Schlagwort-Archive: Streik

Freue dich, wenn dein Flug annulliert wurde

Hier am Chiemsee ist es auch ganz schön:
https://autorenseite.wordpress.com/2022/07/24/danke-dass-ihr-weg-fliegt/

Weshalb ihr euch freuen solltet, wenn euer Flug annulliert wurde, ist ganz klar: Die Tarifverhandlungen zwischen Ver.di  und der Lufthansa sollen nächste Woche fortgesetzt werden. Womöglich enden die Gespräche wieder mit einem Streik. Dann können die Urlauber schauen, wie sie wieder nach Hause kommen. Bei solchen Unsicherheiten soll man sich doch freuen, wenn man zu Hause bleiben darf.
Es könnte so ähnlich werden wie beim Chaos nach der Pleite von Thomas-Cook.

Streiks bei der Bahn: das falsche Wirtschaftsprinzip

Gerade merkt es auch der Dümmste: Wir haben das falsche Wirtschaftsprinzip: Was waren das doch noch für herrliche Zeiten, als die Bahnbediensteten Beamte waren. Da gab es keine Streiks, weil die öffentlichen Verkehrsmittel zur Grundversorgung der Bevölkerung gehören.
Nun soll die Bahn privatisiert werden. Dass dies der falsche Weg ist, hat sich gerade in Großbritannien gezeigt, wo die Bahn wieder verstaatlicht wurde.
Auf welchem Irrweg sich die Bahn mit der Privatisierung befindet. lesen Sie hier:
https://www.businessinsider.de/gruenderszene/automotive-mobility/drehmoment-deutsche-bahn-privatisierung/

Bahnstreik und die Verarmung der Deutschen

Auch wenn es die Masse dank der ständigen Vernebelung mit der Mär vom Aufschwung noch nicht gemerkt hat: Es geht abwärts im Zeitalter des Merkelismus:
https://autorenseite.wordpress.com/2021/08/07/wollt-ihr-das-so-deutschland-stuerzt-ab/
Der Streik der Lokführer beweist es auch wieder:
Wir haben zur Zeit eine Inflation (also Geldentwertung!) von knapp 4%. Bisher war es bei Streiks immer so, dass die Gewerkschaften etwas mehr gefordert haben als den Inflationsausgleich. Aber nun sieht es so aus:
Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen von nur rund 3,2 Prozent und eine Corona-Prämie fürs laufende Jahr. Die Bahn hingegen will eine Nullrunde für 2020 und 1,5 Prozent mehr Gehalt ab 2022, weitere 1,7 Prozent ab 2023 und Leistungen für die Altersvorsorge.

Wir werden also immer ärmer, ganz gleich, was bei dem Streik heraus kommt, denn die Corona-Gewinner sind „die da oben“.

Uns fehlt die Solidarität

Gerade lesen wir: Ein Jahr nach der Inhaftierung des „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel erneut die Freilassung des Journalisten verlangt. Wie schön von ihm! Wahrscheinlich ist es auch das beste für Erdogan, wenn er Yücel ohne Prozess alsbald frei lässt, denn womöglich würde sich in einem Prozess herausstellen, dass die Tatvorwürfe nicht recht nachvollziehbar sind.
Yücel wäre sofort frei gekommen, wenn sich die Deutschen solidarisch verhalten hätten und wenn alle im Urlaub der Türkei ferngeblieben wären.
Ein anderes Beispiel für mangelnde Solidarität ist das Verhalten der VW-Kunden. Die VW-Werke weigern sich ja, ihre Schadstoff ausstoßenden Autos nachzurüsten. Wie schnell hätte das funktioniert, wenn die Deutschen in einen Käuferstreik eingetreten wären.
Da könnte man noch viele Beispiele bilden, aber es würde nichts nützen. Die Menschen sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie noch mit anderen solidarisch sein könnten. Schade!

Streik im öffentlichen Dienst

Erinnern Sie sich noch an den Satz der Kanzlerin: „Wir schaffen das!“ Den hat Gabriel ergänzt, indem er den Deutschen versprach: „Und es wird niemandem etwas abgehen.“ Damals meinte man, man könnte die Flüchtlingszuwanderung aus den Steuermehreinnahmen bezahlen. (Das klang so ähnlich wie bei der Wiedervereinigung, zu der uns zunächst gesagt wurde, man könne sie quasi aus der Portokasse bezahlen.)
Nun aber, als der öffentliche Dienst ein wenig mehr als einen bloßen Inflationsausgleich forderte, hieß es auf einmal, man habe kein Geld wegen der Flüchtlingskrise. Etwas Dümmeres konnte den Leuten, die für die öffentliche Hand verhandelten, gar nicht einfallen. Das hätte ja bedeutet, dass diejenigen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, finanziell für die Flüchtlinge hätten aufkommen müssen. Das wäre eine nicht hinnehmbare Ungerechtigkeit gewesen. Offenbar hat man dies bei der öffentlichen Hand auch eingesehen und hat nun eingelenkt.

Streiks bei Bahn und Post dürften nicht sein

Was waren das doch für Zeiten – früher. Da hatten unsere Vorväter Postämter mitten in den Städten gebaut und manche von ihnen glichen schon fast Palästen. Alles vorbei. Und wo einst Postbeamte arbeiteten, mussten deren Nachfolger nun gerade darum kämpfen, nicht in die die neu gegründeten Untergesellschaften abgeschoben zu werden und dort zu Löhnen der Logistik-Branche arbeiten zu müssen.
Ich frage mich: Warum konnte man nicht alles lassen, wie es war? Ich glaube nicht, dass die Post dann für den Bürger zu teuer gewesen wäre. Dem Bund ging es wohl nur darum, die Post zu Geld zu machen, um so seine Haushaltslöcher zu stopfen. Der Nachteil des Verkaufs der Post ist der, dass eine ganze Menge sicherer Beamtenarbeitsplätze verloren ging. Und je weniger sichere Arbeitsplätze es gibt, umso weniger Kinder werden geboren, denn wer setzt schon Kinder in die Welt, wenn er einer unsicheren Zukunft entgegen sieht? Wohlgemerkt: Es geht nicht darum, Deutschland zu verbeamten, sondern darum, die Abwärtsspirale zu stoppen, die aus früheren Beamten quasi Minjobber machen will.
Der Poststreik hatte zur Folge, dass wichtige Sendungen liegen blieben: Bewerbungen, Kündigungen, Ausschreibungsteilnahmen usw. Von manchen Sendungen hingen sogar Menschenleben ab, wie von Gewebeproben, die schnell untersucht werden mussten. Dies zeigt, dass ein so wichtiger Teil der Daseinsvorsorge nicht einfach dem freien Markt überlassen werden durfte. Dass andere Postversender nicht gestreikt haben, bot keine Alternative, denn man wusste ja beim Absenden der Post nicht, dass diese infolge des Streiks liegen bleiben würde.
Es ist ähnlich wie bei der Bahn. Seit dort nicht mehr Beamte tätig sind, kann eine kleine Gewerkschaft ganz Deutschland lahm legen. Die Idee Gabriels, in diesen Fällen das Streiken verbieten zu können, ist eines Sozis unwürdig. Dann sollte man halt ehrlicherweise zum Beamtenstatus zurückkehren.

Gemeinheit: Streik des Sicherungspersonals in Hamburg

Man hat ja durchaus Verständnis dafür, dass diejenigen, die unterbezahlt sind oder sich so fühlen, in den Streik treten. Das bereitet dem Bürger keine Probleme, wenn sich der Streik auf Betriebsebene abspielt. Wenn also die Arbeiter bei VW streiken, ist die Firma, nicht aber die Öffentlichkeit betroffen.
Übel wird es aber, wenn die Streikenden die Bürger gleichsam in Geiselhaft nehmen, um ihre Ziele zu erreichen. Dies ist gerade beim Streik des Sicherungspersonals am Hamburger Flughafen geschehen. Dort mussten die Reisenden 4 Stunden warten, um oftmals zu erfahren, dass ihr Flugzeug ohne Passagiere abgeflogen war, weil es seinen Flugplan einhalten musste. Ein solcher Streik ohne vorherige Ankündigung ist nach meiner unmaßgeblichen Meinung unverhältnismäßig, also rechtswidrig und hätte durch eine einstweilige Verfügung verboten werden müssen. Wenn ich aber mit meiner Meinung schief liegen sollte, müsste eine solche Streikmethode gesetzlich verboten werden. Jedoch wird dies sicher nicht geschehen, weil sich die Politiker nicht trauen, am Streikrecht zu rühren.