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Wiedervereinigung war verfassungswidrig

Warum ist sollte der heutige Gedenktag der Wiedervereinigung eher ein Trauertag sein?

Das Grundgesetz ist eine der ganz wenigen Verfassungen, über die das Volk nie abstimmen durfte. Es hieß dort zwar: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Aber haben Sie vielleicht abstimmen dürfen? Die DDR wurde einfach in die BRD einverleibt, um nicht zu sagen: okkupiert. Das war eine Respektlosigkeit gegenüber den ehemaligen DDR-Bürgern. Und auch wir Bürger der BRD hätten einmal Gelegenheit gehabt, ein paar Ideen in die Verfassung einzubringen.
Das Verfassungsgericht hat allerdings gemeint, wir hätten durch die Teilnahme an der Bundestagswahl dem Grundgesetz zugestimmt. Das ist etwa so, als würde man behaupten, die Juden hätten durch die Wahl des Lagerältesten den KZs zugestimmt. (Am Extrem kann man erkennen, ob eine Argumentation zutrifft.)
Wie viele Ostdeutsche wären wohl der Wahl fern geblieben, wenn sie gewusst hätten, dass ihrer Stimmabgabe vom Verfassungsgericht eine solche Bedeutung beigemessen würde.
Die traurige Wahrheit ist:  Das Grundgesetz wird sowieso ständig missachtet.

Polen nun gespalten? Und Deutschland?

Mein Senf dazu:

Es ist ja seltsam, wie ein Wort plötzlich die Runde durch alle Medien macht. Zur Wahl in Polen hört man von überall her, das Volk sei nun tief gespalten. Na und? Ist nicht auch unser Volk „tief gespalten“? Auch bei uns lehnen viele die Ehe für alle ab oder auch die Flüchtlingspolitik. Ist es aber angebracht, deshalb von Spaltung zu reden? Das ist halt die Pluralität der Meinungen, die man ertragen können sollte, ohne daraus ein Drama zu machen.

„Kretschmer, verpiss dich!“

„Kretschmer, verpiss dich!“ Das schrie man dem Ministerpräsidenten entgegen, als er mit Demonstranten sprach, die gegen die Corona-Maßnahmen protestierten. Der Bundestagspräsident hat ihm für seinen Auftritt zu Recht ein großes Lob gezollt.
Was bei uns schief läuft ist nämlich dies: Das Volk spaltet sich immer mehr in „die da oben“ und diejenigen, die ausrufen: „Wir sind das Volk!“ Wie anders würde sich dieses Volk verhalten, wenn beispielsweise die Kanzlerin eine Politik nach dem Motto verfolgen würde:
„Ich bin eine von euch!“
Ich habe sie schon ja bei der Flüchtlingskrise aufgefordert, sich ein Bild von der Lage zu machen, indem sie mal einen Tag in der Bahnhofsmission mit anderen für die Flüchtlinge kocht.
Heute würde ich sie mal gerne einen Tag lang bei einer Tafel sehen und würde lieber hören, was sie dort sagt als in ihrer Weihnachtsansprache. Aber das gäbe halt keine so schönen Bilder wie der Empfang der Sternsinger im Kanzleramt.

Merkel ist genial

Dass die Corona-Krise so schlimme Auswirkungen hat, ist auch eine Folge einer verfehlten Globalisierungspolitik. Schon vor der Krise gab es Warnzeichen: Verschiedene Medikamente, auch lebenswichtige, waren auf einmal nicht mehr erhältlich, weil deren Produktion ins Ausland verlagert war. So war es auch kein Wunder, dass Atemschutzmasken und Schutzkleidung bei Ausbruch der Corona-Krise nicht in aus reichendem Maße zur Verfügung standen, was mancher vom Krankenhauspersonal mit dem Leben bezahlte.
Ein weiterer Fehler der Globalisierungspolitik war, dass man zunächst nicht daran dachte, den Reiseverkehr einzuschränken: Die Wirtschaft behielt zu lange den Vorrang vor dem Leben.
Aber von solchen Fehlern ist im Mainstream weniger die Rede, denn nun geht es darum, mit der Krise fertig zu werden. Und da sind die Deutschen schwer beschäftigt mit der Beachtung der Verhaltensregeln. Und im Zuge dieser Beschäftigung vergisst das Volk, nach den Ursachen und Fehlern zu fragen.
Das ist Diversionspolitik: Man richtet den Focus in eine Richtung, um anderes vergessen zu lassen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/02/merkels-erfolg-die-deutschen-sind-zufrieden/
So ist das Volk immer recht zufrieden.
Wenn ich allerdings weniger zufrieden bin, so muss ich doch der Regierung eines zugestehen: Deutschland zählt am Ende wohl zu den Ländern, die am besten durch die Krise gekommen sind: „Unter den Blinden ist der Einäugige König.“

Eigentlich sollten die Politiker ja den Willen des Volkes umsetzen


Aber sie sind dazu unfähig, auch wenn das ganz einfach
und vernünftig wäre:
Zum Beispiel will das Volk, dass die Zahl der Abgeordneten verringert wird. Es kann doch nicht sein, dass unser Land, das nur ein Fliegenschiss auf dem Globus ist, das zweitgrößte Parlament der Welt hat. Aber Abhilfe ist immer noch nicht in Sicht, nur Gerede.
Ähnlich ist es mit dem Schulwesen. Die Eltern wollen, dass es vereinheitlicht wird. Es ist nämlich e
iner der Fehler des Grundgesetzes, dass die Kultur Ländersache ist. Man hat mit dieser Regelung die Länder stärken wollen, um eine Wiederholung der Weimarer Republik zu vermeiden. Die Folge davon ist, dass jedes Land sein eigenes Abitur ablegen lässt. Das hat zum einen den Nachteil, dass die Abiturnoten nicht vergleichbar sind. Zum anderen sind die Schüler arm dran, die umziehen müssen. So soll ein Bremer, der nach Bayern umzieht, einen Rückstand von2 ½ Jahren haben.
Aber bei den Schulnoten erleben wir eine Inflation von Bestnoten: Es gibt eine Schwemme von Einser-Abiturienten, denn überall möchte man seinen Schülern die besten Startchancen geben. Damit dieser Unfug aufhört, sollten
wir doch ein Zentralabitur für ganz Deutschland einführen. So etwas funktioniert ja auch in anderen Ländern. Die Deutschen wünschen sich schon lange ein Zentralabitur, aber die Politiker sind unfähig, das umzusetzen. Sie brauchen ja ihre Kulturhoheit nicht aufzugeben, wenn sie sich bei einem Teilbereich ihres Wirkungskreises einigen.
Und noch etwas: Weg mit den aufgeblasenen Institutionen von GEZ, ZDF und ARD! Darüber sollte das Volk einmal abstimmen, um den Politikern Beine zu machen.
Jetzt will die Mehrheit des Volkes Tempo 130, aber die Autoindustrie will das nicht. Es ist bei uns so ähnlich wie in den USA mit der Waffenlobby.
Ja, es gäbe noch vieles, was das Volk gerne hätte, aber die eigenen Interessen der Politiker und die der Lobbys gehen halt viel zu oft vor.
All das überdecken die Politiker, indem sie auf einmal das neue Modewort „Demut“ im Munde führen.

Wiesn: Vom Volksfest zur Promi-Wiesn

                                      Darum feiern wir lieber bei uns dahoam

Das ist nun wieder typisch. Wir lasen als Schlagzeile, dass Jens Lehmann aus einem Wiesnzelt raus geflogen ist. Ursache war, dass die Security Anweisung hatte, alle Besucher ohne Bändchen rauszuschmeißen, denn nur mit einem solchen Bändchen war der Zutritt erlaubt.

Anders ist es jedoch bei „Promis“: Der Wirt und Zelt-Chef Michael Käfer sprach von einem bedauernswerten Missverständnis: Er habe sich dafür entschuldigt, dass seine Security Jens Lehman nicht erkannt und aus dem Zelt gewiesen habe.

Mein Vorschlag: So wie Steckbriefe auf den Polizeirevieren hängen, sollte man Promi-Listen an die Festzelteingänge hängen, damit solche bedauerlichen Missverständnisse nicht wieder passieren und damit auch jeder sieht, dass unser Bundespräsident recht hat, wenn er vor einer Spaltung des Volkes warnt. Plebejer wie Sie und ich gehören halt nicht dazu.
Typisch ist eine Schlagzeile  von heute bei Web.de: „Wiesn ohne Pocher: unmöglich!“ So weit ist das einstige Volksfest herunter gekommen.

 

Die Verblödung des Fernsehens

Was mich interessiert

In Sendungen wie „Leute heute“ sehen wir „Promis“ beim Einkaufen oder im Urlaub. Manchmal wird uns suggeriert, man habe diese sorgfältig geschminkten und gut beleuchteten Leute nur rein zufällig getroffen.
Wie hat man sich das in Wirklichkeit vorzustellen? Winseln die Manager der Prominenten dauernd beim Fernsehen herum, man möge doch mal ihren Schützling vor die Linse nehmen? Und wie ist das mit der Bezahlung? Bekommen die Promis vielleicht noch Geld dafür, dass sie sich filmen lassen?
Eigentlich müssten sie doch für diese kostenlose Reklame bezahlen!
Und noch eine Bemerkung zu diesen Boulevard-Magazinen. Es wäre mal eine verdienstvolle Arbeit, wenn jemand sich hinsetzen und eine Untersuchung darüber anstellen würde, wie sich beispielsweise die Fernsehsendungen von vor 40 Jahren von den heutigen unterscheiden. Da wird man feststellen, dass die informativen und politischen Sendungen weit in den Hintergrund gedrängt wurden durch seichte Unterhaltung. Und so wird das Volk immer mehr verblöden. Und das ist ja auch der Zweck des Ganzen, für das wir sogar dann zahlen müssen, wenn wir gar nichts sehen wollen.
Bezeichnend für die Einstellung der Fernsehproduzenten ist, dass kritische Magazine und Kabaretts immer sehr spät gesendet werden. Da kann man sicher sein, dass sie nicht viel Wirbel machen.

 

Videos von Rezo & Co

Heutzutage ist es weniger wichtig, was gesagt wird als wie es gesagt wird und von wem.“
(H. Pöll)

Nehmen wir einmal an, jemand würde in seinem Blog das schreiben, was ein blauhaariger Protestler in einem Video von sich gegeben hat, dann käme er höchstens auf 100 Besucher. Ich finde, die vielen „Youtuber“ sind eine traurige Zeiterscheinung, denn so verblöden die Menschen immer mehr:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/09/09/wie-wir-verbloeden/
Videos sind zwar eine feine Sache, wenn es wirklich etwas zu sehen gibt: Theater, Kabarett, Natur …
Aber wenn uns jemand etwas erklären will, wäre es viel besser, er täte dies schriftlich: Dann kann man sich aufs Wesentliche konzentrieren und braucht für das Lesen nur einen Bruchteil der Zeit, die man zum Ansehen eines ganzen Videos benötigt. Und man kann Zitate kopieren, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Aber so etwas wollen die „Youtuber“ in der Regel gar nicht. Sie wollen nur einen Haufen Besucher und ein Pauschalurteil wie: „Geil!“
So geht die differenzierte Diskussion immer mehr verloren, die ein wichtiger Bestandteil der Demokratie ist. Die notwendige Sachlichkeit wird durch Emotionen ersetzt und die werden auch von den Parteien geschürt. So kommt es, dass immer mehr Menschen auf die Straße gehen und Polizisten mit Steinen bewerfen. All das hat es früher nicht gegeben.

Heute ist ein trauriger Tag: Der Tag des Grundgesetzes

Warum ist sollte der heutige Tag des Grundgesetzes ein Trauertag sein?

Zum einen wird das Grundgesetz immer mehr missachtet.
Zum anderen ist das Grundgesetz eine der wenigen Verfassungen, über die das Volk nie abstimmen durfte. Es hieß dort zwar: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Aber haben Sie vielleicht abstimmen dürfen? Das Verfassungsgericht hat gemeint, wir hätten durch die Teilnahme an der Bundestagswahl dem Grundgesetz zugestimmt. Das ist etwa so, als würde man behaupten, die Juden hätten durch die Wahl des Lagerältesten den KZs zugestimmt. (Am Extrem kann man erkennen, ob eine Argumentation zutrifft.)
Wie viele Ostdeutsche wären wohl der Wahl fern geblieben, wenn sie gewusst hätten, dass ihrer Stimmabgabe vom Verfassungsgericht eine solche Bedeutung beigemessen würde.

Zitat zum Thema Politik

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

Was ist nur mit der Menschheit los, dass sie sich die Verrücktesten als Führer wählt (Kim und Trump).

H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke.