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Essensgutscheine für alle zur Unterstützung der Gastronomie


Die Stadt Traunstein hat sich etwas Tolles einfallen lassen: Alle Bürger erhalten einen Essensgutschein im Wert von 10 Euro (Kinder die Hälfte). Damit soll die Not leidende Gastronomie unterstützt werden. Ich bin mir nicht sicher, ob das mit EU-Recht vereinbar ist.
Tatsächlich ist zu ja beobachten, dass die Menschen unter dem Einfluss der Corona-Krise ihre Essensgewohnheiten geändert haben: Sie kochen mehr selbst und essen weniger Fleisch. Gerade bei vegetarischen Speisen sieht es nämlich leider in vielen bayerischen Gasthäusern nicht gut aus: „Kasspatzen“ oder Salate — das ist oft alles. Beides ist nicht mein Geschmack.
Beim Selbst-Kochen haben die Menschen gemerkt, wie billig das Leben auf diese Weise sein kann, zumal die Gasthäuser teilweise teuer geworden sind, weil sie einen finanziellen Nachholbedarf haben.
Wir haben in Bayern so viele herrliche Gasthäuser, so dass allein schon ein Besuch dort sein Geld wert ist. Deshalb wird sich das Selbst-Kochen in Grenzen halten.

 

Tag des Kürbis – der amerikanische National Pumpkin Day


Kürbis ist nichts Besonderes meinen Sie? Wann haben Sie denn zum letzten Mal Kürbis gegessen? Eine Kürbiscreme-Suppe ist für mich eine Delikatesse und sie hat einen Vorteil: Man wird schon allein von ihr satt und braucht keinen Hauptgang mehr.
Was mir auffällt, ist, dass es in den Lokalen immer weniger Gemüsesorten gibt: Artischocken, Auberginen, Fenchel … erscheinen praktisch kaum auf den Speisekarten. Das ist schade.
Wenn ich Gastronom wäre, würde ich den Gästen jeden Tag ein anderes vegetarisches Gericht anbieten unter dem Motto: „Heute mal fleischlos und gesund.“ Und ich würde dazu schreiben, dass man nach den Empfehlungen der Wissenschaftler unbedingt weniger rotes Fleisch essen soll.
Meist scheitert ja der Gemüsekonsum daran, dass ein solches Essen fad zubereitet wird. Das ist ein schwerer Fehler, der dazu führt, dass wenig Gemüse gegessen wird. Dazu eine Anekdote:
Als ist mein Haus baute, sollte es biologisch werden – natürlich mit Solarkollektoren. Also besuchte ich einen Kurs eines Baubiologen, an dem auch viele Handwerker teilnahmen, weil das damals ein völliges Neuland war. Der Bauernhof, auf dem der Kurs stattfand, war bekannt als Vorreiter einer biologischen Bewirtschaftung. Und so hatte die Bäuerin für die Kursteilnehmer auf großen Tischen lauter biologisches Essen aufgebaut. Die Handwerker besichtigten „das Zeug“ misstrauisch und machten ihre Witze darüber: „Da werd‘ i bald z‘samm brechen!“ „Da kommt ma‘ abends impotent hoam!“ usw. Als dann aber die gemeinsame Mahlzeit eingenommen wurde, waren alle begeistert und etliche wollten wieder kommen, um sich die Rezepte zu holen.
Man sieht also: Da gibt es in der Gastronomie eine Lücke, mit deren Ausfüllung man gut verdienen könnte. Man sollte allerdings das Konzept nicht unbedingt als „vegetarisch“ verkaufen, weil Vegetarier in den Augen der Fleischesser manchmal als eine Art von Sektierern angesehen werden.

Veggie Day by Mrs. Boldbranch (Kühnast)

Wenn Sie schon unsere Anglizismen unbedingt durch Benutzung eines Unworts bereichern wollen, darf ich Ihnen den Unsinn eines solchen Unternehmens vor Augen führen, indem ich Sie als Mrs. Boldbranch anrede.
Sie sind doch, wenn ich es recht in Erinnerung habe, Juristin? Warum drücken Sie sich dann nicht klarer aus? Sie sagen, der Veggie Day soll eingeführt werden. Er soll Standard werden. Ja, wie denn nun? Wollen Sie ein Gesetz erlassen, in dem den Leuten vorgeschrieben wird, was sie an einem bestimmten Tag essen dürfen?
Wenn Sie aber diesen Tag nur propagieren wollen, wäre das kein Programm für eine Partei, sondern nur das Werben für eine vegetarische Bewegung.
Das Ganze ist aber deshalb überflüssig, weil die meisten Kantinen immer ein vegetarisches Gericht zur Auswahl anbieten. Und das wird auch zur Abwechslung von sehr vielen gegessen, die sonst Fleisch bevorzugen.
Ist es deshalb wirklich notwendig, die nicht belehrbaren Nur-Fleisch-Esser zu zwingen, das zu essen, was die Grünen ihnen vorschreiben?
Wie wär’s denn dann einmal mit einem gewaltfreien Tag im Fernsehen oder mal wieder mit einem autofreien Tag? Haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, Mrs Boldbranch, wie ein sexfreier Tag Ihrer vielleicht lahmenden Beziehung neuen Schwung geben könnte?
Ach, Frau Boldbranch, Sie sehen: Ich bin fast ein Grüner. Nur wählen tue ich Sie nicht, weil ich Herrn Trittin nicht ausstehen kann.