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Wie der Anstand, der Kitt der Gesellschaft, schwindet

Mein Senf dazu:

Das tut man nicht!“ Diesen Satz bekamen wir als Kinder meiner Generation häufig zu hören. Und dann tat man es halt auch nicht. Das war eine allgemeine Übereinkunft der Bevölkerung und die war stärker als die Gesetze, die nun immer mehr das regulieren müssen, was früher einmal allgemeine Anstandsregeln waren.
Upskirting und Downblousing oder das Fotografieren von Verkehrsopfern – all das sind Erscheinungen, die es früher nie gegeben hätte. Aber heute bedarf es gesetzlicher Regelungen.
Oder nehmen wir als Beispiel den Abfall. Heute werfen viele Menschen ihren Abfall einfach auf die Straße. Das beginnt mit den kleinen Zigarettenkippen (früher war es verpönt, auf der Straße zu rauchen, weil es als Zeichen von mangelnder Beherrschung galt) und es endet mit dem Wegwerfen von Coffee-to-go-Bechern. Wenn Ordnungskräfte die Leute zur Rede stellen, ernten sie nur Beschimpfungen oder die Betroffenen meinen, sie würden Arbeitsplätze bei der Stadtreinigung schaffen.
Einst hieß es: „Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.“ Heute werden Wände mit Graffiti besprüht und Verkehrsschilder mit Aufklebern verunziert. Der Vandalismus nimmt zu.
Die Polizei, einst „Dein Freund und Helfer“, ist für viele zum Gegener geworden, der mit Steinen beworfen wird.

Der moralische Verfall betrifft sogar für die „Creme der Gesellschft“, die Regierungsmitglieder.
Früher besaß man so viel Anstand, dass man als Regierungsmitglied nicht in eine Spitzenposition bei einem Konzern wechselte. „Wie sieht das aus?“ oder: „Wie stehe ich dann da?“, so hätte man sich gefragt. Aber inzwischen zählt das Geld mehr als eine Frage nach der Ehre. Nun, nach immer dreisteren „Seitenwechseln“, bedurfte es der Einführung einer Karenzzeit.

Vandalismus überall

 

Es ist schon erschreckend, wie sehr sich der Vandalismus ausbreitet. Mal werden die herrlichen Statuen im Park von Sanssouci demoliert, die Jahrhunderte unbeschädigt bewundert wurden. Ein ähnliches Schicksal hat auch schon öfter die Meerjungfrau von Kopenhagen erleiden müssen.
Dass aber die „Vandalen“ sogar auf über 2600 m hinauf steigen und das Fenster der Unterstandhütte auf dem Watzmann einzuschlagen: das ist eine neue Dimension. Die Unterstandhütte soll Leben retten. Wenn ein Unwetter kommt, können die Bergsteiger hier Unterschlupf finden, denn früher sind manche nach Durchsteigung der Ostwand auf dem Grat ums Leben gekommen.
https://www.suedost-news.de/startseite_artikel,-vandalismus-auf-2-657-metern-hoehe-_arid,383512.html

Auch im abgelegensten Winkel Bayerns sind die Vandalen unterwegs. Ich wohne abseits vom Dorf an einem Hang, wo an sich nur die Anwohner unterwegs sind. Dennoch sind sogar Vandalen hier und werfen mir jede Woche mal eine Bierflasche, mal eine Schnaps- oder Sektflasche in mein Grundstück. Ich frage mich, welche armen Irren hier in der Einsamkeit nachts unterwegs sind und saufen.
Die Vandalen haben auch schon das Salz, das in einer Kiste an meiner steilen Bergstraße lagert, auf meinem Grundstück verstreut. Auch sprühen sie überall herum, hier beispielsweise auf Verkehrsschilder:

…und sie steigen den steilen Bahndamm hinauf, um die Deckel vom Kabeltunnel weg zu reißen:

Noch schlimmer aber sind diejenigen, die immer öfter Polizeibeamte und Rettungskräfte angreifen, beleidigen und sogar bespucken.