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Na so was! Und das zur Fußball-WM!

Uns sind schon viele Wörter verboten worden. Es begann mit dem „Neger“, so dass es heute keine charmanten Negerküsse mehr gibt. Die Liste der verbotenen Wörter ist lang, so dass manchen der Überblick verloren gegangen ist. Kürzlich entschuldigte sich eine Politikerin dafür, dass sie das Wort „Indianer“ in den Mund genommen hatte.

Aber jetzt, ausgerechnet kurz vor der Fußball-WM kommt der Hammer: Wir sollen nicht mehr das Wort „Mannschaft“ sagen dürfen:
https://web.de/magazine/sport/fussball/nationalmannschaft/bierhoff-bereit-dfb-herzensprojekte-aufzugeben-36990804
Das Witzige (bzw.: Traurige) daran ist, dass man noch keinen Ersatz für das Wort gefunden hat. Die WM wird also auch in dieser Hinsicht spannend.

Zitat zum Reformationstag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr lesen Sie in dem Buch: Nebenbei bemerkt – Aphorismen über Gott und die Welt:

„Ist es nicht merkwürdig, dass sich die beiden völlig verschiedenen Teile Deutschlands wieder vereinigen konnten, die beiden Konfessionen aber nicht?“
H. Pöll, Autor

Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Übrigens lesen Sie in der Leseecke auch die amüsante Geschichte „Reformationstag“.
Hier noch eine kleine Reminiszenz: Als mein katholischer Vater meine evangelische Mutter heiraten wollte, brauchte er dazu eine bischöfliche Dispens. Die war damals nicht leicht zu bekommen. Es gab aber einen Geheimtipp: Der gütige Prior von St. Benno in München, der einem Bischof gleich stand, hatte  Verständnis für die Liebenden.
Wie hat sich seither alles gewandelt: Die Kirchen haben sich angenähert und die Gläubigen würden sich heute von ihren Kirchen in solchen Angelegenheiten niemals drein reden lassen. Die Kirchen haben viel Autorität verloren – insoweit sicherlich zu Recht.

Tag des Bikinis


Skandalös! so sagte man seinerzeit, als der Franzose Béard den Bikini erfand, den er ausgerechnet nach dem Atoll benannte, wo seinerzeit die Atomtests stattfanden. Als Béard seine neue Erfindung auf einer Modeschau präsentieren wollte, fand er zunächst nicht einmal eine Frau, die bereit gewesen wäre, sich so auf dem Laufsteg zu präsentieren. So musste er schließlich eine Stripperin anheuern.
Der Skandal war perfekt: Die Presse verurteilte einhellig diesen „Verstoß gegen die Moral“ und der Bikini wurde auf den Stränden verboten. Erst ab 1960 setzte er sich dann doch durch.
Inzwischen ist er allerdings noch knapper geworden: Nur noch ein Schnürl im Hintern:

Frau, Strand, Meer, Ozean, Mädchen

Was lernen wir daraus? Der Kampf der Behörden um die Erhaltung der Moral, der mit dem „Zwickelerlass“ begann, endete mit einem Schnürl im Hintern. Eine Niederlage der gestrengen Amtsmoral auf der ganzen Linie und ein Sieg der Frauen, so könnte man meinen. Aber ich glaube nicht, dass die Emanzen das auch so sehen. Sie haben ja einmal ihre BHs verbrannt, weil sie behaupteten, die Männer hätten ihnen diese beengenden Kleidungsstücke aufgezwungen. Und auch die neue Nacktheit gefiel ihnen nicht. So warf eine Frauenzeitschrift die Frage auf:
°Und muss es unbedingt sein, dass diese Frauen nur im Bikini bekleidet über den Laufsteg hüpfen müssen?“
Inzwischen geht nun tatsächlich der Trend in die andere Richtung: Vor nicht allzu langer Zeit hatte die Bildzeitung immer eine nackte Frau abgedruckt. Das ist nun vorbei. Auch die Werbung ist weniger sexy geworden: Vorbei ist die Zeit, als für Luxuslimousinen mit Frauen im Bikini auf der Kühlerhaube geworben wurde.
Es ist auch nicht lange her, als die Frauen die Oben-Ohne-Mode durchsetzten. Sogar in der Türkei, wo so etwas verboten ist, zeigten sie den in Ganzkörperkleidung badenden Türkinnen, was „Freiheit“ bedeutet. Aber auch diese Freiheit ist inzwischen sanft entschlummert. Die Frauen ziehen sich wieder am Strand so züchtig um, als wenn Männer erblinden könnten, wenn sie etwas mehr sehen.

 

Wie sich die Sprechweise ändert

Über dieses Thema habe ich hier ja schon viel geschrieben.
Gerade waren wir im wunderschönen Kurgarten von Bad Reichenhall. Und als ich dieses Schild sah, musste ich daran denken, was wir schon alles an den Parkflächen zu lesen bekamen:
Zuerst hieß es ganz schlicht:
„Rasen betreten verboten!“
Dann besann man sich aber einer höflicheren Ausdrucksweise und schrieb:
„Bitte Rasen nicht betreten!“
Und wie es bei uns Gutmenschen ist, überschlug man sich sogar mit Höflichkeitsformeln. Da lasen wir plötzlich:
„Danke, dass Sie den Rasen nicht betreten haben.“
Und so freue ich mich, dass man endlich wieder zu der schlichten Beschilderung wie oben zurück gekehrt ist.

So weit ist es in Deutschland schon gekommen

Heino hat Ärger bekommen, als er einen „Deutschen Liederabend“ ankündigen wollte:
https://www.nachrichtenleicht.de/streit-um-heino-konzert.2045.de.html?dram:article_id=495735
So weit ist es nun schon in Deutschland gekommen, dass die Ankündigung eines „Deutschen Liederabends“ nicht mehr so einfach möglich ist, sondern Diskussionen über Deutschtümelei auslöst. 
Dasselbe ist es mit dem Wort „Vaterland“. Haben Sie je gehört, dass ein Politiker der Alten Parteien das Wort je in den Mund genommen hätte? Nein, man redet heute lieber von Heimat, um nicht in Verdacht zu kommen, rechtsextremem Gedankengut nahe zu stehen.
Wir können doch nicht alle Worte, die mal missbraucht wurden oder mit Missbräuchen in Verbindung stehen, aus dem allgemeinen Wortschatz streichen. Dann dürfte man ja auch „Kirche“ nicht mehr sagen.

Sind die Österreicher gescheiter als Deutsche?

Die Frage habe ich hier schon öfter gestellt wegen der höheren Renten und billigeren Wohnungen in Österreich:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/11/04/sind-die-oesterreicher-gescheiter-als-die-deutschen/
Die Deutschen nehmen es hin, wenn sie einem Alter in Armut entgegen sehen und wenn der Wohnraum immer unerschwinglicher wird. Der deutsche Michel schluckt all dies, weil er das alles für „alternativlos“ hält, wie ihm eingetrichtert wird. Er braucht halt lange, bis er aufwacht. Die letzten Wahlen zeigen immerhin ein leichtes Aufmucken.

Gerade lesen wir, dass im Land Salzburg Ölheizungen verboten werden sollen wie schon vorher in zwei anderen Bundesländern. Das wäre doch auch wieder ein Vorbild für Deutschland. Aber es wird lange dauern, bis so etwas in unserer Lobbykratie möglich sein wird.

Prügelstrafe und Psychologie

In der Bibel lesen wir:
»Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn bald.« (Spr 13,24)
Demgegenüber ist heute durch §1631 BGB eine körperliche Züchtigung verboten.
Was ist nun richtig? Muss der Christ nicht eher der Bibel folgen? Heißt es nicht im Neuen Testament: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5,29)
Ich will die Frage hier nicht beantworten, sondern das Problem mit zwei Beispielen beleuchten:
Meine Eltern hatten das Prinzip: Was auf den Tisch kommt, wird aufgegessen. So saß ich einmal als kleines Kind vor einem Teller Tomatensuppe, den ich nicht leer aß, sei es, dass mir die Suppe nicht schmeckte, oder vielleicht war ich auch satt. Als die Suppe längst kalt war und ich immer noch davor sitzen bleiben musste, packte mich die Wut: Ich löffelte die rote Suppe an die weiße Wand. Darüber wurde mein Vater verständlicherweise sehr zornig: Er patschte mit beiden Händen in die Suppe und gab mir dann links und rechts eine Ohrfeige.
Daraufhin wurde er als Soldat eingezogen und den ganzen Krieg über plagte ihn sein Gewissen: Wenn er nun an der Front erschossen würde: würde ich ihn nicht als den bösen Vater in Erinnerung behalten, der ihn mit Tomatensuppe geohrfeigt hatte? Ich hatte allerdings den Vorfall längst vergessen und habe ihn nur noch deshalb in Erinnerung, weil mein Vater ihn mir gelegentlich gebeichtet hat.
Später war ich selbst in der Rolle des Vaters. Ich zog meine Kinder ohne körperliche Züchtigung auf, auch wenn es manchmal nicht ganz leicht fiel: Meine Tochter hatte ein wildes Temperament und so war sie auch im Zorn. Einmal, als die Familie beim Essen saß, geriet sie aus irgendeinem Anlass in Wut. Und als sie sich aus der Schüssel die Quarkspeise nahm, die es zum Nachtisch gab, haute sie den Löffel so sehr in den Brei, dass der mir ins Gesicht spritzte. Zur Strafe verwies ich sie in ihr Zimmer.
Nun lastet der Vorfall auf ihrem Gewissen. Gelegentlich erwähnt sie ihn und dann fügt sie hinzu: „Hättest du mir nicht damals eine reinhauen können? Dann wäre das jedenfalls ausgeglichen gewesen.“

Sind wir nicht brav, wir Deutschen?


Derrick“ war einmal eine gern gesehene Krimiserie im Fernsehen, die in vielen Ländern der Erde ausgestrahlt wurde. Sogar der Papst in seinem Vatikan saß vor seiner Glotze, wenn dieser Krimi kam. So ist es kein Wunder, dass diese Erfolgsfilme wiederholt wurden, jedoch bei uns nicht. Der Grund für die Verbannung der Derrick-Krimis aus dem deutschen Fernsehen liegt darin, dass der Hauptdarsteller Horst Tappert bei der SS war.
Sind wir nicht besonders brav, wir Deutschen?
Die CSU-Fraktion im Münchner Stadtrat hat sogar beantragt, Derrick sein Ehrengrab auf dem Gemeindefriedhof im noblen Münchner Bezirk Gräfelfing abzuerkennen. Und der Titel Ehrenkommissar der Bayerischen Polizei sollte ihm auch aberkannt werden.
Ein bisschen schizophren sind wir da schon: Dürfte
man dann überhaupt noch CDU wählen, wo doch Nazi bei den Gründern der Partei waren und wo es der Kommentator der Judengesetze unter Adenauer zum Staatssekretär gebracht hat?

Gedanken zum Sonntag: Wer kann mir das erklären?

In Mekka gab es zwei ganz schwere Unglücke. Das letzte forderte, wie wir nun erfahren, 1800 Menschenleben. Wie kann das sein? Wie kann ein Gott das zulassen, dass so viele fromme Pilger gerade bei der Ausübung ihres Glaubens ums Leben kommen? Nun können freilich christliche Frömmler sagen, dass für sie Allah nicht Gott ist. Aber sie haben dasselbe Problem, erklären zu müssen, wie es sein kann, dass Pilgerzüge nach Lourdes verunglücken oder bei einem Erdbeben in Italien eine Schule einstürzt und viele unschuldige Kinder ums Leben kommen. Und wenn man all das nicht erklären kann, muss man sich doch vielleicht auch die Frage stellen, ob es überhaupt einen Gott gibt.

Wenn Sie sich auch solche Gedanken machen, lesen Sie doch mal „Verbotene Zone“.

Verboten neu

Frau sein ist nicht leicht

Der Herbst kommt und da muss die Frau natürlich in diesem Jahr einen völlig neuen Duft um sich verbreiten. Nur: Wie sieht der aus, bzw. wie soll die Frau von heute riechen, um up-to-date zu sein?
Die „Salzburger Nachrichten“ geben der Frau eine Orientierungshilfe, die ich als Mann bewundere: Wie kann man nur über einen bloßen Geruch einen so langen Artikel schreiben? Und die armen Frauen müssen sich da hindurch arbeiten, um Bescheid zu wissen. Hier die entscheidenden Sätze aus
http://www.salzburg.com/nachrichten/lifestyle/genuss-leben/sn/artikel/zwischen-hell-und-dunkel-126004/?click=pic
„Keine halben Sachen machen die Damendüfte im Herbst 2014. Kompromisslos wird Weiblichkeit zelebriert, raffiniert das ewig aufregende Spiel mit Geheimnis und Verführung, mit dem Zauber des Augenblicks, gespielt.“
„Der Akzent der neuen Düfte liegt auf dem Kontrast von Licht und Schatten, von Tag und Nacht. Das Spiel von Hell und Dunkel, das sich daraus ergibt, ist neu und macht neugierig. Auf das Geheimnisvolle. Auf das vielleicht Verbotene. Auf mehr.“
Wow! Da staunen wir Männer, dass der Akzent des neuen Dufts mit Licht und Schatten zu tun hat und neugierig auf das Verbotene macht. Der Moralist wird fragen: Darf denn so etwas verkauft werden?