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Manchmal fallen mir so Sprüche ein …

Wenn man so alt ist wie ich, fallen einem bei jeder Gelegenheit Sätze ein, die jemand in vergleichbarer Lage gesagt hat. Gerade war ich in der Uni-Klinik und nach dem, was ich da erlebt habe, fällt mir ein Spruch eines alten Nachbarn ein. Als ihm wegen einer Herzkrankheit eine Krankenhausbehandlung angeraten wurde, sagt er: „Ins Krankenhaus bringen die mich nur mit de Füaß voraus.“ Und so war es auch: Als er einen Herzinfarkt bekam, wurde er zum Krankenhaus gefahren und verstarb an der Schwelle.
Bei all den Aufregungen, die ich zur Zeit habe, habe ich keinen Appetit und das Bier schmeckt mir auf einmal auch nicht mehr. Da fällt mir ein, was mein Vater sagte, als es ihm auch so ging: „Siehe, das Ende ist nahe, wenn einem Bayern das Bier nicht mehr schmeckt.“ Ich will das zwar nicht wahr haben, denn ich bin erst 87. Aber mein kleiner Enkel holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück.Er sagte:
„Gell, Opa, du stirbst bald.“
„Nein!“ sagte ich, „So bald noch nicht.“
„Dann schau doch mal deine alte Haut an! Ich sage dir schon, wann bald ist.“

Marterlsprüche

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Am Weg zum Hochfelln steht dieses Marterl:

„Da hat die zwei der Dod ereilt
De hätt’s Leb’n no sakrisch g’freit:“
Den Bergwanderer erfreuen immer wieder die einfallsreichen Sprüche, die er auf solchen Gedenktafeln zu lesen bekommt. Mit fallen gerade noch zwei Beispiele ein:

„Gar nicht weit
Ist der Weg zur Ewigkeit:
Um 9 fuhr er fort,
Um 10 war er dort.“

Oder:

„Hier liegen unter Schnee und Eis
Ein alter Bayer und ein Preiß.
Bete kurz, doch bete leis,
Sonst wacht er wieder auf der Preiß!“

Nix für unguat, Ihr Leser von jenseits des Weißwurstäquators!