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Sollte die Taufe von Kindern verboten werden?

In der Bibel lesen wir, dass Jesus als Erwachsener von Johannes dem Täufer getauft wurde. Wieso ist die Kirche nicht diesem Beispiel gefolgt? Müsste nicht so etwas Wichtiges wie der Eintritt in eine religiöse Gemeinschaft von einem reifen Menschen entschieden werden? Stattdessen bemächtigt sich die Kirche der Kinder und indoktriniert sie durch Kommunion, Firmung, Beichte und Unterricht, so dass sie als Erwachsene oft kaum noch die Möglichkeit einer freien Entscheidung haben.
Ich erinnere mich an das Auftauchen der Moonsekte: Damals wurde von vielen Politikern das Verbot der Sekte gefordert mit dem Argument, dass sie Menschen so indoktriniere, dass sie kaum austreten könnten. Dass diese Argumente auch für die Kirche zutrafen, war den Politikern offenbar nicht bewusst. Erst jetzt infolge der Missbrauchsfälle begannen viele Menschen darüber nachzudenken, ob sie Mitglied ihrer Kirche bleiben wollen.

Wie stark die Indoktrination der Kirchen wirkt, las ich in einem Artikel über religiösen Wahn. Mit dem hatte sich ein Psychiater zu befassen und der erklärte, die Religion sei so tief in die Menschen eingeimpft, dass man sie kaum heraus bringen könnte.

Sollte der Staat nicht seine Bürger vor einer solchen Indoktrination bewahren? Leider wagt sich der Staat an so ein Thema nicht heran. Warum sollte er auch, wenn die Gläubigen das hinnehmen?

Gegen den Widerstand der Kirchen: Die Kinderrechte gehören ins Grundgesetz!


Gerade höre ich in den Nachrichten etwas, was auf den ersten Blick verwundert: Die
Kirchen sind gegen die Pläne der Justizministerin, den Artikel 6 des Grundgesetzes um folgenden Absatz ergänzen:
„Jedes Kind hat das Recht auf Achtung, Schutz und Förderung seiner Grundrechte einschließlich seines Rechts auf Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit in der sozialen Gemeinschaft. Das Wohl des Kindes ist bei allem staatlichen Handeln, das es unmittelbar in seinen Rechten betrifft, angemessen zu berücksichtigen. Jedes Kind hat bei staatlichen Entscheidungen, die seine Rechte unmittelbar betreffen, einen Anspruch auf rechtliches Gehör.“
Dieser Absatz ist notwendig, weil die UN-Kinderrechtskonvention vorschreibt:
„Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs- und sonstigen Maßnahmen zur Verwirklichung der in diesem Übereinkommen anerkannten Rechte.“
Wenn die Gegner dieser Grundgesetzänderung behaupten, die Kinder seien durch die allgemeinen Grundrechte genügend geschützt, so ist das kein echtes Gegenargument, denn man kann ja durchaus noch einmal zusammenfassend die Kinderrechte festschreiben.
Wie notwendig das ist, zeigt beispielsweise die Kinderarmut in Deutschland:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/03/kinderarmut-nicht-so-schlimm/
https://autorenseite.wordpress.com/2016/05/31/kinderarmut-in-deutschland-2/

Erstaunt hat mich, dass die Vertreter sämtlicher Religionen die Grundgesetzänderung ablehnen und dass dabei etwas zu beobachten ist, was man selten sieht: Sie sind sich einig: Man befürchtet eine Einschränkung der Elternrechte und wir hören das Schlagwort vom linken Populismus.
In Wahrheit geht es um etwas anderes: Die Religionen sehen durchaus mit Recht die Gefahr, dass ihre Möglichkeiten, sich schon früh der Kinder zu bemächtigen, eingeschränkt wird. Es könnte durchaus sein, dass die beabsichtigte Grundgesetzänderung beispielsweise dazu führt, dass die Beschneidungen vom Verfassungsgericht verboten werden und dass auch die Taufe von Babys als Missachtung von deren Persönlichkeitsrecht betrachtet wird:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/12/01/unorthodoxe-gedanken-zum-sonntag/

Unorthodoxe Gedanken zum Sonntag

Der Dalai Lama hat eine lesenswerte Botschaft an die Welt gerichtet. In ihr stellt er die Ethik über die Religion.
Dazu sei hier ein weiterer Aspekt beleuchtet: Ein Gebot der Ethik ist es, die Menschenwürde zu achten. So steht es nicht nur im Grundgesetz, sondern auch die Religionen würden wohl dieses Gebot nicht bestreiten. Für meine Begriffe verstoßen aber die Religionen gegen die Menschenwürde, wenn sie sich schon der kleinsten Kinder bemächtigen durch die Taufe oder durch die Beschneidung der Wehrlosen. Warum können sie nicht warten, bis sie einen mündigen Menschen befragen können, für was er sich entscheidet? Die Frage ist einfach zu beantworten: Die Religionen wollen die Menschen schon früh prägen (Das ist etwas anderes als erziehen). Und wenn sie sich so im Gehirn festgesetzt haben, so ist das, wie ein Psychiater einmal in einem Gutachten über einen religiösen Wahn erklärte, nur ganz schwer wieder heraus zu bekommen. Auf diese Weise nehmen die Religionen ihren kleinen Mitgliedern die Freiheit und unterwerfen sie so schlimmen Ritualen wie der Beschneidung. Es ist traurig, dass so etwas in der Bundesrepublik unter dem Stichwort „Religionsfreiheit“ zugelassen wird.
Aber auch die christliche Taufe ist in ihrer derzeitigen Praxis ein Verstoß gegen die Menschenwürde:
Man macht schon die Kleinsten zu Mitgliedern einer Kirche und die Erfahrung lehrt, dass man damit für ihr späteres Leben eine Entscheidung trifft, bei der die meisten durch ihre Prägung nicht mehr die Freiheit besitzen, aus dieser Gemeinschaft auszutreten. Erst in letzter Zeit,
in der der Glaube immer mehr an Bedeutung verliert, haben viele  ihre Kirche verlassen.
Die Kirche rechtfertigt die frühe Taufe mit dem Ausspruch Jesu: „Lasset die Kindlein zu mir kommen…“ Aber damit hat er nicht gemeint, dass die Kinder gleich nach ihrer Geburt getauft werden sollen. Er selbst hat sich ja erst mit etwa 25 Jahren von Johannes dem Täufer taufen lassen und das sollte doch wohl auch in der Kirche als Vorbild gelten.
Nichts gegen die Religionen, wohl aber etwas gegen die Praxis, dass sie sich schon der Kleinsten bemächtigen und sie zu Opfern ihrer Prägung machen.
Es wird sich aber wohl kein Politiker finden, der sich so etwas zu sagen traut.

Jesus – kein Vorbild?

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Es ist merkwürdig, wie sich die Kirche verhält: Einerseits hält sie sich streng an die Bibel und andererseits missachtet sie Gottes Wort:
Ein Beispiel ist das Gebot: Du sollst dir kein Bild von mir machen, das der Islam streng befolgt, die christlichen Kirchen aber nicht.
Oder nehmen wir das Wort Jesu:
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matth 18,20) Da ist nicht von einem Priester die Rede, der obendrein noch ein Mann sein muss und für den das Gebot „Seid fruchtbar…“ nicht gelten soll.
Die Kirche nimmt auch Jesus selbst nicht zum Vorbild, der sich erst als Erwachsener taufen ließ. Wie der Islam nimmt sie schon die kleinsten Kinder in ihre Fänge und prägt sie so nachhaltig, dass – wie ein Psychiater es ausdrückte – „es schwer wieder heraus zu kriegen ist“.
Eigentlich sollte die Kirche fairerweise erst mündige Menschen entscheiden lassen, ob sie bei ihr Mitglied werden wollen oder nicht. Das entspräche dem, was Jesus vor gelebt hat.

Zur Taufe des Royal Baby II

Es ist nun wieder ein schönes Fest, wenn die kleine Charlotte getauft wird. Da gehen die Bilder um die Welt und die Monarchie, die eine Zeit lang in Großbritannien geschwächelt hat, bekommt neuen Auftrieb.
Nur frage ich mich: Ist es recht, ein so unschuldiges kleines Kind in eine Religionsgemeinschaft hinein zu zwingen?
Ich wundere mich immer, wie die christlichen Kirchen sich entgegen der Bibel ihre eigene Religion zurecht zimmern: Jesus hat sich als Erwachsener taufen lassen. Sollte man das nicht zum Vorbild nehmen und die Kindstaufe durch die Erwachsenentaufe ersetzen? Aber die Kirchen wissen genau: Dann kämen nur wenige. Daher prägen sie die Religion schon in frühester Kindheit so sehr in die Menschen ein, dass diese gar nicht auf die Idee kommen zu fragen, ob das vielleicht alles falsch ist, was die Kirche lehrt. Ist es nicht merkwürdig, dass es so wenig Konvertiten gibt, also Menschen, die den Glauben wechseln? Wer katholisch ist, bleibt es genauso wie der Moslem oder der Buddhist. Und das ist eigentlich traurig, denn schaut man zurück, warum beispielsweise jemand katholisch ist, so verdankt es dies vielleicht einem geldgierigen Landesfürsten, der nach dem Augsburger Religionsfrieden seine Landeskinder meistbietend versteigert hat.