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Moria: kalte Österreicher und warmherzige Deutsche?

Es sind schreckliche Bilder, die wir auch schon vor dem Brand des Flüchtlingslagers aus Moria gesehen haben. Und sie zeigen uns ein völliges Versagen der EU: Schnelle Asylverfahren und sofortige Rückführung der abgelehnten Bewerber hätten die Katastrophe vermeiden können.
Aber auch nun nach dem Brand zeigt sich die Handlungsunfähigkeit der Politik: Wenn schon die EU über keine schnelle Eingreiftruppe für den Katastrophenfall verfügt, müsste doch Deutschland in der Lage sein, von heut‘ auf morgen gut bewohnbare Zeltunterkünfte und Nahrungsmittel nach Moira zu schaffen. Aber durch die Untätigkeit wächst das Mitleid mit den Flüchtlingen und wir machen uns erpressbar. Wir blenden die von den griechischen Behörden gemeldete Gewalttätigkeit von Flüchtlingen aus, die wohl im Anzünden der Unterkünfte gegipfelt haben dürfte, und sehen mehr auf die Bilder von armen Müttern mit kleinen Kindern, die nun schweres Leid zu ertragen haben.
All das wäre nicht nötig gewesen wenn man jeweils schnell gehandelt hätte. Schlimm! Seehofer wird im Gegensatz zum österreichischen Kanzler seine harte Haltung nicht lange durchhalten können.
Manchmal frage ich mich, wie viele Flüchtlinge wohl kommen würden, wenn es uns wirtschaftlich schlecht ginge. Und manchmal denke ich auch: verkehrte Welt. Da kommen junge Männer als Flüchtlinge aus Afghanistan, während unsere jungen Männer dort unter Einsatz ihres Lebens deren Land verteidigen.

Versagen der Geheimdienste

Gerade ist in Norwegen durch den nun veröffentlichten Untersuchungsbericht klar geworden: Die Behörden haben total versagt.
Das tröstet uns ein bisschen, denn im Fall NSU ist es bei uns nicht anders gewesen.
Auch der größte terroristische Anschlag „Nine-eleven“ in den USA ist nicht aus heiterem Himmel geschehen, sondern hat seine Schatten voraus geworfen: Es war als verdächtig aufgefallen, dass Personen mit ausländischen Wurzeln Flugunterricht nahmen. Nur sind die Meldungen darüber irgendwo in der Bürokratie hängen geblieben und nicht weiter verfolgt worden.
Was lernen wir daraus? Allzu viel Geheimniskrämerei um die Geheimdienste schadet nur. Es verleitet sie zur Selbstherrlichkeit und zur Überschreitung ihrer Kompetenzen. Ein typisches Beispiel ist jene Affäre in Bayern, bei der heraus kam, dass der Verfassungsschutz doch allen Ernstes das Sexualleben des Papstes ausgeforscht hat. Wenn die Leute sich mit so etwas befassen: Was will man dann von ihnen erwarten?