Schlagwort-Archive: Unkraut

Schlimmer als das Artensterben…

Schlimmer als das Artensterben ist ein Phänomen, das nicht in einer solchen Gesamtschau gesehen wird: nämlich die Vermehrung der Schädlinge. Was haben wir da nicht alles an neuen Meldungen: Eschentriebsterben durch einen Pilz, Ulmensterben durch Ulmenspaltpilz, Eichenprozessionsspinner, Schwammspinner, Buchsbaumzünsler, Diplodia-Triebsterben durch einen Pilz an den Kiefern, Miniermotte an Kastanien…

Eingeschleppte Milben bekommen wir nicht recht in den Griff: die Varoa-Milbe, die unsere Bienen befällt, und neuerdings breitet sich die Hyalomma-Milbe aus – googeln sie lieber nicht danach. Eines der Wunder der Natur ist, wie sich diese winzigen Schädlinge so schnell nach überall hin ausbreiten können.
Gerade sah ich ein erschreckendes Bild in der Zeitung: Bisher dachte ich immer, der Maikäfer sei ausgestorben, aber ein Bauer auf einem Foto förderte beim Pflügen so viele Engerlinge zu Tage, dass die Erde mehr weiß als braun war. Und nun sieht seine Wiese so aus:
https://www.pnp.de/lokales/berchtesgadener_land/3342211_Schaeden-durch-Engerlingsbefall-Hoffnungslosigkeit-macht-sich-breit.html
All diese Erscheinungen ließen mich darüber nachdenken, ob es nicht einmal Schädlinge geben könnte, die überhaupt das Leben auslöschen. Wir haben das Gleichgewicht in der Natur gestört und wissen nicht, was für Folgen das einmal haben kann.
Mir fiel dabei ein Wort von Papst Benedikt VI ein. Er wurde gefragt, ob es denn den Teufel wirklich gäbe. Darauf antwortete er dem Sinne nach, natürlich gebe es den Teufel und er habe manchmal den Eindruck, der sei stärker als Gott. Und wenn ich das Unkraut in meinem Garten ansehe („Das hat der böse Feind getan“) oder die Ausbreitung der Schädlinge oder überhaupt die schrecklichen Urasachen der Flüchtlingsbewegungen, dann denke ich an den Papst: Wie recht er hatte!

Katastrophe in meinem Garten

Ich habe in meinem hohen Alter einen Garten von fast 2000 qm zu bearbeiten. Der muss natürlich pflegeleicht sein. Aber leider wird der Pflegeaufwand in letzter Zeit immer größer und dazu fallen mir immer zwei Zeilen aus einem Gedicht ein:
„Nun sieh‘ mir eins das Unkraut an,
das hat der böse Feind getan!“
Bei mir ist es allerdings nicht der böse Feind, sondern es sind die Vögel, die die scheußlichsten Samen überall ausbreiten:

  • Da wuchern überall wilde Brombeeren mit ungenießbaren Früchten und grässlichen Dornen. Die wachsen überall dort, wo die Vögel halt gerne sitzen: inmitten der Sträucher. Und dort kann man ihre langen Wurzeln nicht mehr raus kriegen.
  • Dasselbe ist es mit wilden Rosen.
  • In vielen Büschen hat sich der Hartriegel eingenistet, den man auch nur abschneiden kann, der aber gleich wieder da ist, wie Brombeeren und Rosen auch.
  • Wilde Erdbeeren, die man nicht essen kann, wachsen und wuchern überall, dass man mit dem Jäten kaum nachkommt.
  • Nun macht sich bei mir ein neues grässliches Übel breit: ein Gras, das nicht grün bleibt, sondern welkt. Das nistet sich überall ein und sieht scheußlich aus. Das normale Gras als Unkraut ist ja immer grün und fällt nicht besonders auf. Aber dieses welkende Gras ist groß und schrecklich.
  • Der Garten ist so trocken, dass man meint, man gehe auf Beton, wenn man auf dem Rasen läuft. Da freuen sich die Menschen über das sommerliche Osterwetter, aber vielleicht ist es der Vorbote für einen trockeneren Sommer als letztes Jahr.

Manchmal fällt mir zu all dem Unkraut ein Satz ein, den ich einmal gelesen habe, als ich vor 60 Jahren mit dem Garteln anfing: „Da kann man nichts machen, außer sich ein anderes Grundstück kaufen.“ (Man sieht: Damals gab es noch kein Glyphosat.) Natürlich ist so ein Vorschlag völlig abstrus und ist mir deshalb in Erinnerung geblieben.
So muss ich also nun weiter mit meinen 85 Jahren unter meinen Büschen herum kriechen, um den Wildwuchs so halbwegs in Grenzen halten. Es lohnt sich, denn so schön ist es bei uns: