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Da staunt man


Die Bahn hat eine Stimme für die Lautsprecher-Durchsagen auf Bahnhöfen gesucht. Das geschah in einem monatelangen (!) Prozess, bis endlich eine 20-köpfige Jury entschieden hat, welche Stimme genommen wird. Das mag ein bisschen übertrieben erscheinen, wäre aber doch für das Fernsehen vorbildlich. Ich habe mich ja hier schon öfter über die schlechte Sprache im Fernsehen beklagt.
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/06/schlechter-fernsehen-mit-dem-zdf/
Merkwürdigerweise sind die synchronisierten Filme im Ton wesentlich schlechter als die deutschen in Originalsprache. Dabei möchte man doch meinen, dass man in der Studio-Atmosphäre einen besseren Ton hinkriegt als bei Aufnahmen am Set. Aber das Gegenteil ist der Fall: Gestern erst haben wir den an sich netten Film „Bad Moms“ wegen des schlechten Tons ausgeschaltet.
Warum findet eigentlich nicht auch beim Film eine ähnliche Kontrolle statt wie bei der Lautsprecherstimme bei der Bahn? Wir haben ja immer mehr alte Menschen, die man doch wohl auch als Zuschauer gewinnen möchte.

Zum Thema „Sprache“, mit dem ich mich hier schon öfter beschäftigt habe, noch eine Beobachtung: In der ARD-Info-Sendung fällt mir ein merkwürdiges Phänomen auf. Während man normalerweise am Ende eines Satzes die Stimme etwas absenkt und eine kurze Pause einlegt, werden in den Nachrichtensendungen von ARD-Info die Meldungen herunter gelesen, als wenn sie weder Punkt noch Komma enthielten. Ist das auch ein Zeichen unserer Zeit? Alles muss schnell, schnell erledigt werden.

Die Vermännlichung der Frauen

Frauen
Mein Gott, was waren das für Zeiten in meiner Jugend: Da waren die jungen Mädchen noch Backfische, während sie heute Teenies sind, was etwas völlig anderes ist. Damals genossen die Mädchen unbeschwert ihre Jugend. Ihr Hauptkennzeichen war, dass sie gerne kicherten und daher manchmal als Kichererbsen bezeichnet wurden. Später wurden sie Hausfrauen. Heute dagegen sieht es ganz anders aus: Die einen können nicht früh genug erwachsen werden und würden gerne Germanys next Topmodel werden. Die anderen kämpfen sich mit unermüdlichem Fleiß durch die Schule: ein Einser-Abitur im Blick. Und auch beim Studium wollen sie ganz vorne dabei sein – deshalb kennen viele kein freies Wochenende mehr. Schließlich erreichen sie dann das, was sie ins Auge gefasst haben: einen anspruchsvollen Job – und da wollen sie „ihren Mann stehen“, wie eine Redewendung zu sagen pflegt. Tatsächlich vermännlichen die Frauen zur Zeit: Ihre Stimmen sind um eine Oktave abgesunken. Diesen Ton brauchen Sie, um sich durchzusetzen. Auch sonst gleichen sie sich in vieler Hinsicht den Männern an.
Umgekehrt läuft die Entwicklung bei den Männern. Bei ihnen ist der Trend zur Entmannung zu beobachten. Lesen Sie bitte unbedingt dazu:
https://autorenseite.wordpress.com/2016/08/06/die-vernichtung-des-mannes/