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ALDI ist besser als Lidl

Mein Senf dazu:

Ich hasse das: Kaum ruft man eine Seite im Internet auf, schon wird sie verdunkelt und eine Schrift wird eingeblendet, in der eine Zustimmung verlangt wird. Ich fürchte, dass fast alle User diese Zustimmung bedenkenlos erteilen, ohne sich zu vergewissern, was sie damit zulassen.
Ich kann ja verstehen, wenn beispielsweise Spiegel-online so etwas tut, denn man will ja eine Gegenleistung dafür, wenn jemand kostenfrei lesen  kann.
Was mir aber nicht in den Kopf will, ist die Tatsache, dass man selbst einfache Reklameseiten nicht ohne Zustimmung lesen darf. Klicken Sie mal auf Lidl. Da wird die Seite sofort verfinstert und eine Zustimmung gefordert. Wie blöd ist das denn?
ALDI ist da intelligenter: Auch dort erscheint die Frage nach einer Zustimmung, aber die kann man weg klicken und dann alles ungehindert anschauen.
Gerade will ich mir Pflanzen kaufen und wollte mich orientieren, was es hier bei Dehner zu kaufen gib. Für den Aufruf der Dehner-Reklame muss ich eine Zustimmung erteilen. Also habe ich bei Baldur geschau., Da ist es dasselbe. Nun bestelle ich bei Pflanzmich, wo man mich nicht ausforschen will.
Ich hoffe, Sie machen das genau so, damit dieser Unsinn endlich aufhört: Die User werden entmündigt, indem man ihnen etwas nahezu aufzwingt, was sie nie gelesen haben, denn wer nimmt sich schon die Zeit, etwas zu lesen, was er eigentlich tun sollte, aber nicht muss?
Auch Web. de ärgert mich mit solchen Praktiken. Unter der Überschrift „Ihre Privatsphäre ist uns wichtig“ täuscht das Unternehmen darüber hinweg, „dass Cookies, Geräte-Kennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen“ werden; weiter wird ein Profil über Sie und Ihre Interessen  erstellt: Wollen Sie wirklich so etwas?
Klar ist, dass ein kostenloser Dienst wie Web.de mit Werbung Geld verdienen muss. Und daher wird man zulassen müssen, dass diesbezügliche gezielte Informationen gesammelt werden. Aber mehr nicht: Was bedeutet „andere Informationen“ und wie sieht ein Profil über mich aus, das nicht nur meine Interessen umfasst?
Auf der einen Seite wird immer so unheimlich viel Wert auf den Datenschutz gelegt, aber hier versagt er doch offenbar.
Wo bleibt der Datenschutzbeauftragte? Seine Aufgabe wäre es, gegen diesen Datenklau einzuschreiten. Wenn er seinen Job richtig machen würde, würde er einen Interessenausgleich zwischen den Usern und den Internet-Dienstleistern zustande bringen und eine genormte Zustimmungserklärung vorschlagen, die dann jeder bedenkenlos akzeptieren könnte, wenn er lesen würde:
„Erteilen Sie Ihre Zustimmung gemäß dem Formblatt des Datenschutzbeauftragten?“

(Haben Sie zur Abwechslung Spaß mit den ALDI-Witzen im vorigen Beitrag!)

Cookies und Datenschutz: Wer kann mir das erklären?

Mein Senf dazu:

Wenn ich im Internet surfe und eine Seite aufrufe, ist mir unerklärlich, warum ich dabei auf eine völlig unterschiedliche Praxis stoße:

Man wird in der Regel gefragt, ob man Cookies, AGB, Datenschutz… zustimmt. Allerdings handhaben die verschiedenen Seitenhersteller die Zustimmungserklärung ganz unterschiedlich:
> Manchmal steht unten eine Zeile mit dem Hinweis, dass die Benutzung der Seite als Zustimmung gilt. Das ist so herrlich einfach aber womöglich unzulässig.
> Bei manchen Seiten erscheint daher zuerst ein Schild, auf dem die Zustimmung verlangt wird. Erst dann kann man die Seite lesen. Das ist ein blödes Modell, weil Menschen wie ich dann erst einmal eine vergleichbare Seite suchen, wo sie nicht so befragt werden. Man vergrault also eventuelle Kunden. Warum macht man so einen Unsinn?
Typisch ist Dehner: Ich habe eine Taubenplage und wollte mir zur Abwehr einen Plastikraben kaufen. Man möchte meinen, dass Dehner erfreut über den Besuch seiner Seite ist, aber weit gefehlt! Die Seite wird verdunkelt und man soll erst einmal eine Zustimmungserklärung abgeben. Allerdings kann man die auch individuell gestalten. Klicken Sie mal darauf und dann frage ich Sie: Wer lässt sich auf diesen Unsinn ein?
> Vorbildlich ist ALDI. Die Firma fragt zwar auch vor Öffnung der Seite, ob man dem zustimmt, was man eigentlich lesen sollte (aber niemand tut es). Was jedoch toll ist: Man kann bei ALDI auch die Zustimmung verweigern und dann öffnet sich trotzdem die Seite.
Warum machen das andere nicht auch so?
Ich finde: Die Menschen werden immer mehr entmündigt, indem man ihnen zumutet, irgendwelchen Bedingungen zuzustimmen, von denen man genau weiß, dass kein Mensch sie liest – und wenn doch, ist es eine Zumutung, einen solchen Zeitaufwand zu verlangen.

Und warum verlangt man dauernd die Zustimmung zum Einsetzen von Cookies, wenn viele diese sowieso nach Verlassen des Internets löschen lassen – wenn nicht, erledigt das Antivir von Zeit zu Zeit.

Warum kann man nicht eine genormte Zustimmungserklärung einführen, die man dann akzeptieren könnte, ohne sie jedes Mal zu lesen?

SPD: Endlich aufwachen, Genossen!

 

„Du entdeckst, dass es auch von ganz unten noch bergab gehen kann.“
    H. Pöll, Aphoristiker und Buchautor
Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.

An das obige Zitat aus meinen Altersweisheiten fühle ich mich erinnert, wenn ich heute Morgen in den Nachrichten höre, dass die SPD in den Umfragewerten noch weiter abgesackt ist: auf sage und schreibe magere 14 %! Ihr seid auf dem Weg von der Volkspartei zur Splittergruppe, Genossen! Wann endlich wacht Ihr auf? Ihr habt eine gesellschaftliche Verpflichtung. Wenn Ihr ausfallt, besteht die Gefahr, dass in die Lücke extreme Parteien vorstoßen.
Warum tut Ihr nicht Eure Pflicht und endlich das, was ich Euch hier schon öfter vorgeschlagen habe? Nehmt endlich zur Kenntnis, dass man mit einem Auto, das man an die Wand gefahren hat, nicht einfach so weiter fahren kann:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/01/wie-die-spd-ueberleben-kann/

Wer die Agenda 2010 zu verantworten hat, wer bei der sich entwickenlnden Wohnungsmisere zu lange zugesehen hat…, hat sich so weit von seiner Klientel entfernt, dass er von ihr nichts mehr erwarten kann. Habt Ihr eigentlich mitgekriegt, dass es in den letzten 10 Jahren Eurer Regierungsmitverantwortung etwas gegeben hat, was der Gipfel des Unsozialen ist: Die Zahl derer, die von ihrem Einkommen nicht leben können hat sich verdoppelt. Es ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde, wenn Ihr diese Arbeitnehmer zu Bittstellern gemacht habt. So etwas hat es früher in unserem Lande nie gegeben.

SPD: dem Ende näher?

Da gibt’s nichts zu lachen! Der Abwärtstrend der SPD setzt sich nach den jüngsten Umfragen fort. Mit ausschlaggebend dafür war Schulz‘ Wechselkurs: Erst hat er eine GroKo strikt abgelehnt. Nun aber verhandelt er darüber. Was aber schlimmer ist: Lautstark hat er einmal verkündet, er werde auf keinen Fall einer Regierung unter Merkel angehören. Nun aber soll er doch ein Ministeramt anstreben. Ich kann mir vorstellen, dass ihm dieser weitere Wechselkurs gewaltig schaden wird und dass dies seine Parteigenossen so verbittern wird, dass sie am Ende womöglich der GroKo die Zustimmung verweigern. So oder so: Die SPD wird weiter Schaden nehmen. Aber eine so alte Volkspartei, die gerade in unserer Zeit gewichtige Aufgaben zu erfüllen hätte, kriegt nicht einmal Schulz kaputt.