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Der Stern: So geht’s nicht

Der Stern berichtet, die Mehrheit der Deutschen sei davon überzeugt, dass es in Deutschland keine Demokratie gibt. Auch ich zähle zu dieser Mehrheit:
https://autorenseite.wordpress.com/demokratie-kaputt/
(Gerade hat das Bundesverfassungsgericht wieder der Regierung eine kräftige Ohrfeige erteilen müssen, weil sie parlamentarische Anfragen nicht beantwortet hat. Wie so oft schon ist die Regierung nicht bereit, bei ihrem Handeln einen gebührenden Abstand von der Verfassungswidrigkeit einzuhalten, sondern lässt es lieber darauf ankommen, vom höchsten Gericht gerügt zu werden.)
Immerhin ist die Mehrheit der Bundesbürger trotzdem mit dem politischen System zufrieden, allerdings sollen laut Stern 71 % der AfD-Wähler unzufrieden sein. Und der Stern fährt fort: „Damit sind sie die einzige Bevölkerungsgruppe, die dem demokratischen System mehrheitlich ablehnend gegenüber steht.“
Es entspricht zwar dem Mainstream, die AfD als antidemokratisch hinzustellen. Aber so schlicht, wie es der Stern macht, geht es nun wirklich nicht. Vielleicht ist ja das Gegenteil richtig und die AfD-Wähler sind nicht deshalb unzufrieden, weil sie die Demokratie ablehenen,  sondern weil die Demokratie bei uns nicht richtig funktioniert. Auch ich bin mit dem herrschenden System unzufrieden – aber gerade deshalb, weil es verfassungswidrig und undemokratisch ist, wie Sie auf der oben verlinkten Webseite nachlesen können. Und warum ich noch unzufrieden – ja sogar entsetzt – bin, lesen Sie im Beitrag weiter unten.

Skandal: Halbnackte Frau bei den Festspielen!

Stern, Spiegel und andere Pseudomoralisten, die ihr ständig auf der Suche nach Skandalen und Sexismus seid: Schaut Euch diesen Artikel über die Salzburger Festspiele an und lasst Eure immer so gern empörten Schreiberinnen wie die Himmelreich von der Kette:
http://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/osterfestspiele/sn/artikel/das-ist-es-was-wagner-wunderharfe-nannte-102864/
Auf dem Foto seht Ihr die Sächsische Staatskapelle Dresden mit einer Sopranistin bei den Salzburger Osterfestspielen. Die Männer sind gut und warm angezogen, nämlich mit einem Frack. Nur die arme Frau steht halbnackt dazwischen in einem ausgeschnittenen schulterfreien Kleid. Man sieht daran, wer bei den Salzburger Festspielen in Wirklichkeit immer noch Regie führt: der Sexismus. Wann endlich kommt die Zeit, in der auch Frauen einen Frack tragen dürfen? Schließlich hat das weibliche Geschlecht ja auch vor vielen Jahren durchgesetzt, statt eines Rocks eine Hose tragen zu dürfen. Und der Hosenanzug ist inzwischen auch zu einem üblichen Kleidungsstück für die Frau im Beruf geworden.
Wir fordern nun an dieser Stelle Karl Lagerfeld auf, endlich den längst fälligen Frauenfrack zu entwerfen.
Und bei dieser Gelegenheit noch etwas: Auch auf Bällen sieht man Frauen in entwürdigenden Abendkleidern, die oft mehr enthüllen, als sie verdecken. Die armen Frauen sind von der sexistischen Gesellschaft gezwungen worden, sich in dieser Form wie bei der Fleischbeschau zu präsentieren. Wann endlich räumen Stern, Spiegel und Frauen Schwarzer und Himmelreich mit diesen schäbigen Bräuchen auf?
Hier ein Hoffnungsschimmer für Frauen: Ob Bilder wie diesse irgendwann einmal zum Alltag gehören?
http://twitter.com/Ian_Jeffery/status/454533116322127872/photo/1
Vorsicht, Männer! Schaut lieber nicht hin!

Der Spiegel ist schlimmer als der Stern

Erinnern Sie sich noch an jenen läppischen Hype, den eine Stern-Journalistin dadurch ausgelöst hatte, dass sie sich nach Jahr und Tag über ein Kompliment beklagte, das Brüderle ihrem Ausschnitt gewidmet hatte?
Nun setzt der Spiegel noch einen drauf, indem er einen Artikel abdruckt, in welchem behauptet wird, die Juristenausbildung in Bayern sei sexistisch. Es werden dazu auch Beispiele aufgeführt, bei denen ich mich frage: Bin ich vielleicht nicht normal, wenn ich finde, dass ich selten so einen Unsinn gelesen habe?
Urteilen Sie selbst über einige Kostproben:
„…43-jährige Hausfrau … keine Gelegenheit zur Gegenwehr“ Hier wird beanstandet, dass den Frauen oft die Opferrolle zugedacht wird.
„Hanna Haas, 18 Jahre, Hausfrau.“ Dem Spiegel missfällt überhaupt, das Frauen oft Hausfrauen sind.
Aber auch das hätte man nicht schreiben dürfen, nämlich dass ein Mann seiner Frau einen Rolls Royce schenkt. Da seien „die Rollen klar verteilt“, findet der Spiegel. (Mein Kommentar dazu: Die arme Frau!)
Der Schaden an einer Gucci-Handtasche wird als Hinweis darauf verstanden, dass Frauen an Äußerlichkeiten hängen. (Mein Kommentar dazu: Gucci-Aktentaschen für Männer gibt’s halt noch nicht)
Und wenn eine Zeugin sagt: „Ich sehe oft aus dem Fenster, weil ich viel Zeit habe“, dann gönnt man ihr das Vergnügen nicht, sondern sieht darin eine Verunglimpfung der Frau an sich.
Wenn Sie noch mehr von dem Unsinn lesen und sich darüber amüsieren wollen, lesen Sie halt selbst auf den Artikel.
Es lohnt sich wirklich nicht. Da lohnt sich dieser Klick schon eher.

Wie anders die Menschen ticken – Männer und Frauen, einst und jetzt

Vor etwa 3 Jahrzehnten habe ich junge Juristen ausgebildet. Und da habe ich mir Klausuren einfallen lassen. Eine begann wie folgt:
„Der Playboy Hugo Fatzke fährt im offenen Porsche durch Schwabing. Als er auf dem Gehsteig die ledige Küchenhilfe Zenzi Hinterstoißer sieht, hält er an und fragt: „Na, Kleine, wie wär’s?’…“
Die Aufgabe bestand nun darin, die ganze Geschichte strafrechtlich zu würdigen.
Beim Zensieren der Arbeiten machte ich eine überraschende Feststellung: Die jungen Männer fanden durchweg, dass der Tatbestand der Beleidigung sowohl durch die Anrede „Na, Kleine“ wie auch durch die zweideutige Frage „Wie wär’s?“ verwirklicht worden sei.
Die jungen Damen dagegen ließen diese Anmache als „sozialadäquat“ durchgehen. Eine junge Dame schrieb, wenn man so etwas als beleidigend betrachten würde, müsste man wohl die halbe Menschheit bestrafen.
Eine andere fand, dass Männer ja irgendwie anfangen müssten, geschickter oder plumper, aber strafrechtlich sei das nicht relevant. Man sieht also, damals war den Frauen völlig fremd, was heute als „Sexismus“ bezeichnet wird.
Wenn man dieselbe Aufgabe heute wieder stellen würde, was würde da wohl geschrieben?
Heute sieht es so aus:
Da schreibt die Journalistin eines Blattes über ein plumpes Kompliment eines Politikers. Sie ist nach einem Jahr endlich so weit, dass sie nun „den Mut aufbringt“ (Schwarzer), diesen Artikel zu Papier zu bringen. Und nun setzt eine Diskussion ein, die sicherlich kaum schlimmer ausfallen wäre, wenn die Frau von dem Politiker vergewaltigt worden wäre.
Das Merkwürdige an der Diskussion ist dies, dass offenbar niemand die Scheinheiligkeit der Journalistin anprangert. Wo war sie denn, wenn ihr Blatt Bilder von Frauen veröffentlichte, die aus ihrer Sicht entwürdigend gewesen sein müssten? Jeder kehre zunächst einmal vor der eigenen Tür.
Nehmen wir einmal an, Brüderle hätte seine spezielle Art von Kompliment nicht gegenüber Frau Himmelreich, sondern gegenüber Pamela Anderson geäußert. Die hätte sicherlich einen Spaß daraus gemacht und beispielsweise erwidert, sie könne sogar zwei Dirndl mit ihrer Oberweite füllen. Die Zeitungen hätten dann ein „Brustbild“ von ihr gebracht und nichts Anstößiges daran gefunden.
Oder nehmen wir an, die Medien hätten Brüderles Äußerung nicht von den Trauerklößen Alice Schwarzer und Claudia Roth kommentieren lassen, sondern von Heidi Klum und Verona Feldbusch: In welche Richtung wäre dann wohl die Diskussion verlaufen? Vielleicht hätte Heidi Klum, die ihren Brüsten Namen gegeben hat und mit ihnen spricht, geäußert, diese beiden seien nun eifersüchtig.
Manchmal ist es vielleicht gut, wenn man sich bei der unheimlichen Aufgeregtheit und Betroffenheit, die viele Frauen äußern, einmal anhört, was jemand dazu sagt, der die Angelegenheit mit der Gelassenheit des Alters betrachtet:
Ich besuche öfter eine uralte Tante im Altenheim und erzähle ihr, was es so Neues gibt. Auch den Skandal um Brüderle habe ich ihr berichtet. Ihr Kommentar dazu:
“Mein Gott. Ich wäre früher froh gewesen, wenn jemand so etwas zu mir gesagt hätte. Sag mal, sind die Frauen wirklich heute so humorlos geworden?“
Interessant fand ich ja auch, dass RTL in anderen Ländern die Frauen fragte, was sie sagen würden, wenn sie mit Brüderles Äußerung angesprochen würden. Und siehe da: die Französinnen wären begeistert gewesen. Eine sagte beispielsweise, sie würde sich freuen, wenn jemand ihr ein so nettes Kompliment machen würde.
Kein Wunder, dass unsere Frauen anders denken, wenn sie die Meinungsführerschaft einer Lesbin überlassen.
Mich erinnert die ganze Geschichte an ein Buch über Ärzte, das ich leider nicht mehr zitieren kann. Darin wurde geschildert, dass Ärzte dauernd neue Krankheiten erfinden, um sie dann zu heilen. Als Kuriosum konnte man lesen, dass sie nach dem Bau der Eisenbahn eine Fenster-Guck-Krankheit erfanden. Es sollte sich angeblich um ein Nervenleiden handeln, das durch das schnelle Vorbeigleiten der Landschaft am Zugfenster ausgelöst würde. Und die Leute strömte in die Praxen, weil sie an sich selbst dieses Leiden festgestellt hatten.
Genauso ist scheint es mit dem Sexismus zu sein, den es ja noch gar nicht so lange gibt. Er wurde von der Frauenbewegung erfunden und siehe da: Seitdem leiden die Frauen sogar unter solchen Vorkommnissen, über die sich ihre Vorgängergeneration noch amüsiert hätte:
Wenn eine flotte Frau an einer Baustelle vorbei geht und die Arbeiter hinterher pfeifen und derbe Sprüche nachrufen, so gab es doch tatsächlich früher Frauen, die sich darüber gefreut haben. Heute dagegen sind sie „betroffen“ und fühlen sich entwürdigt. Das trägt nicht gerade zur Lebensfreude bei.
Zum Schluss noch ein Tipp für den Stern: Das wäre doch wohl eine Story nach seinem Geschmack: Auf der Titelseite ein Bild mit der Schlagzeile: Das sind die Brüste, über die ganz Deutschland diskutiert.

Schäbiger „Stern“

Pfui!
Es ist im höchsten Maße unanständig, was Frau Himmelreich über Brüderle geschrieben hat und was der „Stern“ dann auch noch veröffentlicht hat. Wahrscheinlich hatte Brüderle schon sein Quantum getrunken, als er sich gegenüber Frau Himmelreich äußerte. Das ergibt sich aus der Schilderung der Journalistin selbst, wo es heißt, dass dann eine Frau erschienen sei und Brüderle klar gemacht hat, dass es Zeit für ihn sei, ins Bett zu gehen. Es ist wohl unschwer zu erraten, warum sie ihn aus dem Verkehr ziehen wollte.
Sicher gehört sich nicht, was Brüderle getan hat, aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was der Stern gemacht hat. Normalerweise übergeht man das, was jemand von sich gibt, wenn er offensichtlich etliche Promille im Blut hat, aber es gibt offenbar Leute, die gerade daraus Kapital zu schlagen versuchen.
Nicht mit mir! Der „Stern“ ist für mich erledigt. Die FDP übrigens auch, seit sie seinerzeit Schmidt abgeschossen hat, nachdem sie sich in seinem Schatten in den Bundestag geschlichen hatte.
Manchmal kommen mir die Medien vor wie eine Meute Hunde. Kaum haben sie einen Knochen gefunden, schon fallen sie alle darüber her. Und das Volk regt sich dann darüber auf und vergisst, wo wirklich der Schuh drückt:
Beispiel: Die Rente schrumpften in den Jahren 2004 bis 2012 um fast 10 %. Demgegenüber hatten beispielsweise die Ärzte in diesem Zeitraum ein Plus von fast 30 % zu verzeichnen.
Ist darüber auch nur ein Bruchteil von dem geschrieben worden, was über eine läppische Entgleisung eines offensichtlich Angetrunkenen ausgegossen wurde?
Das ist das wirklich Traurige an der Geschichte.