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Wie wär‘s denn mal ganz anders


Wir dividieren die Menschen immer mehr auseinander: in reich und arm, in „die da oben“ und die unten, in die „Braven“ und die Rebelle
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Das Wir-Gefühl geht immer mehr verloren.
Bei uns im Dorf ist es noch intakt. Da gibt es noch ein echtes Miteinander: Wir haben hier viele Vereine, die Feste und sonstige Veranstaltungen organisieren. Aber sonst?
Was das verlorene Wir-Gefühl anbetrifft, funktioniert das nicht einmal in unserem eigenen Lande: Jedes fünfte Kind lebt bei uns in Armut. Appelle dagegen, die auch hier oft zu lesen waren, nützen nichts. Nicht einmal eine Mahnung der OECD hat etwas bewirkt. „Kinder sind unser wertvolles Gut!“ oder so ähnliche Phrasen hören wir dauernd von den Politikern, aber ehrlicherweise sollten sie hinzufügen: „… aber wir tun zu wenig für sie.“ Die armen Kinder haben meist keinen PC und sind gegenüber den reichen nun in der Corona-Krise besonders benachteiligt: Sie konnten beim Fernunterricht nicht mitmachen. Wie wäre es denn gewesen, wenn nur ein Fußballer von seinen vielen Millionen nur eine einzige her gegeben hätte für ein Programm, das armen Kindern einen PC stiftet? Der Mann würde quasi heilig gesprochen.
Es ist schon ein trauriges Zeichen, dass schon wieder einmal Millionäre aus verschiedenen Ländern vergeblich höhere Steuern auf ihr Einkommen fordern:
https://kontrast.at/muessen-millionaere-steuern-zahlen-corona/
Und
deshalb habe ich gefunden, dass wir eine völlig neue Partei bräuchten:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/08/02/schaemen-sie-sich-frau-merkel/
Und noch einen ganz anderen Gedanken hatte ich zum Wir-Gefühl bei den Bildern der Corona-Demos: Wie wär‘s denn, wenn man einen Park zum Feiern für die Jugend frei gäbe mit weißen Kreisen zur Markierung der Abstände voneinander und wenn ein Polizeiorchester Musik machen würde um zu zeigen: Wir sind nicht eure Gegner, sondern sind für euch da? In Wacken war doch immer die örtliche Feuerwehrkapelle der Hit.

Warum das „Wir“ nicht mehr funktioniert


Die Spaltung des Volkes nimmt immer mehr zu: in „die da oben“ und „die unten“, in die Absahner und die Ausgenutzten, in die Armen und die Reichen und
in die Abgeordneten und „die Menschen draußen im Lande“.
Wie könnte denn aber nun eine Wiederbelebung des „Wir“ aussehen? Beispielsweise könnte die Kanzlerin oder ein anderer Politiker mal bei den Tafeln vorbei schauen oder sogar den Kochlöffel schwingen unter dem Motto: „Wir haben euch nicht vergessen!“ Aber die Politiker vermeiden es, mit den Folgen ihrer Politik konfrontiert zu werden, wie man früher Aussätzige gemieden hat. Statt dessen reden sie vom „Aufschwung“, der aber unten nicht ankommt, weil er oben abgesahnt wird. Für die Wahlwerbung braucht man Bilder, die gut rüber kommen, und dazu eignen sich Tafeln in den Augen der Politiker nicht. Im meinen Augen schon, denn sie würden etwas wichtiges zeigen: Mitmenschlichkeit.

Unglaublich: „Wir-sind-die-Kirche“-Vorsitzende exkommuniziert

Die Kirche hat Glück, dass sich die Frauenbewegung für sie nicht so recht interessiert. Sonst würde das eine religiöse Revolution auslösen. Man stelle sich vor, die Frauen würden sich zu fröhlichen Eucharistie-Feiern zusammen finden. Dann wären die Kirchen kaum noch halb voll, denn die Frauen sind das frömmere Geschlecht und gehen daher mehr zur Messe als die Männer.
Die Vorsitzende der österreichischen Bewegung „Wir sind die Kirche“, Frau Heizer, hat es nun gewagt, eine private Eucharistie-Feier abzuhalten. Sie wurde daraufhin exkommuniziert, also strenger bestraft als die Missbrauchstäter innerhalb der Kirche.
http://www.salzburg.com/nachrichten/oesterreich/politik/sn/artikel/wir-sind-kirche-vorsitzende-exkommuniziert-107888/
Was ich an dem Ganzen nicht verstehe, ist dies. Nach dem Matthäus-Evangelium hat Jesus gesagt: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Jesus hat nicht gesagt, dass Eucharistie-Feiern nur von einem Priester abgehalten werden dürfen. Im Gegenteil haben sich die Urchristen ganz schlicht zu einer Agape zusammengefunden. Und wenn Gläubige das heute auch mal so halten, dann ist auch Jesus gemäß seinem Versprechen mitten unter ihnen. Wer das bestraft, versündigt sich gegen Gott. Aber die Kirche hat halt Angst, dass noch weniger Menschen zur Messe gehen, und sie macht daher Druck.
Weiter verstehe ich nicht, was das Organ der Katholischen Kirche dazu schreibt:
„Papst Franziskus war dem Vernehmen nach nicht persönlich über das Kommunikationsverfahren informiert. Die Feststellung der Exkommunikation falle in die Zuständigkeit des Diözesanbischofs, hieß es dazu im Vatikan. Da es sich um ein Delikt gegen die Eucharistie handle, habe der Bischof gemäß geltendem Kirchenrecht im Anschluss an eine interne Voruntersuchung die Römische Glaubenskongregation informiert. Diese habe dann festgestellt, dass es sich um einen Fall handle, der gemäß Canon 1379 des Kirchengesetzbuches CIC zur Tatstrafe der Exkommunikation führe. Die Exkommunikation wiederum habe der Bischof dann in der Diözese festgestellt und bekanntgegeben.“
Zunächst einmal glaube ich nicht, dass der Papst nicht informiert war, obwohl dieser explosive Fall im Vatikan behandelt wurde. Aber es ist halt besser, wenn er sich da erst einmal heraus hält, um zu sehen, wie sich der Fall entwickelt: Ist es ein Strohfeuer, das schnell von selbst erlischt, oder ein gefährlicher Brandherd?
Die Begründung der Exkommunikation trifft übrigens nicht zu. Man tut so, als habe sich die Vorsitzende selbst exkommuniziert. Das stimmt nicht, denn die zitierte Bestimmung lautet: „Can. 1379 — Wer außer in den Fällen von can. 1378 eine Sakramentenspendung vortäuscht, soll mit einer gerechten Strafe belegt werden.“
Frau Heizer hat doch nichts vorgetäuscht. Und von einer automatischen Exkommunikation ist in der Vorschrift auch nicht die Rede. Die Kirche hätte also darlegen müssen, warum sie eine Exkommunikation für angebracht hielt in einem Fall, der durchaus dem Willen Jesu entsprochen haben dürfte.

Ich habe mir die Vorsitzende von“„Wir sind die Kirche““ ganz anders vorgestellt nämlich so, wie halt die Frauen in Spitzenpositionen häufig sind. Sie machte aber auf mich einen eher zarten und verletzlichen Eindruck und bedürfte der Unterstützung. Wie wäre es denn, wenn sich die Katholiken mit ihr solidarisieren würden? Sie könnten eine Unterschriften-Aktion organisieren, in der sie erklären, dass sie nicht einer Kirche angehören wollen, die eine private Messfeier mit der Exkommunikation bestraft, aber den Missbrauchstätern in ihren Reihen ein solches Schicksal erspart?
Eindrucksvoll wäre es auch, wenn die Frauen eine Wallfahrt nach Rom organisieren und den Papst auffordern würden, die Exkommunikation zurück zu nehmen. Die Aufmerksamkeit der Medien wäre ihnen sicher. Der Papst hat sich ja vorsichtshalber nicht zu dem Fall geäußert und sich so alle Möglichkeiten offen gelassen. Er hat wohl erkannt, welche Brisanz in dieser Geschichte liegen könnte.
Auch eine Schneeflocke kann eine Lawine auslösen. Und Luther hat mit seinem völlig berechtigten Protest gegen den Ablasshandel eine Kirchenspaltung ausgelöst.
Noch eine Bemerkung: Die Frauen haben sich den Zutritt zu den früher reinen Männerorganisationen verschafft: zur Feuerwehr, zur Bergwacht… Mir fallen nun nur noch zwei Institutionen ein, die Frauen nicht haben wollen: die Burschenschaften und die Priesterschaft der Katholischen Kirche. Eine seltsame Verbindung!