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Die Party ist vorbei: Wir leben auf Kosten der Kinder

Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Wir leben auf Kosten unserer Kinder.
Wenn ein überschuldeter Privatmann stirbt, können die Erben das Erbe ausschlagen. Wenn aber eine Genration im Staat Schulden macht, muss es die nächste bezahlen oder vielleicht schließlich auch die übernächste. Die „Zeit“ schreibt, sogar die Enkel könnten unter der Schuldenlast ersticken:
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-09/staatsverschuldung-investitionen-negativzinsen-verantwortung-zukunft/seite-2
Was das Schlimme daran ist, ist die Tatsache, dass wir an einen ständigen Aufschwung, der allerdings oft gar kein echter ist, gewöhnt sind und deshalb nicht mit einer echten Rezession rechnen, die aber auf diejenigen zukommt, die unsere Schulden zu zahlen haben:
https://web.de/magazine/wirtschaft/marcel-fratzscher-krieg-verursacht-massiven-schaden-deutsche-wirtschaft-37223984
Aber das ist noch nicht alles, mit dem sich die Enkel auseinander zu setzen haben. Wir leben auf Kosten der Substanz unserer Ressourcen, die auf der Welt zur Verfügung stehen. Wir bräuchten 1 1/2 Erden, um so weiter leben zu können wie bisher:
https://autorenseite.wordpress.com/2022/07/28/alarm-welterschoepfungstag-rueckt-wieder-vor-2/
Aber wir haben nur eine einzige enger gewordene Erde. Unsere Nachkommen müssen also in einer ausgeplünderten Welt auch noch gewaltige Investitionen in den Klimaschutz bezahlen.
UNICEF warnt daher: https://web.de/magazine/unicef/unicef-bericht-umweltrisiken-leben-kosten-kinder-36959330

Langsam merken auch die Verschlafensten, dass die Party, die wir uns eigentlich nicht hätten leisten können, vorbei ist und dass uns ein jähes Erwachen bevor steht. Die Regierung versucht krampfhaft, den Ernst der Lage durch alle möglichen „Pakete abzufedern“, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Das dicke Ende kommt noch.

Kampf ums Wasser in Bayern

Wo wir hinschauen, stoßen wir an unsere Grenzen.  Wir bräuchten inzwischen drei Erden, wenn wir so weiter leben wollen wie wir hier in Deutschland. Die Ressourcen werden immer knapper. Wir sehen das beispielsweise bei den seltenen Erden:
Lithium für die Batterien der Elektroautos stammt zu einem großen Teil aus Chile. Bei der Gewinnung von Lithium wird viel Wasser verbraucht mit der Folge, dass den Bauern die Felder vertrocknen.
Bei uns vertrocknen in manchen Gegenden ebenfalls die Felder wegen des Klimawandels, der diese Dürren verursacht.
Aber auch sonst wird Wasser immer knapper. München muss bis ins Mangfallgebiet gehen, um seine Wasserversorgung zu sichern.
Traunstein ging bis ins Langlaufgebiet hinter Ruhpolding, um genügend Wasser zu gewinnen. Damals gab es laute Proteste, weil man fürchtete, der Grundwasserspiegel würde dadurch so stark abgesenkt, dass die Bäume vertrocknen würden. Aber inzwischen ist es ruhig geworden. Wenn ich aber die vielen Baumstümpfe in der Gegend sehe, frage ich mich allerdings, ob die Protestler nicht doch recht hatten.

Nun ist hier ein neuer Streit ums Wasser entbrannt: Man sollte es nicht glauben: Hier in Bergen in Oberbayern, wo das Wasser in unzähligen Bächen die Berge herunter fließt, gibt es einen Verteilungskampf. Die Adelholzener Alpenquellen wollen ihre Produktion erweitern und werden dabei noch mehr Wasser abfüllen. In Bergen fürchtet man, dass dort das Wasser fehlen wird und Quellen versiegen:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/region/landkreis-traunstein/bergen_artikel,-buergerinitiative-unser-bergener-wasser-sieht-versorgung-gefaehrdet-_arid,706728.html
Natürlich wird es nun wohl Gutachten geben: Aber was solche Gutachten wert sind, hat man hier in Bergen schon erlebt. Bergen ist insofern ein „gebranntes Kind“: Als man nämlich Bergen mit einer Mülldeponie „beglücken“ wollte, gab es Naturfreunde, die eine Verseuchung des Chiemsees befürchteten. Völlig ausgeschlossen! So urteilten die Gutachter. Sie wurden aber eines besseren belehrt, als die Deponie angelegt wurde und in einer Forellenzucht zwischen Bergen und dem Chiemsee alle Fische verreckten. Das war das Ende der Mülldeponie:
https://autorenseite.wordpress.com/2022/03/25/wohin-geht-die-reise-vom-ende-her-denken/

 

 

Wie wir den Karren an die Wand fahren

Wir beuten die Erde aus, ohne an ein Morgen zu denken. Wenn alle so leben würden wie wir,  hätten wir bis heute unsere Ressourcen verbraucht und würden würde ab jetzt von der Substanz leben. Das geht nicht lange gut.
https://web.de/magazine/wissen/klima/deutschland-4-mai-oekologischen-ressourcen-aufgebraucht-36828154
Wenn man dann noch daran denkt, wie wir uns verschulden, kann man nur sagen: arme Enkel!

Politiker – die verlogenen Berufsoptimisten

Die Politiker machen zur Zeit Schulden „auf Teufel komm raus“. Und dabei hören wir immer, dass die Schulden abbezahlt werden sollen, wenn die Konjunktur wieder besser läuft. Aber wer sagt denn, dass es demnächst wieder aufwärts geht? Die Wirtschaft ist vielen Bedrohungen ausgesetzt. Es kann sein, dass Putin uns die Energie abschaltet oder dass wir selbst unseren Widerstand  gegen einen Stopp der Einfuhr von russischem Gas und Öl nicht mehr aufrecht erhalten können: Was dann?
Es kann auch sein, dass Corona die Lieferketten noch mehr abschneiden wird. Es kann auch etwas passieren, was man heute noch nicht voraus sieht. Für solche Fälle hat der Normalmensch einen Notgroschen. Der einzige Politiker, der so etwas in Deutschland eingeführt hatte, war der frühere Finanzminister Fritz Schäffer. Er hatte Geld im „Juliusturm“ verwahrt, das nach seinem Weggang schnell als Wahlgeschenk verstreut wurde.
So machen die Politiker weiter das, was sie am besten können: Sie verschieben die Lösung der Probleme in die Zukunft. Sie können etwas, was der Normalmensch nicht kann: Sie können Schulden machen, die dann die Enkel bezahlen müssen. Kürzlich hat ein Wissenschaftler errechnet, dass sogar auch noch diejenigen zahlen müssen, die noch gar nicht geboren sind. Und diese Armen leben dann in einer kaputten Umwelt mit ausgeplünderten Ressourcen.

 

Ist das alles noch normal? (Nachtrag)

Diese Frage stellte ich hier schon gestern ausführlich:
https://autorenseite.wordpress.com/2022/02/04/ist-das-alles-noch-normal/
Und nun sehen wir auch bei der Olympiade, dass wir nicht mehr normal sind: Da sind die Winterspiele nach Peking vergeben worden, obwohl dort um diese Zeit kein Schnee liegt. Nun sehen wir die Skipisten als künstlich beschneite weiße Straßen in grüner Landschaft. Ist jemand noch normal, dem so etwas in Zeiten des Klimawandels einfällt?

Zitat zum Thema Umwelt

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat. Mehr in dem Buch „Mit spitzer Feder“. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen. Es wäre nett, wenn Sie daraus einmal etwas zitieren würden.

Für uns von der alten Generation herrschte in der Natur das ewige Prinzip von „Stirb und werde.“ Die junge Generation dagegen lebt in der traurigen Zeit des Artensterbens.
Das prägt die Menschen.
  (H. Pöll) 

Mehr über den Autor auf der Homepage.

Ist Bahnfahren gar nicht umweltfreundlich?

 

Wir leben in einer Welt, in der uns der Überblick verloren gegangen ist. Ein Beispiel ist die Verkehrspolitik. Da meinen wir, genau zu wissen, was gut für die Umwelt ist und was nicht. Nicht wenige nehmen die Umstände einer Bahnfahrt im Vergleich zum Auto in Kauf, weil sie etwas Gutes für die Umwelt tun wollen. Aber ist das wirklich so?
Plötzlich kommt einer und durchdenkt das Verkehrswesen von Grund auf und da reibt man sich verwundert die Augen, wenn man das hier liest:
https://de.linkedin.com/pulse/ganzheitliche-%C3%B6kologische-bilanzierung-von-klaus-radermacher

Söder – wie immer auf Krawall gebürstet

Kaum sagt Söder etwas, lesen wir, dass er „scharfe Kritik“ geübt hat. Wieso geht es nicht überhaupt in der Politik mit einer normalen sachlichen Kritik – vielleicht sogar verbunden mit einem positiven Ergänzungsvorschlag?
Interessant ist ja, dass sich vor allem die Jugend, sogar die der eigenen Partei, von Söders „One-Man-Show“ abwendet. Dieser Politikstil hat sich überlebt.
Özdemir hat gerade seine Vorstellungen über die Landwirtschaft dargelegt. Und Söder sagte dazu, die Bundesregierung sei nicht dazu da, den Menschen vorzuschreiben, was oder wie viel sie essen. Das ist typisch für ihn: Wenn Özdemir von Äpfeln redet, spricht er von Birnen.
Es liegt doch auf der Hand, dass es so nicht weiter gehen kann mit der Massentierhaltung, die unsere Natur (Grundwasser und Luft) belastet. Insofern hat der Merkelismus eine schwere Hypothek hinterlassen und es ist gut so, dass Özdemir daran arbeiten will, sie abzutragen. Wenn Söder dies als Vorschrift über das, was wir essen sollen, bezeichnet, ist das eine populistische Verdrehung der Tatsachen.
Und dieser Populismus ist eine nun in der Pandemie deutlich gewordenen Krankheit unserer Zeit, die zur Spaltung und schließlich zur Gewalt führt.
Wenn ich an meine Jugend denke, war es so, dass Fleisch teuer war und wir uns auf den Sonntagsbraten freuten. Heute ist diese Freude verloren gegangen, weil Fleisch für viele zum Alltag gehört. Aber dieses Fleisch sollte einen Preis haben, der sich auch an den Umweltschäden orientiert, die durch die moderne Fleischproduktion anfallen: Nur zwei Beispiele: Am Chiemsee müssen zwei „Seekühe“ eingesetzt werden, um zu verhindern, dass der von den Bauern überdüngte See zu wächst. Und die Nitratbelastung des Grundwassers verursacht auch hohe Kosten. All diese Kosten werden auf die Allgemeinheit abgewälzt.
Im übrigen ist ein zu hoher Fleischkonsum ungesund.

Der Mensch is a Sau

Unter dem obigen Titel habe ich schon zahlreiche Beiträge verfasst.
Müll und Verschmutzung von Natur und Städten nehmen immer mehr zu und die Kosten für die Beseitigung auch:
Die Städte und Gemeinden in Deutschland zahlen jährlich rund 700 Millionen Euro, um Parks und Straßen von Zigarettenkippen, To-Go-Bechern und anderen Einwegplastik-Produkten zu reinigen sowie öffentliche Abfallbehälter zu leeren und die Abfälle zu entsorgen. Davon entfallen allein auf die Entsorgung von Zigarettenkippen rund 225 Millionen Euro. Für die Entsorgung von To-go-Bechern aus Plastik fallen rund 120 Millionen Euro pro Jahr an.(https://www.bmu.de/pressemitteilung/einwegplastik-und-zigarettenkippen-in-der-umwelt-kosten-kommunen-jaehrlich-700-millionen-euro)
Ich habe ja hier schon öfter darüber geschrieben, wie alles immer schlechter wird. Das sieht man auch am Beispiel des Mülls. In meinen Altersweisheiten ist zu lesen:

Der Unterschied zwischen den Generationen: Ein altes Mütterchen steigt aus dem Bus und versucht, ihren Fahrschein in den Papierkorb zu werfen. Sie verfehlt ihn jedoch. Dann hält sie sich am Abfalleimer fest, bückt sich mühsam und hebt das winzige Papierstück auf. In diesem Augenblick fährt ein offenes Auto mit jungen Leuten vorbei. Einer wirft eine leere Bierdose hinaus, die genau an der Stelle landet, wo eben noch der Fahrschein lag.

Ja, es ist schon so: Wir Alten wurden zur peinlichen Einhaltung der Gesetze erzogen und so blieben Natur und Städte sauber. Heute sieht man das „locker“. Die Menschen merken nicht mehr, wie sehr sie andere entwürdigen, wenn sie ihnen zumuten, ihren Müll zu beseitigen. Jemand, der zur Rede gestellt wurde, sagte, er schaffe damit Arbeitsplätze.
Aber es ist eine harte Arbeit, die anderen zumutet, wie ich am Kölner Dom gesehen habe: Da beseitigten Arbeiter mit Schweißbrennern die schäbigen Kaugummiflecken vom teuren Granitpflaster.

 

Ein toller Öko-Rasierapparat

 

Gerade lese ich:
„Überzeugend gut: die Produkte aus der „Die Höhle der Löwen“-Show vom 4. Oktober:
Gutes Öko-Gewissen und einfach edles Design“: ein Rasierer ganz aus Metall, also ohne Plastik. Eigentlich nichts Besonderes.
Dazu fällt mir ein echter Öko-Rasierer ein, der in der DDR hergestellt wurde. Der arbeitete ohne Strom und musste einfach nur aufgezogen werden. Warum wird so etwas Einfaches nicht wieder hergestellt? Das wäre doch viel besser als das hoch gelobte Produkt aus  der Höhle der Löwen. Aber wir sind schon zu faul, eine Uhr aufzuziehen und kaufen daher solche mit Batterie. Da würde es beim Rasierer vielleicht kaum anders sein.
Das käme jedoch mal auf ein Experiment an. Inzwischen hat doch ein Umdenken eingesetzt: Die Menschen werden umweltbewusster. Und wenn man sie auf den völlig überflüssigen Anfall von alten Batterien aus Uhren und Akkus aus entsorgten Rasierern hinweist, dann wird sich doch wohl der eine oder andere überlegen, ob er sich nicht etwas zum Aufziehen kauft. Ein solcher Rasierer wäre doch sicherlich cool.