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Wie traditionell als gesund bekannte Nahrungsmittel schlecht gemacht wurden

Ich bin ja nun sehr alt und kann aus eigener Anschauung schildern, wie anders und gesund man sich früher ernährt hat. Fleisch konnte man sich nur am Sonntag als Braten leisten. Sonst ernährte man sich abwechslungsreich vor allem mit verschiedenem Gemüse. Und da wussten unsere Mütter aus der Tradition, was wofür gesund sein sollte.
Nehmen wir als Beispiel den Spinat. Ich hasste ihn als Kind, musste ihn aber häufig essen, weil er von meiner Mutter als gesund eingeschätzt wurde. Und tatsächlich bestätigte
damals die Medizin, dass dies stimmte, weil er wegen seines Eisengehalts gut für das Blut sein sollte. Dann aber stellte sich heraus, dass den Experten bei der Untersuchung des Spinats ein Kommafehler unterlaufen war: Der Eisengehalt betrug also nur ein Zehntel des festgestellten Werts. Dadurch geriet der Spinat in Misskredit, weil man annahm, dass er demnach nicht so gesund ist.
Anders ist es in den USA: Dort propagiert man den Spinat als besonders gesundes Gemüse und hat ihm daher
sogar zwei Ehrentage gewidmet: den 26.3 und den 16.7.
Noch ein Beispiel: Karotten galten von Alters her als gut für die Augen. Die Mediziner untersuchten diese Tradition und fanden heraus, dass Karotten viel Karotin enth
alten. Wenn dieses Gemüse also gut für die Augen sein sollte, musste es am Karotin liegen, so schloss man messerscharf. Daher bildete man bei einem Test zwei Gruppen: Die eine bekam Karotin und die andere nicht und man kam zu dem Ergebnis, dass beide Gruppen dieselben Augen hatten. Also betrachtete man die Karotten nicht mehr als eine Stärkung der Augen. Was ich allerdings gegen das Experiment einzuwenden habe ist dies. Wahrscheinlich sind Karotten wegen des Gehalts verschiedener Substanzen gut für die Augen. Man hätte also zwei Gruppen bilden müssen: Karottenesser und -nichtesser.
Gesund sind die Karotten auf jeden Fall. Und nun fragen Sie mal die Kinder, wann sie zum letzten Mal Karotten oder Spinat gegessen haben!
Ich vermute ja, dass die traditionelle Art der Ernährung aus zwei Gründen schlecht gemacht wird: Die berufstätigen Mütter sollen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht selbst kochen. Und an Fertigessen wie Pizza verdient man am meisten.

Tag des Spinats

Heute ist der Tag des Spinats. Doch was hat so ein Tag für einen Sinn, wenn in keinem der mir bekannten Lokale Spinat angeboten wird? Der Spinat hat ja ein trauriges Schicksal hinter sich. In meiner Jugend gab es viel Spinat, weil es hieß, der würde viel Eisen enthalten. Aber dann wurde der Spinat entzaubert, indem man feststellte, dass der angenommene Eisengehalt auf einem Rechenfehler beruhte.
Aber trotzdem ist der Spinat ein gesundes Gemüse. Und heute, als ich an einer Straße mit Krötenwanderung vorbei fuhr, sah ich einen Zusammenhang zwischen unserer Ernährung und dieser Kröten Wanderung. Die Kröten wandern immer noch in Massen auf ihrer alten Route, die längst von einer Straße abgeschnitten wurde, zu einem Teich. Nette Naturfreunde haben am Straßenrand einen Plastikzaun errichtet, der die Tiere aufhält. Dort sammeln die Tierfreunde sie jeden Abend ein und tragen sie über die Straße. Ich finde das rührend und denke da an unsere Ernährung:
Wir sind in Jahrhunderten auf eine bestimmte Ernährungsart eingestellt. Wir aßen immer Obst und Gemüse aus der Region entsprechend der Jahreszeit und sind damit gesund geblieben. Doch nun ist dieser Ernährungsplan völlig durcheinander geraten: Wir können uns mehr Fleisch leisten und essen irgendetwas, was uns gerade besonders schmeckt, oft sogar exotische Mahlzeiten. Wann isst schon einer mal gelben Rüben oder Weißkohl?
Aber ich glaube: So wie die Kröten auf ihre Wanderung zum Teich programmiert sind, sind wir es zum hergebrachten Essen. Und weil dies heutzutage missachtet wird, sehe ich mit Staunen, dass wir Älteren vielfach gesünder sind als der Nachwuchs.

Mal endlich eine gute Nachricht:

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Bisher hörten wir immer aus Medizinerkreisen, dass Alkohol schädlich fürs Gehirn ist. Es gab da eine Formel die lautete: Ein Tropfen Alkohol vernichtet … Gehirnzellen. Ich weiß leider nicht mehr, wie viele es gewesen sein sollen. Wie man auf diese Idee gekommen ist, ist mir schleierhaft, wo wir doch wissen, wie viele Dichter und Denker keine Kostverächter waren. Nun auf einmal erfahren wir aus Kreisen der Wissenschaft, wie nützlich Alkohol sein kann:
Moderate Trinker haben eine bessere Hirnleistung als Abstinenzler:
https://web.de/magazine/gesundheit/mythos-medizin-toetet-alkohol-gehirnzellen-32094366#.homepage.hero.T%C3%B6tet%20Alkohol%20Gehirnzellen%3F.2

Das ist doch eine freudige Botschaft in dieser Zeit mit ihren traurigen Nachrichten. Wie so oft in der Medizin gilt auf einmal das Gegenteil von dem, was man früher behauptet hat. Was habe ich als Kind Spinat essen müssen wegen des Eisengehalts. Alles Unsinn! Auch hieß es früher: Milch ist gesund! Nun hat man heraus gefunden, dass sie der Prostata schaden soll.
Was lernen wir daraus? Gönnen wir uns das, was uns gut tut. Was das ist, weiß unser Körper normalerweise selbst ganz genau.