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Der „ganz normale Tod“ bei Hermes

Zwei Männer im Alter von 45 und 58 Jahren sind bei Hermes binnen 24 Stunden gestorben. Wir lesen, dass die Männer nicht vergiftet, sondern „ganz normal“ gestorben sind. Ich frage mich allerdings, ob so etwas wirklich „ganz normal“ ist. Sterben vielleicht in Ihrer Firma auch 2 Menschen so ganz normal an einem Tag im Dienst? Oder liegt das Zusammentreffen von zwei Todesfällen an den Arbeitsbedingungen im Zustellgewerbe?
Was waren das noch für Zeiten, als die Pakete mit der Post kamen und von einem gut besoldeten Beamten geliefert wurden. Da war die Paketzustellung auch nicht teurer. Nun kommen bei uns 6 verschiedene Zusteller. Was für eine blödsinnige Umweltbelastung! Und man hört, dass die Arbeitnehmer dort unter unglaublichem Arbeitsstress leiden, weil die Zustellungen, die sie zu bewältigen haben, kaum in der normalen Arbeitszeit zu bewerkstelligen sind. So jedenfalls lauten oft die Beschwerden der Zusteller.
Also kein Wunder, wenn da manchen ein früher Tod ereilt.
Warum ist nicht alles beim Alten geblieben? Weil geldgierige Investoren in unserer schwierigen Zeit Anlagemöglichkeiten suchten und die Regierung diese natürlich bereitwillig zur Verfügung stellte.

Raucher und Mörder?

Haben Sie sich schon mal ein Vogelnest genauer angeschaut? Es besteht aus kleinen verflochtenen Ästen und es ist innen schön ausgepolstert mit Federn und anderem Material.
Gerade wurde im Radio von einem traurigen Fall berichtet. Da hatte ein Vogel auch eine Zigarettenkippe für die Polsterung verwandt und die Folge davon war, dass seine frisch geschlüpften Vögel daran gestorben sind — von einem Raucher ermordet.
Früher hat es das nicht gegeben. Es war verpönt, auf der Straße zu rauchen. Jedenfalls hat man seine Kippen nicht einfach weg geworfen. Besonders übel ist das am Strand, wo sich die Leute ja gerne in den Sand legen wollen. Aber auch sonst gilt, was man in meinen Aphorismus lesen kann:

Die meisten Menschen spüren es gar nicht, wie sehr sie einen anderen entwürdigen, wenn sie ihren Unrat einfach weg werfen, so dass ihn ein anderer beseitigen muss.

Wer kümmert sich heute schon darum, dass eine einzige weggeworfene Kippe 40 bis 60 Liter Grundwasser verunreinigt?

Kashoggi: Wie ein Märchen aus 1000 und einer Nacht weiter geht


Man muss sich schon wundern, was Saudi-Arabien der Welt weis machen will. Da kommt der Journalist Kashoggi in das Konsulat in Istanbul, um sich Papiere für seine Hochzeit zu holen. Dann soll es zum Streit mit 15 Geheimdienstleuten gekommen sein, die eigens aus Saudi-Arabien eingeflogen sind. Dabei soll Kashoggi ums Leben gekommen sein.
Saudi-Arabien wird nicht in der Lage sein, diese Schilderung plausibel zu erklären:
Warum flogen die Geheimdienstleute extra nach Istanbul, nachdem Kashoggi in der Botschaft war?
Wieso soll es zu einem Streit mit einem Mann gekommen sein, der nur seine Papiere für seine Hochzeit holen wollte?
Und wie kann es sein, dass ein 61- jähriger Mann bei einem Streit mit 15 Geheimdienstleuten getötet wird?

Wie wird es nun weiter gehen? Ich fürchte so: Saudi-Arabien wird den Fall als Eigenmächtigkeit des Geheimdienstes hinstellen und die Verantwortlichen vielleicht sogar für die Weltöffentlichkeit vor Gericht stellen. Und danach werden diese Leute wohl klammheimlich frei gelassen.
Dann sind die Wogen der Empörung wieder geglättet und wir können wieder befriedigt Waffengeschäfte mit so einem Staat machen.

Mein Leben in der Todeszone


Darüber habe ich hier schon öfter geschrieben. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen: Früher hatten wir Fliegengitter vor den Fenstern und ich musste mit langer Hose und langärmligem Hemd den Rasen mähen, um mich vor Mücken und Bremsen zu schützen.
Ganz so schlimm, wie es hier gezeigt wird, war es jedoch nicht: https://www.youtube.com/watch?v=yNVrg8Jnv0E
Aber nun ist alles vorbei. Unsere Fliegengitter haben wir entfernt und wir können unsere Flügeltüren noch so weit aufmachen: Es kommt keine Mücke herein. Und auch nur ganz selten schaut eine Fliege vorbei.
Und wenn früher in der Bäckerei die Wespen über das süße Gebäck herfielen, gehört auch das der Vergangenheit an. Ich habe schon lange keine Wespe mehr gesehen. Ähnlich ist es mit den Schmetterlingen. Wir haben uns immer gefreut, was so alles um unseren Schmetterlingsflieder herum tanzte. Nun sind es nur noch Kohlweißlinge.
Woran liegt das? An der Monokultur, bei der die Wiesen intensiv gedüngt und ständig gemäht werden, während die Kühe im Stall stehen?
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Oder ist der trockene Sommer schuld, der bei uns aber gar nicht so schlimm war wie anderswo? Oder hat man auch heuer wieder bei uns gegen Mücken gespritzt mit der Folge, dass auch andere Insekten betroffen sind?
Ich gebe zu: Bremsen und Mücken sind lästig. Aber wenn es gar keine mehr gibt, kommt einem die Natur wieder ein bisschen toter vor.

Gruslig! Gruslig!

Albtraum: In einem Krankenhaus im Raum Bremen mussten Ärzte eine Organspende abbrechen, weil die Spenderin womöglich noch lebte. Das meldet heute Spiegel-online. Da rinnt manchem Organspender-Ausweisbesitzer ein Schauer den Rücken hinunter. Mir nicht, denn ich bin froh, dass ich schon so alt bin und niemand meine Organe will, mit denen ich aber doch noch sehr zufrieden bin. Nicht einmal eine Brille brauche ich bisher. Toi,toi, toi, dass es noch lange so bleibt.

Dazu fiel mir noch eine gruslige Geschichte ein:
Ein Friedhof eines Nonnenklosters wurde aufgelöst. Ich weiß nicht mehr, wo das war. Dabei stellte man auf Grund der Haltung von Skeletten fest, dass etliche Nonnen noch gelebt hatten, als sie beerdigt wurden.
Und sogar in unserer Familie wäre beinahe jemand lebendig beerdigt worden. Lesen Sie dazu bitte unbedingt den unglaublichen Bericht in unserer Familien-Chronik. Weil er ein Happyend hat, ist er auch für Menschen mit schwächeren Nerven geeignet.
Der Autor dieser Chronik hat mehrere Bestseller gelandet. Seine Geschichte der Stadt Amberg gibt es im Antiquariat für 260 Euro. Die Bücher seines Nachfahren (womit ich mich meine), sind leider billiger: Ein eBook ist schon für 1,99 Cent zu haben: