Schlagwort-Archive: Zusteller

Paketzustelldienste – Sumpfblüten unseres Wirtschaftsprinzips (Merkelismus)

Die Post war einst ein Vorzeigeunternehmen Deutschlands: Sie besaß Postämter, die in Bauten residierten, die für das Ortsbild prägend sind. Und dort arbeiteten zuverlässige Beamte in sicheren Positionen. Alles vorbei: Die Postämter wurden verkauft und die
Postgeschäfte werden nun in den hintersten Winkeln von Geschäften abgewickelt. Aus den Beamten wurden schlecht bezahlte Arbeitskräfte gemacht. Und unser Wirtschaftsminister wollten uns weismachen, das sei zur Ankurbelung der Wirtschaft nötig:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/04/28/cdu-capitalistische-union-deutschlands/
Tatsächlich ging es der Regierung darum, den von der Nullzinspolitik gebeutelten Versicherungen und anderen Unternehmen Anlagemöglichkeiten zu schaffen. Dem Volk wurde das mit dem Mantra verkauft: Die freie Wirtschaft kann alles besser als der Staat und es würde alles billiger. Haben Sie etwas davon gemerkt? Das einzige, was ich gemerkt habe, ist, dass der Wirtschaftsminister keine Ahnung hat.

Nun fahren also bei mir 6 Paketzusteller herum, um Sendungen auszuliefern –
eine unsinnige zusätzliche Belastung von Verkehr und Umwelt.
Nicht nur das ist schlechter geworden, sondern auch die Zustellung. Gerade sollte ich ein Paket mit empfindlichen Pflanzen bekommen. Die wurden am 30.9. abgesandt. Da gibt es nun eine an sich tolle Einrichtung, nämlich die Paketverfolgung. Und siehe da: die zeigte mir an, dass meine Sendung am nächsten Tag zwischen 7.30 und 9.00 Uhr eintreffen sollte. Aber ich wartete vergeblich. Statt dessen erhielt ich dann eine E-Mail, die mich vertrösten sollte. Die Lieferung sollte demnach in den nächsten 1-3 Werktagen erfolgen. Wahrscheinlich hatte GLS nicht genügend Sendungen für unseren Ort beieinander, so dass sich die Fahrt hierher nicht lohnte.
Das Ganze soll uns als Fortschritt verkauft werden. Nein, das ist Merkelismus, der zum wohl verdienten Desaster der Union wurde.

 

Verstehen Sie das?

Wenn man x-beliebige Seiten aufruft, kommt nun  fast immer die Frage, ob man dem zustimmt, von dem die meisten wohl kaum wissen, was es ist: Abrufen von Informationen von Ihrem PC, Marktforschung, Einsatz gezielter Reklame…
Man kann das ablehnen, aber probieren Sie das mal bei YouTube, seit es von Google übernommen wurde. Da geben Sie schnell auf.
Was ich nur nicht verstehe: Was will ein schlichter Verkäufer von x-beliebigen Waren mit solchen Informationen anfangen? Steckt vielleicht gar nicht der Verkäufer, sondern auch hier wieder Google dahinter?

Anderes Thema: Auch das verstehe ich nicht: Der Paketdienst der Post wurde privatisiert. Irgendjemand schrieb einmal, das ginge darauf zurück, dass Frau Springer eine Anlagemöglichkeit in dieser Nullzinszeit suchte und sie daher ihre Beziehungen zur Kanzlerin habe nutzen können. Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Dem Volk wird ja immer weis gemacht, die Privaten könnten alles besser und billiger. Aber haben Sie was davon gemerkt? Jedenfalls fahren bei uns nun 6 Paketzustellfirmen anstelle der einzigen Post. Sie alle verstopfen die Straßen noch mehr und belasten zusätzlich die Umwelt. Was ich nun nicht verstehe, ist dies: Wir beobachten überall eine Zusammenarbeit und sogar Zusammenschlüsse von großen Firmen. Warum funktioniert so etwas beim Paketdienst nicht?

 

 

Auto, Bauern

 

 

Der „ganz normale Tod“ bei Hermes

Zwei Männer im Alter von 45 und 58 Jahren sind bei Hermes binnen 24 Stunden gestorben. Wir lesen, dass die Männer nicht vergiftet, sondern „ganz normal“ gestorben sind. Ich frage mich allerdings, ob so etwas wirklich „ganz normal“ ist. Sterben vielleicht in Ihrer Firma auch 2 Menschen so ganz normal an einem Tag im Dienst? Oder liegt das Zusammentreffen von zwei Todesfällen an den Arbeitsbedingungen im Zustellgewerbe?
Was waren das noch für Zeiten, als die Pakete mit der Post kamen und von einem gut besoldeten Beamten geliefert wurden. Da war die Paketzustellung auch nicht teurer. Nun kommen bei uns 6 verschiedene Zusteller. Was für eine blödsinnige Umweltbelastung! Und man hört, dass die Arbeitnehmer dort unter unglaublichem Arbeitsstress leiden, weil die Zustellungen, die sie zu bewältigen haben, kaum in der normalen Arbeitszeit zu bewerkstelligen sind. So jedenfalls lauten oft die Beschwerden der Zusteller.
Also kein Wunder, wenn da manchen ein früher Tod ereilt.
Warum ist nicht alles beim Alten geblieben? Weil geldgierige Investoren in unserer schwierigen Zeit Anlagemöglichkeiten suchten und die Regierung diese natürlich bereitwillig zur Verfügung stellte.

CDU – Capitalistische Union Deutschlands

Die CDU müsste eigentlich
Capitalistische Union Deutschlands
heißen: Sie hat die Post ihrer kapitalkräftigen Klientel, die Anlagemöglichkeiten für ihr Geld suchte, zum Fraß vorgeworfen. Dadurch wurden viele sichere Postbeamtenstellen vernichtet und durch prekäre Arbeitsverhältnisse ersetzt. Dem Volk wurde Sand in die Augen gestreut, indem man ihm sagte: „Private können es besser und billiger.“
Billiger ist der Paketdienst nicht geworden u
nd die Kunden, die einst in schöne Postämter gehen konnten, geben nun ihre Pakete in hinteren Winkeln von Lebensmittelgeschäften auf. Was aber dabei schlimm ist, ist die Situation der Zusteller. Da sind mafiöse Zustände eingerissen. Den armen Menschen werden oft nicht einmal die Mindestlöhne ausbezahlt und Sozialabgaben werden auch nicht entrichtet. Das geschieht dadurch, dass die Zustellunternehmen Subunternehmer beauftragen, für die sie nicht haften. So kann sich ein Rumäne oder Bulgare als Subunternehmer anbieten und seine Arbeitskräfte zu Hungerlöhnen anwerben, ohne für sie Sozialabgaben zu entrichten. Und wenn der Zoll solche Fälle aufdeckt, sind die Subunternehmer entweder nicht greifbar oder es ist bei ihnen nichts zu holen. Vernünftig ist daher, dass Arbeitsminister Heil mit einem Gesetz die prekären Arbeitsverhältnisse der Paketzusteller verbessern will: Nach seinen Vorstellungen sollen die Zustellunternehmen dafür haften, dass ihren Arbeitskräften der Mindestlohn bezahlt werden und dass die Sozialabgaben entrichtet werden. Erfreulich ist: Die SPD, die ihre ursprüngliche Klientel schmählich verraten hat und deswegen von ihren Stammwählern abgestraft wurde, ist aufgewacht und besinnt sich nun auf ihre Wurzeln.
Unbegreiflich ist dagen, dass der Wirtschaftsminister und die Kanzlerin gegen Heils Pläne sind. Altmaier meint: „Es ist jetzt nicht die Zeit für neue Belastungen der Wirtschaft.“ Die Schaffung neuer Arbeitsplätze müsse Vorrang haben vor dem Aufbau neuer Bürokratie.
Das sind alles fadenscheinige Ausreden.
Wenn die Zustellerfirmen für ihre Subunternehmen haften, dann bedeutet dies lediglich, dass sie sich nach den üblichen Grundsätzen des Geschäftslebens richten müssen: „Trau schau wem!“ hieß es schon von Alters her. Völlig daneben liegt Altmaiers Argument, die Schaffung von Arbeitsplätzen müsse Vorrang haben. Abgesehen davon, dass wir keine Arbeitsplätze zu Hungerlöhnen wollen, ist es doch so: Wenn Zusteller oft unbezahlte Überstunden machen müssen, um ihr Soll zu erfüllen, dann vernichten solche Praktiken doch gerade Arbeitsplätze.
Man kann der CDU nur raten, ihren Widerstand gegen Heils Pläne aufzugeben, sonst gibt es einen Koalitionsstreit, bei dem sie
dumm da steht.

Privatisierung ist Ausplünderung des Volkes

Ich habe mich ja schon einmal damit befasst, dass in unserer asozialen Marktwirtschaft das Volksvermögen den gierigen Investoren zum Fraß vorgeworfen wird, und dies am Beispiel Post demonstriert:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/11/04/privatisierung-wieso-eigentlich/
Nun diskutiert man darüber, wie man die Schadstoffbelastung in den Städten verringern kann, und da stellt man auf einmal völlig überrascht fest, was voraus zu sehen war: nämlich dass zu viele Fahrzeuge für die Zustellung von Paketen unterwegs sind. In München sind das 6000 täglich. Nun überlegt man, wie man diese Verkehrsbelastung reduzieren kann. Mit etwas Voraussicht hätte man das Problem vermeiden können, indem man die gute alte Post am Leben gelassen hätte.
Statt eines einzigen Postautos, das früher die Pakete in einem Bezirk ausfuhr, kommen nun bei uns 6 Zustelldienste und alle fahren die selben Strecken. Was für ein Unsinn!
Das Ganze wird nun in der Vorweihnachtszeit zu einem besonderen Problem, weil immer mehr Waren im Internet bestellt werden und also der Zustellverkehr insbesondere dank Amazon gewaltig zunimmt.
Mir tun die schlecht bezahlten Zusteller immer leid: In oft völlig verstopften Straßen müssen sie ihr Fahrzeug irgendwo abstellen, um ein Paket auszuliefern. Ein Hupkonzert des behinderten sonstigen Verkehrs und wüste Beschimpfungen sind die Folge. Ich hätte für so einen Job keine Nerven