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Die Bettelkirche

Die Katholische Kirche ist unermesslich reich:
https://autorenseite.wordpress.com/kirchensteuer/
Dennoch versäumt sie keine Gelegenheit, ihre Gläubigen anzubetteln: für eine neue Orgel, Glocke…
Gerade betteln hier die Benediktinerinnen für ihr Kloster:
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/region/landkreis-traunstein_artikel,-haus-scholastika-bereitet-sorgen-freundeskreis-will-benediktinerinnen-bei-sanierung-unter-die-arme-_arid,753722.html
Warum bekommen sie kein Geld aus der Kirchensteuer? Geht diese bei Bezahlung der Missbrauchsfälle drauf?
In der Nähe betreiben die Barmherzigen Schwestern die Adelholzener Mineralwasserquelle, die riesige Gewinne abwerfen müsste. Geht die Barmherzigkeit in der Kirche nicht so weit, dass ein Orden dem anderen hilft? Aber vielleicht ist es ja günstiger, erst einmal bei den Gläubigen zu kassieren.
Der Papst ist ja insoweit ein negatives Beispiel, indem er Jahr für Jahr den Peterspfennig einsammeln lässt, angeblich für die Armen:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/11/29/muss-der-papst-in-den-knast/
Und jetzt schickt die Kirche wieder die Kinder als Sternsinger zum Betteln. Das bringt auch wieder ein paar Millionen, denn bei den Kindern kann niemand „nein“ sagen.

Die Kirche bietet zur Zeit kein gutes Bild. Deshalb halten 20% der Kirchenmitglieder einen Austritt für wahrscheinlich (bei der Jugend 41%) und 24% denken darüber nach.
https://www.traunsteiner-tagblatt.de/nachrichten_artikel,-bedeutung-der-kirchen-sinkt-weiter-_arid,754502.html
Teilen die Kirchen einmal das Schicksal von Schlössern und Burgen, indem sie zu Relikten aus vergangener Zeit werden?

 

 

Grundstücke: Äquivalenzwert – der neue Einheitswert?

Gerade habe ich einen Bescheid vom Finanzamt bekommen. Den verstehe ich überhaupt nicht. Ich habe meine Grundsteuererklärung frühzeitig abgegeben und erwartete die neue Festsetzung des Einheitswerts und von dem dachte ich, dass er erheblich über dem alten liegen müsste. Aber statt des Einheitswerts bekam ich einen Äquivalenzwert mitgeteilt und der ist sonderbar niedrig:
76 Euro für die Wohnfläche und
48 Euro für das Grundstück.
Das kann doch nicht wahr sein! Warum klärt uns kein Medium auf, was es damit auf sich hat? Warum legt das Finanzamt kein aufklärendes Formblatt bei? So ist das halt in unserem Land. Nirgendwo wird der Obrigkeitsstaat so sichtbar, wie bei dieser Behörde:
https://autorenseite.wordpress.com/2022/12/11/die-unfreundlichste-behoerde-das-finanzamt/
Misstrauisch wie ich bin, vermute ich eine fiese Taktik des Staates hinter dem Äquivalenzwert, weil sich der so erfreulich anhört, wird ihn wohl jeder gerne schlucken. Aber wenn der Wert dann mit irgendeinem Faktor multipliziert wird, heißt es womöglich: Da hättest du halt früher gegen den Äquivalenzwert Einspruch einlegen müssen.

 

Grundsteuer: Jetzt noch schnell verschenken?

Jetzt, wo die Grundstücke bald neu bewertet werden, ist das Internet voll von Steuerspartipps, die darauf hinaus laufen, dass man jetzt noch schnell Vermögen auf seine Kinder übertragen soll. Und so hat mancher sein Häuschen schon jetzt den Kindern geschenkt oder plant diesen Schritt. Davor möchte ich warnen mit diesem Spruch, der sich an der Wand eines hiesigen Gasthofs befindet:

Spruch im Gasthof Hochfelln, Bergen:

Merk es Dir, ergrauter Vater und sag es auch dem Mütterlein:
Soll der spätere Lebensabend ohne Nahrungssorge sein,
Gebe die erworbenen Güter nie zu früh den Kindern ab,
Sonst wirst Du zu ihren Sklaven und sie wünschen Dich ins Grab.
Wer besitzt, den wird man achten, Kinderdank ist Seltenheit,
Brot zu betteln, heißt verschmachten, Brot zu geben – Seligkeit.

Ich behalte mein Haus, obwohl es wahrscheinlich wegen seiner aussichtsreichen Alleinlage am Hang nun im Gegensatz zum jetzigen Einheitswert einmal sehr hoch bewertet werden könnte:

Aber mein Haus ist meine Sicherheit. Wenn ich es den Kindern überlassen würde, würde sich nur im Grundbuch etwas ändern, aber meine Kinder würden mich natürlich nicht vertreiben. Aber was ist, wenn ein Kind verunglückt und dessen Anteil auf die Enkel über geht? Und wenn die heiraten: Wird womöglich der Ehepartner auf eine Teilungsversteigerung drängen? Ich habe in meinem Berufsleben so viele derartige Tragödien erlebt, dass ich lieber mein Haus behalte.
Und was ist, wenn ich selbst als Witwer wieder heirate. Dann stehe ich da als vermögensloser Mann, der seiner Frau nichts vererben oder schenken könnte.

Also überlegen Sie gut, ob Sie lieber Ihr Eigentum behalten sollten oder es den Kindern überlassen sollten.

 

 

Kommt auch bei uns die Furzsteuer?

Keine Angst: Es ist nicht von Ihren – wollen wir es vornehm ausdrücken: – Flati die Rede. Die bleiben unversteuert, jedenfalls noch.
Die Furzsteuer ist ein Thema, über das zur Zeit in Neuseeland diskutiert wird. Bekanntlich ist die Viehzucht umweltbelastend, weil die Kühe Methan ausstoßen. Um diese Belastung zu vermindern, erwägt man, die Kühe zu besteuern.

Interessant an der Steuer ist, dass man in Neuseeland genau umgekehrt denkt wie bei uns. Während man dort das, was man weg haben will, besteuert, arbeitet unsere Regierung mit Prämien für ein gewünschtes Verhalten: Beispielsweise gibt es bei uns hohe „Innovationsprämien“ bis zu 9.000 Euro, wenn man sich ein E-Auto kauft. Da zahlt also das arme Mütterchen, das von Hartz-IV lebt, beim Einkaufen über die Mehrwertsteuer auch mit an diesen Prämien für Reiche. Deshalb habe ich mich immer gefragt, warum man den Steuerzahler belasten muss, wenn man den Weg der Neuseeländer gehen könnte. Das würde bedeuten, dass man den Kauf von Verbrennern besteuert anstatt die E-Autos zu subventionieren.
Anders Beispiel: Bei uns erhalten die Bauern Geld dafür, dass sie im Bereich von Seen und Flüssen weniger düngen, anstatt dass man diese Umweltvergiftung bestraft. Nun sollen die Bauern auch für den Abbau der Massentierhaltung subventioniert werden, anstatt dass die Tierquälerei verboten wird.
Ja, wir schmeißen mit Geld um uns, das wir gar nicht haben.

Weg mit der FDP!

Brauchen wir eigentlich noch die FDP? Sie lebt davon, dass sie die Freiheit auf ihre Fahnen geschrieben hat. Aber was ist das für eine Freiheit, für die sie kämpft? Da ist in erster Linie das Tempo 130, das ihr ein Dorn im Auge ist. Aber lohnt sich das, wo doch sowieso weite Teile der Autobahn Geschwindigkeitsbeschränkungen aufweisen? Und müssen wir wirklich die einzigen in Europa sein, die auf ein paar Kilometern rasen dürfen? Im Grunde genommen geht es der FDP wohl auch eher um ihre Klientel, die Autoindustrie, die an schnelleren, also teureren Autos mehr verdient. 

Bei noch einem Thema pocht die FDP auf Liberalität, auch wenn dies Unsinn ist: Der Justizminister (FDP) bremst bei der Maskenpflicht. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erklärte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die »wissenschaftliche Evidenz zum Sinn von Maskenpflicht und Impfen« sei »erdrückend«. Aber das interessiert die FDP offenbar nicht.

Dass die FDP weniger eine Partei als eine Lobby der Reichen ist, sehen wir immer wieder. Denken Sie nur an die Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie. Auch jetzt sehen wir es wieder bei der Steuerermäßigung für Treibstoff. Das Ganze war sowieso ein Schlag ins Wasser. Aber am meisten profitieren davon die Reichen, die mit ihren größeren Autos mehr Benzin brauchen, also mehr von der Steuerermäßigung haben.
Richtig wäre es gewesen, wenn man das Geld genommen hätte und für die Erhöhung der Pendlerpauschale eingesetzt hätte. Dann wäre es denjenigen zugute gekommen, die es am dringendsten gebraucht hätten. Das wäre gerecht gewesen, aber so etwas ist mit der FDP nicht zu machen. 
Vermögenssteuer. Erbschaftssteuer, Lastenausgleich… all das ist Gift für die FDP.

Und so wird es also weiter gehen in Deutschland wie bisher: Die Reichen werden Immer reicher und die Armen werden immer ärmer und immer mehr. Viele, die sich zum Mittelstand zählten, rutschen ab.

 

Koalitionsverhandlungen: Der Sieger stand schon vorher fest

Wie die National Rifle Association in den USA die Interessen der Waffenlobby durchsetzt, so macht es die FDP in Deutschland mit der Blockierung des Tempolimits im Interesse der Raser. Beiden sind ihre Interessen wichtiger als Menschenleben.

Bei den Koalitionsverhandlungen stehen sich vor allem die FDP und die Grünen diametral gegenüber.  Zu einer Einigung zu kommen, ist so ähnlich wie die Quadratur des Kreises. Die FDP hat die Verhandlungen von vornherein erschwert, indem sie rote Linien gezogen hat. Und die Grünen werden das zu schlucken haben, weil sie mit regieren wollen.
Am Schluss der Verhandlungen werden die Parteien Bilanz ziehen und dem Volk stolz präsentieren, mit was sie sich durchgesetzt haben. Und dann wird das Zählen beginnen.

Es kommt aber nicht auf das Zählen der Themen an, bei denen sich die Parteien durchgesetzt haben, sondern auf deren Gewicht. Und da muss man sagen, von größtem Gewicht wird die Tatsache sein, dass sich die FDP mit ihrem Programm der schieren Unvernunft durchgesetzt haben wird:
> Über das Tempolimit ist genug geschrieben worden. In fast allen Ländern haben sich aus guten Gründen Geschwindigkeitsbeschränkungen durchgesetzt, denn Raserei bedeutet mehr Tote und mehr Abgase. Das steht fest.
https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/verkehrsplanung/tempolimit#tempolimit-auf-autobahnen-
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/tempolimit-mit-130-km-h-sinken-die-unfallzahlen-drastisch-a-1249595.html
> Was das Nein der FDP zu Steuererhöhungen anbetrifft, muss ich hier ausnahmsweise drastisch werden: Die Deutschen sind kaum je so „verarscht“ worden wie durch Lindners Behauptung. so etwas schade der Wirtschaft. Ich wiederhole daher hier nochmals, was ich hier schon geschrieben habe, denn Lindner wiederholt gebetsmühlenartig, dass Steuererhöhungen „Gift für die Wirtschaft“ seien. Das Traurige an diesem Mantra der FDP ist zweierlei:
Erstens wird uns die Begründung für diese These nicht geliefert. Und zweitens wird diese Behauptung nicht kritisch hinterfragt. Die Mainstreammedien nehmen das wie üblich widerspruchslos hin. Nur ich alter Quertreiber habe hier schon früher deshalb Lindner angegriffen und die Frage aufgeworfen, ob der Mann nicht lügt, um seinen Schutzschild für die Reichen durchzusetzen.
Zunächst einmal sei Lindner daran erinnert, dass wir bei einer Regierungsbeteiligung der FDP schon höhere Steuersätze gehabt haben, ohne dass deshalb die Wirtschaft gelitten hätte. Bei den Steuererhöhungen ist es ja immer ähnlich wie bei den Erhöhungen des Mindestlohns. Erinnern Sie sich noch an dessen letzte Erhöhung? Da wurde uns prophezeit, dass viele Firmen kaputt gehen würden. Und was ist passiert? Nicht einmal ein lohnintensives Friseurgeschäft musste schließen.
Und nun nehmen wir einmal als Test für Lindners These die Einkommenssteuer eines Reichen unter die Lupe: Er wird sein Vermögen gestreut haben, also je ein Drittel in Aktien, Gold und Immobilien angelegt haben. Was die Aktien anbetrifft, so wird er wohl das Risiko breit gestreut haben und beispielsweise in den MSCI-World investiert haben. Davon hat die deutsche Wirtschaft nicht viel. Auch die Goldkäufe bringen unsere Wirtschaft nicht voran, sondern nur das Geschäft des Goldhändlers. Aber jedenfalls bei den Investitionen in den Immobilienmarkt sieht es anders aus, glaubt vielleicht mancher den Phrasen der FDP, denn mit dem Geld werden ja Wohnungen gebaut. Sicherlich ist das so, aber nur zum Teil, denn das meiste Geld fließt in den Altbestand der Städte. Wer Vermögen hat, kauft sich Wohnungen in in den schönen Altstädten von Paris, Barcelona, London oder Palma di Mallorca. Auch davon hat die deutsche Wirtschaft nichts. Die Folge solcher Immobilieninvestitionen ist, dass es sich die Einheimischen immer weniger leisten können, in beliebten Städten zu wohnen.
So gesehen ist es also Gift für den Wohnungsmarkt, wenn steuerlich geschonte Reiche nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld.
Was Lindner wohlweislich verschweigt, ist die Tatsache, dass das Geld, das der Staat durch Steuererhöhungen einnimmt, viel eher der deutschen Wirtschaft zugute kommt, also kein Gift für sie ist. So haben wir ja einen gewaltigen Investitionsstau: Marode Schulen, Brücken … Auch die Digitaloffensive erfordert viel Geld und das fließt in die deutschen Unternehmen.
Wir sehen also: Lindner hat jetzt bald mit völlig falschen Behauptungen sein Schäfchen der Reichen ins Trockene gebracht, ohne dass dies jemand kritisch hinterfragt hätte. Und das ist sein größter Erfolg.
Was das Schlimme daran ist: Die Schere zwischen arm und reich geht noch weiter auseinander, wobei gerade Corona noch als Beschleuniger wirkt. Und irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem das Volk das nicht mehr erträgt. Wir sehen jetzt schon, wie das Protestpotenzial ständig wächst und aggressiver wird. Eines Tages könnte es nicht mehr beherrschbar werden.

 

Beruht die Ampel auf einer Lüge?

Die Medien scheinen sich einig sich einig zu sein: Die FDP ist die Gewinnerin der Ampel-Sondierungsgespräche. Dabei wird allerdings nur gezählt, wer wie viel von seinem Parteiprogramm durchgesetzt hat. Richtiger wäre allerdings, wenn man nach dem Gewicht dessen geurteilt hätte, was nun Grundlage der Koalitionsverhandlungen ist. Und auch da ist die FDP auch eindeutig die Siegerin.
Die FDP ist ja die Schutzpatronin der Reichen und da muss man sich beim Wahlergebnis doch wundern, wie viele Reiche es in unserem Land gibt. Aber auch Menschen, die nur gut situiert sind und sich das Ehegattensplitting erhalten wollten, dürften die FDP gewählt haben.
Die FDP hat daher immer betont, dass zu den roten Linien für Koalitionsverhandlungen für sie gehört, dass die Steuern nicht erhöht werden. Und dazu wiederholt Lindner gebetsmühlenartig, dass Steuererhöhungen „Gift für die Wirtschaft“ seien. Das Traurige an diesem Mantra der FDP ist zweierlei:
Erstens wird uns die Begründung für diese These nicht geliefert. Und zweitens wird diese Behauptung nicht kritisch hinterfragt. Die Mainstreammedien nehmen das wie üblich widerspruchslos hin. Nur ich alter Quertreiber habe hier schon früher deshalb Lindner angegriffen und die Frage aufgeworfen, ob der Mann nicht lügt, um seinen Schutzschild für die Reichen durchzusetzen.
Zunächst einmal sei Lindner daran erinnert, dass wir bei  einer Regierungsbeteiligung der FDP schon höhere Steuersätze gehabt haben, ohne dass deshalb die Wirtschaft gelitten hätte. Bei den Steuererhöhungen ist es ja immer ähnlich wie bei den Erhöhungen des Mindestlohns. Erinnern Sie sich noch an dessen letzte Erhöhung? Da wurde uns prophezeit,  dass viele Firmen kaputt gehen würden. Und was ist passiert? Nicht einmal ein lohnintensives Friseurgeschäft musste schließen.
Und nun nehmen wir einmal als Test für Lindners These einen Reichen unter die Lupe: Er wird sein Vermögen gestreut haben, also je ein Drittel in Aktien, Gold und Immobilien angelegt haben. Was die Aktien anbetrifft, so wird er wohl das Risiko breit gestreut haben und beispielsweise in den MSCI-World investiert haben. Davon hat die deutsche Wirtschaft nicht viel. Auch die Goldkäufe bringen unsere Wirtschaft nicht voran, sondern nur das Geschäft des Goldhändlers. Aber jedenfalls bei den Investitionen in den Immobilienmarkt sieht es anders aus, meint vielleicht mancher, denn mit dem Geld werden ja Wohnungen gebaut. Sicherlich, aber das meiste Geld fließt in den Altbestand der Städte. Wer Vermögen hat, kauft sich Wohnungen in Berlin, Paris, London oder Palma die Mallorca. Auch davon hat die deutsche Wirtschaft nichts. Die Folge solcher Immobilieninvestitionen ist, dass es sich die Einheimischen immer weniger leisten können, in beliebten Städten zu wohnen.
So gesehen ist es also Gift für den Wohnungsmarkt, wenn steuerlich geschonte Reiche nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld.
Was Lindner aber wohlweislich verschweigt, ist die Tatsache, dass das Geld, das der Staat durch Steuererhöhungen einnimmt, viel eher der deutschen Wirtschaft zugute kommt, also kein Gift für sie ist. So haben wir ja einen gewaltigen Investitionsstau: Marode Schulen, Brücken … Auch die Digitaloffensive erfordert viel Geld.
Wir sehen also: Lindner hat mit völlig falschen Behauptungen das Schäfchen der Reichen ins Trockene gebracht, ohne dass dies jemand kritisch hinterfragt hätte. Und das ist sein größter Erfolg.

 

 

Lindners falscher Weg

Lindner hat schon einmal den Fehler gemacht und sich nicht an einer möglichen Regierung beteiligt. Nun wiederholt er ihn, indem er eine rote Linie zieht. Mit der FDP wird es keine Steuererhöhungen geben, sagt er. Die SZ schreibt dazu:
„Hinter dem Nein zu Steuererhöhungen treten alle anderen Anliegen zurück. Es muss der Eindruck entstehen: Was den Grünen das Klima, ist der FDP das Portemonnaie.“
Da kommt es wieder klar zum Ausdruck: Die FDP ist eine Partei der Reichen. Verständlich ist ja, wenn man deren Schonung ins Parteiprogramm schreibt. Aber dass man die Schonung der Reichen zur roten Linie macht, die nicht überschritten werden darf, ist kurzsichtig. Bei Koalitionsverhandlungen muss man Kompromisse machen und die Steuertarife sollten dabei kein Hindernis sein:
Zum einen hatten wir bei einer Beteiligung der FDP an der Regierung für Reichere schon einmal höhere Steuersätze, warum also nicht auch jetzt wieder?
Zum anderen gibt es einen Aufruf von Millionären, die sich eine höhere Besteuerung ihrer Einkommen wünschen. Das ist doch ein Zeichen dafür, dass die steuerliche Belastung von Spitzeneinkommen durchaus ein vernünftiger Diskussionspunkt bei Koalitionsverhandlungen bleiben sollte – ohne striktes „Nein!“ vorweg.  Vielleicht schafft es ja die FDP mit ihrem „Nein“, dass sich eine Regierung bildet, die sie keinesfalls will, nämlich eine rot-rot-grüne. Auch das sollte Lindner im Auge behalten, bevor er rote Linien zieht. Die Linken sind da schlauer.

Entlarvung von Lindner und Co


FDP-Chef Lindner wiederholte bei seinem Fernsehinterview das Mantra seiner Partei: Spitzenverdienende müssten besonders entlastet werden, denn das seien Menschen, die Arbeitsplätze schaffen.
Wir wissen ja, dass im Zeitalter des Merkelismus die Reichen unter dem besonderen Schutz des Staates stehen: Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter, besonders nun auch in der Coronazeit. Da will natürlich Lindner nicht abseits stehen. Ihn interessiert nicht, was man dagegen tun muss, dass immer weniger Menschen immer mehr besitzen und dass sie dadurch zu einer Gefahr für die Demokratie werden, denn wer Geld hat, bestimmt, wo es lang geht.

Die These, dass die Spitzenverdiener Arbeitsplätze schaffen, sollte doch einmal von Wissenschaftlern untersucht werden: Nehmen wir einen Fußballspieler, der Millionen verdient: Interessieren den überhaupt die Arbeitsplätze? Wohl kaum! Er investiert dort, wo es am meisten Geld bringt, vielleicht in australische Silberminen oder japanische Container.
Auf jeden Fall aber würden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, wenn man den weniger Bemittelten mehr gönnen würde: Die würden das Geld nämlich ausgeben und damit der Konjunktur eine Spritze verpassen.

Überfällig ist also eine Studie darüber, was aus dem Geld wird, wenn man es den Reichen zuschiebt oder den Ärmeren zukommen lässt. Ich glaube, dann würde Lindner sehr schlecht aussehen.
Übrigens erweckt Lindner mit seiner These den Eindruck, als könnten die reichen Unternehmer das Geld, das sie in ihr Unternehmen investieren und dadurch Arbeitsplätze schaffen, nicht sowieso von der Steuer absetzen.

 

Da muss ich mich schon wieder aufregen: Schlimme Zustände in Deutschland

Gerade lese ich: „Hierzulande leben demnach 2.900 Superreiche mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar, so viel wie in kaum einem anderen Land.“
https://web.de/magazine/politik/interessiert-cdu-wahlkampf-aermeren-35903152
Und die Reichen sind in der Pandemie noch reicher geworden. Schauen Sie mal hier:
https://www.dw.com/de/reiche-werden-dank-corona-reicher/a-55184720
Natürlich sind umgekehrt die Armen entsprechend ärmer geworden. So ist das eben im Zeitalter des Merkelismus, mit dem ich mich hier öfter beschäftigt habe.
Die Union ist die Schutzpatronin der Reichen und das Volk ist so dumm und glaubt, dass das „alternativlos“ ist. Ihm wird gesagt, dass eine stärkere Besteuerung der Reichen die Konjunktur abwürge. Wieso eigentlich? Die Erklärung bleiben die Politiker schuldig, denn das Volk glaubt es auch so.
Weder Plasberg, noch Will oder Illner hinterfragen das Thema, denn das gehört sich nicht im Staatsfernsehen.
Aber es sollte sich doch ein Wissenschaftler einmal mit folgenden Fragen beschäftigen: Wo investieren die Reichen ihr Geld? In Gold in ausländische Währungen, Rohstoffe, Bitcoins, Aktien… Und ist das wirklich für die deutsche Wirtschaft förderlich?
Wie wäre es vergleichsweise denn damit, dass man den Ärmeren mehr Geld belässt? Würden die nicht ihr Geld auf jeden Fall in Deutschland ausgeben und wäre das nicht eine tolle Konjunkturspritze, die womöglich besser wirkt als die Investitionen der Reichen?
Auf jeden Fall steht eines fest: So wie bisher kann es nicht weiter gehen. Der soziale Sprengstoff wird immer größer, wie man am zunehmenden Radikalismus sieht, der vielleicht irgendwann nicht mehr beherrschbar werden könnte.
Das Traurige ist ja, dass die linken Parteien zersplittert sind und die SPD in eine Koalition eingebunden ist. Da kann sich ja nicht viel ändern. Wir bräuchten halt endlich eine starke Radikal-soziale Partei Deutschlands (RPD). Es wird auf die Dauer nichts bringen, wenn viele Bürger meinen, sie könnten als Protestwähler der AfD etwas ändern.