Traunstein geht kaputt

 

Grüß Gott in Traunstein!

Diesen Artikel schrieb ich vor einigen Jahren. Inzwischen hat Traunstein eine beachtliche positive Entwicklung genommen: Vor allem das alte Salinenviertel ist sauber heraus geputzt worden:

 

Und von diesem Café genießt man einen schönen Ausblick:

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Was hätte doch Traunstein für eine Stadt werden können: Stellen Sie sich vor, man hätte das alte Wildbad Empfing erhalten, oder man hätte eine Tiefgarage unter dem Stadtplatz gebaut mit einer Fußgängerzone im gesamten Innenstadtbereich, oder man hätte…Aber diese Chancen sind vertan.

Gerade hat man den zentralen Max-Platz verhunzt. Während sich früher die Bauherrn verpflichtet fühlten, mit ihrem Haus einen Beitrag zur Verschönerung der Stadt zu leisten, ist ihnen heute nichts zu billig, als dass sie es nicht aufstellen würden. Dieser “Grabstein in grau” mit braunen (!) Fensterlöchern “ziert” nun das Zentrum Traunsteins. Schlimm ist so etwas. Ein rühriges Stadtbauamt würde so etwas zu verhindern wissen, auch wenn man den Bauherrn keinen Geschmack vorschreiben kann:

Sozialer Wohnungsbau?

Traunstein konnte sich nie entschließen, eine echte Fußgängerzone in der Innenstadt einzurichten. Die Geschäftsleute fürchteten um ihren Umsatz. Nun ist es aber schlimmer gekommen, weil große Geschäfte in die trostlosen Gewerbegebiete am Stadtrand gezogen sind und die Leute mit dem Auto dorthin fahren. Die Innenstadt blutet daher aus. Und statt einer Fußgängerzone gibt es schmale Gehwege – voll gestellt mit Reklame:

Wie gemütlich zum Bummeln!

Und jetzt schauen Sie mal, wie es in der herrlichen Fußgängerzone von Bad Reichenhall zugeht: Da pulsiert das Leben, und da trifft man auch viele Traunsteiner, die dort einkaufen, ins Gasthaus oder ins Café gehen:

Kein Wunder also: Viele Geschäfte in Traunstein sehen so aus, dass man sich an das Dichterwort erinnert fühlt: “In den öden Fensterhöhlen wohnt das Grauen”:

Und oft ziehen Versicherungen dort ein, wo einmal frequentierte Geschäfte mit hübschen Schaufensterauslagen waren. Wie langweilig wird eine Einkaufsstraße auf diese Weise!

Und hier noch die beiden schlimmsten Geschäfte im größeren Bild:

Schlimmer geht’s nimmer! Oder doch? Siehe unten: Das neue Gymnasium.

Mit modernen Großbauten könnte die Stadt schöner werden. Aber so?
Ein wirrer Baukörper, der auf der anderen Straßenseite sein abweisendes, unordentliches Gesicht zeigt:

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Mitten in unserer Stadt war auf einmal dieser kleine Laden, in dem man früher Zeitschriften und Postkarten kaufen konnte, mit Brettern vernagelt.

Laden

Zuerst dachte ich, dass dort umfassend renoviert würde. Das war ein Irrtum, denn monatelang rührte sich nichts. Es war also ein Dauerzustand, über den ich mich erst aufgeregt habe, denn ich fand, dass jeder Bürger verpflichtet ist, seinen Beitrag dafür zu leisten, dass seine Stadt schön und lebenswert ist. Inzwischen aber habe ich mich mit dem Zustand abgefunden und beginne, den Hauseigentümer zu verstehen: Er protestiert mit der Verbretterung gegen die unsinnige Politik, durch die immer neue Gewerbegebiete am Stadtrand entstehen mit der Folge, dass die Innenstädte langsam absterben.

Die Vernichtung des schönsten Bierkellers von Bayern

Als ich nach Traunstein zog, stand vor dem Sailerkeller eine große Tafel mit der Aufschrift: „Schönstgelegener Biergarten Bayerns“. Und das hat auch gestimmt, denn man hatte von dort aus einen herrlichen Blick auf die Berge, den Hochfelln und den Hochgern.

Traunst.

Als dann das Kaufhaus davor gebaut wurde, das heute zum Kaufland-Konzern gehört, hatte ich vorgeschlagen, das Gebäude so zu errichten, dass sich das Dach des Gebäudes als ebene Fläche des Biergartens fortsetzt. Leider wurde das nicht gemacht. Aber dass es gleich so kommen würde, wie auf diesem Bild zu sehen ist, hätte ich mir nie vorstellen können. Es ist zum Heulen! Haben die Menschen denn kein Herz im Leib, wenn sie so etwas bauen oder behördlich genehmigen?

Sailerkeller

Ein Kommentar zu „Traunstein geht kaputt

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