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Sind Verschwörer Idioten?

Querdenker sind nach offizieller Lesart Idioten – oder milder ausgedrückt nach Schäuble: Menschen die mehr denken sollten.
Ich bin zwar kein Querdenker, aber verunsichert. Ich frage mich bei manchem, was ich lese: Ist das nun wahr oder Fake? Was ist richtig und was ist falsch? Warum?

Nehmen wir einmal dieses Beispiel:
https://corona-transition.org/auf-der-ganzen-welt-explodiert-die-zahl-von-todesfallen-nach-impfkampagnen
Da wäre es doch schön, wenn sich die Politik einmal mit solchen Thesen auseinander setzen würde. Auch Anne Will und Maybritt Illner befassen sich nicht mit so heißen Eisen. So sind wir Verunsicherten allein gelassen.

Herr Schäuble, helfen Sie uns! Wir sind Menschen, die zu dumm sind zu merken, wieso die angeblichen Idioten tatsächlich Idioten sein sollen. Erklären sie uns das doch bitte einmal. Aber kommen Sie nicht mit der üblichen These, dass die überwiegende Zahl der Wissenschaftler…
Dazu steht in meinen Aphorismen:

Die Wahrheit ist nicht mehrheitsfähig.

Und wenn Sie das mir nicht glauben, lassen Sie es sich von Bertrand Russel sagen:

Auch wenn alle einer Meinung sind, können sie alle Unrecht haben.

Als Verunsicherter habe ich noch eine Frage: Wenn nun die Zahl der Krankenhauseinweisungen nicht dramatisch hoch ist: Kann nicht vielleicht auch einmal der Zeitpunkt erreicht werden, an dem die Delta-Variante auch nicht gefährlicher ist als die Hongkong-Grippe, die wir ohne Lockdown überstanden haben?

„Was gilt Ihr Wort noch, Herr Scholz?“

Was gilt Ihr Wort noch. Herr Scholz?“
So lautete eine Frage bei der Sendung von Anne Will. Ich sehe mir diese Sendungen zwar nicht an, nehme aber Anstoß an der Fragestellung.
Wenn jemand etwas sagt oder etwas verspricht, so sind das zwei völlig verschiedene Sachverhalte. Natürlich muss man das, was man versprochen hat, auch halten. Man muss aber nicht unbedingt zu dem stehen, was man einmal gesagt hat. Oft ist es nämlich ein Zeichen von Sturheit, wenn jemand seine Meinung nicht ändern will. Was hätte auch eine politische Diskussion für einen Sinn, wenn keiner von dem abrücken will, was er einmal geäußert hat. Auch ist es ein Zeichen von Reife, wenn jemand eingesteht, sich geirrt zu haben.
Um nun auf Herrn Scholz zu kommen: Es ist typisch für unser vergiftetes Klima, dass politische Gegner Herrn Scholz als wortbrüchig bezeichnen. „
Wortbrüchig“ bedeutet nach Duden: abtrünnig, treulos, ungetreu, untreu; (bildungssprachlich) illoyal, perfide. Man stellt also Herrn Scholz als charakterlich minderwertig hin nur, weil er jetzt etwas anderes tut, als er ursprünglich einmal gesagt hat.
Sogar für jeden Vertrag gilt die „Clausula rebus sic stantibus“: Wenn also sich die Verhältnisse ändern, muss unter Umständen etwas anderes gelte
n als vereinbart. Umso mehr muss das gelten, wenn jemand etwas geäußert hat.
Wenn Herr Scholz sich also im Hinblick auf die
ständig schlechter werdenden Umfragewerte der SPD entschlossen hat, sich nun doch um den Parteivorsitz zu bewerben ungeachtet der Doppelbelastung, der er sich aussetzt, so verdient das Respekt. Schäbig ist es, ihn deswegen als Wortbrüchigen hinzustellen.