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Der systemverhaftete Mensch

Mein Senf dazu:

Geht es Ihnen auch so? Wenn man etwas online erledigen will, ist man an das vorgegebene System gebunden. Nur selten ist da Raum für  individuelle Wünsche.
Gerade habe ich etwas erlebt, was mich fragen lässt, ob wir in Absurdistan leben:
Ich habe mir etwas im Internet bestellt, was nicht ankam, weil es falsch adressiert war. Ich bat also die Verkäufer-Firma, mir die Ware mit der richtigen Adresse zuzusenden. Eigentlich normal ganz einfach, so denkt man. Aber heutzutage sind offenbar viele so in ihrem System verhaftet, dass sie so einen einfachen Vorgang nicht mehr bewältigen können, denn von der Firma erhielt ich jedoch diese Nachricht:

„Zu unserem Bedauern können wir die Rechnungs- bzw. Lieferanschrift zu
Ihrer Bestellung vom 12.03.2021 nicht ändern. Pearl ist an die Adressdaten gebunden, die zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung in Ihrem PayPal-Konto hinterlegt waren und von PayPal an uns übermittelt wurden. Eine nachträgliche Änderung der Rechnungs- bzw. Lieferanschrift ist uns deshalb leider nicht möglich.“

Das Sonderbare an dem Ganzen ist allerdings, dass bei PayPal meine richtige Adresse hinterlegt ist.

Nun bin ich gespannt, ob ich nun doch die Ware erhalte oder mein Geld zurück bekomme.
Vorläufig hat sich nichts gerührt und ich musste eine Mahnung schreiben.

Die Lüge über das Glück der Deutschen

So glücklich sollte angeblich jeder Deutsche aussehen. Deshalb werden wir ständig darüber belehrt, wie glücklich oder zufrieden wir normalerweise sein müssen:
https://autorenseite.wordpress.com/2017/03/23/die-deutschen-glueckliche-jammerlappen/
Die Post, das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) und die ARD mit ihrem „Deutschlandtrend“ hämmern den Bürgern ein, dass sie gefälligst glücklich zu sein haben, wenn sie keine Mieslinge sein wollen. Von DIW und ARD war ja nichts anderes zu erwarten, aber dass die Post ins selbe (Post-)Horn stößt, verwundert doch sehr. Hat die Post nichts anderes zu tun, als einen Glücksatlas zu erstellen?

Die Frage nach dem Glück hat ihre zwei Seiten. Man sagt: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Und so haben sich auch viele ihr persönliches Glück geschaffen. Und wer das nicht zu Wege gebracht hat, wird das vielleicht nicht gerne zugeben. So gesehen sollte eine Frage nach dem Glück bzw. nach der Zufriedenheit ein positives Ergebnis bringen.
Etwas ganz anderes ist es aber, wenn es um die Zufriedenheit mit den politischen Verhältnissen geht. Die ist ja gemeint, wenn man solche Umfragen veranstaltet. Und da muss man sagen: Es gibt einen Spruch: „Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.Der bewahrheitet sich gerade bei diesen Umfragen.
Wie können die Deutschen zufrieden sein, wenn 73 % Angst um ihren Arbeitsplatz haben? Und wenn sie schon im Ruhestand sind: Wie können Rentner zufrieden sein, wenn sie ebenfalls Angst haben, nicht mehr genug zum Leben zu haben? Sie gehen auf die Straße, um zu protestieren:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/01/26/fridays-gegen-altersarmut/
Nach dem aktuellen »Trust Barometer« der Beratungsagentur Edelman stellen 61 % der Bundesbürger das bestehende System in Frage – auch ein Zeichen für ihre Unzufriedenheit.

Der Stern: So geht’s nicht

Der Stern berichtet, die Mehrheit der Deutschen sei davon überzeugt, dass es in Deutschland keine Demokratie gibt. Auch ich zähle zu dieser Mehrheit:
https://autorenseite.wordpress.com/demokratie-kaputt/
(Gerade hat das Bundesverfassungsgericht wieder der Regierung eine kräftige Ohrfeige erteilen müssen, weil sie parlamentarische Anfragen nicht beantwortet hat. Wie so oft schon ist die Regierung nicht bereit, bei ihrem Handeln einen gebührenden Abstand von der Verfassungswidrigkeit einzuhalten, sondern lässt es lieber darauf ankommen, vom höchsten Gericht gerügt zu werden.)
Immerhin ist die Mehrheit der Bundesbürger trotzdem mit dem politischen System zufrieden, allerdings sollen laut Stern 71 % der AfD-Wähler unzufrieden sein. Und der Stern fährt fort: „Damit sind sie die einzige Bevölkerungsgruppe, die dem demokratischen System mehrheitlich ablehnend gegenüber steht.“
Es entspricht zwar dem Mainstream, die AfD als antidemokratisch hinzustellen. Aber so schlicht, wie es der Stern macht, geht es nun wirklich nicht. Vielleicht ist ja das Gegenteil richtig und die AfD-Wähler sind nicht deshalb unzufrieden, weil sie die Demokratie ablehenen,  sondern weil die Demokratie bei uns nicht richtig funktioniert. Auch ich bin mit dem herrschenden System unzufrieden – aber gerade deshalb, weil es verfassungswidrig und undemokratisch ist, wie Sie auf der oben verlinkten Webseite nachlesen können. Und warum ich noch unzufrieden – ja sogar entsetzt – bin, lesen Sie im Beitrag weiter unten.

Ich kaufe keine Bio-Eier mehr

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Ist es nicht nett, wie sich hier der Hahn mit zwei Hennen unterhält? Was sie wohl zu bekakeln haben? Überlegt der Hahn: Welche von euch beiden kommt jetzt dran? Die drei haben ein Leben, das es kaum noch gibt: Sie können überall herum laufen und sich ihre Körner suchen.
Eigentlich bin ich ja Tierfreund, aber kein Idiot. Früher einmal kaufte ich immer die teureren Eier von frei laufenden Hühnern, weil ich so einen Beitrag dafür leisten wollte, dass es dem Federvieh besser geht. Dann aber wurden immer mehr Fälle aufgedeckt, in denen Eier von Hühnern aus Käfighaltung als solche von frei laufenden Tieren verkauft wurden. Es reihte sich Skandal an Skandal. Und nun lese ich im Stern einen erschreckenden Artikel darüber, wie ALDIs Bio-Eier erzeugt werden:
http://www.stern.de/genuss/essen/aldi–so-erschreckend-sieht-s-in-den-huehnerfarmen-aus–die-aldi-sued-mit-bio-eiern-beliefern-7494716.html
Soll man in einer Wirtschaft, die mehr und mehr auf Betrug ausgerichtet ist (vgl. Dieselskandal), den Erzeugern vertrauen und mehr Geld ausgeben?
So wie bei den Eiern läuft es auch sonst in unserem Geschäftsleben: Vor Weihnachten liest man in den Medien, man solle nur ja kein chinesisches Billigspielzeug für die Kinder kaufen, denn das sei mit Giften belastet. Dann kommt später heraus, dass das teurere Spielzeug ebenfalls in China hergestellt und auch belastet ist.

Der Tag X rückt näher – der Tag des Finanzcrashs

Mein Vater pflegte zu sagen: „Das Schicksal winkt dreimal mit dem Zaunpfahl, dann schlägt es zu!“ Gerade spüren wir wieder einen Wink mit dem Zaunpfahl:
Die größte Bank Portugals meldet, dass sie die Zinsen auf ihre Schulden nicht mehr zahlen kann, und das bei dem minimalen Zinsniveau, das wir derzeit haben. Plötzlich ist ein massiver System-Fehler zu erkennen: Aufgrund der billigen Kredite seien diese Länder extrem verwundbar, warnt die Bank für Internationale Zahlungsausgleich (BIZ). Jede kleine, regionale Krise könne zu einem Crash im globalen Finanz-System führen, schreiben die Deutschen Wirtschafts Nachrichten:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/10/biz-warnt-jede-regionale-krise-kann-systen-crash-ausloesen/
Die Anzeichen mehren sich also. Der Tag X, an dem alles zusammenbricht, rückt immer näher, wie hier schon beschrieben wurde:
https://autorenseite.wordpress.com/2014/07/02/der-tag-x-kommt-naher-der-grose-crash/
Von Zusammenbruch redet man allerdings nicht. Die Politiker bestreiten, dass es ihn jemals geben könnte, denn das Wort „Zusammenbruch“ erinnert auch zu sehr an 1945. Deshalb sagt man lieber „Crash“. Das hört sich mehr nach kleinem Blechschaden an. Aber wird es wirklich so harmlos zugehen, wenn der Crash kommt?
Und wenn die Sparer einen erheblichen Teil ihres Vermögens verlieren wie gerade bei einer österreichischen Bank, dann ist das im heutigen Sprachgebrauch keine Katastrophe mehr, sondern ein „Haircut“.
Damals in der Adenauerzeit wurden wir auf Katastrophen vorbereitet und von der Regierung aufgefordert, uns ein Lebensmittellager für Notzeiten anzulegen. Wie anders sind doch die Zeiten geworden. Heute würde es eine Regierung nie wagen, eine solche Aufforderung an die Bevölkerung zu richten. Wir leben nach dem Motto: Nur keine Panikmache, obwohl eine vernünftige Vorsorge für den Fall eines Finanzcrashs durchaus nicht verkehrt wäre. Aber allein schon das Darüber-Reden würde zu einer unerwünschten Beunruhigung der Bevölkerung führen, also lässt man das lieber – so sieht man das heute.