Irak, Afghanistan und nun Syrien?

Assad ist der gewählte Staatspräsident von Syrien. Aus russischer und chinesischer Sicht ist ein Aufstand gegen ihn genauso zu bewerten, wie es bei uns gesehen würde, wenn Teile der Bevölkerung aufstehen würden, um sich gegen die zunehmende Ausbeutung zu wehren. Das ist aber hier nicht das Thema, sondern der Giftgaseinsatz.
Obama ist für eine Antwort durch einen Militärschlag, womöglich sogar vor dem Vorliegen des UN-Untersuchengsberichts. Keiner der westlichen Politiker traut sich, ihn daran zu hindern, oder auch nur, das Vorgehen abzubremsen. Im Gegenteil: Man verlangt eine entschiedene Antwort.
Es schert auch keinen, dass das für einen solchen Militärschlag (wie man Krieg heute nennt) erforderliche UN-Mandat nicht vorliegt.
Es scheint neuerdings allerdings festzustehen, dass Assat immer gegen einen Einsatz von Giftgas war. Es ist äußerst zweifelhaft, dass sein Militär eigenmächtig gegen seinen Willen Giftgas benutzt hat. Es war ja klar, dass so etwas bekannt wird und dass so eine Aktion nur Nachteile für Syrien bringen würde. Was nützt schon die „Ausschaltung“ von 1400 Menschen, davon ein großer Teil Frauen und Kinder, wenn dann die Amerikaner kommen und die ganze Luftwaffe vernichten?
Wenn Obama trotzdem den Giftgaseinsatz dem Regime Assad anlastet und sich dabei auf Erkenntnisse seiner Geheimdienste stützt, ohne diese vorzulegen, dann müssen das Beweise sein, die noch schwächer sind als die, mit denen die USA den Irakkrieg fälschlich gerechtfertigt haben.
Jetzt versetzen wir uns mal in das Gehirn von den Assad-Gegnern. Da sind sicher etliche dabei, die für Selbstmordattentate sind. Warum nicht auch für kollektiven Selbstmord? Wenn man selbst 1400 Leute vergast, hat man den Vorteil, dass die USA eingreifen und Assad schwächen. Wenn beispielsweise Assads Luftwaffe von den Amis zerstört wird, wird es auf Seiten der Aufständischen sicher einige tausend Tote weniger geben. Das Vergasen der eigenen Leute hat sich dann also rechnerisch gelohnt. Verzeihen Sie diese zynische Berechnung, aber so ein Denken eines Teils der Revolutionäre liegt doch im Bereich des Möglichen. Putin hat also recht, wenn er sagt, dass er gegen einen Militärschlag ist, weil die Urheberschaft des Giftgaseinsatzes nicht geklärt ist. Das ist rechtsstaatliches Denken, das man ihm immer wieder abspricht.
Erinnern Sie sich übrigens noch an den Irakkrieg? Es war das größte Verdienst Schröders, dass Deutschland sich nicht beteiligt hat, während die Bundeskanzlerin dafür war. Wenn sie nun sehr schwammig und auch zögernd für eine harte Antwort ist, so wundert mich sehr, dass die SPD so wenig an Schröder erinnert und auch so wenig darauf hinweist, dass die nun auch von Merkel verlangte harte Antwort Obama in seinem Verlangen nach einem Krieg bestärkt, den bei uns fast alle ablehnen.

Ein Kommentar zu „Irak, Afghanistan und nun Syrien?

  1. Da stimme ich dir voll zu
    Es ist überhaupt nicht klar,
    ob nicht auch die Aufständischen
    diesen Giftgaseinsatz gelegt haben.

    Aber einfach nur zusehen
    wie die sich in Syrien abschlachten
    ist mir auch nicht wohl

    Und selbst der Spruch
    „Stell dir vor es ist Krieg
    und keiner geht hin“
    klappt nicht.

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