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Ein bisschen nett sein zur Weihnachtszeit

Wenn ich zur Weihnachtszeit durch die Straßen fahre und am Müllabfuhrtag die Tonnen am Straßenrand stehen, dann sehe ich, wenn ich Glück habe, vielleicht einmal an einer Tonne ein Kuvert mit einem Trinkgeld. Wie anders war das früher, als die Müllabfuhr vom öffentlichen Dienst gemacht wurde. Ein Fahrer und zwei Mann waren unterwegs und trotzdem war die Müllabfuhr billiger als heute. Und um Weihnachten herum läuteten die Müllmänner an den Haustüren, um ein frohes Fest und glückliches neues Jahr zu wünschen. Natürlich kassierten sie dabei nicht wenig Trinkgeld.
Nun kommt ein Privatunternehmen zum Müllsammeln. Ein Mann wurde eingespart. Der übrig Gebliebene leert die Tonnen allein. Zeit zum Trinkgeldsammeln hat er nicht. Er bekommt also auch in der Regel nichts. Denken Sie doch mal darüber nach, ob sie ihm nicht eine kleine Freude machen sollten, indem Sie ihm ein Kuvert mit guten Wünschen und einem Scheinchen an die Tonne hängen.
In diesem Zusammenhang fällt mir mein Vater ein. Er hat sich bis ins hohe Alter einen Brauch aus der Kindheit bewahrt: Am 1. Advent stellte er eine leere Krippe auf. Für jede gute Tat durfte er einen Strohalm hinein legen, damit das Christkind an Weihnachten schön weich liegen konnte. Das Trinkgeld für den Müllmann wäre also doch vielleicht einen Strohhalm wert gewesen!

Wie viel Trinkgeld geben Sie?

Geld

Nehmen wir an, Sie haben in einem Lokal sehr gut gegessen. Dann werden Sie beim Trinkgeld großzügiger sein, als wenn Ihnen ein ziemlicher Fraß vorgesetzt worden wäre. Nur wer kassiert für die guten Leistungen des Kochs? Die Bedienung! Und das ist doch eigentlich ungerecht. Ich meine, mich erinnern zu können, dass es früher einmal echte Oberkellner gab, die die Zeche kassierten und dann das Trinkgeld verteilten, wobei auch der Koch etwas abbekam. Aber nun kassieren allein die Bedienung bzw. ein Ober, der heute nur noch Kellner ist, das Geld. Und die bekommen dadurch eigentlich meist zu viel dafür, dass sie dem Gast einen Teller und ein Glas hinstellen und später wieder weg räumen. Wenn man im Internet nach der Angemessenheit des Trinkgeld googelt, kommen 5-15 % heraus. Nehmen wir den Durchschnitt von 10 % , dann kommt doch ganz schön was zusammen, aber leider nicht für den Koch.
Und dafür, dass das Trinkgeld üppig fließt, sorgen die Vertreter der Gastronomie. Jedes Jahr veröffentlichen sie einen Artikel mit dem Tenor, dass die Deutschen zu geizig mit dem Trinkgeld sind:

http://web.de/magazine/reise/umfrage-zutrinkgeld-deutschen-geizig-31571742

Und so wollen die Gäste natürlich nicht als Geizkragen da stehen. Vorteil für die Gastronomie: Sie kann bei der Bezahlung des Personals geizen, wenn viel Trinkgeld hinzu kommt.