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International Hugging Day – Welttag der Umarmung

Schade, dass dieser bedeutende Tag heuer wegen Coronaausfallen muss. Der Tag hätte ja keinen Sinn, wenn er nur Umarmungen im Kreise der Familie im Auge hätte. Die sollten ja sowieso eine Selbstverständlichkeit sein.
Der Hugging Day soll vielmehr menschliche Wärme unter die Leute auf der Straße bringen. Und da sah ich in München etwas Besonderes: Zwei bildhübsche Japanerinnen standen in einem knappen goldenen Kleid auf einem Podest mit dem Schild „Free Hugging“. Als ich vorbei ging, nutzte gerade ein herunter gekommener Penner diese Gelegenheit und er umarmte eine von den Beiden, die das mit freundlicher Miene über sich ergehen ließ.
Ich glaube, sie hat dem Mann ein sehr großes Geschenk gemacht, an dem er noch lange zehren wird. Und was das Schöne an dem Geschenk ist, ist, dass man dabei überhaupt nichts hergeben muss.

Neuer Beruf: Profikuschlerin

Es gibt einen Welttag der Umarmung (Hug Day)
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/06/machen-sie-mit-heute-ist-der-tag-des-kuschelns/
Aber was nützt dieser eine Tag, wenn doch die Menschen ständig ein Bedürfnis nach menschlicher Wärme haben. Deshalb gibt es jetzt einen neuen Beruf: den der Profikuschlerin:
https://www.youtube.com/watch?v=bg64D8_jp54
Natürlich gibt es auch für die Bedürfnisse der Frauen ein männliches Pendant: den Profikuschler.
Manche denken vielleicht: Der Vorteil dieser Berufssparte sei, man bräuchte eigentlich keine Ausbildung. Das ist jedoch ein Irrtum. Natürlich gibt es kein einheitliches Berufsbild und keine Prüfung, aber ich muss da doch an ein Zitat aus meinen Aphorismen denken:

Die Dirnen im Aphroditetempel von Kanopos wurden sieben Jahre lang in allen Finessen erotischer Liebeskunst unterrichtet, bevor sie ihren Dienst aufnahmen. Die Frauen von heute dagegen halten sich für Naturtalente, die sowieso alles besser wissen.

Wenn freilich das Kuscheln frei von Sex sein soll, so müssten doch wohl die Profikuschler*innen die halbe (also sexfreie) Ausbildungszeit von Kanopos absolviert haben, was durch eine Lizenz durch einen noch zu gründenden Verband nachzuweisen wäre.
Wie schön. dass in unserer Zeit der wieder zunehmenden Arbeitslosigkeit ständig neue Berufe entstehen!

Heute ist der Welttag der Umarmung (Hug Day)


Was sehen Sie hier? So sieht eine Frau aus, die nach einer Umarmung lechzt. Falls Sie auch so etwas zu Hause haben, tun Sie jedenfalls am heutigen Umarmungstag Ihre Pflicht!
Toll fand ich, was ich einmal in München auf dem Marienplatz sah: Da standen zwei Japanerinnen in einem knappen goldenen Kleidchen auf einem Podest mit der Aufschrift: „Free Hug“. Jeder der Lust hatte, konnte sie umarmen. Ich fand die Idee großartig. So konnten auch die Einsamen einen Moment warmer Mitmenschlichkeit erleben.

Wer bestimmt das?

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Kürzlich schaute ich mir alte Filme aus meiner Familie an. Sie haben mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. Und dabei fiel mir auf, dass es auch in der Familie (nicht nur in unserer) üblich war, sich mit Handschlag zu begrüßen, also ohne Umarmung.
Und ich erinnerte mich an die alten Zeiten der DDR: Da sahen wir, wie die Sowjet-Größen zu Besuch kamen und die wurden am Flughafen bei der Begrüßung umarmt. Ich glaube, Breschnew tauschte sogar Küsse mit den DDR-Leuten. Man hat das bei uns im Westen belächelt und so kommentiert: „Wie die Schwulen!“
Inzwischen ist es völlig anders geworden. Heute umarmen sich sogar wildfremde Politiker mit Kussandeutungen: Linke Backe, rechte Backe.

Ich frage mich nur bei solchen Trends: Wer bestimmt so etwas? Wie kommt es, dass alle mitmachen?
Was die Umarmungen angeht, habe ich eine Theorie: Wie ich in diesem Blog schon öfter beschrieben habe, leben wir in einem Zeitalter der Entsexualisierung:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/02/13/die-entmannung-des-mannes/
Zwar scheinen die freizügigen Bilder in vielen Zeitschriften das Gegenteil zu belegen, aber in Wahrheit braucht der weitgehend entsexualisierte Mensch immer „schärfere“ Bilder, um sich angesprochen zu fühlen.
Und weil nun die Umarmungen von heute im Gegensatz zu früher gar nichts mehr mit Sex zu tun haben, konnten sie sich als Begrüßungsritual etablieren. Heute denkt wohl kein Politiker, der bei einer Begrüßung eine Kollegin umarmt daran, wie sie sich als eine Frau so anfühlt. Er denkt vielmehr: Umarmen macht sich gut im Fernsehen und täuscht ein harmonisches Klima vor.

Wer bestimmt das?

Nachtrag zum Beitrag weiter unten:

Als ich jung war, begrüßte man sich mit Handschlag, auch innerhalb der Verwandschaft. Nur bei ganz besonderen Anlässen umarmte man sich: beispielsweise tröstend am Grab eines nahen Verwandten. Man amüsierte sich früher über die Politiker des Ostens, die sich umarmten, und machte Witze darüber, die mit Homosexualität zusammen hingen.

Nun auf einmal umarmen sich die Menschen immer mehr, anstatt sich mit Handschlag zu begrüßen. Und die Politiker gehen als Vorbild voran: Auch diejenigen, die sich überhaupt nicht näher kennen, fallen sich in die Arme wie früher nur ein Liebespaar.

Man fragt sich: Wer bestimmt das, dass sich die Begrüßungsmodalitäten so verändert haben?