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Schnee im Juli – hat es alles schon gegeben

Schnee im Juli? Das können wir uns in dieser Hitzeperiode gar nicht vorstellen. Und doch hat es so was schon gegeben:
Als alter Bergsteiger habe ich schon allerhand erlebt. Ich habe Mitte Juli Geburtstag und als ich in den 80-er Jahren 50 Jahre alt wurde, wollte ich diesen Tag unbedingt in der Zeller Höhle mitten in der Watzmannostwand feiern. Gesagt – getan! Mein Partner und ich kletterten am späten Nachmittag hinauf zur Höhle. Es war drückend schwül und wir sahen in der Ostwand nicht, was sich im Westen zusammen braute. Kaum saßen wir auf dem warmen Fels vor der Höhle und hatten es uns beim Schein einer Kerze gemütlich gemacht, da spürte ich eine Schneeflocke auf meinem Arm. Ich sagte dies zu meinem Partner und der erwiderte: „Du spinnst!“
Aber dann kam es knüppeldick. Es schneite wahnsinnig und ich dachte an das schwere Unglück, das Bergkameraden ereilt hatte:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/startseite_artikel,-schwarzer-tag-am-watzmann-vor-100-jahren-sterben-fuenf-bergsteiger-nach-durchsteigung-der-ostwand-_arid,710461.html
„Nix wie weg!“ haben wir gesagt und haben uns abgeseilt und dann glücklich den Weg durchs untere Schrofengelände hinter uns gebracht.
Am nächsten Tag waren wir die Sensation von Berchtesgaden: Alle wollten die beiden sehen, die angeblich noch in der tief verschneiten Wand hängen sollten.

Noch einmal habe ich im Gebirge einen Katastrophenschneefall erlebt: Das war zur Zeit der Dachsteinkatastophe. Wir (die Jungmannschaft des AV Kiel) waren zur selben Zeit in den Hohen Tauern unterwegs und sind auch von dem unglaublichen Schneefall überrascht worden. Im Nu lag 1 m Schnee und die Kühe auf der Wiese brüllten vor Angst. Wir entschlossen uns, nicht den weiten Weg zurück ins Tal zu nehmen, sondern weiter zur Hütte aufzusteigen. Inzwischen lag der Schnee so hoch, dass er mir bis zur Brust reichte. Man konnte nicht mehr aufrecht gehen, da man dann den Schnee vor sich zu einer Wand zusammendrückte. Der erste musste also kriechen und der Rest der Mannschaft folgte. Wir arbeiteten exakt mit Kompass und Höhenmesser und ich sagte, wir könnten die Hütte nicht verfehlen, weil die auf einem Grat liegt. Wir könnten dann nach links und rechts ausschwärmen und die Hütte finden. Wie wir noch so redeten, sagte jemand: „Ich rieche Essen!“ Und noch jemand stimmte zu. Und als der Wind und das Schneetreiben den Nebel ein wenig lichteten, sahen wir, dass wir auf der Terrasse der Hütte standen. Gab das ein Hallo! Die Hüttenwirtin gab unseren Mädchen trockene Kleider von sich, und so gab es eine große Gaudi mit den verkleideten Mädchen, die sich dem Leben wieder geschenkt fühlten.

 

So schön war’s heute

„Da Summa is umma…“ Auf dem Watzmann liegt schon der erste Schnee.


Der Hochkalter nebenan ist niedriger und frei von Neuschnee. Der kleine weiße Fleck ist alles, was vom Blaueisgletscher noch übrig ist. Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass wir dort früher mehrfach am 17. Juni noch Ski gefahren sind.

So schön war’s heut am Berg


Noch im Dunklen bin ich los gegangen. Im Watzmannhaus war schon Licht, wie man in der Scharte sieht.


Dann streifte das erste Morgenlicht nur die Gipfel von Watzmann und Hochkalter.


Bei Sonnenaufgang am Berg lag das Tal noch im Schlaf (Nebel).
Nach der Tour war ich im Thumsee beim Baden (schön kalt). Da herrschte schon um 8.00 Uhr Hochbetrieb, weil die Parkplätze knapp sind.

„Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land.“ (Ganghofer)