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Wie uns die Wahrheit vorenthalten wird: Gibt es Krieg?


Bei der Anklage gegen vier Russen wegen des Abschusses von MH 17 sahen wir staunend, wie präzise so ein Vorfall aufgeklärt werden kann. Kein Winkel der Welt ist unbeobachtet.
Allerdings erleben wir nun bei den Anschlägen auf Tanker und bei dem Abschuss einer Drohne im Golf von Hormus das genaue Gegenteil:
Bei der abgeschossenen Drohne müsste doch das iranische Militär vorsichtshalber den Vorfall genau dokumentiert haben, so dass bewiesen werden kann, wo sich das Fluggerät befunden hat. Auch die Amis müssten doch den Flug ihrer Drohne verfolgt haben und ebenfalls belegen können, wo das iranische Militär zugeschlagen hat. Aber was wird uns präsentiert? Nichts als gegenseitige Beschuldigungen.
Ähnlich war es bei den Anschlägen auf Tanker. Die Amis haben uns Bilder gezeigt, auf denen angeblich zu sehen ist, wie das iranische Militär eine nicht explodierte Miene entfernt. Kann es überhaupt sein, dass der Iran in der sicherlich stark überwachten Gegend des Golfs von Hormus unbeobachtet ein Schiff zu einem Tanker fahren lassen kann? Wollen uns die Amis erzählen, dass einer ihrer Hubschrauber zu einem angegriffenen Tanker fliegt um Aufnahmen zu machen, ohne dass die weitere Bewegung der Täter verfolgt wird?
Bin ich zu naiv, wenn ich glaube, dass es doch wohl auch Satellitenaufnahmen von diesen Vorgängen geben müsste?
Jedenfalls steht doch wohl auf jeden Fall fest, dass uns die Wahrheit vorenthalten wird, und das verheißt nichts Gutes. In den USA wird nun schon der Ruf laut, es müsse einen Gegenschlag wegen des Abschusses der Drohne geben. Trump soll sogar nach Pressemeldungen Luftschläge gegen den Iran frei gegeben haben, dies aber vor der Ausführung wieder rückgängig gemacht haben. Wir fragen uns, ob dies die Wahrheit ist oder ob nur der Iran mit so einem Bericht eingeschüchtert werden soll.
Wir fragen uns weiter: Gibt es jetzt Krieg? Das Schlimme ist, dass dies allein ein Mann wie Trump entscheidet.
Und da sehen wir wieder, wie engstirnig unsere Politik ist: Es gehörte immer zum „guten Ton“, in China mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzufordern. Aber haben wir je gehört, dass es ein deutscher Politiker gewagt hätte, in den USA dasselbe zu sagen? Guantanamo und die Kriegsherrenposition des amerikanischen Präsidenten wären doch genug Anlass hierzu gewesen. Sollen wir ewig schweigend hinnehmen, dass der amerikanische Präsident ohne demokratische Legitimation die Welt in einen Krieg stürzen kann?

Gibt es jetzt Krieg?


Zunächst einmal muss man wissen, dass der amerikanische Präsident selbst entscheiden kann, ob er Krieg führen will, ohne sich vom Kongress behindern zu lassen: Daher konnte Trump entsprechend der Tradition seiner Vorgänger ohne Einflussnahme des Kongresses beispielsweise am 7. April 2017 Marschflugkörper auf einen syrischen Militärflugplatz feuern. So gesehen liegt also vielleicht das Schicksal der Welt ausgerechnet in der Hand dieses Mannes. Und der verhält sich genau so, wie wenn er einen Krieg gegen den Iran führen wollte:
Er hat sich schon Verbündete geschaffen, indem er die Saudis entgegen den Beschlüssen des Kongresses mit Waffen belieferte. Und die Israelis hat er noch fester hinter sich gebracht gebracht, indem er Jerusalem als ihre Hauptstadt anerkannte. Wer weiß, welche Zusagen er dabei hinten herum erhielt? Den Israelis wäre es ohnehin recht, wenn Trump ihren Erzfeind Iran bekämpfen würde.
Ein Krieg gegen den Iran kann also nur mit einem „grandiosen“ Sieg der USA enden, und einen solchen Sieg braucht Trump, um seine Wiederwahl zu sichern. Daher macht er alles genauso wie sein Vorgänger Bush jr.:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/06/15/warnung-an-alle-politiker-trump-auf-den-spuren-von-bush-jr-wie-im-irakkrieg/
So wirft er dem Iran wahrheitswidrig vor, an Atomwaffen zu basteln.
Und er veröffentlicht ein nichtssagendes „Beweisfoto“ für einen Angriff des Irans auf Tanker. Damit überzeugt er seine Vasallen Saudi-Arabien und Großbritannien. Und bald werden andere in diesen Mainstream einstimmen.
So, und nun braucht er nur noch einen kleinen Anlass, um endlich los schlagen zu können.

Trump auf den Spuren von Bush jr. – wie im Irakkrieg


Erinnern Sie sich noch an den Irakkrieg? Als Bush jr. sich bei der Präsidentschaftswahl nochmals als Kandidat bewarb, standen seine Chancen nicht besonders. Da musste ein Sieg her, wie er seinem Vater einen Popularitätsschub brachte. So begann er mit erlogenen Argumenten den Irakkrieg. Sein Außenminister belegte mit fadenscheinigen Bildern die Behauptung, Saddam Hussein bastele an Atombomben. Dieser Kriegsgrund bestand in Wirklichkeit auch deshalb nicht, weil eine internationale Kommission im Irak unterwegs war, um nach eventuellen Atombomben zu suchen. Die USA hätten ja ohne weiteres diese Wissenschaftler an die Stelle leiten können, wo die angeblichen Atombomben lagern sollten. Man sieht also: der Kriegsgrund war in jeder Beziehung nur vorgeschoben.

Nun läuft bei Trump alles wieder so wie damals bei Bush jr.: Trumps Wiederwahl muss vorbereitet werden und seine Chancen stehen auf Spitze und Knopf. Da muss also auch wieder ein Sieg her.
Auch nun behauptet Trump, der Iran halte sich nicht an den Atomwaffensperrvertrag. Den Beweis ist er schuldig geblieben. An einer Klärung durch die IAEO ist er nicht interessiert.
Die neuerlichen Angriffe auf Tanker schiebt Trump dem Iran in die Schuhe. Das ist so unsinnig, dass nur sein treuester Vasall Großbritannien ihm beispringt: Der britische Außenminister erklärte nämlich, kein anderer Staat oder nicht-staatlicher Akteur käme dafür vernünftigerweise in Betracht.
Um der Vernunft des Ministers auf die Sprünge zu helfen, seien ihm die theoretischen Erklärungsmöglichkeiten für die Angriffe auf die Tanker erklärt:
1. Trump selbst könnte die Angriffe in Auftrag gegeben haben, um einen Krieg zu führen, der seine Wahlaussichten verbessert.
2. Er könnte die Angriffe auch deshalb durchgeführt haben, um den Ölpreis zu steigern.
3. Israel hat ein Interesse, seinen Erzfeind Iran auszuschalten, der dem Land dauernd mit der Vernichtung droht.
4. Und auch die Araber sind mit dem Iran verfeindet und so wäre es ihnen recht, wenn Trump gegen diesen Feind einen vernichtenden Schlag führen würde.
5. Schließlich gibt es ja auch noch Terrorakte des IS.

Merkwürdig ist, wie wenig die USA zur wirklichen Aufklärung des Falles beitragen: Sie bieten nur ein nichtssagendes Foto auf. Tatsächlich aber müssten sie über über genaues Material verfügen, das die Vorfälle dokumentiert. Die ganze Welt wird von Satelliten überwacht, sicherlich besonders die Straße von Hormus. Wo bleiben solche Bilder, wie wir sie beispielsweise von den LKWs Saddam Husseins gesehen haben oder vom Abschuss des Flugzeugs MH17 über der Ukraine?
Man sieht: Trump vernebelt die Lage, um der Welt eine Version aufzuschwatzen, die nichts Gutes verheißt.