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Sind die Taliban human geworden?

Schneller als unsere Politiker schauen konnten, waren die Taliban in Kabul. Und viel zu spät hat man die Evakuierung des Botschaftspersonals und der Ortskräfte eingeleitet. Nun sichern amerikanische und türkische Soldaten den Flugplatz von Kabul.
Wie konnte das mit der Sicherung funktionieren, wenn die Taliban die ganze afghanische Hauptstadt erobert haben und demnach in der Lage sein müssten, den Flugplatz durch Beschuss lahm zu legen? Aber sie wollen anscheinend kein Blutbad. Sie wollen offenbar mit ihrem Verhalten signalisieren: Wir sind auf dem Wege, ein normaler Staat zu werden.

„Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“, so heißt ein bekannter Spruch. Und so erinnere ich mich an Saddam Husseins Eindringen in Kuwait. Damals las man von Gräueltaten wie Aufschlitzen der Bäuche von Schwangeren und dergleichen. Alles gar nicht wahr! So stellte es sich hinterher heraus. Man hatte diese Berichte in die Welt gesetzt, um ein Eingreifen  des Auslands zu erreichen.
Vielleicht sind ja auch die Schauergeschichten über die heutigen Taliban nur geschrieben worden, um das Volk bei der Stange zu halten. Gewiss waren sie Terroristen, aber man fragt sich, ob sie es auch gegenüber der eigenen Bevölkerung waren und nun auch sein werden. Die Tatsache, dass die afghanischen Soldaten einfach zu den Taliban über gelaufen sind, zeigt, dass sie keine Racheakte fürchteten. Sie wollen angeblich eine Amnestie und es sollen sogar Frauen an der Regierung beteiligt werden. Das klingt gut, aber fast zu schön, um wahr zu sein.
Es bleibt also spannend. Wenn die Taliban klug sind, folgen sie ihrem leuchtenden Vorbild Süleiman.

Die Chancen der Taliban

 

Abu Dhabi, Mosche, Zayed, Scheich

Nun sind sie also viel schneller gekommen als erwartet: die Taliban. Die große Frage ist: Was nun? Bauen sie ein Terrorsystem auf oder setzen sie auf Versöhnung wie einst Süleiman?
https://autorenseite.wordpress.com/2021/08/15/taliban-in-kabul-was-jetzt-unbedingt-geschehen-sollte/
Wenn sie klug sind, folgen sie seinem Vorbild. Dann können sie mit Hilfe anderer Staaten Afghanistan wieder aufbauen. Sie könnten da stehen als Befreier ihres Landes von Fremdherrschaft, Korruption und Missachtung der alten Kultur. Aber sie müssten auch Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gewährleisten, insbesondere die Rechte der Frauen.
Dann könnten sie einen islamischen Staat errichten, der ein Vorbild sein könnte.

Es wird auf jeden Fall spannend.

Ich schäme mich für Deutschland

Es war schon schäbig, wie die deutschen Kriegsteilnehmer bei ihrer Heimkehr empfangen wurden: eigentlich gar nicht! Mit Verlierern wollte kein Politiker etwas zu tun haben, nicht einmal die Verteidigungsministerin:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/07/01/trauriges-zeichen-von-akk/
Inzwischen dämmert es der Regierung, dass es so nicht geht. Viele Soldaten sind traumatisiert und wenn sich dann keiner mit ihnen solidarisieren würde, wäre das in den Augen des Volkes untragbar. So sollen die Soldaten, die in einen sinnlosen Krieg geschickt worden waren, jetzt doch noch viel zu spät einen großen Zapfenstreich bekommen.

Nicht nur dafür schäme ich mich, sondern auch dafür, wie wir uns den Afghanen gegenüber verhalten. Erst hieß es, dass diejenigen, die mit unseren Soldaten zusammen gearbeitet haben, selbstverständlich bei uns Asyl bekommen würden. Aber nun hören wir von der Kanzlerin: „Wir können nicht alle aufnehmen.“ Der Satz enthält eine banale Selbstverständlichkeit. Die Kanzlerin drückt sich darum herum zu sagen, wen wir aufnehmen werden. Viele Afghanen werden das mit ihrem Leben bezahlen müssen, wenn nun die Taliban kommen. Und nicht auszudenken, was vielen Frauen angetan wird!

Was ich nun vermisse, ist eine Debatte darüber, wie wir den Gefährdeten aus Afghanistan helfen können. Viele werden sich nun selbst auf den Weg nach Deutschland machen. Können wir ihnen dann das Asyl verweigern, wenn wir das Asylrecht nicht überhaupt abschaffen?
Wäre es nicht eine Lösungsmöglichkeit, mit Pakistan darüber zu verhandeln, dass dort den Afghanen mit deutscher Hilfe eine Existenzmöglichkeit geschaffen wird? Aber irgendetwas muss doch geschehen, wenn wir noch von den Menschenrechten reden wollen.

Unser bedrohtes Leben

Manchmal bin ich froh, dass ich schon so alt bin und ein Leben hinter mir habe, in dem es nur bergauf ging: Im Krieg hatten wir Angst um unser Leben. Dann fürchteten wir zu verhungern. Aber von da an ging es aufwärts. Wir starteten mit 40 DM ins Wirtschaftswunder. Und dann konnten wir uns mehr und mehr leisten: statt des „Volksempfängers“ einen „Super“ (Radio mit magischem Auge!), Tennisspiel im Gruppenunterricht bei Sportscheck, die erste Urlaubsreise ins Ausland (Italien), ein Auto, ein Häuschen, Urlaubsflüge… All dies hätten wir nie für möglich gehalten.
Doch was nun kommt, hätten wir auch nicht für möglich gehalten: Wir haben viele Ressourcen zu einem großen Teil verbraucht (Öl, Natur, seltene Metalle, …) und müssen immer mehr dafür bezahlen. Das Klima gefährdet unsere Ernährung. Gefährlich ist auch: So instabile Länder wie Pakistan verfügen über die Atombombe. Was wäre, wenn dort die Taliban die Macht übernähmen? Und trauen Sie vielleicht solchen Ländern zu, dass sie auf ihren Atommüll aufpassen? Das schafft nicht einmal Russland. Dort liegt das Zeug irgendwo herum, dass sich die USA schon darum kümmern und beim Aufräumen helfen wollten, aber das können sie nun doch nicht, weil sie nicht genügend Geld haben. So kann der Atommüll eine leichte Beute für Terroristen werden. Stellen Sie sich vor: radioaktiver Abfall wie das schlimmste Gift der Welt (Plutonium) in der Wasserversorgung von Großstädten oder an Verkehrsknotenpunkten!
Genießen wir die Zeit, in der die Terroristen noch „rückständig“ sind und selber nur normale Bomben basteln! Wie lange noch?

Afghanistan-Einsatz sinnlos?

Ja, so etwas gab es einmal: einen „ruhmreichen Krieg“ mit 2-jähriger Dauer. Und heute?

Seit 2001 werden die Taliban in Afghanistan bekämpft. Aber die Lage dort scheint zur Zeit immer unsicherer geworden zu sein: Täglich kommen etwa 35 Soldaten und Polizisten bei Anschlägen und Gefechten ums Leben. Präsident Aschraf Ghani sagte kürzlich, seit seinem Amtsantritt Ende 2014 seien 45 000 Sicherheitskräfte in dem Konflikt getötet worden.
Was ich nicht verstehe, ist dies: Hätte man nicht in all den Jahren eine stabile einheimische Armee aufbauen können, die den Einsatz ausländischer Truppen überflüssig macht? Wie kann es sein, dass man in all den Jahren praktisch nichts erreicht hat?
Die Bundeswehr ist in einer bedauernswerten Lage. Eine Umfrage in der Truppe hat gerade ergeben, dass e
twa 27 Prozent der Befragten davon überzeugt seien , dass der Einsatz nutzlos gewesen sei. Weitere 26 Prozent stimmten dieser Aussage teilweise zu. Da setzen also viele junge Leute ihr Leben für einen Kampf ein, von dem sie nicht überzeugt sind. Ein Viertel von ihnen kehrt mit traumatischen Erlebnissen zurück, die bei 3 % der Einsatzkräfte sogar zu einer schweren psychischen Erkrankung führen (PTBS).
Lohnt sich ein solcher Einsatz? Was wäre aber die Konsequenz eines Truppenabzugs? Dann würden zweifellos die Taliban die Herrschaft übernehmen und was das für die Atommacht Pakistan bedeuten könnte, wollen wir uns gar nicht ausmalen. Auch müssten wir befürchten, dass ein Terrorstaat in Afghanistan die Basis für viel schlimmere Attentate in Deutschland werden könnte.
Vielleicht bringt die Standhaftigkeit des Westens die Taliban doch eines Tages zu der Einsicht, dass es besser wäre, Frieden zu schließen und als Partei in einem demokratischen System mit zu regieren so, wie in Irland statt der kämpfenden IRA nun die Sinn Féin politisch aktiv ist oder auch die ETA den Kampf aufgegeben hat.

Was man Trump endlich einmal sagen sollte

Trump hat wieder einmal Deutschland beschimpft, weil wir nicht die versprochenen 2% des Bruttosozialprodukts für die Verteidigung ausgeben. Insoweit kann man nichts dagegen sagen. Wir waren ja auch hier wieder so dumm, etwas zu versprechen, was wir nicht halten können.
Ich erinnere dazu an einen meiner Aussprüche.

Aber soweit Trump Deutschland unfaires Verhalten vorwirft, weil die USA so viel mehr für die Verteidigung ausgeben würden, würde ich mich doch an Goethe halten:
„Auf groben Klotz ein grober Keil! / Auf einen Schelmen anderthalbe!“
Wer sagt ihm denn endlich mal die Meinung:
„Wer hat denn die Taliban groß gemacht? Und wer hat mit dem verlogenen Irakkrieg den ganzen Nahen Osten destabilisiert? Das waren doch die USA. Und es ist daher durchaus gerecht, wenn sie da nun selbst wieder für Ordnung sorgen.“
Aber solche klaren Worte traut sich keiner zu sagen, denn – so denkt man – man will das schwierige Verhältnis zu den USA nicht weiter belasten. Nur führt ein solches duckmäuserisches Verhalten dazu, dass sich Trump immer mehr heraus nimmt und dass das amerikanische Volk tatsächlich denkt, ihm würde ungerechterweise die Hauptlast der Verteidigung aufgebürdet und Europa würde davon unfairerweise profitieren.

Vorbild Islam?


Ich habe die Bücher über die „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Deschner gelesen und bin zutiefst erschrocken über die unglaublichen Verbrechen, die u.a. bei den Kreuzzügen geschehen sind.
Es verwundert nicht, dass solche Ereignisse sich tief in das Gedächtnis der Moslems eingeprägt haben.
Ähnlich verhält es sich mit dem
Zusammenleben von Christen und Moslems in Spanien: Welch kulturelle Blüte hat das Land durch den Einfluss der maurischen Kultur erlebt – bis dann die christliche Inquisition die friedliche Koexistenz von Christen und Moslems beendete, wie wir in dem eindrucksvollen Buch von Tariq „Im Schatten des Granatapfelbaums“ lesen können.
Umso erstaunter war ich, als ich bei der Vorbereitung auf meinen Urlaub die Geschichte von Rhodos las. Die prächtigen Bauten auf der Insel wurden vom Johanniter-Orden errichtet.
Und man kann es sich kaum vorstellen, wie die gewaltigen Festungsanlagen von Süleyman erobert worden sind. Damals begingen viele Einwohner von Rhodos Selbstmord, weil sie das Schlimmste befürchteten, als die Osmanen kamen. Aber – oh Wunder! Süleyman war ganz anders, als man gedacht hatte: Er rächte sich nicht für die Gräuel, die die Christen begangen hatten, sondern schenkte seinem Gegner, dem Großmeister des Ordens, ein prächtiges Pferd und gewährte den Christen Religionsfreiheit.
Was wir diesen Beispielen entnehmen können ist dies: Hier hatte sich der Islam als moralisch und kulturell überlegene Religion gezeigt. Wie schön wäre es, wenn der Islam an diese Tradition anknüpfen würde und er den Kampf um Rhodos mit der anschließenden Versöhnung auch den Taliban sowie dem IS als Vorbild predigen würde.

Afghanistan – alles umsonst?


Afghanistan ist ein Fass ohne Boden: Seit 17 Jahren bemühen sich Truppen aus allen möglichen Nationen, das Land zu stabilisieren, doch hat man den Eindruck, als würden die Taliban und der IS immer stärker.
Ausgerechnet in dieser heiklen Lage will US-Präsident Donald Trump die Hälfte der 14.000 amerikanischen Streitkräfte aus dem Land abziehen. Warum dies kurzsichtig und unmoralisch ist, habe ich gestern hier beschrieben.

Was aber werden die Konsequenzen von Trumps Plänen sein? Natürlich wird die Terrorgefahr nicht nur in Afghanistan, sondern auch in den westlichen Ländern ansteigen, wenn die Taliban und der IS weniger im Zaum gehalten werden können. Und unsere Truppen werden stärker gefährdet sein, wenn die Unterstützung von 7000 Amis fehlt.
Da haben wir nun zwei Alternativen: Wir und die anderen Verbündeten stocken unsere Truppen entsprechend auf. Die Frage ist nur, ob dies politisch durchsetzbar ist. Die Menschen werden sagen: Was sollen wir das Leben unserer jungen Männer opfern, wenn dabei nichts heraus kommt: Was man in 17 Jahren nicht erreicht hat, wird man auch in Zukunft nicht erwarten können.
Die zweite Alternative wäre: Wir ziehen unsere Truppen ab und überlassen das Land seinem Schicksal. Das wäre wohl auch keine befriedigende Lösung: Es wird nämlich den Taliban und dem IS einen gewaltigen Auftrieb geben, wenn der Westen die Waffen streckt. Und dann werden die Terroristen eine sichere Basis haben, von der aus sie ihre Terroraktionen gegen den Westen planen können.
Eines steht jedenfalls fest: Unsere Verteidigungsministerin ist nicht zu beneiden.

Trumps beschränkte Sichtweise

„Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein“, sagte Trump gerade bei seinem ersten Truppenbesuch. Es ist aber doch ein bisschen anders, als er die Lage sieht:
Die USA haben mit ihrem auf Lügen basierenden Irakkrieg den ganzen Nahen Osten destabilisiert. Wer so etwas tut, hat die verdammte moralische Pflicht, dort wieder Ordnung zu schaffen.
Entsprechendes gilt für Afghanistan. Es waren doch die USA, die die Taliban unterstützt und bewaffnet haben. Nun sind es die USA, die eigentlich allein das Land wieder befrieden müssten.
Abgesehen von den moralischen Aspekten, die Trump sicherlich nicht versteht, geht es auch um die Sicherheit der USA: Wenn man dem IS und den Taliban eine Aufmarschbasis überlässt, werden sie das mit Sicherheit auch ausnutzen. Dann werden die USA wohl wieder einen Nine-eleven erleben oder Schlimmeres. Manchmal frage ich mich, wie lange wohl dauert, bis die Terroristen über eine Atombombe verfügen. Aber ein bisschen Plutonium im Trinkwasser von New York täte es auch.

Fraktur reden, AKK!


Schluss mit der Leisetreterei! Sie bringt nichts, vor allem nicht bei einem Präsidenten wie Trump. Dem ist Diplomatie fremd. Der versteht nur Klartext.
Wenn also Trump mal wieder darauf hinweist, dass die USA so viel mehr für die Verteidigung ausgibt als wir, dann weisen sie ihn doch mal auf folgendes hin:
Wer Unordnung stiftet, hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, dort wieder aufzuräumen.
Die USA haben die Taliban ausgerüstet und stark gemacht, sie müssen sie also nun im Zaume halten. Und Bush hat mit seinem Irakkrieg den gesamten Nahen Osten destabilisiert. Es ist also nicht mehr als recht und billig, wenn die USA
auch hier auf eigene Kosten wieder für Ordnung sorgen.