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So weit ist es in Deutschland schon gekommen

Heino hat Ärger bekommen, als er einen „Deutschen Liederabend“ ankündigen wollte:
https://www.nachrichtenleicht.de/streit-um-heino-konzert.2045.de.html?dram:article_id=495735
So weit ist es nun schon in Deutschland gekommen, dass die Ankündigung eines „Deutschen Liederabends“ nicht mehr so einfach möglich ist, sondern Diskussionen über Deutschtümelei auslöst. 
Dasselbe ist es mit dem Wort „Vaterland“. Haben Sie je gehört, dass ein Politiker der Alten Parteien das Wort je in den Mund genommen hätte? Nein, man redet heute lieber von Heimat, um nicht in Verdacht zu kommen, rechtsextremem Gedankengut nahe zu stehen.
Wir können doch nicht alle Worte, die mal missbraucht wurden oder mit Missbräuchen in Verbindung stehen, aus dem allgemeinen Wortschatz streichen. Dann dürfte man ja auch „Kirche“ nicht mehr sagen.

Bücher werden umgeschrieben

Wir haben hier in einem Beitrag schon kommentiert, dass aus Preußlers „kleiner Hexe“ die Negerlein gestrichen wurden. Nun erfahre ich, dass solche Korrekturen allgemein üblich seien. So sei beispielsweise aus einem anderen bekannten Kinderbuch das Wort „Schindelmacher“ gestrichen worden, denn die Kinder wüssten nicht, was das ist.
Unsere Kinder sollen also verblöden. Sie sollen sich nicht mit der Notwendigkeit konfrontiert sehen, einmal selbst zu erforschen, um was es bei diesem Wort geht. Wenn die Kinder schon selbst lesen, können sie also doch mal bei Wikipedia nachschauen, was ein Schindelmacher ist. Oder sie können den fragen, der „alles weiߓ, oder wissen sollte: Papa. Dann haben sie etwas dazu gelernt. Übrigens gibt es auch heute noch Schindelmacher, denn die alten Schindeldächer von Kirchen sollen so erhalten bleiben, wie sie sind, und auch mancher Bauherr findet Geschmack an einer mit Schindeln verkleideten Außenfassade.
Indem man immer mehr Worte streicht, verarmt der Wortschatz der Kinder mehr und mehr. Zählungen haben ergeben, dass die jungen Leute immer mehr sprachlich verarmen.
Ich muss übrigens auch ständig auf meine alten Tage ins Internet gehen und nachforschen, was neue Anglizismen bedeuten sollen. Gerade wurde ein Teil meiner Homepage wegen eines „Post requests“ gesperrt.
Was ist das nun wieder? Warum denkt niemand daran, auch einmal solche Worte umzuschreiben?

Wer erfindet so einen Blödsinn?

Die Sprache entwickelt sich ständig. Und wenn einem manche Begriffe, die heute so benutzt werden, fremdartig vorkommen, dann merkt man, dass man alt wird.
Heute setzt man sich im Job nicht ein, sondern man „bringt sich ein“.
Man redet auch nicht mehr miteinander, sondern „tauscht sich aus“ oder kommuniziert (letzterer Begriff galt früher allein für die Einnahme des Abendmahls).
Das Wort „brauchen“ wird immer mehr durch „gebrauchen“ ersetzt, weil die Leute offenbar den Unterschied nicht mehr wahrnehmen.
Es wäre doch einmal interessant, wissenschaftlich zu untersuchen, was der Wandel des Wortschatzes darüber aussagt, wie sich die Menschen verändert haben.
Manche der in Mode gekommenen Ausdrücke und Redensarten breiten sich aus wie ein Krebsgeschwür. Einer erfindet da etwas Neues und die anderen plappern es nach, um zu zeigen, wie modern sie auch sind. So hörte ich über den EU-Vertrag im Rundfunk, er sei „in trockenen Tüchern“. Derselbe Ausdruck kehrte in den Fernsehnachrichten wieder und war auch in der Zeitung zu lesen. So ein Blödsinn: Ein Vertrag in trockenen Tüchern! Und nun ist auf einmal alles in trockenen Tüchern, was fertig bzw. erledigt ist.
Unsere Zeit wird immer schnelllebiger und so wechseln auch die Ausdrücke wie die Mode. Und nicht selten muss man das Internet zu Rate ziehen, um zu verstehen, was gemeint ist.