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Mein Dokumentationszentrum der anderen Art

 

Berchtesgaden: Was für ein herrlicher Ort mit einer so düsteren Last.

Immer wenn ich auf der A8 in Richtung Salzburg fahre, sehe ich an der Straße ein riesiges Hinweisschild für das Dokumentationszentrum in Berchtesgaden. Dort werden Verbrechen der deutschen Wehrmacht gezeigt. Und pflichteifrig, wie unsere Gutmenschen sind, hat man es gerade sogar erweitert. Obwohl ich hier wohne, habe ich es mir erspart, es anzuschauen. Ein Blick durch die Tür zeigte mir ein Bild von Aufgehängten, und das hat mir gereicht.
Jemand aus Berchtesgaden, der öfter in das Zentrum muss (ich weiß nicht mehr, ob es sogar der Bürgermeister war), sagte, er müsse jedes Mal hinterher brechen wegen der Grausamkeiten, die er anschauen musste.
Welcher andere Staat macht denn so etwas? Würde es je den USA einfallen, ein ähnliches Mahnmal für Verbrechen in My Lai, Abu Ghraib… aufzustellen?
Nicht einmal die Katholische Kirche, die nach den Missbrauchsskandalen allen Grund zur Buße hätte, denkt nicht daran, ihrer dunklen Seite zu gedenken: Hexenverbrennungen, Sklavenhandel, Kreuzzüge, Bartholomäusnacht, Katharer… Das waren nach ihrer Diktion Verfehlungen einzelner, aber keine solchen der Kirche.
Wie schön wäre es, wenn man so eine Sicht zu eigen machen könnte. Aber wäre es nicht jedenfalls angebrachter gewesen, mal ganz allgemein auf den Zusammenhang von Krieg und Verbrechen hinzuweisen, der bis in die jüngste Zeit zu beobachten ist (Srebrenica…)?

Wie sieht denn die andere Seite der Wehrmacht aus? Dazu möchte ich hier das Schicksal meines Vaters schildern: Er hatte es als wehrpflichtiger Akademiker zum Offizier der Reserve gebracht. Sein Bruder war vor Verdun gefallen. Von ihm existierten ein paar Bilder, von denen eines mir in Erinnerung geblieben ist: Er hatte mit seinen Soldaten eine französische Festung bekämpft, die sich schließlich ergab. Als die Franzosen in die Gefangenschaft abmarschierten, präsentierten die Deutschen vor ihnen das Gewehr, um sie für ihren tapferen Kampf zu ehren. Ja, so war auch die deutsche Wehrmacht! Mein Vater zitierte einmal, was er als ihren obersten Grundsatz kannte: „Die Waffe muss sauber bleiben!“
Als der Krieg ausbrach, wurde mein Vater eingezogen. Ich glaube, er war überzeugt von dem, was die Regierung bekannt gab, nämlich dass die Polen uns angegriffen hätten. Damals waren die Zeiten noch so, dass der normale Bürger das glaubte, was die Regierung von sich gab, denn sie war in den Augen der Kirche und der braven Christen, zu denen mein Vater zählte, die von Gott eingesetzte Obrigkeit. Er war sicherlich der festen Überzeugung, sein Vaterland verteidigen zu müssen. Und dann nahmen die Dinge ihren Lauf…
So hat er den ganzen Krieg  mit gemacht als treuer Untertan einer „gottgewollten Obrigkeit“ mit Waffen, die von der Kirche gesegnet worden waren.
Mein Vater ist im ganzen Krieg nur zweimal mit Verbrechen konfrontiert worden:
Da er bei den Pionieren war, wurden ihm schwarze französische Kriegsgefangene zugeteilt, damit sie als besonders kräftige Menschen beim Bau einer Brücke halfen. Dann erhielt mein Vater den Befehl, die „Neger nach Beendigung der Arbeiten zu erschießen“. Mein Vater war der Überzeugung, der Befehl müsse von einem Verrückten stammen. Er meldete dies dem „Obersten Kommando des Heeres“. Daraufhin wurde er von der Gestapo vorgeladen, aber die Sache verlief im Sande, weil mein Vater mit seinen Soldaten ausgemacht hatte, die Schwarzen zu wenig zu bewachen, um ihnen die Flucht zu ermöglichen.
Noch ein Verbrechen hat meinen Vater entsetzt: Als er in Russland war, war die Bevölkerung den Deutschen zunächst wohl gesonnen, weil man in ihnen die Befreier vom Bolschewismus sah. Eines Tages kamen die Bewohner eines Dorfes aufgebracht zu ihm und behaupteten, die Deutschen hätten einen jüdischen Jungen erschossen. Mein Vater konnte dies nicht glauben und ist mit den Russen an die Stelle gegangen, wo der junge Mann beerdigt sein sollte. Und dort hat er beim Nachgraben zu seiner Bestürzung erfahren, dass das, was ihm gesagt wurde, gestimmt hat. Für meinen Vater war klar, dass so eine Tat nicht von der Wehrmacht verübt worden sein konnte. Es war der SD, der hier eine „Säuberungsaktion“ durchgeführt hatte. Mein Vater hat sofort wieder beim OKH protestiert und geltend gemacht, dass solche Aktionen die wohlgesonnene Bevölkerung aufhetzen und damit die Truppe gefährden würden.
So also sah die normale Wehrmacht in den Augen meines Vaters aus: „Die Waffe muss sauber bleiben!“ Es ist gut, dass er nicht mehr das Bild mit erleben musste, das die Dokumentation in Berchtesgaden zeigt.
Ich finde es nicht gut, dass mit der Ausstellung der Eindruck erweckt wird, die Wehrmacht sei eine Verbrecherorganisation gewesen. Sie war eine Truppe, die sich als Vaterlandsverteidiger begriff. Ein großer Teil beugte sich nur widerwillig dem Zwang der Einberufung. Es waren hauptsächlich die Bibelforscher, die lieber den Tod in Kauf nahmen, als zur Waffe zu greifen. Papst Benedikt VI gehörte nicht zu solchen Pazifisten, sondern leistete seiner Einberufung zum Flakhelfer Folge. Und er schuldet uns immer noch eine Aufklärung darüber, wie er sich damals dazu gestellt hat, denn das wäre hilfreich, um die Welt besser begreifen zu lassen, wie die Deutschen damals waren:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/16/sonntagsgedanken-papst-benedikt-xvi-schuldet-uns-einen-letzten-dienst/
So, wie der einzelne Mensch nicht dauernd in seinen Wunden wühlen soll, sollte auch der Staat sein Gedenken mit Maß handhaben.
Meine Überzeugung ist, dass die AfD einen großen Teil ihres Erfolges solchen Erscheinungen wie dem Dokumentationszentrum verdankt, denn aus Sicht mancher ihrer Anhänger soll das deutsche Volk durch dauerndes Schuldbewusstsein „geknechtet“ werden.



Katholische Kirche auf dem Weg zur Sekte

Das habe ich ja hier schon vor vielen Jahren ausführlich beschrieben:
https://autorenseite.wordpress.com/katholische-kirche-auf-dem-weg-zur-sekte/
Es freut mich immer wieder, wenn manches, was ich hier schon vor langer Zeit erörtert habe, später aufgegriffen und von Wissenschaftlern bestätigt wird. Gerade kommt ein Kirchenhistoriker zu dem selben Ergebnis:
https://www.suedost-news.de/startseite_artikel,-historiker-katholische-kirche-auf-dem-weg-zur-sekte-_arid,606656.html
Wird es vielleicht einmal so kommen, dass die Dome so ähnlich wie die alten Schlösser nur noch Zeugen einer vergangenen Zeit sein werden? Wohl kaum! Die Kirche besteht schon seit über 2000 Jahren und hat schon viel schlimmere Skandale hinter sich. Es gibt sogar eine umfangreiche „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Deschner. Die sollte jeder Katholik einmal gelesen haben.
Die Kirche wird jedoch trotz aller Skandale und Verbrechen weiter existieren, aber anders und in einem kleineren Rahmen, denn längst laufen ihr die Gläubigen in Massen davon.

Heute ist der vergessene Weltflüchtlingstag

Ich habe zwei Kalender aus dem Internet, auf denen ich nachschaue, was für ein Tag heute ist.
Da lese ich beispielsweise für heute:

Schlimme Nachrichten

> Boeing hat durch Sparmaßnahmen zwei Flugzeugabstürze verschuldet:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/12/11/flugangst-ein-zeichen-von-intelligenz/
Nun kommt auf, dass Boeing auch
am Blitzschutz spart: https://web.de/magazine/panorama/whistleblower-erhebt-vorwuerfe-boeing-spart-blitzschutz-3426251
Da kann man nur wünschen: Guten Flug!

> Kennen Sie Methoxymethyltriphenylphosphonium? Dieser gesundheitsschädliche Stoff wurde im Rhein entdeckt. Seine Einleitung wurde nun erfreulicherweise abgestellt. Aber was ist mit den 10.000 anderen Stoffen, die in die Umwelt gelangen und von denen man oft nicht weiß, welche Folgen sie für die Gesundheit haben? Wir haben die Kontrolle darüber verloren.

> Das organisierte Verbrechen hat in Bayern 2018 einen Schaden von mindestens 169 Millionen Euro verursacht. Die Steigerung ist erschreckend: Im Jahr 2017 wurde ein Schaden von nur 12 Millionen Euro von den Behörden bemerkt.

Gott sei Dank! Bye-bye Great Britain!

Der Brexit rückt näher. Die EU sollte nicht traurig sein, wenn uns die Briten verlassen. Ein Land, in dem abscheuliche Verbrechen geschehen wie die folgenden, entspricht nicht dem Standard, den es als EU-Mitglied haben sollte. Da regen wir uns über Polen auf wegen dessen Umgang mit der Justiz, aber kein Politiker traut sich, etwas über die Zustände in Großbritannien zu sagen:
> In London gab es allein zwischen November 2016 und April 2017 mehr als 400 Angriffe mit Säure, die den Opfern ins Gesicht gegossen wird. Wenn man die entstellten Opfer sieht, fragt man sich, wie Menschen zu solchen Ungeheuerlichkeiten fähig sein können.
> London ist die Hauptstadt der Messerstecher geworden: Im vergangenen Jahr wurden allein in England und Wales 285 Menschen erstochen.
> Gerade wurde Özil Opfer von Motoradfahrern, die Ihn mit Messern bedrohten, weil sie ihm sein Auto rauben wollten.
> Die Vergewaltigungen haben dort binnen 5 Jahren um 20 % zugenommen.
Wenn die Briten weiter in der EU bleiben würden, bestünde die Gefahr, dass diese Welle von Verbrechen zu uns herüber schwappt. Wie sagt nämlich ein Sprichwort? „Ein fauler Apfel kann eine ganze Kiste Obst verderben.“
Also: Bye bye Great Britain! Ihr habt es nicht anders verdient mit eurem Kasper Johnson.

Gedanken zum Tag

Waffe

Der Bundestag debattiert heute über deutsche Waffenlieferungen. Was mich interessieren würde, ist dies: Wenn ich die Bilder über den Krieg in Syrien und dem Irak sehe, insbesondere über das Elend in Aleppo, dann frage ich mich, zu wie viel Prozent dabei deutsche Waffen eingesetzt werden. Und dann denke ich zurück an meine Kindheit im Krieg, als ich in Kiel wohnte. Die Stadt wurde zu 88 % zerstört und sah schlimmer aus als Aleppo, weil die Häuser damals nicht aus Beton waren. Nach einem „Bombenteppich“ wusste man oft überhaupt nicht mehr, wo die Straßen waren.
Und wenn wir heute Dokumentationszentren über die Verbrechen der Wehrmacht bauen, sollten wir nicht die Augen davor verschließen, dass auch die Bombardierungen deutscher Städte Kriegsverbrechen waren. Der 2. Weltkrieg hat durch diese Grausamkeiten den Terrorismus vorbereitet, unter dem wir jetzt zu leiden haben.
Die zunehmende Unmenschlichkeit kann man daran ablesen, dass von Krieg zu Krieg die Zahl der zivilen Opfer immer größer wird und dass sie diejenige der toten Kämpfer weit übersteigt.

Vatikan wird immer krimineller

So lautet heute die Schlagzeile in meinen Web.de-Nachrichten.
http://web.de/magazine/panorama/zahl-verbrechen-vatikan-30416950
Leider gibt es zu den Verbrechen keine Zahlen. Wir lesen nur, dass 6 Personen inhaftiert worden seien. Nehmen wir nur diese offiziell eingeräumten Verhaftungen und vergleichen sie mit Deutschland, dann sind bei uns im gesamten Land prozentual gesehen genau so viele Menschen in den Haftanstalten. Es ist doch eine schreckliche Vorstellung, dass der Vatikan, der eigentlich eine Elitegesellschaft beherbergen sollte, keinesfalls besser ist als unsere Einwohnermasse.
Wir dürfen aber die Bewohner des Vatikans nicht mit unserer Durchschnittsgesellschaft vergleichen, sondern müssten, um uns ein Bild zu machen, den Vatikan mit Berufssparten vergleichen, die bei uns als Vorbild gelten sollten: Stellen Sie sich vor, bei uns wären prozentual genau so viele Richter oder Lehrer in Haft wie der Durchschnitt der Bevölkerung! Unglaublich wäre das.
Lesen Sie bitte auch „Kirchensteuer„.