Schlagwort-Archive: Welterschöpfung

Ist das alles noch normal?

Was ist eigentlich normal? Die meisten werden den jetzigen Zustand als den normalen empfinden. Aber wenn man so alt ist wie ich, stellt man fest: Wir sind wir heute nicht mehr normal:

Wie wir das Maß der Normalität verloren haben, zeigt sich bei der Unfähigkeit der EU, die ungeliebte Uhrumstellung zu beenden. Da streitet man darüber, ob dauernd die Winterzeit oder die Sommerzeit gelten soll. Dabei wäre die Lösung ganz einfach: Es muss natürlich die Normalzeit gelten. Das ist die, in der die Sonne um 12 Uhr im Zenit steht. Aber „normal“ ist heute eben nicht mehr selbstverständlich.

Für mich sieht das normale Leben so aus, wie wir es früher gelebt haben:
Da gab es
> kein Plastik,
> keine Chemie in den Nahrungsmitteln,
> kein Artensterben,
> keine Massentierhaltung,
> keine Überdüngung der Gewässer,
> keine Nitratbelastung des Grundwassers,
> keine riesigen Gewerbegebiete,
> keinen gewaltigen Flächenverbrauch,
> keine Outletcenter, die die Innenstädte veröden lassen,
> keine Welterschöpfung, denn man verbrauchte nur so viel Ressourcen, wie sich wieder erneuern konnten,
> keinen Klimawandel,
> keine ständige Bedrohung der Natur,
> keinen Umweltschutz (den brauchte man nicht),
> keine Pandemie, denn es gab keine Globalisierung,
> keine prekären Arbeitsverhältnisse, sondern das Einkommen des Mannes reichte aus, um seine Familie zu ernähren und in einer Wohnung in der Stadt zu leben,
> kein Flüchtlingsproblem,
> keine ständige Bedrohung durch den Terrorismus,
> keine Schießerei in Schule oder Uni, obwohl wir Buben nach dem Kriegsende über genügend Waffen verfügten, die von den deutschen Soldaten einfach weggeworfen worden waren,
> keine Kriegsgefahr …

Das war für mich ein normales Leben. Heute führen wir ein Leben, das auf die Dauer so nicht weiter gehen kann. Wir „fahren den Karren an die Wand“ – und zwar sehenden Auges.
https://autorenseite.wordpress.com/2021/10/13/sehen-sie-das-auch-wir-stossen-ueberall-an-unsere-grenzen/

 

Mein Topbeitrag

WordPress zeigt einem ja immer eine Statistik an. Und die finde ich immer sehr interessant. Gerade wundere ich mich darüber, dass ein Beitrag aus dem Jahr 2016 am meisten gelesen wird:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/11/05/wir-waren-frueher-gluecklich-aber-ganz-anders/
Ebenso erstaunlich fand ich, dass gerade so etwas Ausgefallenes wie das „Herodesprinzip“ zuvor einen Spitzenplatz einnahm.
Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

Heute ist eigentlich der autofreie Tag – der internationale World Car Free Day

Heute ist der autofreie Tag und keiner kümmert sich darum. Dieser Tag wurde während der Ölkrise ins Leben gerufen und ist inzwischen in Vergessenheit geraten. Dabei sollten wir uns einmal Gedanken darüber machen, dass der Welterschöpfungstag in jedem Jahr weiter nach vorne rückt. Irgendwan „fahren wir den Karren an die Wand“.

Die neue deutsche Sprache

Wir leben in einer Zeit, in der man die Dinge nicht beim Namen nennen darf. Die Gutmenschen in unserem Lande sind zu einer mächtigen Organisation geworden und wachen darüber.
Kein Politiker, ausgenommen AfD-ler, würde sich nun noch trauen, das Wort „Vaterland“ in den Mund zu nehmen. Stattdessen spricht man von „Heimat“, was doch so schön gemütlich nach alten Heimatfilmen klingt.
Auch von der „Muttersprache“ hören wir nichts mehr, denn das würde gleich als Rassismus gedeutet.
Das jüngste Beispiel der schönfärberischen Wortwahl erlebten wir gestern: Da war der „Welterschöpfungstag“. Das klingt nun allerdings zu ehrlich nach dem baldigem Ende einer Welt, auf der sogar schon der Sand zur neige geht:
https://www.sn.at/panorama/international/wenn-inseln-verschwinden-der-erde-geht-der-sand-aus-37190128
Daher hat man den Tag umbenannt in
„Erdüberlastungstag“. Das hört sich doch harmloser an als die frühere Bezeichnung. Was heißt schon „Überlastung“ in einer Zeit, in der sich die meisten Menschen überlastet fühlen.
Damit Sie sich mit dem heutigen Sprachgebrauch im politischen Leben auskennen, habe ich für Sie dieses Lexikon geschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/lexikon-des-politischen-sprachgebrauchs-und-des-sonstigen-geschwafels/

Wie haben wir damals so leben können?

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Ich rede nicht von der Kriegszeit, als meine Heimatstadt Kiel schlimmer aussah als Aleppo. Nein, ich denke an die Zeit des Wirtschaftswunders und an später:
Damals hatte noch kaum einer ein Auto. Die Münchner fuhren mit Bahn und Bus zum Skifahren. Am Hauptbahnhof waren alle Gleise voll von Zügen, die in die verschiedenen Skigebiete fuhren, und der Jakobsplatz konnte kaum die Busse fassen, die noch zusätzlich eingesetzt waren. War das ein fröhliches Treiben überall schon in aller Früh!

Eine Tante hatte damals in Palling, einem kleinen Dorf mit 3600 Einwohnern, den einzigen Lebensmittelladen, den sie mit ihrer Tochter und einer Verkäuferin betrieb. Wie sie das geschafft hat, die Bevölkerung zu versorgen, wo heute ein EDEKA- und ein REWE-Supermarkt tätig sind, ist mir rückschauend ein Rätsel. Damals waren die Waren noch nicht so verpackt wie heute: Kaffee, Zucker usw.: alles musste in Tüten gefüllt und abgewogen werden. Und es klappte hervorragend.

Als ich im Jahr 1965 heiratete, gab es München im Tal mehrere Möbelgeschäfte, wo man einkaufte. Heute gibt es in der Stadt ein Land des Wohnens und im Stadtrandbereich mehrere Möbelgroßmärkte, die alle gut besucht sind. Da frage ich mich oft, wie konnte das früher funktionieren? Ein Grund ist sicherlich, dass man sich damals die Möbel fürs Leben kaufte und noch nicht die Wegwerfmentaltät hatte, die viele Menschen „zwingt“, sich von Zeit zu Zeit der Mode entsprechend neu einzurichten.

Und was die Kleidung angeht, so konnte man sich etwas Neues nur leisten, wenn die alte verschlissen war.
Ach, so vieles war damals ganz anders. Aber ich glaube, dass wir glücklicher waren als die Menschen heutzutage. Wenn ich manchmal an früher zurück denke, meine ich, dass uns heute etwas mehr Einfachheit und Bescheidenheit gut täte. Unsere Umweltbilanz war damals ausgeglichen, d.h.: wir verbrauchten so viel, wie sich regenerieren konnte. Aber um unseren heutigen Lebensstil beibehalten zu können, bräuchten wir 1 1/2 Erden: https://autorenseite.wordpress.com/2015/08/13/heute-welterschoepfungstag-20701835/

Plastik ist wie eine Hydra

Die Hydra war jenes Ungeheuer aus der griechischen Mythologie, dem gleich mehrere Köpfe nachwuchsen, wenn man ihm einen abschlug. Mit dem Plastik scheint es ähnlich zu sein: Wenn man den Einsatz von Plastik an einer Stelle reduziert, wird an anderen Stellen umso mehr verbraucht. Ein Beispiel sind die Einkaufstüten aus Plastik. Sie sollen auf freiwilliger Basis aus dem Verkehr gezogen werden. Aber wenn das nichts nützt, soll ein Gesetz erlassen werden. Damit streut man den Menschen Sand in die Augen, weil man durch diese Aktion den Eindruck erweckt, dass man etwas tut. Nur ist das viel zu wenig. Inzwischen lagert die Landwirtschaft das gemähte Gras nicht mehr im Heuboden oder in einem Silo, sondern sie verpackt es dick in Plastik.

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Wenn ich mir das so anschaue, schätze ich, dass durch diese Art von Landwirtschaft etwa genauso viel an Plastik mehr verbraucht, wie man durch ein Verbot der Plastiktüten einsparen könnte. Aber was ist sonst noch alles an neuem Verbrauch von Plastik hinzu gekommen! Immer mehr Menschen trinken ihrem Kaffee nicht mehr gemütlich in einem Café, sondern rennen mit einem Coffee-to-go durch die Stadt. Und die neuen Kaffeemaschinen muss man mit Kaffeekapseln aus Plastik füttern. Die produzieren  5 000 Tonnen Plastikmüll, also etwa 500 Müll­wagen voll.
Vieles spielt sich ja im Verborgenem ab. Wenn in Waschmaschinen statt Stahlzahnrädern solche aus Plastik verwendet werden, hat man damit eine Verschleißstelle eingebaut, die nach einigen Jahren eine Neuanschaffung notwendig macht, die natürlich auch viel Plastik enthält. So gäbe es noch viele Beispiele dafür, dass der Hydra Plastik ständig neue Köpfe wachsen. Und wenn dann im nächsten Jahr der Welterschöpfungstag wieder im Kalender nach vorn rückt, zucken die meisten die Schultern und sagen sich, das sei eben unvermeidlich – oder um ein Wort der Kanzlerin zu benutzen: „alternativlos“. Aber unsere Generation hat gelebt, ohne die Welt zu erschöpfen. Und sie hat es besser gehabt:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/09/frueher-war-alles-besser/