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Sterbende Innenstädte

Sterbende Innenstädte: Altmaier setzt auf stärkere Digitalisierung.
Nur frage ich mich, was soll das schon bringen? Die Geschäfte in der Stadt leiden ja gerade unter der Digitalisierung, nämlich dem Online-Handel, und bei dem können die Läden der Stadt kaum mithalten und wenn doch, ziehen sie damit selbst das Leben aus den Straßen ab, indem sie die Leute vor den PC setzen.
https://www.suedost-news.de/region-und-lokal/regionales-traunstein/grabenstaett_artikel,-altmaier-will-ladensterben-in-innenstaedten-verhindern-_arid,582428.html
Der Städtetag will mit einem Bodenfonds für mehr Leben in der Stadt sorgen:
https://www.suedost-news.de/startseite_artikel,-fuer-attraktivere-innenstaedte-staedtetag-fuer-bodenfonds-_arid,586829.html
Doch auch das wird nicht viel bringen.

Wer hat denn die Innenstädte notleidend gemacht? Es war doch Altmaiers Partei, die CDU, die den Online-Handel groß gemacht hat. Sie hätte nicht zulassen dürfen, dass Konzerne wie Amazon ihre Geschäfte dort versteuern, wo es am billigsten ist, sondern hätte darauf bestehen müssen, dass jedes getätigte Geschäft dort versteuert werden muss, wo es stattfindet. Wenn also Amazon etwas in Deutschland verkauft, muss die Firma das auch hier versteuern. Dadurch werden nicht nur die Waren bei Amazon teurer, sondern die Städte werden auch nicht um die ihnen zustehende Gewerbesteuer gebracht
Und noch etwas wurde versäumt: Wenn ich an die Gründung meiner Familie vor mehr als einem halben Jahrhundert zurück denke: Damals gab es keine Gewerbegebiete. Man kaufte die Möbel in der Innenstadt. Eching, das heute ein riesiges Gewerbegebiet ist, war ein unbedeutendes Dorf am Rande von München. Weil aber eine leitende Landesplanung weitgehend fehlte, wiesen die Kommunen immer mehr Gewerbegebiete aus. Unser kleines Dorf mit ca.5000 Einwohnern hat beispielsweise 4 davon. Di
eser Trend führte zu einem enormen Flächenverbrauch:
https://autorenseite.wordpress.com/bayern-kaputt/
Beispielweise hat heute ein Möbelgeschäft in einem Gewerbegebiet bei Rosenheim eine Ausstellungsfläche, die so groß ist wie die Ladenfläche der gesamten Innenstadt. Wie soll da ein Möbelhändler in der Innenstadt existieren können?
Was also muss geschehen, um die Innenstädte zu beleben?
Oft genügt ein einziger vorbildlicher Unternehmer:
https://autorenseite.wordpress.com/2020/02/10/sterbende-innenstaedte-auflebende-orte/
Aber such Ideen sind gefragt: Inzell und Ruhpolding machen sich bekannt durch Eislauf- bzw. Langlaufzentren.
Bad Reichenhall, das sehr viele leer stehende Geschäfte hat, bekommt immer mehr Lokale, vor allem Cafés, weil die Menschen gern in dieser schönen Stadt verweilen. Und so bleibt auch diese Innenstadt trotz aller Probleme attraktiv und stirbt nicht aus.

Das sollten Sie wissen in Zeiten des Corona-Virus: Was ist Triage? Priorisierung? MTS?

Es sieht nicht gut aus bei unseren Krankenhäusern: Die Patienten wurden zu Fallpauschalen, die Kliniken wurden privatisiert und unter dem Kostendruck immer mehr verkleinert, so dass bisher schon die ersten deswegen sterben mussten:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/26/schlimme-nachricht-2/
Es ist also ganz klar. dass in so einem Gesundheitssystem die Corona-Patienten schlechte Karten haben: Was soll man tun, wenn mehr Patienten behandelt werden müssen, als von den Krankenhäusern verkraftet werden können? Dann muss man halt die Patienten auswählen, und da kommt dann MTS usw. zur Anwendung. Das sieht so aus, wie wir in Italien erleben können:
Der Anästhesist Christian Salaroli aus Bergamo wählte drastische Worte: „Wenn jemand zwischen 80 und 95 Jahre alt ist und große Atemprobleme hat, führen wir in der Regel die Behandlung nicht fort“, erläuterte der Arzt. „Diese Personen haben statistisch gesehen keine Chancen, das kritische Stadium der Infektion zu überleben. Diese Personen werden bereits als tot angesehen“, sagte Salaroli.
Da bin ich also mit meinen 86 Jahren schon halbtot.

Aber man soll auch den negativen Nachrichten eine positive Seite abgewinnen: Die Rentenkassen werden eine gewaltige Entlastung erleben. Das „sozialverträgliche Frühableben“ ist zur Wirklichkeit geworden.

Sterbende Innenstädte

Sehen unsere Innenstädte bald so aus? Gerade lesen wir über Bad Reichenhall: „Die Zahl der leeren Geschäfte rund um die Fußgängerzone liegt bei etwa 35.“
Was für einen deprimierenden Eindruck machen die sterbenden Innenstädte. Das gilt besonders für Kurorte, die ja teilweise auch vom Erscheinungsbild ihrer Straßen leben.
Schuld ist der Online-Handel, der nicht nur die Geschäfte  in den Innenstädten kaputt macht, sondern die Steuereinnahmen, die man einmal aus  dem ortsansässigen Handel hatte, zu sich und damit ins Ausland verlagert.
Nun könnte unsere Politik natürlich den vernünftigen Grundsatz einführen, dass die Steuern dort zu zahlen sich, wo die Umsätze gemacht werden. Aber so etwas hat sich bisher nur Macron getraut. Bei uns geht das nicht, weil Trump dann sofort unsere Autoindustrie mit Strafzöllen belegen würde.
Wir sind Opfer unserer eigenen Politik geworden: Wir fanden es normal, dass wir beispielsweise Hähnchenflügel oder Altkleidung nach Afrika exportierten und dort den einheimischen Handel kaputt machten. Nun trifft diese Art von Politik uns selbst.
Wenn ich mir all dass so anschaue, frage ich mich, ob die Globalisierung wirklich ein Vorteil für alle und nicht nur für die Reichen ist. Wir haben doch vorher sorgenfreier gelebt:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/08/22/wie-haben-wir-damals-so-leben-koennen-3/
Was uns fehlt, ist eine globale Verhandlung über Moral und Verantwortung im Welthandel. Aber davon haben wir beim kürzlichen Treffen in Davos nichts gehört.

 

Das Gasthaussterben muss nicht sein

Man hört zur Zeit immer öfter von einem Gasthaussterben: Die Ursachen sind: zu wenig Umsatz, kein Personal, kein Nachfolger für den Wirt… So hat in Bayern jedes 5. Dorf kein Gasthaus mehr. Das muss nicht sein. Ein Gasthaus, das das richtige Konzept hat, geht immer gut.
Ein Beispiel dafür ist das Traditionswirtshaus Kraimoos, ein gemütliches bayerisches Wirtshaus.
Man fragt sich, wie so ein Gasthaus existieren kann, denn dort gibt es Essen, das viel billiger ist als beim Chinesen oder Inder. Ein solides einfaches Essen bekommt man dort schon für 4,90 Euro. So ist es kein Wunder, dass viele Gäste dort hin fahren, obwohl das Gasthaus in Kraimoos liegt, einem Dorf, das nur aus ein paar Bauernhöfen besteht. Erst habe ich mich gefragt: Wie kann der Wirt davon leben? Dann habe ich gesehen, dass viele Leute ihre Feiern in dieses Gasthaus verlegen, weil der Wirt ausgezeichnet kocht. Da schaut man dann nicht auf den Preis, wenn man feiert.
Auch wenn am Sonntag kein billiges Essen angeboten wird, kommen die Gäste gerne, um sich dort etwas Gutes zu gönnen. So kommt der Wirt auf seine Kosten und er lebt davon anscheinend nicht schlecht, wenn man das aus seinem Auto schließen kann.
Das ist ein Beispiel, wie ein Gasthaus sogar in ungünstiger Lage gut überleben kann.

Ein anderes nachahmenswertes Beispiel ist das Gasthaus D‘Feldwies.
Eine Zeit lang war es ein Opfer des Gasthaussterbens und dem Verfall preisgegeben. Dann wurden die Dorfbewohner aktiv: Sie richteten in Eigeninitiative ihr Gasthaus wieder her. Die einen langten zu und die anderen spendeten. Und was dabei heraus gekommen ist, ist ein Aushängeschild für Bayern.
Und noch ein bemerkenswertes Beispiel ist die Windbeutelgräfin in Ruhpolding:

Dort hat man ein originelles Konzept für ein uriges Lokal. An der Decke hängen lauter Kaffeekannen:

Abschreckend kann die moderne Architektur sein, denn im Gasthaus soll es gemütlich und nicht modern (im Sinne von kühler Atmosphäre) sein. So ist der Unterwirt in Chieming einmal ein gut gehendes Lokal gewesen, in dem wir gerne zu Gast waren. Dann wurde das Haus von einer Brauerei aufgekauft und so renoviert, dass es nun wie eine Kantine wirkt. Da kann ein Koch noch so gut kochen: Das nützt nichts. Das einst gut gehende Lokal steht nun leer.
Umgekehrt ist es in Ruhpolding, da hat ein guter Architekt das moderne „Brothaus“ erbaut – eine Attraktion für den Ort, denn es ist ein interessanter Bau, der trotz seiner Modernität eine Atmosphäre zum Wohlfühlen besitzt. Und auf dem Weg dorthin liegt der „Papillion“ außerhalb einer Ortschaft und doch gut besucht, weil er ganz aus Holz und Glas gebaut ist:


So gibt es viel Nachahmenswertes. Eigentlich müssten ja die Gasthäuser gut gehen, denn es gibt immer mehr alte Leute, die nicht mehr kochen. Und auch die Berufstätigen lassen sich meist in einer Kantine oder einem Lokal verpflegen. So müsste doch in der Gastronomie ein Boom herrschen.

Auf jeden Fall: Lasst eure Gasthäuser nicht sterben!

Ein Fundstück, das zu Herzen geht

Im Traunsteiner Stadtpark gibt es eine Luitpold-Eiche, die 1892 zu Ehren des Prinzregenten gepflanzt wurde. Diese Eiche kümmert so vor sich hin: Sie hat eine lichte Krone und die Blätter sind hellgrün. Dieses traurige Bild hat einen Poeten erbarmt und er hat ein ergreifendes Gedicht an den Baum gehängt, das die Passanten nachdenklich stimmen wird.
Vielen Dank!

Heute ist der Tag zur Erhaltung der Artenviekfalt

Wo blüht es noch so üppig? Der neue Trend sieht so aus:

Ich habe schon öfter darüber geschrieben, dass ich in einer Todeszone lebe. Und gerade schrieb ich darüber, dass die Fichte am Aussterben ist:
https://autorenseite.wordpress.com/2019/05/20/wie-die-natur-leidet/

Der Mensch ist schizophren


Stellen Sie sich vor: Flugzeuge eines Typs stürzen gelegentlich ab. Der Hersteller behauptet, seine Produkte seien einwandfrei: die Piloten hätten also Fehler gemacht. Demgegenüber behaupten Experten, die Software weise offensichtlich Fehler auf.
Was passiert in einem solchen Fall? Die Flugzeuge müssen am Boden bleiben.
Anders ist es bei Glyphosat: Obwohl Gutachten den Unkrautvernichter als krebserregend bezeichnen und dies sogar von einem US-Gericht festgestellt wurde, bleibt das Mittel auf dem Markt, weil der Hersteller sich auf gegenteilige Gutachten beruft.

Warum werden diese Fälle so unterschiedlich behandelt? Ganz einfach: Flugzeugabstürze sind spektakuläre Ereignisse, die durch die Medien gehen. Krebskranke dagegen sterben still und einsam. Da kann man also so weiter machen wie bisher und alles bestreiten.

Schlimme Nachrichten

In den USA sind die Medikamente teurer als anderswo. Arme können sie daher nicht mehr bezahlen. Mancher Zuckerkranke kann sich kein Insulin mehr kaufen und muss halt an seiner Krankheit sterben. Gott sei Dank ist es bei uns nicht so – werden viele denken. Das wäre aber ein Irrtum. Bei uns müssen Menschen sterben, weil wir an den Intensivstationen sparen:
https://autorenseite.wordpress.com/2018/10/27/schlimmer-als-alles-bisher-erlebte/
Und auch die kostenintensiven Notaufnahmen sind ihren Aufgaben oft nicht mehr gewachsen, weil auch hier der Rotstift regiert.
In Trier gibt es keine Kinderkrebsstation mehr. Da müssen nun die ohnehin stark belasteten Eltern weit fahren, um jeden Tag ihr Kind zu besuchen.
Warum können wir uns heute nicht mehr leisten, was früher selbstverständlich war? Sind wir zu dumm oder sind bei uns die Machtstrukturen so pervers, dass das Geld wichtiger ist als die Menschen?

„Schlimmer als alles bisher Erlebte!“


Diese Äußerung des Nothilfe-Koordinator der Vereinten Nationen, Marc Lowcock, zum Jemen könnte auch für unseren Krankenhausbetrieb gelten. Lesen Sie doch mal die schlimme Nachricht von gestern! Und dann versetzen Sie sich mal in die Lage der betroffenen Eltern. Die fahren vielleicht im Krankenwagen mit ihrem schwer verletzten Kind in die Klinik. Dort sind schon drei weitere Elternpaare in vergleichbarer Lage und der Arzt eröffnet ihnen, er habe in der Intensivstation nur Platz für zwei dieser Kinder. Das bedeutet das Todesurteil für die anderen beiden. Stellen Sie sich vor, eines dieser Kinder wäre das Ihre! Welche wahnsinnige Verzweiflung, Wut und Trauer würde über Sie herein brechen!
Oder versetzen Sie sich mal in die Lage jenes Arztes, der ja helfen will, aber nicht kann, weil die träge Bürokratie nicht das notwendige Personal beibringen kann. Wie hält man das aus?
Wir haben uns daran gewöhnt, statistisch zu denken: Wir hören zwar, wie viel Personal in den Krankenhäusern fehlt. Aber welche Schicksale dahinter stehen, blenden wir aus.
Dasselbe ist es beim Dieselskandal. Wir haben zwar die statistischen Luftwerte im Auge, aber nicht deren Folgen. In London sterben beispielsweise jährlich 9000 Menschen an Luftverschmutzung. Wie viel es in Berlin oder München sind, wird uns vorenthalten nach dem Motto: Nur keine Panik! Und wer will auch schon im Fernsehen eine Dokumentation über das grausame Schicksal eines Menschen sehen, der ständig wegen der Luftverschmutzung kurz vor dem Sterben ist? Von einem solchen Betroffenen hörte ich einmal den Satz: „Tausend Tode bin ich schon gestorben.“