Schlagwort-Archive: Verbraucher

Mogelpackung des Jahres

Gerade habe ich im Hagebaumarkt denselben Rosendünger gekauft, den ich immer benutze und mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe. Aber als ich ihn öffnete, staunte ich. Der große Karton war nur gut halb voll.
So bescheiden wird man in Zeiten wie diesen: Ich war froh, dass offensichtlich nicht bei der Qualität des Düngers gemogelt wurde. Es hätte ja auch sein können, dass der Karton nur Hühnermist aus einer Massentierhaltung enthalten hätte.

Corona: Hurra! Endlich Geld für alle?

Wie kommen wir wieder aus der Corona-Krise heraus? Ganz einfach: mit Geld. Und so rufen sie nun alle nach Unterstützung. Vorneweg agiert wieder Söder, der nach der Krise mit einer Innovationsprämie die deutsche Autoindustrie wieder stärken will – also quasi eine Neuauflage der Abwrackprämie.
Auch die Lufthansa ist am Boden und Condor muss gerettet werden.
Der Hotel-Und Gaststättenverband fordert Geld, um eine Pleitewelle zu verhindern. Besonders schlimm steht es um die Jugendherbergen. Es wäre schlimm, wenn es diese großartigen Häuser nicht mehr gäbe, die vorbildlich sind und als Einladung an die Jugend anderer Länder dienen, sich bei uns umzusehen.
Ja, und wenn schon alle unterstützt werden müssen: warum dann nicht auch die Verbraucher? Für den Fall, dass sich die Krise hin zieht, “ brauchen wir auch einen finanziellen Schutzschirm für Verbraucher«, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur.
Aber wer kriegt am Ende das Geld? Die Auto-Industrie wegen ihrer starken Lobby und ihrem unabsetzbaren Schutzpatron Scheuer. Und nicht zu vergessen: die Zahnärzte, für die der Vizekanzlerkandidat Spahn so rührend sorgt:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/04/12/jens-spahn-von-allen-guten-geistern-verlassen/

Nur eine Frage bleibt offen: Wo soll das viele Geld her kommen? Auf jeden Fall werden wir wohl am Ende feststellen müssen, dass wir verdammt viel ärmer geworden sind.

 

Warum die Kerninflation für Sie wichtig ist

Kennen Sie die Kerninflation“?
Sicher nicht. Mir war sie auch bisher unbekannt. Sie ist der Maßstab, den die EZB ihrem Handeln zu Grunde legt. Da werden beispielsweise die Preise für Energie und Lebensmitteln weggelassen. Dies sind aber gerade die Preise, die für die Bürger besonders bedeutsam sind. Auf diese Weise erhält man einen Maßstab, der nicht den Verbraucherinteressen entspricht, sondern Geschenke an die Unternehmen ermöglicht: Die EZB kann ihre Nullzinspolitik zu Lasten der Bürger fortsetzen und so den Firmen billigste Kredite ermöglichen. Rücksicht auf die Verbraucher braucht sie nicht zu nehmen, denn die „Kerninflation“ ist ja immer niedrig. So hat der Staat in den letzten 10 Jahren bei den Bürgern die unglaubliche Summe von
368 Milliarden Euro kassiert. Das ist eine gewaltige indirekte Zusatzsteuer, die unsozial ist, weil sie besonders die Alten trifft, deren Ersparnisse so dahin schmelzen, wie hoffentlich bald der Schnee in der Frühjahrssonne.

Im Vergleich dazu: Bund, Länder und Gemeinden erzielten im Jahr 2017 ein Steueraufkommen von 674,6 Milliarden Euro.

Zitat zum Thema Essen: Hätten Sie’s gewusst?

Dick

„Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“                                                                                         Sprichwort

Und beim Abkühlen Ihres Essens haben Sie Zeit, darüber nachzudenken, was davon übrig bleibt, wenn man die chemischen Zusätze wie Geschmacksverstärker u.a. heraus nimmt.
So kann man beispielsweise eine Hühnersuppe allein mit künstlichen Aromastoffen herstellen. Ob Sie’s glauben oder nicht: Geschmackstester haben sie sogar besser gefunden als die natürliche. Und der künstliche Fraß kostet bei der Herstellung nur Hundertstel des Preises einer natürlich hergestellten Suppe. Lesen dazu auch:
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-40858000.html
Das Traurige an unserer heutigen Nahrung heute ist, dass praktisch so ziemlich alles erlaubt ist, was geeignet ist, die Verbraucher zu täuschen. Vor einem halben Jahrhundert war es genau umgekehrt: Als Irreführung wurde strafrechtlich alles verfolgt, was Fehlvorstellungen beim Verbraucher hervorrufen konnte. Aber leider hat eine lascher werdende Justiz vor der „normativen Kraft des Faktischen “ kapituliert.
Für mich dürfte beispielsweise ein Erdbeer-Joghurt nur dann so heißen, wenn er nur aus diesen beiden Komponenten besteht. Und Aromastoffe dürften einem solchen Joghurt nur zur Geschmacksabrundung hinzugefügt werden. Heute dagegen besteht der Erdbeeranteil fast nur aus Aromastoffen, ohne dass sich die Verbraucher dessen bewusst sind. Und die Leute halten dann so etwas noch für gesund.
Manche der Nahrungszusätze gleichen den Mastmitteln, die an das Vieh verfüttert werden. Und dann wundern sich die Leute, wenn sie dick werden.

Wir werden dauernd betrogen

Ich habe mich hier schon oft damit befasst, wie bei Lebensmitteln immer täuschendere Begriffe erfunden werden, um die Verbraucher herein zu legen. Beim Fliegen ist es nicht anders:
Wenn Sie als schlichter Laie einen Direktflug buchen, werden Sie vermuten, dass Sie vom Abflughafen direkt ans Reiseziel geflogen werden. Das ist aber ein Irrtum. Als Direktflug bezeichnet einen Flug, der zwar auf der direkten Route zum Ziel führt, der aber mindestens einen Zwischenstopp hat. Warum kann man nicht eine ehrlichere Bezeichnung für so einen Flug wählen?
Da ich wusste, wie der Verbraucher mit dem Wort „direkt“ beim Fliegen getäuscht wird, stand ich neulich ratlos im Supermarkt vor dem Saftregal. Dort wurde ein „Direktsaft“ angeboten. Ich vermutete da auch irgendeinen Beschiss und habe ihn nicht gekauft. Nachher im Internet stellte ich aber fest, dass der Saft durchaus brauchbar ist. Warum also kann er dann nicht einfach „Orangensaft“ heißen?

Lebensmittel: Wie die Verbraucher getäuscht werden

In Ergänzung des vorigen Blogs sei hier noch hinzugefügt: Die Politik hätte es ganz einfach in der Hand, Fehlentwicklungen der Rechtsprechung abzustellen. Wenn also die Justiz, wie wir täglich in den Läden sehen können, leider so vieles durchgehen lässt, was den Verbraucher hereinlegen soll, dann muss halt das Gesetz geändert werden. Man bräuchte nur das Wort „irreführend“ mit einer Legaldefinition etwa so beschreiben: „Irreführend ist alles, was auch bei einem nur flüchtigen, nicht weiter nachdenkenden Verbraucher falsche Vorstellungen erwecken kann.“ Und schon gäbe es keinen Fruchtnektar und keine Bergbauernmilch mehr, auch keine Hühnersuppe aus Chemie…Kurzum: Wir hätten klare Verhältnisse und müssten uns nicht sagen lassen: Hinten auf der Packung steht ja alles drauf. Übrigens ist das, was hinten drauf steht, häufig beim besten Willen nicht zu entziffern. Sollte da nicht der Gesetzgeber die Produzenten zwingen, eine bestimmte Schriftgröße einzuhalten? Wenn dem entgegen gehalten würde, auf der Packung sei nicht genügend Platz, dann müsste halt ein beschriftetes Fähnchen angehängt werden.
Und was da auf den Packungsrückseiten steht, ist oft auch nicht klar genug. Wenn bei einer Hühnersuppe als Inhalt angegeben ist: „Hühnerfleisch, naturidentische Aromastoffe“, wird kein normaler Mensch auf die Idee kommen, dass die ganze Suppe ein Chemieprodukt ist, dem als „Alibi“ ein paar Stückchen Hühnerfleisch beigegeben wurden.
Wenn all das nicht geändert wird, ist dies ein Beispiel dafür, wie sehr unsere Regierung in den Krallen der Lobbyisten ist.

Wo bleibt die Justiz bei der zunehmenden Täuschung der Verbraucher?

Wenn ich heute durch einen Supermarkt gehe und in die Regale schaue, dann sehe ich das alles mit den Augen eines Juristen, der vor etwa 40 Jahren mit dem Lebensmittelrecht zu tun hatte. Und da kann ich über die heutige Praxis nur den Kopf staunen. Zwar haben sich die gesetzlichen Bestimmungen gegenüber der damaligen Zeit geändert, aber eines ist gleich geblieben. Irreführende Angaben waren immer schon verboten.
Aber früher hätte es das, was wir heute angeboten bekommen, nicht gegeben. Überall tritt kaum verborgen die Absicht der Produzenten zutage, den Verbraucher zu täuschen:
Wenn ihm Orangen-Nektar angeboten wird, soll er glauben, der sei wertvoller, als der bloße Saft.
Oder wenn Waren vom Birkenhof mit abgebildetem Bauernhof verkauft werden, soll damit verschleiert werden, dass es sich um Massentierhaltung handelt.
Oder wenn eine Molkerei Milcherzeugnisse mit einem darauf abgebildeten Bergbauern verkauft, soll darüber hinweg getäuscht werden, dass die meisten Kühe ihr Leben lang im dunklen Stall stehen und dort mit Kraftfutter gefüttert werden.
All dies wäre früher verboten worden. Warum ist dies heute so ganz anders?
Ich erkläre dies damit, dass die Justiz immer mehr in die Fänge der Wirtschaft gerät. Wie das funktioniert, werden Sie fragen, wo doch die Richter unabhängig sind. Natürlich werden die Richter nicht bestochen, sondern die Beeinflussung sieht so aus: Es gibt spezielle Zeitschriften, in denen interessierte Kreise die Urteile veröffentlichen, die ihnen genehm sind. So kommt es, dass Außenseiterurteile zur herrschenden Meinung empor stilisiert werden. Und schließlich traut sich keiner mehr, von dieser angeblich herrschenden Meinung abzuweichen, die noch dazu den Vorteil hat, dass man sich ganz einfach auf sie berufen kann, ohne selbst noch eine Begründung dafür abzugeben.

Fleischskandal: Sind wir Verbraucher schuld?

Wir haben in regelmäßiger Folge Skandale. Müller-Brot haben wir gegessen und schon fast wieder vergessen, da kommt nun der Pferdefleisch-Skandal. Der ist nun allerdings weniger schlimm, denn Pferdefleisch ist jedenfalls sauber und fettarm.
Was wir bei jedem Skandal hören, ist der Vorwurf an uns Verbraucher, wir seien selbst schuld; wir sollten uns einmal fragen, wie man denn Lasagne zu so günstigen Preisen überhaupt herstellen könne und dann müsste uns dämmern, dass es da nicht mit rechten Dingen zugehen könne; wir sollten also nicht immer zum Billigsten greifen.
Warum sollte eigentlich immer uns so etwas dämmern und nicht den Lebensmittelprüfern?
Der Tipp, nicht zum Billigsten zu greifen, ist an Dummheit nicht zu übertreffen. Betrug gibt es überall: bei den Billigprodukten wie bei den Markenartikeln. Ein gutes Beispiel bietet da der Spielzeughersteller Mattel. Uns wurde immer gesagt, man solle kein billiges Spielzeug kaufen, denn das komme aus China und sei belastet. Und dann stellte sich heraus, dass Mattel sein Zeug auch in China herstellen lässt und dass es ebenso belastet ist.
Bei den Eiern war es ähnlich. Der Tierfreund kaufte Eier von frei laufenden Hühner, und dann wurde festgestellt, dass diese oft aus der Massentierhaltung stammten.
Betrogen wird also überall. Schuld sind die zu laschen Kontrollen und Strafen. Jeder eingesparte Lebensmittelprüfer schont den Landeshaushalt und verbessert die Statistik der Straftaten, denn je weniger geprüft wird, umso weniger wird gefunden.

Verbraucher um 50 Milliarden betrogen

Nach einer Studie der Uni Bamberg, die von den Grünen in Auftrag gegeben wurde, zahlen die Verbraucher infolge schlechter Beratung, mangelnder Kundenorientierung und wegen des Fehlens wirksamer Verbraucherschutzregeln jährlich insgesamt 50 Milliarden Euro zu viel. Besonders die Riesterrente hat sich als großer Reinfall erwiesen. Sie wurde ja seinerzeit von der Regierung als das Mittel gegen Altersarmut propagiert und unterstützt. Tatsächlich aber hat sich die Regierung von der Versicherungsbranche über den Tisch ziehen lassen, wie schon frühzeitig Mathematiker und Finanzfachleute festgestellt haben. Wegen der staatlichen Unterstützung der Riesterrente glaubten die Verbraucher, mit dem Abschluss eines solchen Vertrages ein gutes Geschäft zu machen. Denn auch die Banken und Versicherungen warben so, als ob man enorme Vorteile durch die Riesterrente erzielen könne. Bei der Sparkasse etwa konnte man lesen:
„Eine Altersvorsorge auf freiwilliger Basis, die gleich mehrfach finanziell gefördert wird.
Sichern Sie sich jetzt die Vorteile der Riester-Rente und profitieren Sie von der finanziellen Förderung durch den Staat. Damit Sie auch im Alter gut versorgt bleiben.“
Alles Humbug! Schlimm, wie mit den Verbrauchern umgegangen wird! Noch schlimmer aber ist, dass sich hier offensichtlich die Lobby der Banken und Versicherungen eine Verdienstquelle erschlossen hat, die die Regierung entweder nicht bemerkt hat oder nicht bemerken wollte.
Wir schlichten Beobachter dieses Dramas fragen uns: Wie können Leute, die nicht in der Lage sind, eine einfache Rente richtig zu berechnen, eine Finanzkrise bewältigen?

Aufweichung der Rechtsprechung

Als ich vor 50 Jahren als junger Gerichtsassessor meinen Dienst bei einer Strafkammer antrat, weihte mich der Vorsitzende gleich in die Geheimnisse meines künftigen Dienstes ein: „In unserem Bezirk bricht keiner mehr ein, denn es hat sich herum gesprochen, dass wir drakonische Strafen verhängen.“
Die Zeiten sind längst vorbei.
Ein paar Jahre später schrieb ein Angeklagter in einem Brief an seine Frau über die Staatsanwaltschaft: ,,Ja, ja, in erster Instanz stellen sie blutrünstige Anträge und in 2. Instanz stimmen sie dann einer Einstellung zu, weil in deutschen Gerichtssälen immer schon der Grundsatz gegolten hat: Unrecht Gut gedeihet nicht.“
Zitiert aus:
http://mitglied.multimania.de/peterpoehl/Stilbl%FCten.html
Im Lebensmittelrecht ist die Aufweichung des Rechts besonders offensichtlich. Heute wird von den Firmen alles Mögliche unternommen, um den Verbraucher in die Irre zu führen. Kein Mensch blickt beispielsweise mehr durch, welche Eier wirklich von natürlich gehaltenen Hühnern stammen. Fragen Sie mal einen Juristen, was frei laufende Hühner sind und was Bodenhaltung bedeutet.
Vgl.: http://www.gutefrage.net/frage/wer-blickt-bei-eiern-noch-durch-kaefig-boden-freilaufend
Dieser Wirrwarr herrscht überall bei der Bezeichnung von Lebensmitteln, weil die Rechtsprechung nicht so wie früher unnachsichtig alles verfolgt hat, was auch nur einen flüchtig lesenden Verbraucher in die Irre führen konnte.
Früher wäre es nicht durchgegangen, dass Firmen mit Massentierhaltung sich „Birkenhof“ oder „Wiesenhof“ nennen und sich ein Bauernhaus-Logo zulegen. Ich erinnere mich an einen Fall, in dem ein Mann seinen Bauernhof auf einem Honigglas abgebildet hatte und sich Honigstüberl nannte, obwohl er Importhonig aus Kaffeeplantagen verkaufte. Er wurde bestraft.