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Schröders Predigt in der Marktkirche von Hannover

Gestern schrieb ich einen Artikel über das Thema: „Gewissen, Schuld, Verdrängung“ und heute lese ich, was der frühere Kanzler Schröder in seiner Predigt in Hannover gesagt hat. Zunächst einmal: Ich finde es großartig, dass in der protestantischen Kirche auch Laien predigen dürfen. Mich hat berührt, was Schröder sich von der buchstäblich Seele geredet hat. Es ist genau das, was ich in meinem Artikel beschrieben habe, nämlich dass jemand nach seiner Überzeugung das Richtige tut und dennoch sein Gewissen belastet. Schröder erwähnte seine Entscheidungen zu den Bundeswehreinsätzen im Kosovo und Afghanistan: Er hält sie auch heute noch für richtiger als Nichtstun. Aber es belastet sein Gewissen, dass Menschen ums Leben gekommen sind. Er bekennt daher, dass er Schaden an seiner Seele genommen hat.
Und ich stelle mir zwei Fragen: Dürfen wir sehr junge Menschen, die die Folgen gar nicht überblicken, in einen Krieg schicken, in dem sie nicht nur getötet werden können, sondern etwas Schlimmeres erleben, nämlich dass sie mit untragbarer Schuld durch ihr restliches Leben gehen müssen?
Und die zweite Frage ist die, ob es Menschen gibt, die ganz nüchtern sagen können: Das Töten war notwendig. Das belastet mich nicht und nun verdränge ich all das Unangenehme aus meinem Gedächtnis.