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Verdammt noch mal: Redet deutsch!

Heute lese ich im Traunsteiner Tagblatt die Schlagzeile:
„Landrat Walch zur Genehmigung der Wolfsentnahme durch die Regierung von Oberbayern“
So weit es es nun bei uns gekommen: Die Durchseuchung der deutschen Sprache wirkt bis ins kleinste Provinzblatt aus. Man nennt die Dinge nicht mehr beim Namen. Eigentlich müsste die Schlagzeile ja lauten:
„Wolfsabschuss endlich von der Regierung genehmigt°
Aber „Abschuss“ klingt für die Ohren der Naturfreunde zu brutal. Also spricht die Regierung lieber von „Entnahme“ und der Mainstream plappert das – wie gewünscht – nach.
„Framing“ nennt man diese Erscheinung und so breitet sich eine neue Art von Sprachregelung aus, die man „Politsprech“ nennt. Damit Sie diese Sprache verstehen, habe ich hier ein Lexikon geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/

 

Bei uns herrscht Angst vor dem Wolf – Mit Recht!

Immer wieder lesen wir von schrecklichen Verletzungen, die Hunde Menschen beigebracht haben. Beispielsweise steht heute in den Nachrichten, dass ein Hund ein Kind ins Gesicht gebissen und schwer verletzt hat:
https://web.de/magazine/panorama/einjaehriges-kind-hund-gesicht-gebissen-schwer-verletzt-36476758
Und da glauben die Naturfreunde, dass ein Wolf „braver“ ist. Nicht umsonst haben unsere Vorfahren den Wolf ausgerottet. Aber nun steht er unter Artenschutz und dieser wird so lange bestehen, bis ein Kind dies mit dem Leben büßen muss. Die Wölfe verlieren die Scheu vor den Menschen und trauen sich immer näher an die Siedlungen heran:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/11/06/alarm-in-bergen-der-wolf-geht-um/
In Marktschellenberg trauen sich die Eltern nicht mehr, ihre Kinder alleine draußen spielen zu lassen. Müssen wir uns in dieser Weise vom Wolf und seinen Beschützern terrorisieren lassen?
Typisch für unsere Zeit ist, dass man sich nicht traut, die Dinge beim Namen zu nennen. Deshalb ist in der Diskussion über die Wölfe, nicht vom Abschuss, sondern nur von der „Entnahme aus der Natur“ die Rede. So ist das halt bei unserem Politsprech.
Ich verstehe ja auch überhaupt nicht, warum der Wolf geschützt ist, die Lämmer, die er grausam reißt, aber nicht. Die Naturfreunde meinen ja, man könne die Schafe mit Zäunen  schützen, aber ich glaube, die waren noch nie bei uns in den Bergen. Wie soll das in der wilden Landschaft funktionieren? Und was für ein Aufwand! Und was für eine Landschaft haben wir dann mit all den Zäunen! Das wäre das Aus für die freie Natur.
Bei den Naturschützern sind offenbar naive Schreibtischtäter am Werk.

Wolf in Bergen: Keiner traut sich… (Politsprech)

In unserem Dorf Bergen treibt der Wolf sein Unwesen:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/11/06/alarm-in-bergen-der-wolf-geht-um/
Und deshalb hat nun die Landwirtschaftsministerin Kaniber den Ort besucht. Das Sonderbare bei der Diskussion war für mich, dass man sich nicht traute, die Dinge beim Namen zu nennen. Es wurde nicht Klartext gesprochen, nämlich dass man die Wölfe abschießen soll. Nein, man sprach über die „Entnahme“ des Wolfs aus der Natur. So ist das halt überall im politischen Leben, sogar in unserem kleinen Dorf. Es hat sich inzwischen in der Politik eine eigene Sprache entwickelt, die sogar einen eigenen Namen hat: Politsprech: 

Preisfrage: Wer ist schlimmer: Mensch oder Wolf?

Es wird ja zur Zeit sehr über die Wölfe sehr gestritten. Viele haben Angst vor ihnen und verlangen, dass sie ausgerottet werden. Aber die Statistik sagt uns: Es ist bisher kein Fall bekannt geworden, in dem ein Wolf einen Menschen angefallen hätte. Der Wolf ist also braver als seine vom Menschen domestisierten Formen, nämlich die Hunde, die ständig zubeißen.
Was mich aber sehr erstaunt hat, ist die Tatsache, dass allein im letzten Jahr 98 Wölfe überfahren wurden.
Fazit: Der Mensch ist also für den Wolf gefährlich, der Wolf aber für den Menschen nicht.

Brutale Bayern

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Erinnern Sie sich noch an Bruno, den Bären? Er lebte in Bayern und wurde schließlich zum Abschuss frei gegeben, weil er sogar in Dörfern sein „Unwesen“ trieb. Es gab damals einen heftigen Streit darüber, ob der damals einzige Bär in Bayern weiter leben durfte oder nicht. Schließlich traf ihn die Kugel eines Jägers. Und die Nachrufe auf das Tier klangen fast so wie die auf den „Meuchelmord“ am Wildschützen Jennerwein.
Da konnte ich natürlich nicht abseits stehen und habe dem Bären Bruno ein Gedicht gewidmet:

Nachruf auf Bruno
(„Problembär“, erschossen  im Juli 2006
auf Anordnung von Minister Schnappauf)

Bruno, unser Lieblingsbär,
Weilt leider unter uns nicht mehr.
Nachdem man wochenlang geheuchelt,
Wurde er dahingemeuchelt.
Dem Schnappauf war er nicht genehm,
Der sprach: „Der Bär ist ein Problem.
Weil er nicht so lebt wie ein Bär,
Drum dulden wir ihn nun nicht mehr,
Hat er doch ganz unverhohlen,
Ein Pfund Honig sich gestohlen.
Dieser Bär hat kein Gewissen,
Hat kleine Lämmchen aufgerissen.
Und dann ist er ganz ungeniert
In Kochel auf der Straß’ spaziert.
Auch am Haus der Polizei
Ging er ohne Gruß vorbei.
Ein Bär, der Anstand nicht gelernt,
Wird nun aus der Natur entfernt.“
(Zu deutsch: „…zum Abschuss freigegeben.“)
Und so endete sein Leben.
Wir suchen Trost im Alkohol:
„Prost, Bruno – auf dein Seelenwohl!“
Und die Moral von der Geschicht?
Reize einen Schnappauf nicht!
Und so raten wir den Tieren:
Lasst euch schleunigst gut dressieren!
Nehmt euch ein Beispiel an dem Schaf:
Gebt Wolle, Milch und seid recht brav!
Haltet’s Maul und gebt a Ruh,
Als Vorbild nehmt die CSU.

Nun lesen wir gerade, dass in Sachsen ein Wolf Probleme bereitet. Und da staunen wir darüber, wie sensibel die Sachsen mit dem Problem sprachlich umgehen: Das Tier wird nicht zum Abschuss, sondern zur „Entnahme“ freigegeben. Dagegen kann doch niemand etwas haben, oder?
Wir werden dieses Wort dem „Lexikon des politischen Sprachgebrauchs und sonstigen Geschwafels“ hinzu fügen. Schauen Sie doch mal rein!