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Sonntagsgedanken: Wie der Glaube zerbröselt


Ochs‘ und Esel sind zwei Tiere, die in der Weihnachtsgeschichte nach Lukas nicht erwähnt sind. Trotzdem sind sie eiserner Bestandteil von Krippe und Weihnachtsgeschichten. Wenn man diesen Widerspruch irgendwann einmal in seinem Leben bemerkt, ist das der erste Glaubensverlust, den viele nach der Kindheit erfahren müssen.
Und später lesen wir, dass es sich um einen Übersetzungsfehler handelt, wenn Jesus nach
unserem Evangelium in einem Stall geboren worden sein soll. Laut Experten müsste die richtige Übersetzung statt „Stall“ „Zuhaus“ lauten.
M
it den Augen der modernen Theologie betrachtet stimmt sowieso der ganze Anfang des Lukasevangeliums nicht. Er sei zwar nicht gelogen, sondern eine zulässige Form der Ausschmückung, mit der die Juden zum Christentum bekehrt werden sollten, indem ihnen Jesus als der angekündigte Messias aus dem Stamme Davids präsentiert wurde.
Als Jesus geboren wurde, war Herodes schon tot. Und es kann auch nicht sein, dass der angebliche Kindermord von Bethlehem wirklich geschehen ist, ohne dass er in der Geschichtsschreibung irgendwo erwähnt worden wäre, zumal sich auch gerade der
römische Geschichtsschreiber Josephus besonders mit Herodes befasst hat, wobei er sogar über seine Ehe berichtet hat. Da kann er nicht den angeblichen Kindermord vergessen haben.
In den anderen Evangelien wird daher auch erst über Jesus von dem Zeitpunkt an geschrieben, als er sich von Johannes taufen ließ.
So tauchen also im Lichte der modernen Wissenschaft gesehen Zweifel am Wahrheitsgehalt der Bibel auf.
Aus der heutigen Sicht ist die Bibel sowieso teilweise rassistisch, gewalttätig und homophob: Lev 18,22. Und auch Jesus ist nicht nur der friedliche Prediger der Bergpredigt: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“
Und dementsprechend ist die Kirchengeschichte weitgehend eine Kriminalgeschichte,
wie man bei Drewermann nachlesen kann: Hexenverbrennungen, Bartholomäusnacht, Kreuzzüge, Ausrottung der Katharer, Sklaverei …

Und nun kommen in neuester Zeit die vielen Missbrauchsfälle dazu. Und das im Bereich der Heiligkeit! Hat man beispielsweise je Vergleichbares über die Richterschaft gehört?
Die Kirche ist scheinheilig: Sie gibt sich den Anstrich, etwas für die Bedürftigen zu tun, investiert aber das zu diesem Zweck gesammelte Geld lieber in Immobilien:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/29/muss-der-papst-in-den-knast/
Und so etwas hat es auch noch nicht gegeben, was wir nun erfahren: einen Kardinal, der am Glauben zweifelt und sagt, es gäbe keinen Glauben ohne Zweifel:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/zum-sonntag-unglaubliches-von-kardinal-marx/
Das ist etwa so, als wenn ein Autoverkäufer sagen würde, er habe Zweifel, ob das angebotene Fahrzeug sicher sei.
Und so beobachten wir, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten.
Die Kirche verfehlt ihre wichtigsten Ziele: Frieden und Nächstenliebe.
Zum Thema Frieden verweise ich auf den Irakkrieg, den Bush mit erlogenen Argumenten begonnen hat. Ich habe vor Beginn des Krieges an den Papst geschrieben, er solle die Christenheit zu einer Friedenswallfahrt in den Irak auffordern, um ein Blutvergießen und die Destabilisierung der ganzen Region zu vermeiden. Aber ich habe nicht einmal von der päpstlichen Administration eine Antwort erhalten, obwohl ich eine beachtliche Kirchensteuer zahle.
Und was die Nächstenliebe angeht: Wie schön wäre es, wenn die Kirche hier mit leuchtendem Beispiel voran gegangen wäre, anstatt auf ihrem unermesslichen Vermögen sitzen zu bleiben.

Lesen Sie weiter:
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/

Schlechtes Führungspersonal – auch in der Kirche


Dass unsere Autoindustrie ein schlechtes Führungspersonal hat, das entscheidende Entwicklungen verschlafen hat, ist offenbar geworden. Noch schlimmer sieht es beim Führungspersonal der Katholischen Kirche aus:

Da ist zunächst einmal der Augsburger Bischof, der die Corona-Krise als Fingerzeig Gottes versteht. Da kann man nur sagen: Sehr sonderbar!
https://autorenseite.wordpress.com/?s=afra

Und dann gibt es den Kardinal Müller der hier nicht Gott am Wirken sieht, sondern Mächte der Finsternis, die eine verabscheuungswürdige technokratische Tyrannei aufrichten. https://web.de/magazine/news/coronavirus/bischofskonferenz-distanziert-deutlich-corona-aufruf-geistlichen-34690024

Kann man als Vertreter der Kirche eine Corona-Epidemie so verschieden interpretieren? Oder macht man damit nicht vielleicht die Kirche überhaupt unglaubwürdig?
À propos Glauben: Da hören wir von Kardinal Marx, das er Glaubenszweifel hat und dass es einen Glauben ohne Zweifel nicht geben könne:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/zum-sonntag-unglaubliches-von-kardinal-marx/

Da fragt sich doch das normale Volk: Warum soll ich Zeit und Geld in etwas investieren, von dem nicht einmal die Führung ganz überzeugt ist?
Und noch etwas zum Thema Führung: Fast genau so erschreckend wie die Missbrauchsfälle selbst ist die Tatsache, dass dieses finstere Kapitel nicht längst aufgearbeitet ist und die Kirche keine echten Anzeichen von echter tiefer Reue oder Buße zeigt, sondern nur Bedauern äußert und Zahlungen leistet (aus meiner Kirchensteuer?).

Gedanken zum Karfreitag: Hier irrte Jesus

Das Neue Testament berichtet, dass Jesus zum ungläubigen Thomas sagte: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
Ich fürchte, dass Jesus hier vielleicht einem Irrtum unterlegen ist. Womöglich hat er ja seinen Satz nur im Hinblick auf die damalige besondere Situation gesagt und nicht allgemein auf den künftigen Glauben gemünzt.
Stellen Sie sich einmal vor, Jesus wäre nicht vor 2000 Jahren auf einem Esel in Jerusalem eingeritten, sondern heutzutage mit einem Trabbi in Berlin eingefahren. Wie würde es ihm wohl dabei ergangen sein?
Das lesen Sie in dem Buch „Verbotene Zone„.  Aber Vorsicht! Das Buch ist nur für nachdenkliche, nicht allzu fromme Menschen geeignet, also etwa für Typen wie Kardinal Marx, der gesagt hat, einen Glauben ohne Zweifel gäbe es nicht:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/05/zum-sonntag-unglaubliches-von-kardinal-marx/
À propos nachdenklich: Geht es Ihnen auch so, dass die Religion mehr Fragen aufwirft, als dass sie Antworten gibt? Warum schickt Gott die Corona-Gippe? Und wenn er sich dazu entschlossen hat, ist es dann sinnvoll, dagegen zu beten?
Warum kam Jesus erst vor 2000 Jahren? Wäre es nicht besser gewesen, wenn er anstatt der Sintflut schon seinerzeit gekommen wäre?
Spezielle Fragen zum Karfreitag: Warum soll ein Mord ein Zeichen für Gottes Liebe sein? Hätte Gott den Menschen ihre Sünden nicht einfach so vergeben können? Warum lässt Gott den Judas schuldig werden, anstatt dass er die Soldaten von sich aus Jesus finden ließ? …
Je älter ich werden, umso mehr Fragen habe ich.

Die Entzauberung des Evangeliums

Eine der schönsten Geschichten der Bibel ist das Lukasevangelium über die Geburt Jesu: Sie hat Jahrhunderte lang die Menschen gerührt und ihre Phantasie beflügelt: Gott kommt ganz armselig in einem Stall zur Welt. Ochs und Esel hauchen ihn warm…
Nun: Ochs und Esel wurden später dazu gedichtet. Aber auch das mit dem Stall stimmt so nicht, sondern beruht angeblich auf einem Übersetzungsfehler. Statt „Stall“ müsste es „Nebengebäude“ heißen, sagen uns die Wissenschaftler.
Nun wäre das gerade noch zu verkraften, wenn nicht moderne Theologen zugeben würden, dass das Weihnachtsevangelium eine Erfindung des Evangelisten Lukas ist:
Er wollte erreichen, dass die Juden Jesus als den Messias anerkennen, der ihnen prophezeit war. Deshalb halten moderne Theologen die Weihnachtsgeschichte für eine dichterische Ausschmückung des Evangelisten Lukas. Offenbar ist Jesus erst ins Blickfeld der damaligen Öffentlichkeit getreten, als er sich von Johannes taufen ließ, wie sich aus zwei anderen Evangelien ergibt, die mit diesem Ereignis beginnen.
Die ganze Geschichte, die uns Lukas erzählt, passt
ja auch hinten und vorne nicht zusammen:
Zunächst einmal war Herodes schon tot, als Jesus geboren wurde. Weiter kann es nicht sein, dass Herodes den Kindermord von Bethlehem beging,
ohne dass so ein schreckliches Ereignis seinen Niederschlag in der sonstigen Geschichtsschreibung gefunden hätte. So hat beispielsweise der Römer Josephus ganz detailliert über Herodes berichtet, sogar über Einzelheiten aus dessen Ehe. Es kann also nicht sein dass er den Kindermord nicht erwähnt hätte, der ja auch irgendwo im jüdischen Schrifttum erwähnt worden sein müsste. Im übrigen wird Jesus immer als der Nazarener bezeichnet, was auf den Geburtsort Nazareth hinweist. Außerdem bestehen Zweifel an der Volkszählung, die der Kaiser Augustus angeordnet haben soll und die Anlass für die schwangere Maria gewesen sein soll, nach Bethlehem zu gehen. Und ist es nicht merkwürdig, dass Lukas uns über die Geburt Jesu so ausführlich berichtet und über den Auftritt des Kindes Jesus im Tempel, dass er aber über die folgende Zeit kein Wort verliert: Warum erfahren wir also nur etwas über das halbe Leben Jesu?
Und wenn nun also schon die Theologen an der Weihnachtsgeschichte zweifeln, gerät damit eines der Fundamente des Glaubens ins Wanken.
Schade!

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften. Heute mal so ähnlich wie gestern::

Das wichtigste Zeichen auf der Welt ist das Fragezeichen.
Raymond Cartier

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften. Heute als Nachtrag zum gestrigen Beitrag über die Dummheit:

Heiliger Zweifel!“ möchte man oft denen zurufen, die so sehr von sich und dem, was sie tun oder denken, überzeugt sind.

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/.