Schlagwort-Archive: Stress

Die armen Kinder

Kinder
Den meisten Eltern scheint nicht klar zu sein, dass die Kinder allein schon durch ihr Wachstum eine Leistung erbringen wie ein Erwachsener mit einem achtstündigen Arbeitstag. Hinzu kommt bei den Kindern das Lernen für die Schule. Damit sind die Kinder mehr als ausgelastet. Dennoch werden sie von den Eltern mehr und mehr „parentifiziert“, d.h.: Sie müssen Aufgaben der Eltern übernehmen: einkaufen, die kleinen Geschwister beaufsichtigen und nicht selten sogar kochen. Kein Wunder, dass
heute beinahe jedes sechste Kind und jeder fünfte Jugendliche von Stress betroffen sind.
Der Stress hat offensichtlich Folgen:
2016 hat eine österreichische Umfrage unter 14- bis 19-Jährigen gezeigt, dass 76 Prozent im vorangegangenen Halbjahr zumindest einmal an Kopfschmerzen gelitten hatten.
http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/viele-jugendliche-haben-kopfweh-und-bleiben-unverstanden-253839/
Und dann geht es natürlich zum Arzt und der verschreibt Tabletten anstatt dass sich die Eltern fragen: Was machen wir falsch und was können wir unseren Kindern zumuten?

Was Schwangere wissen sollten

frage


Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als wir unsere Kinder bekamen. Beim Schlafen gab es keine Probleme. Ganz anders war es bei einem Paar, das mit uns im Haus wohnte. Die Frau war Bedienung und hat auch während der Schwangerschaft bis spät nachts gearbeitet. Als sie dann ihr Kind bekam, staunte sie nicht wenig: Der Kleine wollte abends und auch nachts einfach nicht einschlafen. Er war anscheinend den Lebensrhythmus seiner Mutter gewohnt. Und die arme Frau versuchte alles Mögliche, um den Kleinen müde zu machen: Sie badete ihn sehr lange, bis er schließlich eine geschädigte Haut hatte. Der Hautarzt meinte dazu, wenn sie so weiter gemacht hätte, hätte ihr Kind Schuppen bekommen.
Ich vermute ja, dass die Hyperaktivität von Kindern durchaus ihre Ursache in Fehlverhalten während der Schwangerschaft haben könnte. Lesen Sie hier, was Experten heraus gefunden haben:

http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/stress-der-mutter-wirkt-sich-auf-ungeborenes-aus-249732/

 

 

Stressfaktor Computer

Seit es den Computer gibt, hat man einen neuen Stressfaktor geschaffen. Das wurde mir erst bewusst, als ein Bekannter mir erzählte, sein Sohn sei nicht mehr als Kfz-Mechaniker tätig, sondern arbeite nun als Lagerist. Der Grund dafür war, dass die große Autowerkstatt immer denjenigen entlässt, der am Jahresende zu wenig „Arbeitswerte“ aufzuweisen hat.
Ist es nicht schrecklich, immer unter dem Druck zu stehen, dass man am Ende der Langsamste ist?
Ich fürchte, dass auch die Beamten des Finanzamts unter einem ähnlichen Druck stehen. Ich muss ja schon seit über 40 Jahren eine Einkommenssteuererklärung abgeben und stelle fest, dass sich sehr vieles verändert hat: nicht nur, dass sich die Steuererklärungen ständig verkompliziert haben. Auch der Ton im Finanzamt hat sich verändert. Als ich jung war, gab es nette Finanzbeamte, die einem mal diesen oder jenen Rat gaben. Heute beantworten sie nicht einmal mehr die Frage, ob man dies oder das ankreuzen muss. Dann wird einem kaltschnäuzig gesagt, sie dürften nicht beraten.
Ich glaube ja, dass dahinter ein System steckt: Man will die Steuerpflichtigen ausquetschen. Und auch der Steuerbeamte steht sicherlich unter dem Druck des Computers. Ich stelle mir vor, dass er beispielsweise ein neues Referat übernimmt. Da wird doch sicher geschaut, ob er mehr oder weniger als sein Vorgänger in die Staatskasse gebracht hat. Und wer vorankommen will, schaut doch wohl auf seine Statistik.
À propos Statistik: Ich las einmal, es könnten diejenigen Viertel, in denen in Hamburg oder Frankfurt die meisten Reichen wohnen, den Steuereinkünften nach auch Armenviertel sein. Schade, dass ich als schlichter Rentner nicht die Möglichkeiten habe wie die Leute, von deren Steuern der Staat eigentlich leben sollte.

Paukerei und Stress: Das Studium heute

Es ist ja oft interessant, wie die Sprache auf Veränderungen reagiert. Ständig entstehen neue Worte, meist Anglizismen, die neuartige Erscheinungsformen bezeichnen, beispielsweise „chillen“ statt „ausruhen“ usw.
Auch im Bereich der Universitäten hat sich der Sprachgebrauch geändert. „Universität“ bedeutet dem Wortsinn nach eine Institution, die allumfassend ausbildet. Das war früher auch einmal tatsächlich so. So las ich in den Aufzeichnungen eines meiner Vorfahren, dass er Jura, Pharmazie, Strategie, Geschichte und Komposition studiert hat. Zu meiner Zeit beschränkte man das Studium zwar auf sein spezielles Fach, aber es gab das Auditorium maximum, in dem die gesamte Studentenschaft zusammen kam um zuzuhören, was die Kapazitäten der „alma mater“ zu sagen hatten. Heute ist das Wort Universität vielfach durch „Hochschule“ ersetzt worden und aus den „Studenten“ sind „Studierende“ geworden. Für mich umfasst der Begriff Student einen weltoffenen jungen Menschen, während der Studierende eben nur ein Lernender ist. Das Studium ist ja auch immer mehr verschult worden, denn man will ja die jungen Leute möglichst bald im Beruf haben und nicht in „Auerbachs Keller“.
Man hat der heutigen Jugend vielfach die Kindheit gestohlen, indem die schulischen Anforderungen ständig verschärft wurden (gerade durch G 8). Die Erinnerungen an die Kindheit sind nicht mehr „das Paradies, aus dem man nie vertrieben werden kann“. Und nun ist auch das Studium mit der einst grenzenlosen Freiheit nicht mehr für viele die schönste Zeit ihres Lebens, sondern eine dumpfe Büffelei, die man bald hinter sich bringen möchte.
Und so stellt sich das Leben für viele nicht mehr als Kette herrlicher Phasen und Augenblicke dar, von denen man mit Goethe sagen würde: „Verweile doch, du bist so schön!“, sondern aus lauter Abschnitten, die man zu erledigen hat.

Haben Sie auch den kleinen Chinesen im Fernsehen gesehen?

Eine kurze Meldung aus den gestrigen Nachrichten geht mir nicht aus dem Kopf. Da sah man einen dreijährigen chinesischen Jungen mitten im mehrspurig rauschenden Verkehr schräg über eine Kreuzung in einer Großstadt fahren. Ein Wunder, dass er das überlebt hat! Was mich aber so erschüttert hat, ist die Tatsache, dass keiner angehalten hat, um den Buben aus der Gefahrenzone zu bringen. Sogar 3 Busse fuhren an ihm vorbei. Deren Fahrer mussten sich dessen bewusst sein, dass sie den Buben für den nachfolgenden Verkehr verdeckt haben und dass sie dadurch die Unfallgefahr vergrößert haben. Trotzdem fuhren sie vorbei. Dabei dachte ich, dass sich die Chinesen noch ein bisschen von dem Gefühl bewahrt hätten, dass der Mensch auch für andere verantwortlich ist. Aber auch dort scheint es so zu sein, dass jeder im Stress ist und sich nur auf sich selbst konzentriert. Ganz wie bei uns!