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Sind Deutsche dümmer als andere Völker?

Die Deutschen sind ein merkwürdiges Volk. Sie ertragen brav ein ein Ausbeutungssystem, das in Europa seinesgleichen sucht:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/14/was-ist-der-merkelismus-i-2/
Sind wir dümmer als andere oder haben wir einen Hang zum Masochismus?
Greifen wir ein paar Beispiele heraus:
 
> Die Deutschen müssen demnächst bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten, während unsere Nachbarn in Österreich nur bis 60 im Berufsleben stehen müssen. Ihre Rente ist bei 14-maliger Auszahlung im Jahr um mindestens 400 Euro höher als in Deutschland. 
Das Rentenniveau ist bei uns auf knapp die Hälfte des Nettoeinkommens abgesenkt worden, während es in Italien bei über 93 % liegt, obwohl die Frauen dort schon mit 58 in den Ruhestand treten können.

> In Deutschland wurde der Immobilienmarkt den Miethaien zum Fraß vorgeworfen. Auch Söder hat als Finanzminister eine Masse an Sorialwohnungen verkauft. Österreich hat eine sozialere Politik verfolgt. Daher beträgt die Durchschnittsmiete in Wien knapp 13 Euro pro qm, in München dagegen 22 Euro.
 
> Kein Wunder, dass sich die Deutschen kaum noch eine eigene Immobilie leisten können. Nur die Hälfte der Bevölkerung verfügt über Grundbesitz, während es in Italien drei Viertel sind.

> Auch beim Vermögen stehen die Deutschen traurig da: Sie besitzen durchschnittlich 35.000 Dollar, während die Italiener und Franzosen drei Mal so viel auf dem Konto haben. Was die Verhältnisse in Deutschland aber besonders schlimm macht, ist dies: Die reichsten zehn Prozent besitzen den aktuellen Zahlen des DIW zufolge mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent), während die ärmere Hälfte der Bevölkerung über 17 Jahren nur 1,3 Prozent des Gesamtvermögens hält. Und die Schere zwischen Arm und Reich geht ständig weiter auseinander, ohne dass die Regierung etwas dagegen unternimmt, denn die Reichen stehen bei uns unter Artenschutz.
 
Man sieht also klar, die Deutschen werden immer mehr ausgebeutet. Das macht Frau Merkel mit sanfter Hand, so dass der Abstieg kaum spürbar wird.
Und wenn die Leute – was es in Deutschland noch nie gegeben hat – von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben können, sondern „aufstocken“ müssen, so glauben die Menschen der Kanzlerin offenbar, dass das „alternativlos“ ist.
Wie oft habe ich hier geschrieben: „Deutschland erwache!“ Aber es nützt nichts. Der deutsche Michel schläft weiter.
Der Merkelismus kann sich nur deshalb halten, weil immer mehr Menschen aufgegeben haben und nicht mehr zur Wahl gehen, denn in ihren Augen ändert sich ja doch nichts. Andere wählen aus Protest die AfD. Rechnet man die Nichtwählergruppen und Wähler der Oppositionsparteien zusammen, dann repräsentiert die Regierung bei weitem nicht die Mehrheit der Bevölkerung. Das ist ein Alarmzeichen für die Demokratie.

Unsere unsachliche Debattenkultur


Bei der derzeitigen Pandemie zeigt sich, wie die Unsachlichkeit in den Diskussionen immer mehr um sich greift. Das ist leider nicht nur beim Volk so, sondern auch im Parlament:

Gerade erleben wir, dass das Geld als Corona-Hilfe mit vollen Händen ausgegeben wird. Doch woher das Geld kommen soll, bleibt unklar. Da sind es die üblichen Verdächtigen, die wie Schutzpatrone ihren Schild über die Reichen halten:
> Erbschaftssteuer? Um Gottes willen! Da hört man den Aufschrei: Das Geld ist doch schon versteuert worden. Wieso soll das anders sein als bei den Zinsen? Die stammen ja auch aus bereits versteuerten Einkünften.
> Spitzensteuersatz erhöhen? Geht auch nicht, so hört man den Aufschrei, denn die Reichen zahlen ja sowieso schon mehr Steuern. Darüber, dass wir früher schon wesentlich höherer Spitzensteuersätze hatten, redet keiner mehr.
> Vermögenssteuer? Gift für die Wirtschaft! Wieso eigentlich? Es kommt doch auf die Ausgestaltung an: Niemand will Betriebe kaputt besteuern.

Einst waren es die Unternehmen, die im wesentlichen den Staat unterhalten haben. Heute hängen sie wie Schwerkranke am Tropf von Subventionen  und der Normalbürger trägt nun mit seiner Einkommenssteuer die Ausgaben des Staates einschließlich der Subventionen. Was dabei heraus kommt, ist dies: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und der Mittelstand rutscht in die Unterschicht ab. Haben Sie jemals etwas darüber gehört. wie man diesen Trend grundsätzlich umkehren will? In diesem Staat ist es unmöglich, die Reichen mal ein bisschen ärmer zu machen, anstatt ihren Reichtum zu fördern. Das ist „alternativlos“ wie so vieles in diesem erstarrten Staat.
Wenn nun bei der Bundestagswahl die AfD wieder viele Stimmen erzielt, so stammen diese wohl weniger von Leuten, die das Programm dieser Partei gut finden, sondern es handelt sich sicherlich eher um Protestwähler. Und wenn die Politik so weiter macht, wird das Protestpotenzial immer größer, besonders auch auf der Straße. Der Sturm aufs Kapitol hat gezeigt, dass die Sicherheitskräfte des Staates vielleicht einmal nicht mehr ausreichen, um solchen Vorkommnissen entgegen zu treten.
Das sollten sich die Abgeordneten in ihrem Wolkenkuckucksheim einmal vor Augen halten. Wenn jemand den Staat kaputt macht, sind eher sie es als die Reichsbürger & Co.

 

Schlimme Nachricht (Merkelismus pur)

„Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“
(Shakespeare)

Falls Sie nicht wissen, was Merkelismus ist: Machen Sie die Augen auf! Sie leben in einem Staat, in dem dieses Prinzip herrscht:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/01/11/der-merkelismus-oder-das-reichtumsfoerderungsprinzip-raubtierkapitalismus/
Die augenfälligste Erscheinung des Merkantilismus ist, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer.
Gerade öffnet uns wieder ein Bericht von Oxfam die Augen: Demnach sind im letzten Krisenjahr die Reichen um 35 % reicher geworden, während aus dem schlichten Volk viele ihre Existenz verloren haben oder vom Kurzarbeitergeld leben mussten.
Das ist nun schon die zweite Krise, die zu einer gewaltigen Umschichtung der Vermögen geführt hat. Bei der Finanzkrise verloren viele ihre Alterssicherung, weil die Banken gerettet werden mussten:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/30/egoismus-der-alten-forts/
Und nun geht es ans Vermögen der Bürger. Ja, die Blutsauger sind unter uns:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/10/13/blutsauger-sind-unter-uns/
Und was tun die Sozis dagegen? Sie rühmen sich, weil sie den „hart arbeitenden Menschen draußen im Lande“ ein paar Kröten mehr gönnen, sprich: den Mindestlohn etwas erhöhen.
Da wundern sich die Politiker, wenn Verschwörungstheorien aufkommen und der Extremismus zunimmt. Sie haben nichts verstanden.

Der Merkelismus oder das Reichtumsförderungsprinzip („Raubtierkapitalismus“)

Mit dem Merkelismus habe ich mich hier schon öfter befasst:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/14/was-ist-der-merkelismus-i-2/
Nun hat das DIW in einem Bericht beschrieben, wie die Vermögensverteilung in Deutschland aussieht:
„Die reichsten zehn Prozent besitzen den aktuellen Zahlen zufolge mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent), während die ärmere Hälfte der Bevölkerung über 17 Jahren nur 1,3 Prozent des Gesamtvermögens hält. Das oberste eine Prozent besitzt 18 Prozent des Gesamtnettovermögens – so viel wie die unteren 75 Prozent zusammen.“
In kaum einem anderen Land bestehen so krasse Unterschiede. Das sind die Folgen einer Reichtumsförderungspolitik, die ihre Wurzeln schon in der Währungsreform hatte, als die einen ihre Vermögenswerte 1:1 hinüber retten konnten und den anderen nur ein Zehntel davon übrig blieb. Das hat man damals aber als „alternativlos“ hingenommen, denn dann gab es das Wirtschaftswunder. Aber seitdem geht die Schere zwischen arm und reich ständig weiter auseinander.
Die ständige Regierungspolitik, die im Merkelismus gipfelt, hat den „Baubtierkapitalismus“ als Wirtschaftsform eingeführt: Die hemmungslose Geldgier, die unter dem Schutz der Politik um sich greift, ist die Ursache dafür, dass die Reichen immer reicher wurden und die Armen immer ärmer. Müssen Topmanager wirklich durchschnittlich das 53-fache ihrer Angestellten verdienen? Das Missverhältnis der Einkommen reicht bis zum 432-fachen.
https://autorenseite.wordpress.com/2020/11/10/der-andere-gefaehrlichere-klimawandel-der-gesellschaftliche/
In den 60-er Jahren verdienten die Manager „nur“ das 16-fache ihrer Angestellten und Arbeiter. War das nicht mehr als genug?
Wäre es nicht endlich Zeit, diese Entwicklung umzukehren?
Ja, wir brauchen etwas, was die CDU als „Neiddebatte“ diffamiert.
„Die da oben“ wundern sich, dass das Protestpotenzial immer größer wird und sogar zum Sturm auf die Parlamente ansetzt. Sie verstehen  nicht, dass das die Früchte ihrer Politik sind. Das Schlimme ist ja, dass der derzeitige Zustand nur ein vorübergehender in einem schlimmen Gesamttrend ist, der im Extrem zur völligen Versklavung führt. Die Zunahme der prekären Arbeitsverhältnisse zeigt, wohin die Reise geht.

„Staatstragende“ Sommerinterviews in ARD und ZDF

Unter diesem Titel habe ich schon einmal die mangelnde Neutralität der Fernsehinterviews beklagt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/07/20/staatstragende-sommerinterviews-in-ard-und-zdf/
Auch bei dem Interview mit dem Linken-Chef Riexinger ging es nicht fair zu. Wie bei der AfD griff Kröhl bei der Linken extreme Äußerungen von Mitgliedern auf um der gesamten Partei Hass gegen die Reichen vorzuwerfen; Dabei war doch wohl der Spruch vom Erschießen der Reichen sarkastisch gemeint. Verfährt man nach dieser Methode Kröhl, so könnte man in Deutschland rechtsextreme Vorfälle und Sprüche aufgreifen und behaupten, Deutschland sei ein Nazi-Land.
Das eigentliche Anliegen der Linken wurde abgewürgt:
Sie wollen die Reichen stärker besteuern und für mehr Gerechtigkeit sorgen.
Dabei lässt K
röhl unter den Tisch fallen, dass viele Reiche nun auch wieder wie bei der Finanzkrise selbst eine stärkere Besteuerung fordern:
https://kontrast.at/muessen-millionaere-steuern-zahlen-corona/
Stattdessen lässt er kurz einen Professor zu Wort kommen,
um von ihm die Pläne der Linken als Unsinn bezeichnen lassen. Dabei wäre ein differenzierte Betrachtung angebracht gewesen:
Natürlich hat der Professor recht, wenn er sagt, dass die von der Corona-Krise gebeutelten Unternehme
n nun nicht neue Lasten aufgebürdet bekommen dürfen. Aber wer auf Währungen spekuliert, am Goldpreis verdient oder im Ausland investiert…: Warum sollen solche Leute nicht etwas mehr von ihrem Einkommen abgeben?
Wir hatten nach dem Krieg einmal ein Lastenausgleichsgesetz.
Wäre es nicht an der Zeit. Nun jedenfalls die Schere zwischen arm und reich jedenfalls ein wenig in die andere Richtung zu bewegen, sie also ein bisschen zuzuklappen und wenn es nur bezüglich der Kinderarmut wäre?

Schließlich noch zwei Aphorismen zum Thema:

Hast du schon mal probiert, wie glücklich es machen kann, andere glücklich zu machen?“

Wenn schon der Staat versagt: Wie schön wäre es doch, wenn ein Fußballer von seinem Millionengehalt ein Programm finanzieren würde, das jedem Kind einen PC verschafft.

„Von einer gewissen Höhe an ist ein Spitzeneinkommen Diebstahl an den Beschäftigten.“

Das heißt: Dieser Diebstahl muss durch höhere Steuern oder einen Vermögensausgleich ausgebremst werden. Wussten Sie, dass sich das Einkommen der Manager im Verhältnis zu ihren Mitarbeitern von 1:16 auf bis zu 1:432 gesteigert hat?
https://autorenseite.wordpress.com/2019/10/05/wie-das-wir-in-deutschland-kaputt-gemacht-wurde/
Und muss man ein Linker sein, um so etwas zu bekämpfen?
Um abschließend auf Hern Kröhl zurück zu kommen: So wie er bei der AfD deren Flüchtlingspolitik unter den Tisch fallen ließ, genau so hat er bei der Linken deren Hauptanliegen kaum angerissen. Der Mann ist prädestiniert dafür, Führungsaufgaben bei den Öffentlich rechtlichen zu übernehmen.

Wie sich die Sozis selbst abschaffen


Die neueste Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt, wie sich Deutschland verändert, obwohl die
Sozial-demokratische Partei an der Regierung beteiligt ist:
Die Ungleichheit der Einkommen nimmt noch weiter zu,
die Armen werden immer mehr
und sie werden immer ärmer.
Dagegen nehmen die
sowieso schon viel zu hohen Spitzeneinkommen ständig zu genau so wie die Vermögen der Reichen.
Wenn die Sozis als die Roten bezeichnet werden, so passt das wegen der Schamröte, die sie im Gesicht
tragen müssten.
Deshalb bräuchten wir eigentlich eine neue radikal-sozialistische Partei. Sie könnte nicht nur die entgleiste SPD ablösen, sondern auch die Protestwählerschaft der AfD ansprechen.
Was die Sozis übrigens völlig falsch machen, ist dies: Sie sollten immer wieder klar differenzieren zwischen dem, was sie eigentlich wollen, und dem, was sie nur „zähneknirschend“ in der Regierung durchsetzen konnten.

Blödsinn der Woche

Mein Senf dazu:

„Sollte die SPD tatsächlich vorhaben, alle Unternehmen mit einer Vermögensteuer zu überziehen, wäre das im Ergebnis ein Konzept, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu ruinieren“, sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU). Dümmer geht’s nimmer: Fianzminister Scholz möchte ein System übernehmen, das in der Schweiz bestens funktioniert, warum nicht bei uns? Einfach lächerlich ist es, wenn Füracker gleich den Standort Deutschland gefährdet sieht.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sagt ja dazu: „Fakt ist, dass kaum ein Land Vermögen so gering besteuert wie Deutschland.“
Ich finde es schlimm, wie unsere Regierungen der verschiendensten Couleurs immer zu den Reichen halten, die sowieso schon völlig abgehoben sind: Das war schon einmal so, als der Spitzensteuersatz gesenkt wurde, was niemals rückgängig wird.
Und bei der Erbschaftssteuer blieben die Reichen auch ungeschoren, wenn Sie ihr Vermögen in einem Unternehmen investiert hatten. Man erzählte den Wählern, man wolle die Firmen nicht durch die Erbschaftssteuer ruinieren.
Aber warum hat man es denn nicht so gemacht: Ein Unternehmen wird im Erbfall voll besteuert, aber die Steuerschuld wird so lange gestundet, bis die Firma zu Geld gemacht wird.
Was hat die Geldgier nur aus unserer Republik gemacht?

Erschreckende Zahlen

 

Heute besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung über 50 Prozent des Gesamtvermögens und besitzt damit mehr Vermögen als die übrigen 99 Prozent der Weltbevölkerung.
So lesen wir es hier:
https://www.oxfam.de/blog/oxfams-zahlen-sozialer-ungleichheit-so-haben-gerechnet
Und weiter heißt es dort: In Deutschland
besitzt das reichste Prozent der Bevölkerung knapp ein Drittel des Vermögens; 2008 waren es noch 22 Prozent. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Vermögensverteilung bei uns besonders ungleich.
Das
Erschreckende an diesen Zahlen ist nicht nur die Vermögensverteilung an sich, sondern die Tatsache, dass die Reichen immer reicher werden. Es ist also ein dynamischer Prozess. Die Reichen sind mit ihrem Vermögen in der Lage, die gesamte Wirtschaft auf der Welt zu beeinflussen. Sie spekulieren gegen Währungen. Und sie beuten den ärmeren Teil der Menschheit aus. Dies System hat so langsam schon den Charakter einer Versklavung angenommen: Während früher bei uns ein Mann seine Familie versorgen konnte, sind hierfür heute normalerweise zwei Personen nötig: Mann und Frau.
Nun schauen Sie sich mal das Ergebnis der Sondierungsverhandlungen an: Es gibt ein paar Bonbons für die Mittel- und Unterschicht, aber einen Ansatz zum Abstoppen der Vergrößerung des Reichtums zeichnet sich nicht ab. Wäre es wirklich eine Katastrophe, wenn wir allmählich zu einer prozentualen Vermögensverteilung zurückkehren würden, wie wir sie vor 19 oder 20 Jahren hatten? Aber daraus kann nichts werden, denn die Sozis haben ihre Partei kaputt gemacht.

Wir waren unermesslich reich

Geld

Über einen Zweig unserer Familie existiert eine Chronik, die bis in den 30-jährigen Krieg zurück reicht: Damals besaß ein Vorfahr eine Burg in Böhmen. Als er dann mit seinem König in den Krieg zog, der verloren ging, floh er nach England und stellte sich an die Seite Cromwells. Auch da war er auf der Verliererseite und floh nach Frankreich. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Auf und Ab in unserer Familie. Aber es ging bis in die jüngste Zeit so weiter:
Einer meiner Urgroßväter war Lehrer und so arm, dass er nebenher noch als Schneider arbeitete. Aber dafür war einer meiner Großväter offenbar unermesslich reich, wie sich aus seinen Aufzeichnungen schließen lässt. Für ihn war Krupp der „arme Kanonengießer, der immer wieder zu ihm zum Betteln kam“. Und die Münchner Brauereibesitzer waren für ihn „arme Bräuknechte“, die so gut wie nichts fürs Vaterland hergaben. Entsprechendes galt für die Münchner Geschäftsbesitzer, die er „arme Krämerseelen“ nannte. Mein Großvater hatte zur Zeit des 1. Weltkriegs offenbar als hoher Beamter den Spendeneingang für den Staat unter sich. Der brauchte ja seinerzeit viel Geld für die Finanzierung seiner Truppen. Mein Großvater selbst ging als Vorbild voran und gab das ganze riesige Vermögen der Familie her. Er fand, wer später einmal seinen Namen trage, müsse in der Lage sein, sein Leben selbst zu finanzieren und brauche das Vermögen nicht, das ja nur irgendwo auf einer Bank deponiert war. Grundbesitz hatte er nicht, weil er sich nicht darum kümmern wollte.
Nun wird mancher aus heutiger Sicht sagen, dass mein Großvater ein Idiot gewesen sein muss. Aber er hatte einen guten Grund, so zu handeln: Sein Sohn lag im Dreck vor Verdun, wo er später gefallen ist. Mein Großvater meinte daher, er müsse alles tun, um seinem Sohn helfen zu können, so weit ihm dies möglich war. Und da blieb ihm halt nur die Opferung seines Vermögens. Hätte er das nicht getan, hätte er wohl für den Rest seines Lebens Gewissensbisse gehabt.
Heute würde wohl keiner mehr so handeln. Wie die Mentalität heute aussieht, habe ich weiter unten in dem Beitrag „Macht Geld krank?“ beschrieben. Ganz anders dachte mein Vater. Er pflegte immer zu sagen: „Besitz belastet“. Und ich, der ich im Krieg groß geworden bin, bin glücklich damit, dass ich ein Haus besitze, mir ein Auto, Essen und Urlaube leisten kann. Was will ich mehr?

Zum Sonntag: Glaubhafte Kirche?

Jesus wird eigentlich immer in einem ganz schlichten und meist weißem Gewand mit einfachem Hirtenstab dargestellt. Er sagte von sich: „Ich bin der gute Hirte.“ (Johannes 10, 11-16)

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Und was haben die Kirchen daraus gemacht? Oberhirten in goldbestickten Gewändern mit goldenem Hirtenstab.

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Jesus sagte seinen Jüngern: „Steckt auch kein Geld in eure Gürtel, weder Gold, noch Silber, noch Kupfermünzen!“ (Matth.10,9)

Und wie sieht heute seine Kirche aus? Sie ist unermesslich reich:
Das Erzbistum von München und Freising besitzt einen Vermögenswert von etwa 6,3 Milliarden Euro. Und auch das Erzbistum Köln ist viel zu reich, obwohl es sich arm gerechnet hat:
Der Kölner Dom ist mit nur 27 Euro in die Bilanz eingestellt worden. Da staunt man. Aber das mag ja noch angehen, denn er ist unverkäuflich, könnte – so gesehen – also auch mit „0“ bewertet werden. Aber dass die 17.000 Wohnungen des Bistums nur mit 15 Millionen bilanziert werden, stößt einem doch auf. Das macht pro Wohnung 882 Euro. Da würde man gerne eine davon kaufen können. Und was würde Jesus wohl zu seiner reichen Kirche sagen? „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“ Die Kirche wird immer reicher durch Spenden, Vererbung und Kirchensteuer. Die deutsche Katholische Kirche kassiert das Vierzigfache im Vergleich zu Französischen:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/01/14/die-kirche-und-das-geld/
Muss das alles so sein? Und sollte man nicht endlich die Kirchensteuer abschaffen, die rechtlich betrachtet auf sehr schwachen Füßen steht:
Zum einen tat die Kirche so, als stünde ihr diese Leistung „nach göttlicher Anordnung“ und kanonischem Recht zu und so heißt es auch im Konkordat von 1817:

Die Römisch katholische-apostlische Religion wird in dem ganzen Umfange des Königreiches Baiern und in den dazu gehörigen Gebieten unversehrt mit jenen Rechten und Prärogativen erhalten werden, welche sie nach göttlicher Anordnung und den canonischen Satzungen zu genießen hat.“
Zum anderen ist es bei dem Erwerb des später säkularisierten Eigentums der Kirche vielfach nicht mit rechten Dingen zugegangen, wie das Beispiel der Konstantin’schen Schenkung bewiesen hat. Auch bei uns sollen der Kirche nach deren Darstellung  zahlreiche Ländereien von Karl dem Großen vermacht worden sein, aber die moderne Kriminalistik hat die entsprechenden Schenkungsurkunden als Fälschungen entlarvt. Es wäre also Zeit, die Kirchensteuer endlich abzuschaffen, aber die Politiker trauen sich an ein so heißes Eisen nicht heran. Es kostet zu viele Wählerstimmen.