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Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos

Gestern schrieb ich hier noch diesen Aphorismus:

Das menschliche Wissen ist sehr begrenzt, aber die Dummheit ist grenzenlos.

Wie zutreffend das ist, zeigte sich noch am selben Abend: Ein Unwetter brach über dem Chiemsee los und Wasserwacht und Wasserschutzpolizei hatten alle Hände voll zu tun, um Segler, Schwimmer und Paddler zu retten.
Es gibt zwar rund um den See rote Warnleuchten, aber die Menschen glauben es einfach nicht, dass sich das ganz plötzlich gewaltig ändern kann. Sie bleiben also verbotenerweise auf oder im Wasser, aber ganz plötzlich schlägt dann das Unwetter zu. Es ist ähnlich wie bei Corona: Die Leute meinen es besser zu wissen als die Fachleute wie Meteorologen und Virologen.
Wie gefährlich ein Unwetter auf dem Chiemsse sein kann, hat meine Tante anschaulich geschildert aus einer Zeit, als es noch kein Warnsystem gab.
Sie berichtete, dass sie sich einmal auf dem Chiemsee bei einem Unwetter in höchster Lebensgefahr befunden habe. Als jemand dies nicht recht glauben wollte, erzählte sie:
„Unser Vater hatte ein Ruderboot gemietet und ist mit uns auf den See hinaus gerudert, als der Sturm losbrach. Die Wellen wurden höher und höher und schwappten schließlich sogar ins Boot. Unser Vater ruderte wie ein Wahnsinniger, so dass wir doch endlich heil, aber durchnässt das Ufer erreichten. Am nächsten Tag brachte ich sein durchgeschwitztes Hemd in die Wäscherei. Als ich es wieder abholte, reklamierte ich, dass es noch Schweißflecken hatte. Die Wäschereibesitzerin schaute kurz hin und sagte: ‚Das geht nicht weg. Das ist Todesschweiß!‛“
https://autorenseite.wordpress.com/anekdoten/
Und gestern werden viele Menschen nicht nur vom Chiemseewasser durchnässt gewesen sein, sondern da wird schon auch ein wenig Todesschweiß dabei gewesen sein.
Übrigens war es auch am Waginger See dasselbe, denn die Dummen breiten sich aus wie ein Virus.

Lebensgefahr als Freizeiterlebnis

Es ist unglaublich, dass immer wieder Menschen überflüssigerweise bei Unwettern ums Leben kommen oder verletzt werden: Gerade mussten beim Chiemsee Summer Festival knapp 50 Personen behandelt werden, darunter auch viele, die nur eine psychische Betreuung (Krisenintervention) benötigten. Ernsthafter verletzt und in einem Krankenhaus aufgenommen wurden 10 Personen. Das ist noch glimpflich ausgegangen. In Österreich wurden in der selben Nacht beim Einsturz eines Festzelts zwei Menschen getötet.

Wie leichtfertig mit der Gesundheit umgegangen wird, habe ich auch in diesem Beitrag beschrieben: https://autorenseite.wordpress.com/2016/09/05/oesterreich-todesangst-als-urlaubserlebnis/

Ich selbst bin auch schon durch Stürme in üble Situationen gekommen: Zweimal blieb die Seilbahn stehen, weil die Kabinen vor der Station infolge eines Orkans quer standen. Da war ich froh, dass ich einen Biwaksack dabei hatte und nicht wie andere ins Krankenhaus musste. Ein anderes mal war ich im Sessellift unterwegs, als ein Sturm Bäume auf das Drahtseil der Bahn warf.
All diesen Gefahren ist eines gemeinsam: Man konnte sie voraus sehen. Nur selten kommt ein Unwetter aus heiterem Himmel. Meist wütet es schon anderswo. Beispielsweise brauchte das Unwetter, das über das Chiemsee Summer Festival herein brach, ca. 1 Stunde, um von München aus zu uns zu kommen.Warum warnt keiner rechtzeitig und sorgt vor. Leicht hätte es ja auch am Chiemsee Tote geben können.
Nun werden manche darauf hinweisen, dass der Wetterdienst doch eine Unwetterwarnung herausgegeben hat. Ja sicher, aber die wird halt nicht ernst genommen. Die Wetterfrösche sind vorsichtig und warnen lieber zu viel als zu wenig. Daher ist es mit solchen Warnungen so ähnlich wie in der Fabel von Äsop, in der ein Hirtenjunge spaßeshalber ruft: „Der Wolf kommt!“
Das Innenministerium müsste daher mit den Landratsämtern besser vernetzt sein und Gefahrenmeldungen zum Anlass nehmen, Open-Air-Veranstaltungen, Liftanlagen oder Festzelte rechtzeitig zu schließen.

Unwetter und Heizöl

Sind wir unfähig, aus vorangegangenen Katastrophen zu lernen? Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man die neuesten Berichte über die Unwetter im Osten liest. Wieder ist eine Unmenge Heizöl aus den überschwemmten Kellern ausgelaufen. Wieso eigentlich? Man könnte doch die Heizöltanks ganz einfach gegen solche Katastrophen absichern, indem man sie nicht nur am Boden befestigt, sondern auch von der Decke her abstützt. Dann können die Tanks nicht im Keller herum schwimmen und von ihren Leitungen abgerissen werden. Man könnte die Tanks aber auch mit Schläuchen an die Heizung ankoppeln. Auch dann können sie ruhig im Keller herumschwimmen, ohne dass Öl ausläuft. Aber den derzeitigen Zustand kann man doch einfach nicht hinnehmen!