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Zitat zum Tag

Hier kommt wie jeden Tag ein Zitat aus dem Buch Mit spitzer Feder“. In diesem Buch finden Sie ungewöhnliche Aphorismen. Es wäre nett, wenn Sie daraus einmal etwas zitieren würden.

Wie anders sähe unsere Demokratie aus, wenn die Kanzlerin mal einen Tag lang bei einer Tafel kochen und dann mit den Menschen essen und reden würde.


Mehr über den Autor auf der Homepage oder in er Sonderseite für Frauen–Nichtversteher: https://autorenseite.wordpress.com/frauen/

 

Schlimme Nachrichten


Wo man hinschaut, drohen Katastrophen:

> Im Krankenhaus erwarten uns: mangelnde Hygiene, unnötige Operationen, zu wenig Plätze in der Notaufnahme und Intensivstation, zu wenig Personal und Geld vor Gesundheit.

> Noch schlimmer geht es in den Altenheimen zu. Dort fehlt Personal, so dass schon Altenheime schließen mussten. Bei uns müssen die Pflegekräfte doppelt so viele Alte betreuen wie in den Nachbarländern. Der Personalmangel ist zum Hauptproblem in der Altenpflege geworden:17.000 Stellen in den rund 13.500 Pflegeeinrichtungen können derzeit nicht besetzt werden. In der ambulanten Altenpflege sind der Untersuchung zufolge weitere 21.000 Stellen noch offen.

> Im Alter erwarten jeden 5. Bürger Altersarmut. Die Zahl steigt ständig.

> Die Zahl der Tafelbesucher steigt ebenfalls.

> Ebenso steigt die Zahl der Suizide, Am meisten Selbsttötungen gibt es in Bayern. Das ist unerklärlich, wo doch Bayern laut Seehofer die Vorstufe zum Paradies ist.

> Wir steuern auf eine Rezession zu. Trotzdem werden die finanziellen Forderungen der Oppositionsparteien immer größer.
Und da frage ich mich immer: Wie haben wir damals nur so leben können, als die Welt noch in Ordnung war?
Das Seltsame am Ganzen ist, dass sich die Menschen laut Umfragen angeblich ständig immer wohler fühlen.

Politik: Das gefährliche Gift der Gewöhnung

Gewöhnung ist ein gefährliches Gift: Man kann die Menschen durch eine ganz langsame Steigerung von an sich untragbaren Verhältnissen daran gewöhnen, dass diese der Normalzustand sind und dass es keine Alternative gibt.“

So steht es in meinen Aphorismen. Und damit die jetzige Generation sieht, an was sie sich alles gewöhnt hat, möchte ich mit einem instruktiven unpolitischem Beispiel beginnen. Als junge Leute bummelten wir gerne durch Schwabing und an der Münchner Freiheit gab es einen kleinen Imbissstand, an dem wir uns oft einen Joghurt gönnten. Der war hervorragend und befand sich in einem Glas mit einem Pappdeckel-Verschluss. Und als dann die moderne Art der Verpackung von Joghurt aufkam (in Plastik mit Alu-Deckel), da sagten wir: So etwas würden wir nie essen und wir gönnten uns weiter den Joghurt im Glas, so lange es ihn noch gab.
Die jetzige Generation wird finden, wir seien ein wenig zimperlich gewesen, und denkt nicht darüber nach, welche Bestandteile das Plastik der Verpackung hat und welche Folgen das haben könnte. Enthält es
beispielsweise Bisphenol? Und welche Folgen hat das?

So ähnlich ist es auch in der Politik: Unsere Kanzlerin beherrscht das Prinzip der Gewöhnung perfekt. Die Menschen gewöhnen sich an unhaltbare Zuständen, nämlich
> dass die prekären Arbeitsverhältnisse immer mehr werden (Leiharbeit, Zeitarbeit, unvergütete Praktika und Überstunden)
> dass die Wohnungen immer unbezahlbarer werden,
> dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht,
> dass das Alter immer weniger durch eine Rente finanziell abgesichert ist,
> dass die Tafeln immer mehr Menschen versorgen müssen, weil die Armut steigt,
> dass ,,, (ach, es gibt so vieles, was die Menschen von heute klaglos hinnehmen)
All diese Übel breiten sich ganz langsam aus, so dass die Menschen deren Steigerung kaum bemerken und wenn doch, lassen sie sich von der Kanzlerin überzeugen, dass das alles „alternativlos“ ist. Und keiner kommt auf die Idee, endlich eine neue radikal soziale Partei zu gründen.

Sozialklimbim

                                                                   Mit Geld zugeschüttet?

„Wir schütten die Leute mit Geld zu, und sie werden trotzdem nicht zufriedener. Wir leisten uns zu viel Sozialklimbim in einem Rundum-Versorgungsstaat“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU Pfeiffer.
Also, Leute: Jetzt wisst Ihr, wohin die Reise geht. Und man sieht, wie abgehoben manche Abgeordnete sind.
Herrn Pfeiffer empfehle ich mal einen Gang zu einer Tafel, damit er sieht. wie weit es die Wirtschaftspolitik seiner Partei gebracht hat.
Und dann sollte er sich mal ein wenig kundig machen, um den Überblick nicht zu verlieren: Nicht der Sozialklimbim macht uns zu schaffen, sondern die hemmungslose Geldgier derer, die die Wirtschaftspolitik beeinflussen: Mannopoly zeigt es auf.

So nicht, Frau Merkel!


Die Kanzlerin hat auf dem Parteitag der CDU in ihrer Rede die Essener Tafel kritisiert, die bekanntlich Ausländer ausschließt. Die Kanzlerin verhält sich auch hier wieder so, wie wir es von ihr gewohnt sind. Sie kehrt die „Gutmenschin“ heraus, ohne wirklich etwas zu tun. Auf dieser Blog-Seite wurde ihr ja schon öfter vorgeworfen, dass sie sich noch nie ein Bild von den Tafeln gemacht hat und dass sie nie ihre Verbundenheit mit den vielen Ehrenamtlichen gezeigt hat, indem sie beispielsweise einmal selbst dort den Kochlöffel geschwungen hätte.
Was die Kanzlerin hätte tun müssen, wäre zunächst einmal, dass sie dargetan hätte, dass nach ihrer Meinung jeder Hilfsbedürftige bei uns genügend Geldmittel zur Verfügung hat und dass sie glaubt, die Tafeln seien nur ein ergänzendes Angebot, damit sich die Hilfsbedürftigen mit den eingesparten Geldern etwas besonderes leisten können, sonst entsteht im Ausland der Eindruck, als würden bei uns Menschen hungern.
Das zweite, was sie hätte tun müssen, wäre, dass sie Mitgefühl mit den Alten an den Tafeln gezeigt hätte, die sich vom Zustrom der jungen Ausländer (Verzeihung: „Mitbürger“) bedrängt gefühlt haben. Aber ein solches Mitgefühl kann nur der verspüren, der sich selbst davon überzeugt hat, was dort los war.
Drittens war es völlig falsch, den Fall zum großen Politikum zu machen. Die Kanzlerin hätte ja ganz einfach den Leiter der Essener Tafel anrufen und ihn fragen können, wie man zu einer Lösung kommen könnte, ohne die Ausländer auszuschließen. So hätte man beispielsweise Ordnungskräfte (Polizei) einsetzen können, um die Menschen zu veranlassen, sich in einer ruhigen Schlange anzustellen. Eine Lösung wäre auch, die Alten, die nicht so lange anstehen können, und die Alleinerziehenden, die wieder zu ihren Kindern müssen, zu bevorzugen, indem man ihnen entsprechende Ausweise gibt. Die jungen Flüchtlinge, die nichts zu tun haben, müssten dann halt hinten warten. Dann wäre der Fall ohne großes Tamtam erledigt worden. Aber weil Merkel ihn als „Gutmenschin“ an die große Glocke gehängt hat, geht die übliche Hetze an, die wir unter den Schlagworten „Rassismus“ bzw, „Nazis“ kennen.
Auf jeden Fall hätte man von der Kanzlerin auch in diesem Punkt Führungsqualität verlangt: Bei ihr genügt nicht ein „So nicht!“, sondern sie hätte sagen müssen: Wie dann. Aber da bleibt die Kanzlerin so, wie wir es gewohnt sind: vage.