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Tierschutz und Tierquälerei

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als die Pelze verteufelt wurden? Eine Reihe von Top-Models u.a. Naomi Campbell posierten nackt nach dem Motto: Lieber nackt als mit Pelz! Die Frauen trauten sich nicht mehr mit Pelzen auf die Straße, denn sie wurden angepöbelt oder ihre Pelze wurden mit Farbe besprüht und zerschnitten. Viele Pelzgeschäfte mussten aufgeben.
Inzwischen ist die Protestwelle abgeebbt und man sieht auch Naomi Campel wieder mit Pelz auf dem Laufsteg. Nun gab es freilich auch Missstände bei der Pelztierhaltung, doch Schweine und Legehennen haben es kaum besser. Aber da gibt es keine medienwirksamen Auftritte der Damen.
Und was ist mit den Kühen? Ist ihre Haltung artgerecht, wenn sie mit abgesägten Hörnern im Stall stehen, statt auf der Weide? Und hat man nicht auch ihr Leben gewaltig abgekürzt, indem man sie zum Hochleistungs-Euterträger umzüchtete?
   Die Kuh
Ich stehe gern am Weidezaun,
Um dort den Kühen zuzuschauen,
Wie sie sich anscheinend freuen,
Wenn sie ihr Fressen wiederkäuen.
Doch tun mir in der letzten Zeit
Die armen Tiere wirklich leid:
Es fehlt ihnen der Kopfschmuck vorn,
Die Kuh von heute hat kein Horn.
Und ganz scheußlich kommt mir vor:
Die gelbe Marke je am Ohr.
Das Bild von diesen armen Tieren
Kann einen nicht mehr amüsieren.
Zu traurig schauen die Viecher aus:
Für jeden Tierfreund ist’s ein Graus.
Heut‘ ist die Kuh, so könnt‘ man meinen,
Nichts als ein Euter auf vier Beinen.

Ein nettes kleines Erlebnis

Als ich gestern am Berg gewandert bin, ging ich über eine Almwiese mit Kühen. Da kam der Bauer aus dem Wald und sah mich nicht. Deshalb konnte ich diese nette kleine Szene beobachten: Er ging auf eine größere Kuh zu. Er streichelte sie am Kopf und sagte:
„Scheen’s Wetter hamma heit, gell Resi! Da freien ma uns!“
Und ich habe mich auch über dieses nette kleine Erlebnis gefreut. Es gibt noch Bauern, die ihre Tiere lieben und sie nicht ein Leben lang im finsteren Stall halten:

Schauen Sie auch noch hier:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/04/heute-ist-ein-ganz-trauriger-tag-der-welttierschutztag/

Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem gerade erschienenen Buch Mit spitzer Feder. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen, die sich gut als Zitate für Reden und Schriften.

Wenn man die Menschen öfter mit den Folgen ihres Tuns konfrontieren würde, sähe die Welt anders aus: Wer würde Eier aus Legebatterien kaufen, wenn auf der Packung Bilder der Hühner in einer Massentierhaltung abgebildet würden?


Mehr über den Autor auf der Homepage oder in der Leseecke. Sonderseite für FrauenNichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

Was sind wir nur für Menschen geworden: Der Tierschutz steht nur auf dem Papier.


„Schön ist’s am Berg!“ denkt sicherlich diese Kuh. Andere stehen heute ihr Leben lang im finsteren Stall:
So also sieht der Tierschutz heute aus. Wie anders war es früher:
Als Kind wuchs ich zeitweise auf einem kleinen Bauernhof in Bayern auf. Die paar Kühe kannte man mit Namen, und wenn eine an den Schlachthof verkauft und abtransportiert wurde, war das für alle eine trauriges Ereignis, über das die alte Bäuerin mit dem Satz hinweg tröstete: „Ja, wir kommen auch alle mal dran.“
Wie anders ist es heute. Vor lauter Geldgier ist uns das Mitgefühl mit den Tieren abhanden gekommen: Küken werden geschreddert, Ferkel ohne Betäubung kastriert und Tiere ohne ausreichende Nahrung und Wasser bis Asien und Afrika transportiert. Immerhin haben Länder wie Bayern dies gestoppt, aber Niedersachsen macht so weiter wie bisher mit dem dümmsten Argument, das Politikern einfällt, wenn ihnen gar nichts mehr einfällt: „Nur keinen blinden Aktionismus!“
Man sagt zwar immer, Frauen hätten den Männern eines voraus: mehr Empathie. Alles Gerede! An der Landwirtschaftsministerin Klöckner sehen wir, dass Frauen genau so Hardliner sein können, wenn es um die Interessen der Klientel geht.

Kinder, wenn ihr am nächsten Friday für die Future demonstriert, denkt doch bitte auch an die Massentierhaltung, den großen Klimakiller! Habt ein für die Tiere und fordert:
„Weg mit Klöckner!“

Gedanken zum Tierschutz

Kühe
Anlässlich der Grünen Woche erfuhren wir, dass es ein neues Siegel für die Art der Tierhaltung geben soll. Es sollen Noten dafür vergeben werden, wie die Tiere gelebt haben. An sich ist das recht erfreulich, wenn es da nicht ein aber gäbe:
Es gibt schon so viele Labels und Bezeichnungen, bei denen der Verbraucher kaum durchblickt. Nehmen wir mal die Stempel auf den Eiern. Wissen Sie, was sie bedeuten?
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/22/sind-sie-auch-so-ein-versager/
Oder wissen Sie, wie das Bio-Siegel der EU aussieht?
Und wenn nun das Siegel über die Art der Tierhaltung hinzu kommt: Können Sie es sich merken und es dann wirklich von Anpreisungen der Massentiergaltung unterscheiden?
Wie einfach könnte es doch sein: ein Bio-Siegel und sonst nichts. Das wäre sehr erzieherisch.
Die ganzen Siegel und Bezeichnungen haben auch nur dann Sinn, wenn sie wirklich streng kontrolliert werden. Aber da hapert es gewaltig. So sind die Siegel oft nur eine Einladung, minderwertige Ware falsch zu deklarieren und teuer zu verkaufen.
Der beste Tierschutz wäre ja wohl, wenn wir alle Vegetarier würden. Aber wenn ich höre, dass allein in Berlin 5000 Wildschweine ihr Unwesen treiben, dann frage ich doch die Tierfreunde, ob man die wirklich alle leben lassen kann, und wenn nicht, ob man sie dann nicht als Nahrung verwerten sollte.
Andererseits ist natürlich die Massenproduktion von Fleisch, wie wir sie nun sozusagen industriell betreiben, in jeder Beziehung schädlich: zum einen ist ein zu hoher Fleischverzehr schlecht für die Gesundheit. Zum anderen schaden die Ausdünstungen der Rindviecher der Atmosphäre. Schließlich könnte man siebenmal soviel Nahrung erzeugen, wenn wir Pflanzen essen würden, anstatt sie dem Vieh als Futter zu geben.
Der Mensch hat ja ein zwiespältiges Verhältnis zur fleischlichen Ernährung. Solange sie in Form eines Schnitzels oder ähnlich auf seinem Teller landet, hat er nichts dagegen. Aber wenn eine kranke Kuh auf einem Gnadenhof geschlachtet werden soll, hat er plötzlich Mitleid mit dem armen Tier:
https://web.de/magazine/panorama/70000-spanier-retten-kuh-32150992
Eigentlich sollte es ja zur Schulbildung gehören, dass die Schüler einmal einen Schlachthof besichtigen und dann über Fragen der Ethik diskutieren. Aber so etwas Brutales kann man ihnen doch nicht zumuten, wird es sofort heißen. So bleiben die Kinder bei Brutalitäten auf Fernsehkrimis angewiesen, gegen die es keine solchen Einwendungen gibt.

Eingesperrte Kühe im schönsten Teil Deutschlands

Interessant ist ja manchmal, was Kinder so beobachten und die Erwachsenen vielleicht gar nicht bemerken: Eine Urlauberfamilie steigt aus dem Auto aus, ein kleines Kind schaut suchend herum und fragt: „Wo sind denn hier die Kühe?“ Ja, wo sind sie denn?
Haben Sie auch schon gemerkt, dass immer weniger Kühe auf der Weide stehen? Wenn in unserer idyllischen Berglandschaft immer mehr die Kühe fehlen, so ist das nicht gerade erfreulich. Aber vielleicht ist das ja auch gar nicht schade, wenn die Kühe nun meist im Stall bleiben, denn sie sind ja heutzutage nur noch bedauernswerte, hornlose Euterträger. Kühe mit Hörnern sieht man nur noch selten, und ein Fotograf, der eine „echte“ bayrische Landschaft mit „echten“ Kühen aufnehmen will, muss lange laufen. Das, was heute im allgemeinen auf den Weiden herum läuft, ist nicht gerade ein schöner Anblick, wie es in den Versen eines Heimatdichters zum Ausdruck kommt:

Die Kuh

Ich stehe gern am Weidezaun,
Um dort den Kühen zuzuschauen,
Wie sie sich anscheinend freuen,
Wenn sie ihr Fressen wiederkäuen.
Doch tun mir in der letzten Zeit
Die armen Tiere wirklich leid:
Es fehlt ihnen der Kopfschmuck vorn,
Die Kuh von heute hat kein Horn.
Und ganz scheußlich kommt mir vor:
Die gelbe Marke je am Ohr.
Das Bild von diesen armen Tieren
Kann einen nicht mehr amüsieren.
Zu traurig schauen die Viecher aus:
Für jeden Tierfreund ist’s ein Graus.
Heut‘ ist die Kuh, so könnt‘ man meinen,
Nichts als ein Euter auf vier Beinen.

Schlimm ist, dass von allen bayrischen Landkreisen dass Berschtesgadener Land Schlagzeilen dadurch macht, dass es nach der Statistik zu denjenigen gehört, in denen die Kühe am wenigsten auf die Weide dürfen. Nur zwischen 10 und 30 % der Kühe lässt man hier noch an die frische Luft. Die Bilder, die uns die Molkereien und die Werbung vorgaukeln, sind nur schöner Schein. Dass das Berchtesgadener Land in der Statistik am Ende stehen, ist bei der Landschaftsstruktur dieses Gebiets besonders traurig, denn auf den Almen kann man ja schlecht mit dem Traktor mähen, so dass die Kühe dort zwangsläufig weiden müssen. Wir staunen über Niederbayern, wo solche Zwänge nicht bestehen und trotzdem mehr Kühe draußen sein dürfen als bei uns.
Nun diskutieren die Politiker über eine Weideprämie, die an Bauern gezahlt werden soll, die ihre Kühe mindestens ein Vierteljahr draußen lassen. Mancherorts soll sie schon praktiziert werden. Muss denn bei uns alles bezahlt werden: Prämien fürs Nicht-Verdrecken des Grundwassers durch Odel, „Wurfprämien“ für Gebärende…? Kann man nicht stattdessen Mindestanforderungen für die Tierhaltung aufstellen, zu denen auch ein ausreichender Auslauf gehört?
Was die hornlosen Kühe anbetrifft, erschien vor längerer Zeit einmal den Artikel eines Wissenschaftlers, der behauptet hat, dass die Hörner für die Verdauung der Tiere wichtig seien und dass deshalb die Verhinderung des Hornwachstums Tierquälerei sei. Wie ist man über den Mann hergefallen! Er hat Glück gehabt, dass es ihm nicht so erging wie dem bedauernswerten Herrn Mollath. Aber er hat offenbar Recht gehabt. Das Fernsehen brachte nämlich einen Beitrag darüber, dass die Laktose-Intoleranz immer mehr zunimmt und dass diejenigen, die an dieser Krankheit leiden, durchaus Milch von Kühen mit Hörnern trinken können. Man sieht also, dass die Verdauung bei der Kuh tatsächlich unterschiedlich zu laufen scheint, je nachdem, ob eine Kuh Hörner hat oder nicht. Offenbar ist es aber auch für die Menschen von Bedeutung, dass man der Kuh ihre Hörner lässt.