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Die Grundstücksneubewertung klappt nie


Gerade teilt Finanzminister Lindner mit, dass erst ein Drittel der Deutschen die fällige Erklärung zur Grundstücksneubewertung abgegeben hat. Nun soll die Abgabefrist verlängert werden. Aber ob das was bringt? Anscheinend hat er noch nichts von Prokrastination gehört: Viele Menschen neigen eben dazu, das, was sie zu erledigen haben, bis zum letzten Moment aufzuschieben.

Jedenfalls steht für mich jetzt schon fest, dass die vom Verfassungsgericht gesetzte Frist für die Neubewertung der Grundstücke niemals eingehalten werden kann. Ich habe gerade meine Erklärung abgegeben und bei der Bewertungsstelle des Finanzamts nachgefragt, bis wann ich mit dem Ergebnis rechnen könne. Man sagte mir, es dauere schon Wochen, bis meine Erklärung bei der Bewertungsstelle eintreffe und dann dauere die Bewertung Monate. Wenn man also schon bei den wenigen bisher eingegangenen Erklärungen solche Zeitprobleme hat, wie soll das werden, wenn die Erklärungsfrist verlängert wird und der vom Verfassungsgericht festgesetzte Bearbeitungszeitraum bis 2024 schrumpft? Ich sehe schwarz. Und was dann?

Arbeiten bis 70? Warum keine ehrliche Diskussion?

Da werden nun die alten „tollen“ Ideen wieder aufgewärmt:
Die völlig zu Unrecht beneideten Beamten sollen endlich auch in die Rentenversicherung einzahlen. Warum eigentlich nicht? Nur müsste man dann die Beamtengehälter entsprechend erhöhen. Es wäre also ein Nullsummenspiel für den Staat.

Die Diskussion über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit verläuft immer ganz schlicht so: Man sagt den Arbeitnehmern, wie viele von ihnen früher einen Alten zu versorgen hatten und wie viele es heute sind. Da kommt man dann ganz einfach zu dem Ergebnis, dass die Arbeitnehmer halt länger arbeiten müssen, um die „Rentenlast“ zu tragen. Andernfalls müsste man die Renten kürzen bzw. die Beiträge zur Rentenversicherung erhöhen. Da die beiden letzteren Alternativen sehr unpopulär ist und das Alter für viele in weiter Ferne liegt, dreht man halt an der Stellschraube Lebensarbeitszeit.
Das ist nun wieder sehr ungerecht, weil besonders die Arbeitnehmer der unteren Einkommensgruppen kaum jemals so lange arbeiten können. Das Ganze wäre also im Grunde genommen eine Rentenkürzung.
Was aber bei der Diskussion völlig außer Betracht bleibt, ist die Tatsache, dass sich die Produktivität der Arbeitnehmer wesentlich erhöht hat. Ein Beispiel: Wo früher in den Autofabriken Schweißerkolonnen die Fahrzeuge zusammen schweißten, tun dies heute automatische Fertigungsstraßen.
Man darf also nicht einfach bei der Rentendiskussion von der Frage ausgehen, wie viele Arbeitnehmer wie viele Rentner unterhalten müssen, sondern man muss die erhöhte Produktivität mit einbeziehen. Und da muss man darüber diskutieren, wie der Produktivitätsgewinn gerecht verteilt wird. Zur Zeit streichen ihn im wesentlichen die Unternehmer ein.

Gedanken zur modernen Medizin

Die moderne Medizin ist mit Recht stolz darauf, dass sie viele Krankheiten besiegt und dadurch das Leben der Mensch verlängert hat. Nur haben diese Errungenschaften auch zwei bedenkliche Kehrseiten:
Die eine ist die, dass viele Menschen bedenkenlos in den Tag hinein leben in dem Wissen, dass die moderne Medizin schon Mittel und Wege weiß, die Folgen ihres Fehlverhaltens zu beheben.
Das beginnt schon bei den Kindern: Kein Wunder, dass 40% von ihnen infolge Bewegungsmangels Mittel gegen Kopfschmerzen nehmen müssen. Und das geht dann so weiter mit Übergewicht, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit…

Die zweite Kehrseite der modernen Medizin ist die, dass Menschen am Leben erhalten werden, die das sicherlich nicht gewollt haben. Ein Arzt sagte einmal treffend, er müsste sich eigentlich auf die Brust tätowieren lassen: „Bei Schlaganfall nicht wieder beleben!“ Denn wer weiß schon bei einem Notfalleinsatz, was jemand zu Hause in seinem Schreibtisch für einen solchen Fall geregelt hat. Eigentlich müsste es so wie für die Organspender auch ein Zentralregister geben, in dem für jeden festgehalten wird, wie bei ihm in einem solchen Fall zu verfahren ist. Wenn ich so sehe, welches Schicksal viele in meinem Alter (85) haben, dann frage ich mich schon nach dem Nutzen der modernen Medizin, die den natürlichen Tod, der im Körper vorprogrammiert ist, durch den Einsatz ihrer Mittel hinaus schiebt. So liegt nun ein Klassenkamerad seit 6 Jahren blind und dement in einem Pflegeheim und wird dort gefüttert und gewickelt. Aber statistisch gesehen zählt er als Erfolg der modernen Medizin. Sie kann sagen, dass sie das Durchschnittsalter der Menschen wiederum verlängert hat, denn es gibt immer mehr von solchen Fällen.