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Coronahilfen: Das darf doch nicht wahr sein!

Wir müssen gerade lesen, dass bisher nur ein Zehntel der Mittel für in Not geratene Unternehmen ausgezahlt wurden. Das liegt auch daran, dass für die Corona-Hilfen – bis auf wenige Ausnahmen – immer ein Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Anwalt eingeschaltet werden muss:
https://web.de/magazine/politik/corona-hilfen-betroffene-unternehmen-berichte-novemberhilfe-dezemberhilfe-ueberbrueckungshilfe-35487026

Warum muss das so kompliziert sein? Jeder Unternehmer weiß doch auch ohne Steuerberater, welche Umsätze er gehabt hat und müsste daher in der Lage sein, einen entsprechenden Hilfsantrag auszufüllen. Leider wird unsere Bürokratie immer ausufernder, sodass der schlichte Bürger nicht mehr mit kommt. Als Beispiel möchte ich erwähnen, dass unser Dorf sich einfallen ließ, ein Ortsbegrünungsprogramm durchzuführen und dafür Mittel von der EU zu beantragen. Das geht nicht so einfach. Dafür muss man ein Büro einschalten, das sich auf solche Angelegenheiten spezialisiert hat und das kassiert natürlich einen teil des Geldes.

Der frühere Ministerpräsident Stoiber wollte einmal in seinem Ruhestand die Bürokratie abbauen. Aber die ist anscheinend wie eine Hydra: Kaum hat man mal etwas vereinfacht, wird es an vielen anderen Stellen umso komplizierter. Wir erfahren gerade, dass viele Exporteure wegen der umständlichen Zollformalitäten vom Handel mit Großbritannien Abstand nehmen. Warum geht das nicht einfach? Z.B. mit einem Eintrag: „10 Zentner Äpfel zum Preis von…“
Ja, ich bin halt ein bisserl naiv (oder vielleicht doch auch vernünftig?)!

Sterbende Innenstädte

Sterbende Innenstädte: Altmaier setzt auf stärkere Digitalisierung.
Nur frage ich mich, was soll das schon bringen? Die Geschäfte in der Stadt leiden ja gerade unter der Digitalisierung, nämlich dem Online-Handel, und bei dem können die Läden der Stadt kaum mithalten und wenn doch, ziehen sie damit selbst das Leben aus den Straßen ab, indem sie die Leute vor den PC setzen.
https://www.suedost-news.de/region-und-lokal/regionales-traunstein/grabenstaett_artikel,-altmaier-will-ladensterben-in-innenstaedten-verhindern-_arid,582428.html
Der Städtetag will mit einem Bodenfonds für mehr Leben in der Stadt sorgen:
https://www.suedost-news.de/startseite_artikel,-fuer-attraktivere-innenstaedte-staedtetag-fuer-bodenfonds-_arid,586829.html
Doch auch das wird nicht viel bringen.

Wer hat denn die Innenstädte notleidend gemacht? Es war doch Altmaiers Partei, die CDU, die den Online-Handel groß gemacht hat. Sie hätte nicht zulassen dürfen, dass Konzerne wie Amazon ihre Geschäfte dort versteuern, wo es am billigsten ist, sondern hätte darauf bestehen müssen, dass jedes getätigte Geschäft dort versteuert werden muss, wo es stattfindet. Wenn also Amazon etwas in Deutschland verkauft, muss die Firma das auch hier versteuern. Dadurch werden nicht nur die Waren bei Amazon teurer, sondern die Städte werden auch nicht um die ihnen zustehende Gewerbesteuer gebracht
Und noch etwas wurde versäumt: Wenn ich an die Gründung meiner Familie vor mehr als einem halben Jahrhundert zurück denke: Damals gab es keine Gewerbegebiete. Man kaufte die Möbel in der Innenstadt. Eching, das heute ein riesiges Gewerbegebiet ist, war ein unbedeutendes Dorf am Rande von München. Weil aber eine leitende Landesplanung weitgehend fehlte, wiesen die Kommunen immer mehr Gewerbegebiete aus. Unser kleines Dorf mit ca.5000 Einwohnern hat beispielsweise 4 davon. Di
eser Trend führte zu einem enormen Flächenverbrauch:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Beispielweise hat heute ein Möbelgeschäft in einem Gewerbegebiet bei Rosenheim eine Ausstellungsfläche, die so groß ist wie die Ladenfläche der gesamten Innenstadt. Wie soll da ein Möbelhändler in der Innenstadt existieren können?
Was also muss geschehen, um die Innenstädte zu beleben?
Oft genügt ein einziger vorbildlicher Unternehmer:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/10/sterbende-innenstaedte-auflebende-orte/
Aber such Ideen sind gefragt: Inzell und Ruhpolding machen sich bekannt durch Eislauf- bzw. Langlaufzentren.
Bad Reichenhall, das sehr viele leer stehende Geschäfte hat, bekommt immer mehr Lokale, vor allem Cafés, weil die Menschen gern in dieser schönen Stadt verweilen. Und so bleibt auch diese Innenstadt trotz aller Probleme attraktiv und stirbt nicht aus.

Eigentlich sollte alles anders sein

Eigentlich sollten alle an einem wirtschaftlichen Aufschwung teilnehmen. Bei uns aber haben die Arbeitnehmer in vielen Jahren nichts davon gehabt.
Eigentlich sollten die Reichen nicht besser gestellt werden als die Arbeitnehmer. Aber ihr Einkommen stieg unverhältnismäßig viel mehr, so dass ihnen irgendwann der ganze Staat gehört.
Eigentlich sollten die Reichen mehr Steuern zahlen, um die Schulden des Staates abzubauen. Stattdessen wurden sie steuerlich entlastet.
Eigentlich sollten die starken Unternehmen den Staat zum größten Teil finanzieren. Das war einmal. Nun sind es die Arbeitnehmer, die dafür bluten müssen, und die Unternehmen streichen Milliarden an Subventionen ein.
Eigentlich sollten die Maschinen uns Arbeit abnehmen, so dass wir weniger arbeiten müssten. Bei uns dagegen wurde statt dessen die Lebensarbeitszeit verlängert.
Eigentlich sollten die Maschinen uns die Arbeit erleichtern. Stattdessen erhöhen sie das Arbeitstempo, so dass das Burned-out-Syndrom immer mehr um sich greift.
Eigentlich sollte man nur das Geld ausgeben, das man hat. Wir aber haben schon das Geld unserer Kinder und Enkel ausgegeben.
Eigentlich sollten wir in einer Zeit der wirtschaftlichen Prosperität Schulden zurück zahlen. Wir dagegen bringen nur dadurch eine schwarze Null zu Wege, indem wir notwendige Investitionen unterlassen.
Eigentlich sollte man in Zeiten der wirtschaftlichen Prosperität Rücklagen bilden, wie wir es früher einmal mit dem „Juliusturm“ gemacht haben. Wir hingegen haben immense Schulden gemacht und dazu noch unser „Tafelsilber“ verscherbelt: Post, Telefon, Versicherungen, Grundstücke, Krankenhäuser, Kasernen…
Eigentlich sollte man Vereinbarungen einhalten. Wir dagegen haben weder unsere Klimaverpflichtungen eingehalten noch den zugesagten Verteidigungsbeitrag an die NATO bezahlt.
Eigentlich sollten Politiker den Willen des Volkes umsetzen: Das Volk will ein kleineres Parlament  oder auch ein Einheitsabitur…
Eigentlich sollte man mindestens die Verfassung achten und beachten. Aber die Regierung wird ständig vom Bundesverfassungsgericht wegen Verstößen gegen das Grundgesetzes gerügt. Wir aber haben unseren Staat zu einer Lobbykratie verkommen lassen.
Eigentlich sollte jeder, der pleite ist, auch pleite gehen können. Wir aber haben den Slogan erfunden:
„To big to die!“
Eigentlich sollte man eine Revolution machen, aber das Volk sitzt lieber vor dem Fernseher.
Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich gelegentlich zustimmende Äußerungen bekomme…

Deutschland erwache! Wehrt euch!


Mit diesem Aufruf Tucholskys habe ich mich hier schon häufig darüber gewundert, dass die Deutschen – bis auf ein paar Chaoten – die herrschenden Zustände nicht nur klaglos hinnehmen, sondern sich sogar nach Umfrage angeblich auch noch wohl fühlen und die Kanzlerin wählen, obwohl es ständig bergab geht:
Während früher das Einkommen eines Mannes ausreichte, um eine Familie zu ernähren, müssen jetzt normalerweise beide Ehegatten arbeiten, um über die Runden zu kommen. Die prekären Arbeitsverhältnisse nehmen zu. Das Leben im Alter wird immer unsicherer. Die Realeinkommen sind seit 1990 um bis zu 50% gesunken:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-realloehne-sind-seit-1990-um-bis-zu-50-prozent-gesunken-a-670474.html
Es gäbe noch vieles zum Aufzählen.
Und nun müssen wir eine Nachricht lesen, die weder zu einem Aufschrei des Volkes noch zu einer sofortigen Initiative von SPD oder den Linken geführt hat:
„Nach Berechnungen des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (IMU) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung verdiente ein Dax-Vorstand 2017 im Mittel 71 Mal so viel wie die Beschäftigten seines Unternehmens im Durchschnitt, Postchef Frank Appel sogar das 232-fache.“
Zum Vergleich: 1960 war das Verhältnis der Unternehmereinkünfte im Vergleich zum Einkommen der Beschäftigten 1:16.
Wir sehen: Wir brauchen dringend eine neue Partei, die radikal-sozialistische Partei Deutschlands, um all diese Missstände abzustellen:

Einer solchen Partei wäre sicherlich ein großer Erfolg beschieden. Wie die Missstände bei der Flüchtlingspolitik die AfD groß gemacht haben, wird sich nun nun wohl langsam das Augenmerk der Bevölkerung mehr darauf richten, dass die Blutsauger unter uns sind und dass etwas dagegen unternommen werden muss, um einer völligen Versklavung entgegen zu wirken.

Zum Nachdenken noch ein paar Aphorismen:

Von einer gewissen Höhe an ist ein Spitzeneinkommen Diebstahl an den Beschäftigten.
H. Pöll, Aphoristiker

Wer gut verdient, strengt sich nicht an.
Wer sich anstrengt, verdient nicht gut.
Konfuzius

Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe,
sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle.
Robert Bosch

 

Die Ausbreitung der Schäbigkeit in Deutschland

Die Fahnen hier sollten eigentlich auf Halbmast gesetzt werden.

Trigema-Chef Grupp ist einer der Menschen, die mir in Deutschland am meisten imponieren. Er sagte neulich einen Satz, den ich nicht mehr wörtlich zitieren kann, der aber wach rütteln sollte: „Es ist schäbig, dass es in Deutschland überhaupt eines Mindestlohns bedarf.“
Noch schäbiger aber ist, dass immer mehr Unternehmer sich sogar noch um den Mindestlohn herum drücken. Das geht etwa so, dass Reinigungskräfte, die in einem Krankenhaus arbeiten, nicht nach Stunden, sondern nach gereinigten Zimmern bezahlt werden. Wie sehr solche Unsitten um sich greifen, belegt die Tatsache, dass die deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr wegen Verstößen gegen den gesetzlichen Mindestlohn 4,2 Millionen Euro Bußgelder zahlen mussten. Allein in Schweinfurt wurden 180 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Befragung des DIW hatte für das Jahr 2016 ergeben, dass insgesamt 1,8 Millionen Arbeitnehmer nicht den gesetzlichen Mindestlohn erhielten. So schäbig sind viele deutsche Unternehmer – krank vor Geldgier!

Viele Trumps auch bei uns!

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Man kann es sich kaum vorstellen, dass ein Milliardär wie Donald Trump es fertig gebracht hat, keine Steuern zu zahlen. Aber der Mann hat ja recht: Wenn die Gesetze so blöde sind, wäre man ja dumm, wenn man das nicht ausnutzen würde. Das tut sogar die Katholische Kirche.
Wenn Sie meinen, dass es jedenfalls normalerweise bei uns anders ist, täuschen Sie sich. Man hat einmal recherchiert, wie hoch das Steueraufkommen in den Finanzbezirken ist, in denen die reichsten Deutschen wohnen. Dabei kam heraus, dass es sich dem Steueraufkommen nach auch um Armenviertel hätte handeln können.
Warum tut keiner was dagegen, dass die Reichen immer reicher werden? Warum wird es hingenommen, dass früher die Unternehmer die finanziellen Stützen des Staates waren und nun die Arbeitbehmer die Hauptsteuereinahmen des Staates bezahlen?

In den Salzburger Nachrichten lesen wir:  Die obersten Einkommensbezieher (knapp über 400.000 Euro jährlich) lieferten auch die stärkste Auffälligkeit: Während die Steuerlast bei der großen Masse der Einkommen (zwischen knapp 20.000 und 80.000 Euro pro Jahr) nämlich zwischen 35 und 40 Prozent liegt und danach auf bis zu 47 Prozent ansteigt, sinkt die Belastung der obersten Einkommen wieder auf 40 Prozent. Dies u.a. deshalb, weil für diese Gruppe die niedrig besteuerten Kapitaleinkommen eine deutlich größere Bedeutung haben. http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/wirtschaft/sn/artikel/spitzenverdiener-zahlen-laut-studie-weniger-steuern-218609/http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/wirtschaft/sn/artikel/spitzenverdiener-zahlen-laut-studie-weniger-steuern-218609/http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/wirtschaft/sn/artikel/spitzenverdiener-zahlen-laut-studie-weniger-steuern-218609/
In Deutschland wird es ähnlich oder noch schlimmer sein.