einsehen, dass sie einen Zinsertrag versteuern sollen, den die Inflation fast ganz wegfrisst. Und auch der kleine Mann schaut, ob er nicht irgendwo mogeln kann, vielleicht bei den Fahrten zur Arbeit.
Was könnte man tun, um die Moral wieder herzustellen? Zunächst einmal müssten die Subventionen rigoros zusammen gestrichen werden. Derzeit hat man den Eindruck, als ob jede Partei ihre Klientel versorgt. Daher ist der Ausdruck „Klientelpolitik“ entstanden, den es früher nicht gegeben hat. Der kleine Mann fragt sich da natürlich, warum er so etwas mit seiner Steuer unterstützen soll.
Und außerdem müsste ebenso rigoros gespart werden. Auch eine bloße Geste würde schon Eindruck machen. Wie wäre es beispielsweise, wenn auf dem Kabinettstisch ein Sparschwein stünde, in das jeder den Preis für die von ihm konsumierten Getränke einwirft?